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FCA verliert in Berlin

Der FCA hat zum Abschluss der Englischen Woche in Berlin bei Hertha BSC mit 0:2 verloren. Nach einer Halbzeit zeigte der FCA im zweiten Durchgang eine bessere Leistung, ohne sich dafür mit einem Treffer zu belohnen.

Drei Tage nach dem Remis gegen Paderborn setzte Trainer Heiko Herrlich die Rotationsmaschine in Gang und schickte eine Startelf mit sechs veränderten Positionen aufs Feld: Stephan Lichtsteiner, Marek Suchý, Iago, Carlos Gruezo, Sarenren Bazee und Sergio Córdova spielten für Raphael Framberger, Tin Jedvaj, Daniel Baier, Marco Richter und Florian Niederlechner (alle Bank) sowie Philipp Max, der an einer Verletzung laboriert.

Nach einem starken Beginn mit hohem wie intensivem Pressing hielt die Hertha von Minute zu Minute das Heft fester in der Hand, bis sich ein dergestalt deutliches Übergewicht an Berliner Ballbesitz abzeichnete, dass man – hätte man es nicht besser gewusst – der Meinung aufsitzen konnte, der FCA spielt gegen einen hochklassigen Gegner. So kam, was kommen musste: Der FCA bekam den Ball nicht aus dem eigenen Strafraum, die Kugel fiel Javairo Dilrosun vor die Füße. Der Holländer verarbeitete den Ball technisch sauber und netzte aus kurzer Distanz zum 1:0 für die Hertha ein (23.).

Die Berliner blieben weiterhin am Drücker, was auch damit zu tun hatte, dass die umgewürfelte FCA-Truppe nach vorne einen Fehlpass nach dem anderen produzierte und nicht im Ansatz für Entlastung sorgen konnte. Die Augsburger hatten Glück, dass Dodi Lukebakio einen Kopfball knapp über den Querbalken (32.) zog, und der erneut überzeugende Luthe zweimal stark gegen Vedad Ibisevic (36./38.) reagierte. Und beim FCA grüßt das Murmeltier bei jedem Spieltag: Tausend gefühlte ungenaue Pässe nach vorne, niemand weit und breit, der einen Ball festmachen kann oder das Leder präzise in den Strafraum hineinarbeitet.

Herrlich reagierte und brachte mit Richter für den wirkungslos in der Luft hängenden Löwen und Niederlechner für Cordova, der nicht im Spiel war. Und siehe, es wurde Licht: Als Sarenren Bazee den Ausgleich auf dem Fuß hatte, aus kurzer Distanz aber an Rune Jarstein scheiterte (47.), begann beim FCA etwas, das man mit “Fußball nach vorne” bezeichnen darf. Der FCA kam nun über die Flügel vornehmlich mit dem pfeilschnellen Sarenren Bazee. Und es sollten sich Torchancen ergeben: Niederlechner setzte einen Kopfball aus wenigen Metern aber am kurzen Pfosten vorbei (59.).

Doch langsam verpuffte die neue Offensivkraft und die Berliner fanden wieder zurück ins Spiel. Der FCA blieb zwar weiter dominant, ohne jedoch Torchancen zu generieren – bis zur Schlussphase. Erst verfehlte ein abgefälschter Versuch von Georg Teigl knapp das Tor (86.), kurz darauf klatschte ein Distanzschuss von Richter gegen den Querbalken (89.).

Herthas Krzysztof Piatek schloss in den Schlusssekunden erfolgreich einen Herthaner Konter ab: 2:0 für Berlin. Ein aus FCA-Sicht frustrierendes Ergebnis, das auch damit zu tun hat, dass das Rotationsexperiment von FCA-Trainer Herrlich nicht aufging.

Am kommenden Sonntag, 7. Juni, (18.00 Uhr) empfängt der FCA den 1. FC Köln.

FCA: Andreas Luthe; – Stephan Lichtsteiner; Marek Suchý; Amaral Borduchi Iago; Felix Uduokhai; – Rani Khedira; Ruben Vargas; Noah Sarenren Bazee; Carlos Gruezo; Eduard Löwen; – Sergio Córdova;

Eingewechselt: Raphael Framberger (74.); Georg Teigl (81.); Marco Richter (46.); Florian Niederlechner (46.); Daniel Baier (62.);

Ausgewechselt: Stephan Lichtsteiner (74.); Rani Khedira (62.); Noah Sarenren Bazee (81.); Eduard Löwen (46.); Sergio Córdova (46.); –

Auswechselbank: Tomáš Koubek (TW); Jozo Stanić; Tin Jedvaj; Reece Oxford;

Tore :

0:1 Javairo Dilrosun (23.)
0:2 Krzysztof Piatek (93.)

#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bayern MünchenFC Bayern29214486:285867
2Borussia DortmundDortmund29177574:344058
3Bor. MönchengladbachM'gladbach29175757:352256
4Bayer LeverkusenLeverkusen29175754:361856
5RB LeipzigRB Leipzig281510370:294155
6VfL WolfsburgWolfsburg29119941:36542
71899 HoffenheimHoffenheim291261140:48-842
8SC FreiburgSC Freiburg291081138:41-338
9Hertha BSCHertha BSC291081143:50-738
10FC Schalke 04Schalke 04299101034:46-1237
111. FC Köln1.FC Köln281041444:52-834
12Eintracht FrankfurtFrankfurt28951446:53-732
13FC AugsburgAugsburg29871440:56-1631
141. FC Union BerlinUnion Berlin29941634:52-1831
151. FSV Mainz 05Mainz 0529841737:62-2528
16Fortuna DüsseldorfDüsseldorf29691431:58-2727
17Werder BremenSV Werder28671530:59-2925
18SC Paderborn 07Paderborn29481731:55-2420


Meinung

Kommentar zur Gewalttat am Königsplatz: Die Augsburger Staatsanwaltschaft hat sich selbst überführt

Der Gewaltakt am Königsplatz ist ein Verbrechen und bleibt ein Verbrechen. Daran ändert die Herabstufung der Anklage von Totschlag auf Körperverletzung mit Todesfolge nichts. Dass dieser Fall dennoch ein “merkwürdiges Verbrechen” bleibt, ist auch der Augsburger Staatsanwaltschaft geschuldet. 

Kommentar von Siegfried Zagler

© DAZ

Als in den späten Abendstunden des 6. Dezember ein erwachsener knapp 50-jähriger Mann von einem 17-jährigen Jugendlichen mit einem einzigen Schlag niedergestreckt wurde, konnte niemand ahnen, dass dieser Vorgang eine offensichtlich tief verankerte Befangenheit der Augsburger Staatsanwaltschaft freilegen sollte. Eine Befangenheit, die den Blick auf einfache Sachverhalte vernebelt. Eine Befangenheit, die von der öffentlichen Betroffenheit bezüglich des tragischen Unglücks und der öffentlichen Hetze gegen die vermeintlichen Straftäter geleitet wird, statt von einem klaren Blick auf das Geschehen und der damit verbundenen Gesetzeslage.

