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Lebenszeichen von Bob Dylan

Seit Tagen habe ich der DAZ versprochen, eine Art Corona-Tagebuch zu schreiben. Tagelang schob ich dies vor mir her.

Von Udo Legner

Dass es mir schwer fällt und nicht so leicht von der Hand geht, könnte vielleicht damit zu tun haben, dass die Welt aus den Fugen ist und die aktuellen Nachrichten alles ersticken. Gegen die Corona-Bedrohung hilft zunächst nur bescheidener Rückzug und Kontaktarmut. Wie lange ist das auszuhalten? Schwierig ist auch der Umstand, dass sich Ursache und Wirkung der Katastrophe nicht erkennen lassen, der Killer unsichtbar ist, keine Klarheit über Anfang, Verlauf oder Ende besteht.  

Das Corona-Virus verändert freilich nicht nur die Welt für sich, sondern auch uns selbst und damit unseren Blick auf uns, werfen die verhängten Verbote uns doch auf uns selbst zurück. Ich tu nichts, also bin ich. Das Mehr an Zeit, dem wir plötzlich ausgesetzt sind, wirkt beinahe auch wie ein unbekanntes Virus, zwingt uns geradezu dazu, alles und vor allem uns selbst zu hinterfragen. Was war, ist und bleibt einem wichtig ?

Die Zeit heilt alle Wunden

Angesichts der herrschenden Endzeitstimmung war klar, dass es bei meinem ersten Corona-Tagebucheintrag um ein Herzblut-Projekt gehen musste. Also sondierte ich in meinem DVD-Regal die Filmsammlung aus der Vor-Streaming Ära und sortierte die DVDs nach ihrer Corona-Relevanz. 

Gerade hatte ich mich – trotz aller Zweifel, ob es mit meinen Ergüssen – mögen sie mit noch so viel Herzblut geschrieben sein – für ein Thema erwärmt, da wurde meine Karriere als Tagebuchautor durch eine WhatsApp-Message von meinem Kollegen Antonio aus dem fernen Murcia jäh beendet: “Heard the new Dylan song?“

Werke mit Corona-Relevanz © Udo Legner

Die prophetisch-apokalyptischen Botschaften Bob Dylans

Der Twitter-Intro des Nobelpreisträger Bob Dylan zu seinem neuen 17-minütigen Masterpiece “Murder Most Foul” haftet fast etwas Präsidiales und unverkennbar Fürsorgliches an: “Greetings to my fans and followers with gratitude for all your support and loyalty across the years. This is an unreleased song we recorded a while back that you might find interesting. Stay safe, stay observant and may God be with you.“

Fans und Followers des Liedermachers aus Minnesota fällt es nicht schwer, Parallelen zu Dylans letzter DVD  zu entdecken, die 2012 unter dem Titel Tempest erschien. Sowohl in “Murder Most Foul”  als auch in dem gleichnamigen Song des Doppelalbums geht es um menschliche Tragödien –  In Dylans neuem Lied um die Ermordung des amerikanischen Präsidenten JF Kennedys, in Tempest um den Untergang der Titanic.

Die apokalyptische Stimmung des Tempest Songs kommt am besten in den folgenden Versen zum Ausdruck:

They waited at the landing

And they tried to understand

But there is no understanding

On the judgment of God’s hand

Das Ende der JFK-Ballade “Murder Most Foul”, die vom Spiegel  treffend als Requiem für Amerikas Seele bezeichnet wird, klingt ebenso prophetisch und nicht weniger pessimistisch. 

Play “Marching Through Georgia“ and „Dumberton’s Drums“

Play darkness and death will come when it comes

Play “Love Me Or Leave Me“ by the great Bud Powell

Play “The Blood-stained Banner“, play “Murder Most Foul“ 

Wer vom Erscheinungsdatum des neuen Bob Dylan Songs überrascht ist, dem ist womöglich mit diesem Hinweis gedient. Dylans 31. Studioalbum “Love and Theft“ erschien am 9. September 2011, genau an dem Tag, an dem sich die  9/11 World Trade Center-Tragödie ereignete.

