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Wiedereröffnung Mozarthaus: Leopold Mozart im Fokus

Das neu gestaltete Leopold-Mozart-Haus rückt den Augsburger Handwerkersohn in den Mittelpunkt, ohne dessen Zielstrebigkeit es die Weltmarke Wolfgang Amadé niemals gegeben hätte.

Von Halrun Reinholz

Foto: © Christian Menkel

Ein Mann „von vielen Witz und Klugheit“ war Leopold Mozart, der Sohn eines Buchbinders im Augsburger Domviertel. Damit gehörte er dem „vierten Stand“ an und konnte sich kaum Hoffnung auf das internationale Parkett machen, auf dem er sich später bewegte. Doch er ist auch die Verkörperung dessen, was man damals mit Zielstrebigkeit und Bildung in der weltläufigen Atmosphäre der damaligen paritätischen freien Reichsstadt erreichen konnte.

Im Geburtshaus von Leopold Mozart in der Frauentorstraße wurde bereits in den 1960er Jahren die erste Mozart-Gedenkstätte eingerichtet. Alle Überarbeitungen der Ausstellung geschahen, wie Thomas Weitzel beim Presserundgang hervorhob, immer in „Mozart“-Jubiläumsjahren – nicht Leopold, sondern seinem berühmten Sohn Wolfgang Amadeus wollte man damit huldigen und sich in den Reigen der „Mozartstädte“ einreihen.

Zweifellos kann sich Augsburg mit gutem Recht „Mozartstadt“ nennen, kommen doch die Mozarts von hier. Und eine andere Mozartstadt gibt es in Deutschland sowieso nicht, da die Wirkungsorte des genialen Leopold-Sohnes Wolfgang, Salzburg und Wien, bekanntermaßen nicht zu Deutschland gehören. Von diesem Ruhm des Nachkommen hat man in Augsburg ein bisschen zu zehren versucht und das „Mozarthaus“ bewusst allgemein und ohne Spezifikation des Vornamens zur Schau angeboten.

Mit der neuen Ausstellung zeigt sich Augsburg jedoch so selbstbewusst, den Weggang Leopolds aus seiner Heimatstadt nicht schamhaft zu verschleiern, sondern den Augsburger selbst und seinen Werdegang in den Fokus zu stellen, die „Marke Leopold“ als Basis für die Marke „Wolfgang Amadeus“. Die Überarbeitung ergab sich zunächst aus objektiven Gründen: Das alte Handwerkerhaus hatte einen Wasserschaden und musste dringend saniert werden. Von Anfang an plante man die Neueröffnung zum 300. Geburtstag Leopolds im November 2019. Doch die Baumaßnahmen waren umfangreicher als gedacht und zogen sich hin. 1,2 Millionen Euro mussten schließlich investiert werden, die Hälfte davon trug die Stadt Augsburg.

Was die Besucher hier nun erleben können, macht die Verspätung allemal wett. Mit allen Mitteln der modernen Museumspräsentation wird Leopold Mozart in all seinen Facetten präsentiert. Elf „Themenräume“ zeigen den begabten und außerordentlich interessierten und klugen Mann in seinen verschiedenen Rollen: Als Komponist, als Musikpädagoge, als sich „hochdienender“ Musiker, als Manager seiner Kinder – und als gebildeten Mann von Welt mit einem besonderen Gespür für Netzwerke und „Darstellung“ nach außen. Das war die Triebfeder für die Erziehung und „Vermarktung“ seiner Kinder, wobei die negative Konnotation dieses Begriffs durchaus von dem liebevollen Umgang mit ihnen relativiert wird. 

Leopold war ein aufmerksamer Beobachter des Zeitgeschehens, ein gläubiger Katholik, der gleichzeitig vom protestantischen und humanistischen Umfeld seiner weltläufigen Heimatstadt geprägt war. Er war wissbegierig und bestrebt, die Welt durch Reisen kennenzulernen, was er auch seinen Kindern nahebrachte. Nicht zuletzt durch die im Jubiläumsjahr 2019 erschienene Leopold-Mozart-Biographie von Silke Leopold konnten die Schwerpunkte von dessen Vita so plastisch herausgearbeitet werden.