Das Opfer, Roland S. – von Beruf Feuerwehrmann – verstarb an den Folgen des Schlages, sein Freund wurde von allen angeklagten jungen Männern offensichtlich verprügelt. Diese Vorgänge wurden von Kameras aufgezeichnet. Gegen zwei junge Gewalttäter ist nun von der Staatsanwaltschaft Augsburg Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung erhoben worden, gegen den 17-jährigen Jugendlichen ist Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge erhoben worden.

Gegen die anderen vier jungen Männer der 7-köpfigen Gruppe wurde keine Anklage erhoben. Wenn man von den fast drei Monaten Untersuchungshaft absieht, kommen sie unbeschuldigt, also “clear” aus dem Verfahren heraus – im juristischen Sinn. Doch erst der Gang zum Bundesverfassungsgericht und dessen Spruch, dass es jeweils den dringenden Tatverdacht in Hinblick auf Beihilfe zu einem Totschlag oder Körperverletzung mit Todesfolge für sie nicht gibt, dürfte dazu geführt haben. Sechs der 7-köpfigen Gruppe saßen demnach zu unrecht im Gefängnis und säßen wohl heute noch dort, hätte der Anwalt eines Verdächtigen nicht am ganz großen Rad gedreht.

“Allen drei Angeschuldigten (jetzt 17, 18 und 20 Jahre alt) wird vorgeworfen, nach einer unmittelbar nach diesem Geschehen folgenden Schubserei zwischen dem 50-jährigen Begleiter des Getöteten und einem weiteren 19-jährigen Heranwachsenden aus der Gruppe, den Geschädigten derart geschlagen und getreten zu haben, dass dieser unter anderem einen Jochbeinbruch erlitt.” So heißt es nun in der aktuellen Pressemitteilung der Oberstaatsanwaltschaft.

Vergessen wir nicht, dass gegen den mutmaßlichen Haupttäter wegen des Vorwurfs des Totschlags ermittelt wurde und gegen die anderen sechs wegen Beihilfe zum Totschlag. Somit wurden die Inhaftierungen gerechtfertigt. Beim Totschlag gehen die Ankläger davon aus, dass der Tod des Opfers gewollt oder in Kauf genommen wurde. Dies wurde trotz Videoaufnahmen von der Augsburger Staatsanwaltschaft angenommen. Davon ist nichts mehr übrig geblieben. Die beunruhigende Frage lautet also, warum sich die hiesige Staatsanwaltschaft von der Tatvermutung “Totschlag” leiten ließ. Ist der Tod gewollt oder “gebilligt”, ist Totschlag gegeben, ist er eine unbeabsichtigte Folge einer Körperverletzung, ist “Körperverletzung mit Todesfolge” gegeben. Das macht nicht nur einen großen Unterschied im Strafmaß aus, sondern auch Welten hinsichtlich der Relevanz der Schuld.

Wir erinnern uns schmerzlich an den tragischen Gewaltakt und halten fest, dass es sich, wie Thomas Fischer, ehemaliger Vorsitzender des Bundesgerichtshofs (aktuell Justiz-Kommentator des Spiegels) in einem Kommentar zu diesem Fall ausführt, um ein “merkwürdiges Verbrechen” handelt. Um ein Verbrechen also, von dem wir lernen können, nicht wegen der Tat, sondern wegen des Verfahrens und dessen Behandlung in der Öffentlichkeit. “Die öffentliche Behandlung dieses Geschehens wirft ein grelles Schlaglicht auf den Zustand der Gesellschaft”, so Fischer, der in seinem großartigen Kommentar eine Art semantische Forensik betreibt, und dabei hervorhebt, dass die Berichterstattung den Eindruck vermittelt, der Beruf des Opfers würde eine Bedeutung für die Schwere der Tat gehabt haben.

Die Feuerwehr hat ihren Korpsgeist demonstriert, als sie in Uniform in einer Hunderschaft am Tatort trauerte. Augsburgs damaliger OB, selbst einmal bei der Freiwilligen Feuerwehr, sagte, er habe einen Kameraden verloren. Dass “in Augsburg ein friedfertiger Bürger totgeschlagen wurde, schlichtweg totgeschlagen wurde. So etwas wühlt mich auf”, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) wörtlich im BR. Ministerpräsident Söder gab sein Statement ab, die Tagesschau berichtete darüber und zeigte Ausschnitte aus der nicht weniger merkwürdigen Pressekonferenz des “Blaulichtsektors”. In Tatortnähe wurden Passanten interviewt und nach dem Grad ihrer Betroffenheit gefragt. Die lokale AfD legte mit großem Aufwand und öffentlicher Beachtung ein Gebinde am Tatort ab.

Nahezu jeder, der sich kurz nach der Tat zu diesem Fall öffentlich äußerte, bediente, ob gewollt oder ungewollt, das archaische “Gut-Böse-Muster”. Die Staatsanwaltschaft, die Kripo, die Polizei, die Politik, die Feuerwehr und natürlich nicht wenige Medien: Hier der tadellose Feuerwehrmann, der sein Leben für Lebensrettung und Brandbekämpfung einsetzt, dort die kriminellen Schläger mit muslimischen Vornamen. Das sind vorurteilsbehaftete Klischees, die zu rassistischen Weltanschauungen führen, die in einer freien und offenen Gesellschaft nichts verloren haben. Politisch motivierte Sippenhaft und willkürliche Beschuldigungen (“Beihilfe zum Totschlag”) sind mittelalterliche Methoden des “Blaulichtsektors”, die mit Wahrheitsfindung nichts zu tun haben.

Der Gewaltakt am Königsplatz zeigt in seiner gesellschaftlichen Verarbeitung, dass die bundesrepublikanische Gesellschaft bereits vor dem Auftauchen der gegen den Staat hetzenden “Covididioten” (FAZ), außer Rand und Band war. Die Augsburger Staatsanwaltschaft hat diesem unerträglichen Szenario nicht entgegengewirkt, sondern es eher befördert. Auf der Strecke blieben dabei die Tatopfer, aber auch die Beschuldigten. Das deutsche Rechtssystem hat diese beschämende Wirklichkeitskonstruktion noch vor der Eröffnung des Hauptverfahrens repariert.

Die Augsburger Staatsanwaltschaft gibt als Tatvermutung nicht mehr Totschlag, sondern gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge an. Sie hat sich quasi selbst überführt. Dass dafür wohl auch der Spruch des Bundesverfassungsgerichts nötig war, wirft ein schlechtes Licht auf die hiesige Staatsanwaltschaft, die das allgemeine Vertrauen in den Staat nicht zum ersten Mal geschwächt hat.

 



Hygieneregeln und Gesundheit

Nach dem Maxstraßen-Desaster: Stadt unternimmt Charmeoffensive und bietet Gastronomie Unterstützung an

Nach dem ordnungspolitischen Desaster der vergangenen Woche auf der Maximilianstraße, wo sich am Herkulesbrunnen und in der Umgebung zahlreiche Nachtschwärmer nicht an die Hygieneregeln der aktuellen Infektionsschutzverordnung hielten, sucht die Stadt den Dialog mit der Gastronomie.