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Coronavirus in Augsburg: 136 Fälle bestätigt

Das Gesundheitsamt der Stadt Augsburg verzeichnet sechs weitere COVID-19-Fälle.

Insgesamt wurden somit 136 in Augsburg wohnhafte Personen positiv auf das Coronavirus getestet. 24 der 136 positiv getesteten Personen sind genesen und konnten aus der häuslichen Isolierung entlassen werden.

Weitere Informationen, auch zu aktuellen Entwicklungen und den eingerichteten Hotlines für Bürgerinnen und Bürger unter: www.augsburg.de/Coronavirus



Corona-Krise

IHK zur Corona-Krise: “Aderlass ist enorm”

Die Folgen des Shutdowns durch Corona seien deutlich spürbar: Mehrere zehntausend Arbeitsplätze seien in Gefahr, der wirtschaftlicher Schaden gehe in die Milliarden, so die IHK Schwaben. 

IHK-Gebäude mit Park © DAZ

Vor einer Woche hat Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder große Teile des öffentlichen und damit auch wirtschaftlichen Lebens erheblich eingeschränkt, mit dem Ziel die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. „Dieser notwenige Schritt trifft die regionale Wirtschaft schwer. Quer über alle Branchen hinweg brechen die Verkaufszahlen ein, Mitarbeiter gehen in Kurzarbeit oder müssen ganz zu Hause bleiben“, so beschreibt Dr. Marc Lucassen, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben, die wirtschaftlichen Auswirkungen der ersten Woche nach dem Shutdown.

Deutschlandweit spüren acht von zehn IHK-Mitgliedsunternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen die Auswirkungen der Corona-Krise in einem erheblichen Umfang. Liquiditätsengpässe sind die Folge, teilweise verbunden mit der Sorge bald in die Insolvenz gehen zu müssen. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), die sich für den Freistaat ähnlich darstellen.

„Die Politik hat frühzeitig erkannt, dass die wirtschaftlichen Schäden der Pandemiebekämpfung immens sein werden. Um die Folgen zu mindern, haben sowohl die Bundes- als auch die Landesregierung weitreichende Förderprogramme beschlossen, die grundsätzlich den Bedarf der Unternehmen treffen“, so Lucassen. Belegt wird dies durch die Rückantworten der IHK-Mitgliedsunternehmen auf die DIHK-Umfrage. So werden die Angebote zum Kurzarbeitergeld oder die in Bayern bereits angelaufenen Soforthilfen bereits intensiv nachgefragt. Rund 20.000 bayerisch-schwäbische Unternehmen haben ihren Soforthilfe-Antrag bei der Regierung von Schwaben schon eingereicht.

Wie tief die Umsätze einbrechen und die Beschäftigtenzahlen sinken werden, lässt sich derzeit schwer beziffern. Fest steht für die IHK aber, dass das Ausmaß der Rezession das der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 weit übersteigen werde.

„Der kurz- und mittelfristige Rückgang des bayerisch-schwäbischen Bruttoinlandsproduktes wird in die Milliarden gehen, mehrere zehntausend Arbeitsplätze werden wegfallen. Der wirtschaftliche Aderlass ist also enorm. Daher ist es nötig, mit einfachen, schnellen und unbürokratischen Hilfen die wirtschaftliche Substanz zu erhalten, damit sich daraus nach der Krise neue Geschäftsmodelle und damit Arbeitsplätze entwickeln können”, so Dr. Lucassen abschließend.


Die IHK Schwaben vertritt im Regierungsbezirk Schwaben 140.000 Mitgliedsunternehmen aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistungen. Sie ist seit 1843 das Selbstverwaltungsorgan der bayerisch-schwäbischen Wirtschaft. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts berät sie Unternehmen, bündelt und vertritt deren Interessen und bildet Menschen in der Region aus und weiter. Sitz der IHK Schwaben ist Augsburg. Darüber hinaus gibt es acht Regionalbüros in Donauwörth, Günzburg, Kaufbeuren, Kempten, Lauingen, Lindau, Memmingen und Neu-Ulm. Ihr gewählter Präsident ist Dr. Andreas Kopton. Als Hauptgeschäftsführer fungiert Dr. Marc Lucassen.