Foto: © Christian Menkel Leopold 

 

Ausstellungsbesucher können in diese Zeit mit allen Sinnen eintauchen. Hörstationen lassen den Unterschied zwischen einem Cembalo, einem Augsburger Hammerklavier und einem Flügel deutlich werden. Mit einer Übung aus der Violinschule wird anschaulich gemacht, wie sich das Spiel eines Anfängers über mehrere Stufen von dem eines Profis unterscheidet. Sogar komponieren kann man selbst, indem man Versatzstücke eines Menuetts richtig zusammensetzt. Dabei wird deutlich, dass das Konzeptionsteam mit Simon Pickel (Mozartbüro) und Ute Legner („Mehr Musik“) alle Altersgruppen im Blick hatte – den musikwissenschaftlichen Profi ebenso wie ein Kind, das eine Geige ausprobieren möchte (und das im neuen Mozarthaus auch darf). Der Museumsfachmann Ulrich Heiß und die Münchner Agentur Unodue gestalteten aus diesem Konzept ideenreiche Räume. Etwa ein barockes Theater in der Tradition des Jesuitenkollegs, wo Leopold Mozart seine erste Bekanntschaft mit (Musik)Theater gemacht hatte. Oder einen „Sinnesraum“ – eine „Hörlounge“ mit 16 Lautsprechern und musikalisch gesteuerten Licht-Effekten für variable individuelle Hörerlebnisse.

Die originalgetreu nachgebildete Reisekutsche der Mozarts, für deren Kauf sich Leopold hoch verschulden musste, ist begehbar und eine der Attraktionen der Schau, ebenso wie die Erstausgabe seiner „Violinschule“ aus dem Jahr 1756 (dem Geburtsjahr von Wolfgang Amadé!), die Leopold Mozart von Salzburg aus in Augsburg bei seinem Freund Lotter verlegen ließ.

Das Manko, dass ein Handwerkerhaus aus dem 17. Jahrhundert nicht barrierefrei zu machen ist, wurde zumindest teilweise kompensiert, indem man im Erdgeschoss neben einem Film auch einen  interaktiven Überblick  zur Ausstellung anbietet. Selbst die Toiletten sind Teil des Gestaltungskonzepts: Die deftigen „Klosprüche“ an deren Wänden und Türen sind Originalzitate von Vater und Sohn Mozart.

Neben dem Fugger und Welser-Museum, das bereits mit einem Museumspreis ausgezeichnet wurde, hat Augsburg nun eine weitere attraktive Möglichkeit der Freizeitgestaltung für Musikinteressierte, Schüler oder Touristen. Auch die Konzerte mit dem Original Hammerklavier von Andreas Stein können demnächst (im authentischen Ambiente des „Barock-Theaters“) wieder aufgenommen werden. Leopold Mozart hätte seine Freude an dem neuen Haus.



AEV gewinnt gegen Köln und startet am Mittwoch in Ingolstadt die erste Playoff-Partie

Die Kölner Haie waren in der Saison 2019-20 so etwas wie der Lieblingsgegner der Augsburger Panther. Durch den 4:1-Sieg am letzten Hauptrundenspieltag entschied der AEV alle vier Duelle für sich und konnte mit einem Torverhältnis von 15:5 (3:1, 5:1, 3:2 und 4:1) überzeugen. Dieses Mal erzielten Sahir Gill (22.), Matt Fraser (39.), Daniel Schmölz (46.) und Thomas Holzmann (56.) die Treffer für den AEV. Den zwischenzeitlichen Ausgleich der Haie besorgte Jason Akeson (36.).

Brady Lamb bleibt ein weiteres Jahr beim AEV © Siegfried Kerpf

Roy feiert Comeback

Olivier Roy feierte dabei sein Comeback nach kurzer Verletzungspause und konnte sich im ersten Durchgang auch gleich auszeichnen, denn die Panther fanden zu Beginn offensiv im Grunde nicht statt. Köln war besser, aber allzu viele Chancen hatten auch die Rheinländer nicht. Und wenn es doch gefährlich wurde, war kein Vorbeikommen an Roy, so dass es torlos in die erste Pause ging.

Das zweite Drittel begannen die Panther in Überzahl und nutzten dieses auch prompt. Das 1:0 durch Gill war jedoch definitiv kein klassisches Powerplaytor. Köln wagte sich in die Offensive, aber Kosmachuk schnappte sich einen Fehlpass, schickte Gill auf die Reise und dieser blieb alleine vor Hannibal Weitzmann cool und versenkte sehenswert und eiskalt mit der Rückhand unter die Latte (22.).

Fraser trifft zum 2:1

Sieben (!) Sekunden später hätte es aber fast 1:1 gestanden, doch Ben Hanowski scheiterte freistehend vor dem Augsburger Tor am starken Roy (22.). Frederik Tiffels traf zudem nur den Pfosten (27.), aber in Überzahl gelang den Haien doch der verdiente Ausgleich. Die Scheibe lief gut und am Ende traf Akeson mit einem platzierten Schuss unhaltbar in den Winkel zum 1:1 (36.).

Doch dabei blieb es nicht lange, denn Augsburg schlug zurück und profitierte dabei von einem bösen Fehler im Aufbau der Gäste. Fraser kam so an die Scheibe, ließ sich nicht lange bitten und netzte zum 2:1 ein (39.).