Mit „Abstandsbotschaftern“ appelliert die Stadt an die Vernunft der Stadtgesellschaft, die Maßgaben zum Infektionsschutz einzuhalten. Bildnachweis: Ruth Plössel, Stadt Augsburg

Vor dem Hintergrund der Vorfälle in der Maxstraße erklärte Oberbürgermeisterin Eva Weber, dass “die allermeisten Wirte und Gäste sich vorbildlich verhalten und verantwortungsvoll mit den schrittweisen Lockerungen vom Infektionsschutzgesetz umgehen.” Gleichzeitig gelte aber noch immer der K-Fall, der vom Freistaat ausgerufen wurde. – “In dieser Bandbreite geht es darum, die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen zu wahren – eine schwierige Gratwanderung.”

“Verantwortungsvoll mit den wiedergewonnenen Freiheiten umgehen”. Auf dieser Basis möchte die Stadt zusammen mit der Gastronomie die Auswirkungen der Corona-Krise bewältigen. Oberbürgermeisterin Eva Weber hatte etwa 20 Vertreter aus der Gastro-Szene sowie von Polizei, Behörden und Verbänden zu einem Hearing ins Rathaus eingeladen, um deutlich zu signalisieren: „Wir stehen an Eurer Seite und sind verlässliche Ansprechpartner.“

Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen

Wie Ordnungsreferent Frank Pintsch erläuterte, gehe Augsburg den Weg des „kulanten Vollzugs“. Dieser zeige zunächst die Einhaltung der Hygieneregeln auf: Mundschutz, Abstand halten, Hände-Desinfektion. Darauf sollen auch die charmanten „Abstandsbotschafter“ sowie Hinweis-Stelen aufmerksam machen, mit denen die Stadt an die Öffentlichkeit appelliert, sich unbedingt an diese Maßgaben zu halten. In einem mehrstufigen gemeinsamen Konzept wirken der städtische Ordnungsdienst und Polizei ebenfalls auf die Einhaltung der Hygieneregeln hin. Bei Verstößen gibt es eine „klare Ansage“ des uniformierten Ordnungsdienstes. In einer nächsten Stufe schließlich wird die Polizei gerufen.

Erlass und Rückerstattung von Gebühren

Im „Corona“-Jahr erlässt die Stadt den Gastronomiebetrieben die Straßensondernutzungsgebühr und erstattet bereits entrichtete Gebühren zurück. Auch Möglichkeiten, etwa Straßenräume für gastronomische Zwecke zu nutzen, werden in nächster Zeit von der Stadt geprüft. Die Stadt erwartet dafür aber auch Gegenleistungen: „Sie müssen von Ihrem Hausrecht als Wirte Gebrauch machen und auf Ihre Gäste entsprechend den Maßgaben des Infektionsschutzgesetzes einwirken – auch wenn sich Ihre Gäste auf öffentlichem Grund und Boden befinden“, appellierte Ordnungsreferent Frank Pintsch an die Vertreter und Vertreterinnen der Gastronomiebetriebe.

Frage nach der Perspektive

Diese wiederum erwarten von der Stadt Perspektiven für die nächste Zeit „nach Corona“. Oberbürgermeisterin Eva Weber machte deutlich, dass nicht nur Gastronomiebetriebe, sondern auch viele kleine Einzelhandelsbetriebe schmerzlich von den Auswirkungen der Pandemie getroffen werden. „Normalität werden wir erst wieder haben, wenn es einen Impfstoff gibt. Augsburg hat heute ein vergleichsweise überschaubares Infektionsgeschehen. Das liegt auch daran, dass sich viele an die Auflagen gehalten haben. Bitte helfen Sie mit, dass wir die schrittweisen neuen Freiheiten gut umsetzen. Das geht nur mit Vernunft. Durch diese Krise müssen wir gemeinsam durch“, so OB Eva Weber.

 



Coronavirus in Augsburg: 399 Fälle bestätigt

Das Gesundheitsamt der Stadt Augsburg verzeichnet einen neuen COVID-19-Fall.

Insgesamt wurden bisher 399 in Augsburg wohnhafte Personen positiv auf das Coronavirus getestet. 371 von 399 Personen sind genesen. In den vergangenen sieben Tagen wurden sieben Neuinfektionen gemeldet. Das entspricht 2,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Die nächste Fallmeldung folgt voraussichtlich am Dienstag, 2. Juni.

Insgesamt wurden in Deutschland 180.458 laborbestätigte COVID-19-Fälle an das RKI übermittelt, darunter 8.450 Todesfälle in Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen.

Bezogen auf die Einwohnerzahl (Fälle pro 100.000 Einwohner) wurden die höchsten Inzidenzen aus Bayern (358), Baden-Württemberg (311), Hamburg (276) und dem Saarland (274) übermittelt.Die meisten COVID-19-Fälle (67%) sind zwischen 15 und 59 Jahre alt. Insgesamt sind Frauen (52%) und Männer (48%) annähernd gleich häufig betroffen. Unter den Todesfällen sind jedoch etwas mehr Männer (55%) als Frauen (45%) betroffen. 86% der Todesfälle und 19% aller Fälle sind 70 Jahre oder älter. COVID-19-bedingte Ausbrüche in Alters- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern werden weiterhin berichtet. In verschiedenen Bundesländern gibt es COVID-19-Ausbrüche (u.a. in Einrichtungen für Asylbewerber und Geflüchtete, im Zusammenhang mit einer religiösen Veranstaltung oder in fleischverarbeitenden Betrieben).



Corona-Krise in Augsburg: Fraktion Bürgerliche Mitte will kleine Fahrgeschäfte und Essbuden aufstellen lassen

Die Fraktion Bürgerliche Mitte Freie Wähler, FDP, Pro Augsburg hat den Prüfantrag gestellt, ob es möglich sei Fahrgeschäfte und Buden in der Stadt und den Stadtteilen temporär zu genehmigen

Die Verwaltung soll prüfen, ob und in welcher Form es möglich ist, in der Innenstadt, aber auch in den Stadtteilen, kleiner Fahrgeschäfte (Kinderkarussell, Schiffschaukel, etc.) und Buden (Würstle, Süßigkeiten etc.) für einen bestimmten Zeitraum aufzustellen. “Aufgrund der aktuell schwierigen Situation für die Schausteller wäre es eine Möglichkeit, diese wenigstens etwas zu unterstützen und dabei die Innenstadt und die Stadtteile zu beleben. Es würde sich auch gut in das Marketingkonzept der Stadt „Urlaub daheim“einfügen”, wie es in dem Antrag heißt.



Corona-Krise: IHK Schwaben schlägt Alarm

Die Corona-Krise lässt den IHK-Konjunkturindex für Bayerisch-Schwaben so stark fallen wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr

Marc Lucassen und Andreas-Kopton (v.l.) präsentieren die IHK-Konjunkturumfrage – Bildquelle: IHK Schwaben

Dreimal jährlich befragt die IHK Schwaben – im Netzwerk der bayerischen und deutschen Industrie- und Handelskammern – ihre Mitgliedsunternehmen zur aktuellen Lage und den künftigen Erwartungen. Von Anfang bis Mitte Mai hat eine über 1.000 Unternehmen umfassenden Stichprobe aus Produktion, Handel und Dienstleistungen die Fragen der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage beantwortet. Neben der wirtschaftlichen Lage standen dabei ebenfalls die Auswirkungen der Corona-Krise im Vordergrund. Der IHK-Konjunkturindex ist seit dem letzten Herbst um 34 auf nunmehr 84 Punkte gefallen.

