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L wie Leopold

Nur eine Woche war das Leopold-Mozart-Haus nach seiner baulichen Sanierung und konzeptionellen Neuausrichtung wiedereröffnet, als das Virus kam und es wieder schließen musste – zusammen mit den Zoos, Gaststätten und anderen Spendern in Sachen Lebensfreude.

 

Das Teleobjektiv zeigt, was das bloße Auge nicht sieht. Und schon drängt sich die Frage auf, ob die zweite Verankerung nun stabil genug ist. © DAZ

Doch damit nicht genug: Mitten in der Coronakrise verschwand das Leopold-L aus dem Schriftzug des Hauses. Eine Ungeheuerlichkeit für die Mozartgemeinde, die seit gestern wieder normale Blutdruckwerte meldet. Seit gestern steht das L wieder an der richtigen Stelle. Mit der erneuten Öffnung des Mozart-Hauses am 11. Mai ist nun die Hoffnung verbunden, dass die Schrift hält. Denn was wäre zur Zeit tragischer als von einem Buchstaben erschlagen zu werden?

Welcher Sachverhalt dazu geführt hat, dass das L wochenlang aus der Schrift verschwand, die das berühmte Haus in der Frauentorstraße bezeichnet, ist auch in der Coronakrise eine interessante wie ungeklärte Nebensächlichkeit.

Wie es dazu kam, dass eine kulturelle Dachmarke über Wochen hinweg beschädigt vor sich hinglänzte, wäre sicher eine interessante Geschichte. Sie könnte nämlich ein wenig Auskunft darüber geben, wie es um unsere wunderbare Stadt bestellt ist, wenn es gilt, die Ikonographie ihrer Geschichte hochzuhalten. ——– Siegfried Zagler



Stadtrat: Pettinger schließt sich SPD/Linke an

Die Soziale Fraktion SPD/Linke erhält Zuwachs: Christian Pettinger (ÖDP) wird als Hospitant aufgenommen

Christian Pettinger

Mit dieser Personalie wächst die neue Fraktion erneut auf 11 Mitglieder an, nachdem Margarete Heinrich austrat. Allerdings hat Pettingers Anschluss keine Auswirkung auf die Anzahl der Ausschusssitze und erhöht auch die Mittelzuwendung für SPD/Linke-ÖDP nicht. Pettinger wird diese Gruppierung im Umweltausschuss vertreten. “Nachdem sich mit den anderen Einzelstadträten nichts ergeben hat, habe ich das Angebot gerne angenommen, zumal ich mich mit meiner Umweltausschuss-Erfahrung der vergangenen sechs Jahre professionell einbringen kann”, so Pettinger auf Anfrage.



CSU: Fraktionsvorsitz steht fest – Weitzel verzichtet auf Mandat und geht in die Verwaltung zurück

Am morgigen Donnerstag wählt die Stadtratsfraktion der Augsburger CSU ihren Fraktionsvorsitzenden

Leo Dietz

Nach dem taktischen Schachzug, Bernd Kränzle in das ehrenamtliche Bürgermeisteramt zu hieven, löste sich der Knoten, da Bernd Kränzle daraufhin auf den Fraktionsvorsitz verzichtete. Kränzle oder Dietz? So lautete wochenlang die ungelöste Frage, wer nach der Kommunalwahl die CSU-Fraktion führen solle.

Der Weg für Leo Dietz ist somit frei. Seine Wahl zum ersten Fraktionsvorsitzenden ist reine Formsache. Nicht ganz das Gleiche gilt unter Umständen für die vier Stellvertreter Peter Schwab, Ruth Hintersberger, Ralf Schönauer und Peter Uhl, da nach Informationen der DAZ bei der Abstimmung der Stellvertreterposten Musikwissenschaftler Benedikt Lika noch seinen Hut in den Ring werfen könnte. “Lika denkt noch nach”, hieß es. Abgestimmt wird bei der CSU dieses Mal per Akklamation.

In der 20-köpfigen Stadtratsfaktion der Augsburger CSU sind drei Nachrücker zu vermelden: Claudia Haselmeier rückte für Eva Weber nach, für Gerd Merkle konnte Rolf Rieblinger nachrücken, da Merkle auf das Bürgermeisteramt verzichtete. Da Thomas Weitzel sein Rückkehrrecht in die Verwaltung wahrnimmt, verzichtete er auf sein Stadtratsmandat. Für Weitzel rückt  Max Weinkamm nach.



Martina Wilds erster Arbeitstag – im Bildungsreferat

Der böse Einwurf von Stadträtin Beate Schabert-Zeidler bei der konstituierenden Sitzung des Augsburger Stadtrats am vergangenen Montag, dass Martina Wild außerhalb der Grünen noch nie gearbeitet habe, ist seit dem gestrigen Tag zwar immer noch böse, aber nicht mehr zutreffend. Als Nachfolgerin von Hermann Köhler bestellte Martina Wild an ihrem ersten Arbeitstag als Wahlbeamte auf Zeit alle Mitarbeiter des Referats zu einer ersten Besprechung und Vorstellungsrunde.

Martina Wild © DAZ

Die neue Bildungsreferentin erläuterte den Zuschnitt des Referats, zu dem erstmals auch der Bereich Migration gehört. Sie verwies auf den anstehenden Umzug des Bildungsreferats von der Gögginger Straße ins Verwaltungsgebäude in der Maximilianstraße und ging auf die bevorstehenden Herkules-Aufgaben wie die Schulsanierungen und Digitalisierung der Schulen ein, deren Dringlichkeit durch die Corona-Krise noch offensichtlicher wurde.

Martina Wild gab zu verstehen, dass sie auf das Expertenwissen und Engagement ihres Teams baue. Sie sei bereit, Bewährtes fortzuführen ohne dass hierbei Innovatives zu kurz komme. Nach dieser ersten Besprechung bekam die neue Referentin zu ihrem ersten Arbeitstag vom Team eine Schultüte überreicht. Gefüllt war die aus Schulentwicklungs-Moderationsplakaten gefertigte bzw. recycelte Schultüte mit Fair-Trade-Snacks aus dem Eine-Welt-Laden, einer grünen Schutzmaske, einem Tennisball sowie ermutigenden Slogans und Wünschen für die passionierte Tennisspielerin, neue Bildungsreferentin und 2. Bürgermeisterin.