Holzmann mit dem Endstand – nun wartet Ingolstadt

Im dritten Abschnitt waren die Panther dann das bessere Team und erhöhten durch Schmölz nach feiner Vorarbeit von Fraser (46.). Die Partie, in der es für beide Teams um nichts mehr ging, war damit praktisch entschieden. Holzmann besorgte in der Schlussphase den Endstand (56.).

Köln verlor damit erstmals im fünften Spiel unter Trainer Uwe Krupp und für den AEV geht es nun in der 1. Playoff-Runde gegen den ERC Ingolstadt weiter. Das erste Spiel bei den Schanzern steigt bereits am Mittwoch. Am Freitag kommt die Serie dann ins Curt-Frenzel-Stadion und ein möglicherweise entscheidendes drittes Spiel würde Sonntag wieder in Ingolstadt stattfinden.



Vortrag über den Unsinn des ewigen Wachstums

“Warum arbeiten wir eigentlich so viel? Wege in eine Wirtschaft, die den Menschen dient.” Unter diesem Titel spricht der Buchautor, Redner und vielgefragte Interviewpartner Christian Kreiß am Mittwoch, den 11. März um 19:30 Uhr im Zeughaus (Filmsaal).

“Seit über 200 Jahren rollen über die Menschheit immer neue Wellen von Produktivitätsschüben, die durch die großartigen technischen Erfindungen des Menschengeistes ausgelöst werden. Lange Zeit war das für uns überwiegend ein Segen: wir konnten Armut und Not überwinden und uns von der Last harter körperlicher Arbeit befreien. Aber warum hören wir nicht endlich auf mit dem dauernden Wachstum? Warum muss es immer mehr und noch mehr werden? Warum belasten wir die Umwelt immer noch stärker? Warum steigen Druck und Stress am Arbeitsplatz immer weiter, obwohl uns doch die Maschinen das Leben erleichtern sollen? Warum widmen wir uns nicht endlich den wichtigen Dingen des Lebens?” So Prof. Kreiß zu seinem Vortrag.

1930 prognostizierte John Maynard Keynes, dass wir im Jahre 2030 aufgrund der rasanten technischen Fortschritte nur mehr eine 15-Stunden-Arbeitswoche bzw. einen 3-Stunden-Arbeitstag haben würden. Nicht nur Keynes, immer wieder haben Ökonomen darauf verwiesen und auch heute wird es für die Zukunft prophezeit.

Die vorhergesagten Produktivitätszuwächse sind aufgrund der großartigen technischen Erfindungen des Menschengeistes tatsächlich eingetreten. Trotzdem ist seit beinahe 50 Jahren die Erwerbsarbeitszeit in den meisten Industrieländern kaum noch gesunken. In jüngerer Zeit ist sie gar gestiegen und Druck und Stress am Arbeitsplatz haben zugenommen. Wie kann das sein? Warum arbeiten wir eigentlich so viel?”

Christian Kreiß kommt auf Einladung der ÖDP nach Augsburg.



FCA verkauft sich in München teuer

Mit 0:2 verliert der FC Augsburg in der 25. Runde der Fußballbundesliga gegen Bayern München in der ausverkauften Allianz-Arena. Die Tore der Münchner erzielten T. Müller (53.) und Goretzka (90.+1.).

In der ersten Halbzeit ließen die Augsburger wenig zu und verstanden es mit zwei hochstehenden Viererketten die Münchner Ballartisten von Luthes Gehäuse (!) fernzuhalten. Nur Thomas Müller hatte eine Torchance, die er jedoch vergab. Nach vorne gab es beim FCA nur lange Bälle, die die Münchner mühelos abfangen konnten. Das 0:0 zur Pause war dennoch ein gerechtes Ergebnis.

Das gleiche Spiel nach der Pause: Die Bayern kombinierten zu durchschaubar, der FCA verteidigte konsequent und hatte einen Torhüter zwischen den Pfosten, der diese Bezeichnung auch verdient. Es musste schließlich ein Boateng-Zauberpass her, um die Bayern in Führung zu bringen: Ein ewig langer hoher Ball, der sich im Augsburger Strafraum genau in den Lauf von Thomas Müller senkte, der das Leder direkt und platziert einnetzte. Im Anschluss kombinierten sich die Bayern dreimal bis vors FCA-Tor, doch Luthe hielt den FCA im Spiel. In der 79. spielte der eingewechselte Ruben Vargas mit einem wunderbaren Rückpass Florian Niederlechner frei, der jedoch völlig freistehend Neuer anschoss und den Nachschuss neben das Tor setzte. Das 2:0 der Bayern fiel in der Nachspielzeit, als die Augsburger auf den Ausgleich drängten und hinten die Viererkette auflösten. Eine gute Vorstellung des FCA. Ein Spielbericht von Udo Legner folgt.