„Die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen fürs kommende Jahr sind im Keller. Und das mit Ausnahme der Bauwirtschaft quer über alle Branchen hinweg“, so kommentiert Dr. Marc Lucassen, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben die IHK-Konjunkturumfrage. Die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns hätten tiefrote Zahlen in den Kassen der IHK-Mitgliedsunternehmen hinterlassen. Man stünde nun vor der riesigen Herausforderung die Stimmung wieder zu drehen, sagt dazu IHK-Präsident Dr. Andreas Kopton.

Konjunkturindex im freien Fall

Im Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2019 lag der IHK-Konjunkturindex bei 127 Punkten. Bereits im letzten Jahr bewegte sich dieser Index aus Geschäftslage und Erwartungen nach unten. Im Herbst 2019 auf 118 Punkte. „Während im letzten Jahr fast ausschließlich die Industrie mit Umsatzrückgängen zu kämpfen hatte, haben die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise nun die gesamte regionale Wirtschaft erfasst. Nur im Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise war der IHK-Konjunkturindex niedriger als heute“, kommentiert Dr. Lucassen den aktuellen Wert von 84 Punkten.

Die schlechte Auftragslage macht der Wirtschaft zu schaffen

Vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland waren es unterbrochene Lieferketten, die hauptsächlich die exportorientierte und global vernetzte Industrie belasteten. Doch spätestens seit Inkrafttreten der bayerischen Ausgangsbeschränkungen, verbunden mit Geschäftsschließungen, ist der Nachfragerückgang zu einem branchenübergreifenden Problem geworden. Dr. Lucassen: „Knapp die Hälfte unserer Mitgliedsunternehmen berichtet uns von wegbrechendem Neugeschäft und von stornierten Altaufträgen. Hinzu kommt, dass ganze Absatzwege unterbrochen sind, weil beispielsweise Kunden selbst nicht mehr produzieren und die Grenzen für Güter und Menschen geschlossen sind.“

Umsätze sinken, die Auslastung fehlt und das Geld wird knapp

63 Prozent der Unternehmen erwarten im Vorjahresvergleich einen geringeren Umsatz. Sieben von 100 sogar in einem Umfang von über 50 Prozent. „Das Geld fehlt in der Kasse um Rechnungen und Gehälter zu bezahlen. Die Corona-Soforthilfe oder das Kurzarbeitergeld helfen zwar die eigenen Kosten zu senken, doch nur kurzfristig und teilweise“, stellt Dr. Lucassen beispielsweise mit Blick auf die besonders betroffene Tourismus- und Gastronomiebranche fest. Die Folge ist, dass dort neun von zehn Betrieben mit künftig weniger Personal planen müssen. Und auch über die ganze Wirtschaft hinweg plant fast jedes zweite Unternehmen mit verringerten Personalkapazitäten.

Der Re-Start muss schnell gelingen

Bislang wurden in Bayerisch-Schwaben 267 Millionen Euro Corona-Soforthilfe ausbezahlt. Fast 17.000 Unternehmen haben für insgesamt 240.000 Beschäftigte Kurzarbeit bei einer der drei regionalen Arbeitsagenturen beantragt. Dr. Kopton: „Uns muss klar sein, dass diese richtigen Maßnahmen nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein können. Und ebenfalls klar ist, dass die regionale Wirtschaft einen zweiten Lockdown nicht überstehen kann. Daher brauchen wir jetzt ein Paket zukunftsorientierter und branchenübergreifender Maßnahmen, die der Stimmung der Kunden und der Wirtschaft wieder auf die Beine helfen. An erster Stelle steht für die Unternehmen dabei ein zeitgemäßes Steuerrecht, beginnend von international wettbewerbsfähigen Steuersätzen über die Abschreibung getätigter Investitionen bis hin zur Verrechnung des aktuellen Verlustes mit den Gewinnen der Vorjahre. In diesem Zusammenhang wünschen sich die Unternehmen auch bezahlbare Strompreise sowie Investitionen des Staates, beispielsweise in die digitale Infrastruktur oder die praxisnahe Aus- und Weiterbildung.

Dr. Kopton abschließend: „Angesichts dieser Zahlen ist es nicht einfach, positiv in die Zukunft zu blicken. Der globale Lockdown hat uns in die wirtschaftliche Krise geführt, er muss nun auch der Startpunkt für ein neues Jahrzehnt wirtschaftlichen Wachstums sein. Unternehmertum ist die Mischung aus Know-how, guten Ideen und Vertrauen in die Zukunft. Dieses Vertrauen müssen wir wiedergewinnen und die richtigen Weichenstellungen des Staates einfordern. Die Unternehmen haben in der Krise Verantwortung übernommen und aus der Krise gelernt. Nun ist es an der Politik mutige Reformen zu beschließen und Augenmaß bei den Ausgaben zu beweisen.“



Bundesliga: Überragender Luthe ermöglicht FCA gegen SCP ein Unentschieden

Der FCA erarbeitet sich ein 0:0 gegen Paderborn. Eine Partie, die nicht viel an spielerischer Klasse zu bieten hatte, aber dafür ein korrektes Ergebnis, denn unterm Strich zeigten beide Mannschaften zu wenig nach vorne, um einen Sieg verdient zu haben.

Von Siegfried Zagler 

Nach dem 3:0-Sieg gegen Schalke veränderte FCA-Trainer Herrlich seine Startelf auf einer Position: Daniel Baier spielte von Beginn an; der gegen Schalke so überzeugende Carlos Gruezo fand sich auf der Bank wieder, wo sich auch Jeff Gouweleeuw wieder gedulden musste. Möglicherweise muss man einen Trainerschein besitzen, um diese beide Personalien bezüglich der Startelf zu verstehen.

Der FCA stand wie gegen Schalke hoch, störte früh, ohne dabei in einen kontrollierten Ballbesitz zu kommen. Bis auf einen Freistoß von Eduard Löwen, der knapp über die Querlatte zischte (7.), kamen die Augsburger in der ersten halben Stunde zu keiner Torsituation. Ganz anders die Paderborner, die ein Umschaltspiel im Gegensatz zum FCA auch mit Tempo vortragen konnten: Streli Mamba kommt, sehr schön freigespielt vor dem leeren Tor, nicht richtig an den scharfen Diagonalpass und vergibt so eine Superchance (12.). Paderborn bestimmte nach der Anfangsphase das Geschehen und Luthe musste einen gefährlichen Schuss von Gerrit Holtmann parieren (22.), auf der Gegenseite prüfte Baier SCP-Schlussmann Leopold Zingerle aus der Distanz (25.).

Beide Mannschaften zeigten Einsatz und Laufbereitschaft, waren aber insgesamt im Aufbau zu unpräzise, um weitere Torchancen zu generieren. Ein Kopfball von Ruben Vargas, der nach einem Freistoß knapp über das Gestänge flog, war noch ein vielversprechender Abschluss der Augsburger (34.). Danach folgten elf Minuten Leerlauf. Nach dem Pausentee sollten bessere 45 Minuten folgen.

Mit Abstand der beste Augsburger: Andreas Luthe © Siegfried Kerpf

Nachdem ein Kopfball von Rani Khedira knapp am langen Pfosten vorbeigesegelt war (53.), sorgte Ruben Vargas für Gefahr. Zunächst verpasste der Schweizer eine Hereingabe von Florian Niederlechner wegen falscher Schrittfolge grausam knapp (54.), dann hatte der FCA eine schwierige Situation zu überstehen, als Holtmann im Strafraum frei zum Abschluss kam, aber lediglich den Außenpfosten traf (61.). Hätte Holtmanns Schuss gepasst, hätte ihn wohl der überragende Andreas Luthe erreicht. Dann folgte Luthes stärkste Szene seit er beim FCA ist: Nach einem Luthe-Abstoß gewinnt Paderborns Kopfballungeheuer Gjasula das Luftduell, dann folgt ein blinder Heber zu Paderborns Sven Michel, der frei auf Luthe zulaufen kann, weil sich Raphael Framberger und Tin Jedvaj einem Sekundenschlaf hingeben, doch Luthe verkürzt zunächst mit klasse getimtem Herauslaufen den Winkel und pariert den Schuss aus kurzer Distanz mit einem fantastischen Reflex (70.). Weltklasse!

Da Paderborn in dieser Phase des Spiels die bessere Mannschaft war, hätte sich der Tabellenletzte nach einer Führung im Schlussabschnitt darauf kaprizieren können, worin sie richtig stark sind: Hinten dichtmachen und über die pfeilschnellen Offensivspieler nach vorne Konter fahren. Die wackeren Bundesliga-Outlaws müssen bekanntlich wegen ihrer Tabellensituation in jedem Spiel auf Sieg spielen.

In der Schlussphase zeigt der FCA wieder starken Siegeswillen und reißt das Geschehen an sich. Erst scheitert nach einem krassen Stellungsfehler von Paderborns Jamilu Collins Sarenren Bazee aus kurzer Distanz an einem Reflex von Zingerle. (88.). Sechzig Sekunden später zieht ein Distanzschuss von Gruezo knapp am Kasten vorbei (89.). In der Nachspielzeit hält Fußball-Augsburg den Atem an: Luthe eilt rechtzeitig aus dem Kasten, um sich einen weiten Ball zu schnappen und wird im Sprung von Mitspieler Uduokhai gerammt. Daraufhin dreht sich Luthe in der Luft und fällt senkrecht mit dem Kopf voran auf Schulter und Kopf. Glücklicherweise kann Augsburgs neue Nummer eins nach kurzer Behandlung unverletzt weitermachen.

Wie gesagt, stand am Ende mit dem torlosen Remis ein korrektes Ergebnis auf der Anzeigentafel der leeren WWK Arena. Ähnlich sahen es auch beide Trainer:

„Es war ein Spiel, das beide Mannschaften gewinnen wollten. Wir haben uns lange schwergetan, vor allem gegen Ende des Spiels hatten wir jedoch nochmals einige Chancen, um die Partie zu entscheiden. Das Spiel hätte auch 2:2 oder 3:3 ausgehen können. Es bleibt weiter harte Arbeit, die Klasse zu halten, aber den Punkt nehmen wir mit. An der Passsicherheit werden wir weiter arbeiten, da müssen wir noch präziser werden.“ So Heiko Herrlich, der weniger unter Siegzwang steht als Paderborns Übungsleiter Steffen Baumgart: „Es war ein sehr intensives Spiel von beiden Mannschaften, wir hatten Möglichkeiten, das Spiel zu entscheiden. Wir haben unsere richtig guten Chancen aber nicht genutzt. Es ist ärgerlich für uns, dass wir mit dem 0:0 nach Hause fahren, aber damit müssen wir leben. Es war mehr drin für uns, wir haben ein gutes Spiel gemacht. Wir haben uns am Ende aber nicht belohnt.“

Für die Ostwestfalen, die in jedem Spiel gegen jeden Gegner alles geben und dabei stets gut aussehen, ein Ergebnis, das weder zum Sterben noch zum Leben reicht. Und für die Augsburger seit einer gefühlten Ewigkeit die zweite Partie in Folge ohne Gegentor. Ein Umstand, der zuvorderst Andreas Luthe geschuldet ist, der mit seinen großartigen Leistungen in den beiden letzten Partien diejenigen beschämt, die dafür Verantwortung tragen, dass Augsburgs historischer Superfehleinkauf 23-mal den Vorzug bekam.

Am Samstag, 30. Mai, (15.30 Uhr) ist der FCA zum Abschluss der Englischen Woche bei Hertha BSC zu Gast.

FCA: Andreas Luthe; – Tin Jedvaj; Felix Uduokhai; Philipp Max; Raphael Framberger; – Rani Khedira; Daniel Baier; Ruben Vargas; Marco Richter; Eduard Löwen; – Florian Niederlechner;

Eingewechselt: Stephan Lichtsteiner (82.); Jeffrey Gouweleeuw (75.); Noah Sarenren Bazee (67.); Carlos Gruezo (67.); Sergio Córdova (75.); –

Ausgewechselt: Tin Jedvaj (75.); Philipp Max (82.); Daniel Baier (67.); Marco Richter (67.); Eduard Löwen (75.); –

Auswechselbank: Tomáš Koubek (TW); Reece Oxford; Georg Teigl; Marek Suchý.

#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bayern MünchenFC Bayern28204481:285364
2Borussia DortmundDortmund28176574:344057
3RB LeipzigRB Leipzig281510370:294155
4Bor. MönchengladbachM'gladbach28165753:341953
5Bayer LeverkusenLeverkusen28165753:361753
6VfL WolfsburgWolfsburg28119840:34642
71899 HoffenheimHoffenheim281161139:48-939
8SC FreiburgSC Freiburg281081038:40-238
9FC Schalke 04Schalke 0428910934:45-1137
10Hertha BSCHertha BSC28981141:50-935
111. FC Köln1.FC Köln281041444:52-834
12FC AugsburgAugsburg28871340:54-1431
131. FC Union BerlinUnion Berlin28941533:48-1531
14Eintracht FrankfurtFrankfurt27851444:52-829
151. FSV Mainz 05Mainz 0528841637:61-2428
16Fortuna DüsseldorfDüsseldorf28691331:53-2227
17Werder BremenSV Werder27571529:59-3022
18SC Paderborn 07Paderborn28471731:55-2419


Corona-Krise: SPD/DIE LINKE-die soziale Fraktion fordert Freizeitangebote in der ganzen Stadt

Die soziale Fraktion will für die Augsburger, die heuer nicht in den Urlaub fahren, den Sommer in der Stadt “wunderbar” machen, indem Schausteller mit Buden, Fahrgeschäften und Aktionen sich im gesamten Stadtgebiet präsentieren können. Zudem soll es insbesondere auch kostenlose Angebote für Familien, Senior*innen und Jugendliche geben.

Fraktionsvorsitzender Dr. Florian Freund: „Der Augsburger Plärrer, die Dult und andere Volksfeste konnten bzw. können ggf. wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Das trifft nicht nur die Schausteller*innen hart, sondern auch der Augsburger Bevölkerung geht dadurch ein Stück Lebensfreude verloren. Dieses Jahr werden auch viele Augsburgerinnen und Augsburger ihren Urlaub in ihrer Stadt verbringen. Deshalb muss die Stadt Möglichkeiten schaffen, natürlich unter Einhaltung der aktuellen Sicherheits-und Hygiene- und Abstandregelungen, dass es für die Augsburger Bevölkerung ein wunderbarer Sommer in ihrer Stadt wird.“

„Wir wünschen uns eine Vielfalt an Angeboten, damit alle Menschen in der Stadt angesprochen werden. Dabei soll insbesondere auch an Familien, Senior*innen und Jugendliche gedacht werden – und an Menschen mit geringem Einkommen. Außerdem ist mir wichtig, dass die geforderten Angebote in ganz Augsburg stattfinden und der öffentliche Raum dafür über alle Stadtviertel hinweg fair verteilt wird“, so Dirk Wurm.

 



Coronavirus in Augsburg: 397 Fälle bestätigt

Das Gesundheitsamt der Stadt Augsburg verzeichnet zwei neue COVID-19-Fälle.

Insgesamt wurden bisher 397 in Augsburg wohnhafte Personen positiv auf das Coronavirus getestet. 371 von 397 Personen sind genesen. In den vergangenen sieben Tagen wurden sechs Neuinfektionen im Stadtgebiet gemeldet. Das entspricht zwei Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.



Neue Stadtregierung verortet Kresslesmühle beim Kulturamt

Umstrukturierungen in der Augsburger Stadtverwaltung betreffen auch die Kresslesmühle, die künftig im Kulturamt verankert ist

Kresslesmühle © DAZ

Im Rahmen der Umstrukturierungen der Stadtverwaltung nach der Kommunalwahl wird die Kresslesmühle ab Juni als Liegenschaft dem Kulturamt zugeordnet. In dessen Verantwortung steht künftig auch die kulturelle Ausrichtung des Veranstaltungsprogrammes. Das Büro für gesellschaftliche Integration (ehemals Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt), das neu dem Referat für Bildung und Migration zugeordnet wurde, bleibt für das Bildungs- und Beratungszentrum im ersten Stock der Kresslesmühle zuständig.

Gemeinsame Ausrichtung und Außenwirkung

Martina Wild, Bürgermeisterin und Referentin für Bildung und Migration, unterstreicht die Vorteile des Schritts: „Die Umstrukturierung ermöglicht es dem Büro für gesellschaftliche Integration, sich stärker den Fragen der gesamtgesellschaftlichen Integration zu widmen.“

Das Referat für Bildung und Migration sowie das Kulturreferat, dem das Kulturamt zugeordnet ist, arbeiten künftig eng zusammen, um der Kresslesmühle eine gemeinsame Ausrichtung und Außenwirkung zu geben. Neben dem Kulturhaus Abraxas sowie dem Bildungs- und Begegnungszentrum Zeughaus leitet das Kulturamt damit zukünftig noch eine weitere Kultureinrichtung der Stadt. Dadurch könnten sich im Normalbetrieb bei der Bespielung der beiden Bühnen interessante Wechselwirkungen ergeben.

Mehrfach ausgezeichnetes Haus mit Tradition

Die traditionsreiche und mehrfach ausgezeichnete Kresslesmühle war seit August 2015 dem Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt zugeordnet. In den folgenden Jahren wurde es von Grund auf saniert und neu aufgestellt. Oberbürgermeisterin Eva Weber begrüßt den erfolgreichen Abschluss der schwierigen Neuausrichtung des Hauses: „Mit dem zukunftsorientierten Konzept eines Bildungs-, Beratungs- und Begegnungshauses konnten aus dem Bundesprogramm „Soziale Integration im Quartier“ 1,2 Millionen Euro und damit 90 Prozent der Bausumme eingeworben werden. Ich bin überzeugt, dass damit ein guter Neustart gelungen ist.“

Mit fast vier Veranstaltungen pro Woche hat sich die Bühne in der „Mühle“ wieder ihren Platz im Kleinstkunstprogramm der Stadt gesichert. Im ersten Stock erhalten Neuzugewanderte Informationen rund um das Leben und Arbeiten in Augsburg und haben die Möglichkeit, sich in den Räumen weiterzubilden. Ein wechselndes Bildungs- und Beratungsangebot reagiert flexibel auf den Bedarf und bietet entsprechende Angebote an. Zwei Räume stehen Vereinen, Initiativen und anderen als Treffpunkte zur Verfügung.

Die Augsburger Kresslesmühle reflektiert mit ihren stets ähnlichen und doch stets angepassten kulturellen Nutzungskonzepten nicht nur die gesellschaftliche Veränderung im Lauf von fünf Jahrzehnten, sondern auch die politische Geschichte der Stadt. Die “freundliche Übernahme” der städtischen Verwaltung in der vergangenen Stadtratsperiode beendete im Grunde in Augsburg die Graswurzelrevolution einer die Bundesrepublik prägenden Generation, die mit ihren Ansprüchen gescheitert ist – und dennoch in der Nachkriegsgeschichte zu den ganz großen Lokomotiven des gesellschaftlichen Fortschritts zählt.

Aus aktuellem Anlass nun die Neuauflage eines bereits im Sommer 2016 erschienen Aufsatzes von DAZ-Herausgeber Siegfried Zagler zur Wirkungsgeschichte der Kresslesmühle, der damals mit dem Titel “Eine kurze Geschichte eines langen Scheiterns” firmierte.

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Die Kresslesmühle war in den siebziger und achtziger Jahren ein Bürgerhaus mit politischer Zielsetzung. Diese Tradition soll nun wieder aufgegriffen werden. Dass die Geschichte des Bürgerhauses Kresslesmühle keine Erfolgsgeschichte, sondern eine Geschichte des Scheiterns auf höherem Niveau war, gehört zu den versteckten Geheimnissen der Stadt. Der von Reiner Erben angestrengte Wiederbelebungsversuch darf demnach auch als Verklärungsversuch der eigenen Geschichte verstanden werden.

Von Siegfried Zagler

Der Macher im Mühle-Team Oktober 1977: Hansi Ruile (z.v.l. - mit Pullover über den Schultern)

Der Macher im Mühle-Team Oktober 1977: Hansi Ruile (z.v.l. – mit Pullover über den Schultern)

Die Augsburger Kresslesmühle gehört als Immoblie zum historischen Inventar der Stadt wie die Stadtmauer oder der Fünffingerlesturm. Ihre erste Erwähnung datiert aus dem Jahre 1276. Damals hieß sie „Klessingesmul“. Stadtmühlen wurden nicht nur zum Mahlen von Mehl gebraucht, sondern auch als Papier-, Pulver-, Steinschneide-, Spiegelpolier- oder Gewürzmühlen. Die Augsburger „Gresslesmühle“ arbeitete bis in die Moderne als Getreidemühle. Als es keinen Müller mehr gab, der das mühselige Mahlgeschäft fortführen wollte, erwarb die Stadt das Gebäude und sanierte es. Das war 1975. Zwei Jahre später entstand durch politischen Druck der „Bürgeraktion Lechviertel e.V.“ das „Bürgerhaus Kresslesmühle“. Die Augsburger Altstadt war damals ein vitaler Ort mit einer einzigartigen kulturellen Signatur. Damals wurde die Altstadt von zahlreichen türkischen Familien, aber auch von Griechen, Italienern und Studenten „besiedelt“. Sie praktizierten ohne Integrationsbeauftragten in der Unterstadt die urbane Solidarität der Bürger mit geringem Einkommen. Die Altstadt war im Jargon der ersten soziologischen Beschreibungsversuche ein „multikultureller Ort“. Die Bausubstanz der Altstadt war auf dem Niveau der Vorkriegszeit. Nur wenige Wohnungen hatten eine Zentralheizung, überall bröckelte der Putz, die Mieten waren niedrig. In dieser morbiden wie lebendigen Struktur gab es in atemberaubender Enge eine Vielfalt sozialer Lebensformen, die sich auch in den Cafés und den Kneipen widerspiegelte. Türkische Muslime, Studenten, Wohngemeinschaften, Künstler und viele Kinder wohnten und lebten nebeneinander und versprühten in den Gassen und den Plätzen der Altstadt eine Aura der Solidarität und Toleranz. Diese Atmosphäre prägte das Quartier, ohne dass sich nennenswerte kulturell entwickelte Schnittmengen ergaben. Die Altstadt war damals, im Gegensatz zu heute, ein interessanter Ort, deren Bewohner sich keinen Tag gegrämt hätten, wäre die Kresslesmühle angesichts ihrer wirkungslosen Selbstreferenz von einem Tag auf den anderen implodiert.

Ein bürgerliches Abbild der Graswurzelrevolution, die sich am Ende …

Die Kresslesmühle war als Bürgerhaus sowie Kultur- und Begegnungszentrum von Beginn an ein linksalternatives soziokulturelles Zentrum, ohne dass dies dem damaligen Stadtrat richtig bewusst war. Schritt für Schritt entwickelte sich die Mühle in der Schnittstelle von Jakobervorstadt und Altstadt trotz des linken Glockenspiels zu einer anerkannten Einrichtung, weil sie versuchte, großstädtische Projekte, die in Berlin und Frankfurt stadtteilprägend und erfolgreich eingeführt waren, in die Provinz zu übersetzen. Die Mühle nährte sich in ihrer politischen Rechtfertigungsmatrix von der kulturellen Vielschichtigkeit der Altstadt, die mithilfe der Mühle verstanden und moderiert werden sollte. Das Modell „Kinderläden“ nannte sich in der Mühle „betreutes Spielen“ oder „Hausaufgabenhilfe“. Damals gab es in der Stadt eine „linksalternative“ Kneipenkultur, linke Lebensmittelläden, linke Teestuben, linke Klamotten- und Schuhläden, linke Schreibwarenläden und selbstverständlich linke Druckereien sowie linke Monatszeitschriften. Links-Sein war sexy. Es gab einen Mühle-Veranstaltungskalender, der in jeder Wohngemeinschaft hing. Die Veranstaltungen der Mühle waren nicht nur ein Teil der „Graswurzelrevolution“, die den „Marsch durch die Institutionen“ kulturell unterfüttern sollten, sondern das komplette Abbild davon.

… nur noch mit sich selbst und anderen irrelevanten Dingen beschäftigte

Die Augsburger „linksalternative Szene“ hatte mit der Mühle einen bürgerlichen Ableger, der innerhalb der Szene, die damals (wie heute) überschaubar war, von Beginn an angefeindet wurde, weil die „Akademiker-Linken“ ohne Anspruch auf radikal gesellschaftlichen Fortschritt nur auf städtische Fördermittel aus seien, ohne dabei ein „auf die „wahren gesellschaftlichen Missstände“ abzielendes Konzept vorweisen zu können. Die Mühle, so die damalige Kritik aus „den eigenen Reihen“, war nichts weiter als ein behäbiger kleinbürgerlicher Verein, der sich zuvorderst mit sich selbst und anderen irrelevanten Dingen beschäftigte. Der Spagat zwischen einer umtriebigen Szene und einer von bürgerlichen Parteien regierten Stadt sollte irgendwie geschlagen werden. Gelungen ist er nie, was übrigens für viele Einrichtungen dieser Art bundesweit galt, die im Prinzip mit dem Niedergang einer linken Sozialdemokratie und dem Verschwinden der Bonner Republik zu Grabe getragen wurden. Hansi Ruile besaß jedoch in den Siebzigern und Achtzigern eine überzeugende Vitalität und später den langen Atem, sein Projekt in den Plural zu überführen, also zu Projekten zu machen und den Trends der Zeit anzupassen.

Als nach der Komplettsanierung der Altstadt Ende der achtziger Jahre das Quartier einen soziologischen Umbruch erfuhr (damals gab es den Begriff der Gentrifikation noch nicht), also die einkommensschwachen Bevölkerungsschichten von Lehrern, Handwerkern, Journalisten, Architekten, Ärzten und Anwälten ersetzt wurden, verlor die Mühle ihren Daseinsgrund. – Die Probleme, die möglicherweise keine waren, die aber die Mühle zu beschreiben und mit Kultur- und Sozialarbeit zu steuern versuchten, waren weder hinreichend beschrieben und noch viel weniger gesteuert, sondern einfach nach Oberhausen „umgezogen“, wo sie sich tatsächlich als Probleme erwiesen. Wenn man es zugespitzt formuliert, hat der Trägerverein der Mühle, die „Bürgeraktion Lechviertel“, zur Gentrifizierung der Altstadt beigetragen, da die Altstadtsanierung von diesem Verein unterstützt wurde. Das ehemalige vielkulturelle Quartier wurde von der damaligen SPD-Regierung zu einer „guten Stube“ saniert, deren „Abort“ sich nun in einem fernen Stadtteil befand, wie es ein Artikel in der ZEIT 1989 beschrieb.

Von der Integrationsarbeit zum Toskana-Gefühl …

Hansi Ruile ersetzte in den neunziger Jahren den ehemaligen Mühle-Anspruch der Siebziger, die Welt besser verstehen und besser machen zu wollen, durch die Hinwendung an ein qualitativ hochwertiges Lebensgefühl. Und zwar in einer Art und Weise, die die Vorstellung evozierte, dass eine Integrationsarbeit der Stadt Augsburg mit dem Verschwinden der Migranten aus der Altstadt nicht mehr notwendig sei. Die Toskana war längst zu einer Fluchtburg der inzwischen arrivierten Graswurzelrevolutionäre geworden. Das toskanische Lebensgefühl wurde thematisch mit der Kultur der Straßenkunst angereichert und fertig war die “neue Mühle”. Das Ganze nannte sich „La Piazza“ und war eine Art Abgesang an die sich verflüchtigende Kultur eines oppositionell-politischen Lebensgefühls. Ein Gefühl, das damals von der untergehenden Kunst des Straßentheaters flankiert wurde. Untergänge sind romantisch und kurzweilig, also Prozesse, deren Glanz nicht lange anhält. Die von Ruile reklamierte „Revitalisierung der City durch Kultur und die kulturelle Aneignung des öffentlichen Raumes durch eine moderne urbane Erlebniskultur“ verlor aber im Lauf der Jahre nicht nur Glanz, sondern auch ihre künstlerische wie gesellschaftliche Bedeutung. Die Mühle schien am Ende. Eine einfache Bilanz setzte den Machern zu: Den hohen Kosten standen zu wenig Einnahmen und zu geringfügige Relevanz gegenüber. Die Mühle hatte sich überlebt. Damals fehlte der zeitliche Abstand und die Forschung, um diese Erkenntnis zu generieren, heute will man die institutionalisierten Mühle-Fördergelder nicht verlieren. Das Bürgerhaus Kresslesmühle existiert selbst bei  ehemaligen „Mühlianern“ nur noch als Reminiszenz vergangener Attitüden einer vergangenen Jugend. Die Kneipe der Mühle degenerierte in den Neunzigern zu einem Ort des Jammerns und zu einem gehobenen Alkoholikertreff, der in den späten Nachstunden seine Fortsetzung in der Ecke-Galerie fand. Die Stadt hatte signalisiert, dass sie nicht jede Drehung mitmacht, aber Hansi Ruile bekam eine weitere Chance – die er zu nutzen verstand.

… hin zur Hochburg des Kabaretts

Die „Muile“ wurde geboren. Die Kresslesmühle wurde zu einer One-man show, was die ursprüngliche Konzeption der Mühle von vielen Beinen auf einen Kopf stellte. Einem Hansi Ruile wollte und konnte niemand mehr folgen. Er entwickelte sich zum ersten Integrationstheoretiker der Stadt, zu einem Vordenker mit apodiktischem Tonfall, zu einer Persönlichkeit, die den Diskurs der Integration dominierte. Mit seiner „Interkulturellen Akademie“ hielt er den Ball der Diversity-Grammatik hoch. Gleichzeitig verwandelte er die Kresslesmühle in eine Hochburg des Kabaretts, die in ihrer intensivsten Phase 300 Kabarett-Veranstaltungen pro Jahr anbot. Die Mühle wurde in der Stadt als hochgelobte Unterhaltungsplattform wahrgenommen. Bei den Grünen und der SPD wurden im Stadtrat die Bedenken immer lauter. Von einem Bürgerhaus mit linksalternativer Programmatik hin zu einem Veranstaltungsbüro für italienische Nächte bis zu einer Agentur für akademische Vorträge und einer Art Amt zur Förderung der Kabarett-Kunst, hatte sich die Mühle den Trends der Zeit unterworfen und sich stets mit städtischen Fördermitteln dorthin entwickelt, wo Hansi Ruile hin wollte.

Das neue Konzept knüpft an das alte an …

Der Rest der Geschichte ist bekannt: Ruile ging in Rente. Seine Nachfolgerin Gabrielle Spiller scheiterte schneller als vermutet. Der Beirat besetzte die Geschäftsführerstelle nicht neu. OB Kurt Gribl brachte nach der Kommunalwahl 2014 mit Reiner Erben einen Grünen Referenten in die politische Verantwortung für die Kresslesmühle. Reiner Erben kam lange nicht in die Gänge. Dann legte er ein Papier vor, das nur zur Hälfte umgesetzt wurde, was vor allem daran lag, dass Erben niemand finden sollte, der die Gastronomie übernehmen wollte. Der erste und richtige Gedanke: Die Konzeption des “Neruda-Wirts” Fikret Yakaboylu sollte teilweise auf die Mühle übertragen werden. Yakaboylu sagte nach langen Verhandlungen ab. Seine Begründung war einleuchtend: „Die Stadt meint in erster Linie, ich bin ein Gastronom. Bin ich aber nicht.“ Fikret Yakaboylu betreibt seit vielen Jahren sehr erfolgreich eine Künstlerkneipe, in der fast jeden Abend eine Live-Veranstaltung stattfindet. Seine Einflussnahme als “Mühlewirt” auf die künstlerische Ausrichtung der Kresslesmühle erschien ihm zu gering. Das neue „Kulturhaus Kresslesmühle“ sollte die Initialzündung und Rechtfertigung für den Zusammenschluss der „Fachstelle Integration“ und Teilen des „Büros für Frieden und Interkultur“ bilden. Das „Büro für Migration, Vielfalt und Interkultur“ wurde geschaffen und verbraucht nun wohl den größten Anteil der 190.000 Euro, die jedes Jahr für die Kresslesmühle in den städtischen Haushalt gestellt werden.

„Die neue BAT-Boheme kann es genauso wie Spiller, nämlich auch nicht”, so witzelte gestern Abend während eines Konzertes in der Mühle ein Konzertbesucher in Richtung DAZ und fand dabei viel Zustimmung. Das “Mühlebüro” um Margarete Spohn, also Dr. Spohn, Michi Hegele und Robert Vogl können die Mühle als gesamtstädtisches Kulturzentrum nicht reanimieren, weil sie ein Teil des Problems sind und nicht ein Teil der Lösung. Die Kresslesmühle wurde in den siebziger Jahren von Ruile und Freunden besetzt und ihre Nutzung als “Kleinkunstbühne” mit dem Gedanken der Stadtentwicklung vehement eingefordert. Mit der Kresslesmühle wurden Lebenskonzepte verknüpft, die von einem gesamtgesellschaftlichen Fortschrittsgedanken beseelt waren. Allein der Sachverhalt, dass die Stadt Augsburg der neue Mühle-Macher sein soll, zeigt an, dass Ruiles Projekt endgültig am Ende angekommen ist. Die Mühle kann nur von unten her gedacht und gemacht werden. Nur dann wird sie zum gesellschaftlichen Fortschrittsmotor wie das zum Beispiel beim Grandhotel oder beim City-Club der Fall ist.

… und trägt somit die Möglichkeit des Scheiterns als roten Lampion vor sich her

Das Grandhotel, der City Club, das Schwarze Schaf, das Weiße Lamm, die Kantine, die Soho Stage, das Spektrum, die Ballonfabrik, das Bombig, das Madhouse in Lechhausen und sogar das Stadtheater sind mit ihren Programmatiken näher bei der Philosophie einer sozio-kulturellen Einrichtung verortet als das die Mühle in den vergangenen zwanzig Jahren war. Jede Kneipe in der Jakober Vorstadt, in Lechhausen oder Oberhausen stellt heute mehr “Bürgerhaus” dar und leistet mehr Integrationsarbeit als die Mühle, wenn der Wirt das Herz auf dem richtigen Fleck trägt.