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AEV verliert in Mannheim

Die Augsburger Panther haben das dritte Duell gegen die Adler Mannheim verloren. Nach einer 3:8-Klatsche im Oktober und einem 4:1-Heimsieg im November setzte es dieses Mal eine 0:4-Niederlage. Für die Adler waren Janik Möser (8.), Nicolas Krämmer (26.), Tim Stützle (51.) und Borna Rendulic (60.) erfolgreich

Die Panther gingen im Vergleich zum Sieg in Köln unverändert ins Spiel – Olivier Roy kehrte zwar in den Kader zurück, nahm aber zunächst auf der Bank Platz. Und wie schon bei den Haien versteckte sich der AEV nicht und hielt sofort voll dagegen. Die Gäste hatten auch die erste gute Chance der Partie, aber Matt Fraser scheiterte aus kurzer Distanz an Dennis Endras im Tor der Adler (7.).

Wenig später sorgte ein Abwehrfehler auf der anderen Seite für den ersten Treffer. Die Panther verloren den Puck in der eigenen Zone, Phil Hungerecker bediente den freistehenden Möser und dieser ließ Markus Keller mit einem platzierten Schuss in den Winkel keine Chance (8.).

Keller stark gegen Rendulic

Augsburgs Goalie verhinderte etwas später aber mit einem starken Reflex den zweiten Treffer, als er blitzschnell gegen Borna Rendulic reagierte (14.).

Insgesamt war Mannheim nach der Führung stärker, aber die Panther verteidigten geschickt und ließen im Grunde außer der Möglichkeit von Rendulic nicht viel zu, so dass es mit dem 1:0 in die erste Pause ging.

Im zweiten Drittel hatten erneut die Panther die erste Chance durch Adam Payerl (22.) und hatten dann im ersten Powerplay des Spiels gleich mehrmals den Ausgleich auf dem Schläger. Erneut Payerl (24.) und Drew LeBlanc (25.) scheiterten jedoch aus aussichtsreicher Position an Endras.

Krämmer erhöht – Anschlusstreffer zählt nicht

Mitten in diese sehr gute Phase der Panther gelang Mannheim das 2:0, als Krämmer einen Schuss von Mark Katic unhaltbar abfälschen konnte (26.). Die Gäste hatten zudem Glück, dass David Wolf nur den Pfosten traf (30.), andererseits hätte Scott Kosmachuk beinahe im direkten Gegenzug den Anschlusstreffer markieren können (30.).

Und Sekunden vor der zweiten Sirene gelang dem AEV in Überzahl tatsächlich das 2:1, das aber leider keine Anerkennung fand. Nach einem Schuss von Fraser stand Patrick McNeill goldrichtig und staubte ab, aber Marc Iwert pfiff vorher ab und so blieb es beim 2:0 nach 40 Minuten.

Stützle mit der Entscheidung

Im Schlussdrittel versuchten die Panther noch einmal alles, um ins Spiel zurückzukommen, aber Mannheim verteidigte stark, ließ kaum noch Chancen zu und entschied dann dank einer Einzelaktion das Spiel: Stützle umspielte genau zehn Minuten vor dem Ende gleich mehrere Augsburger und schloss das Solo mit einem platzierten Schuss zum 3:0 ab (51.). Den Endstand besorgte Rendulic mit einem Schuss ins leere Tor (60.).

Für den AEV geht es nun am kommenden Wochenende ausnahmsweise mit zwei Heimspielen weiter. Am Freitag ist die Düsseldorfer EG zu Gast, zwei Tage später geben die Straubing Tigers ihre Visitenkarte im Curt-Frenzel-Stadion ab.



Kommentar zum FCA: Sprachschablonen, die zum Repertoire eines Jugendtrainers gehören sollten

Man muss keine Statistik bemühen, um folgende These zu plausibilisieren: Ergebnisse täuschen auch Sportreporter in hohem Maße – und zwar dergestalt, dass sie selbst an den von ihnen verbreiteten Unsinn glauben, dass zum Beispiel der FCA gegen Dortmund in der ersten Halbzeit “auf Augehöhe” mitspielte.

Kommentar von Siegfried Zagler

Dabei war für jedermann mit Augen zu erkennen, dass die Dortmunder Topstars all zu oft all zu viel Raum hatten, vier sogenannte “Hunderprozentige” vergaben, während der FCA in 46 Spielminuten aus einer Chance zwei Tore machte. Im Heimspiel gegen München, die zweite Übermannschaft der Liga, war es nicht anders: Nur ein halbes Dutzend leichtfertig vergebene Topchancen der Bayern hielt die deutlich unterlegenen Augsburger im Spiel, weshalb mit viel Glück am Ende ein unglaublicher Punkt zu Buche stand. Gegen Bayern, wie gestern gegen Dortmund, war der FCA nur hauchdünn von einem Debakel entfernt.

Die Taktik gegen Champions-League-Teams ist bewährt: Spielaufbau stören, Spielaufbau stören und Spielaufbau stören und zwar so weit vorne wie möglich, damit man bei Balleroberung eine Chance hat, ein Tor zu erzielen. Und da dieses Spiel ungeheuer Kraft kostet, muss man ein paar “Tiefen-Intervalle” einlegen, also mit zwei Viererketten zwischendurch erst 35 bis 40 Meter vor dem Tor mit der Verteidigung beginnen, um nach fünf bis zehn Minuten wieder auf hohes Pressen umzuschalten.

So viel zur reinen Lehre, die man selbstverständlich ändern kann, wenn die darin eingespeiste Hoffnung aufgeht, dass man z.B. in Führung geht. Dann ist es natürlich sofort legitim, tiefer zu verteidigen und einen zusätzlichen Defensivakteur zu bringen, um nur noch mit schnellen und bissigen Kontern, mit Standard-Situationen und zwischendurch mit langen Bällen nach vorne zu spielen.

Wie ein Trainer in solchen Fällen reagiert, hängt aber nicht nur vom Spielzeitpunkt ab, sondern auch davon, welche Spieler er einwechseln kann. Und es hängt auch vom Mindsetting und den Fähigkeiten eines Trainer ab, ob seine Mannschaft beide Systeme im Rahmen eines Spieles zu wechseln versteht. “Hinterher kann man immer schlau daher reden”, sagt der Volksmund so treffend.

Doch die Fehler, die sich der FCA nach zweimaliger Führung gegen den BVB leistete, sind mit Händen zu greifen: Die letzte Linie der Abwehr stand auch nach dem 3:1 (55.) weiterhin hoch, obwohl die vordere Abwehrreihe und der Sturm nicht mehr intensiv zu pressen in der Lage waren. Sich auskontern zu lassen, obwohl man mit zwei Toren Unterschied zu Hause führt, ist taktisch betrachtet, das wohl dümmste, das sich eine Mannschaft vorwerfen lassen muss. Wenn man trotz des Spielglücks, das Augsburg gegen Dortmund in hohem Maße hatte, nicht punktet, dann muss sich auch der Trainer hinterfragen lassen.

“Zwar vermied er es, den Trainer zu nennen, doch es war ihm anzumerken, dass er ein Eingreifen von außen erwartet hätte: “Wir hatten zu viel Selbstvertrauen. Wenn du 3:1 gegen Dortmund führst, können wir nicht denken, dass wir 4:1 oder 5:1 gewinnen und dass wir alle nach vorne laufen können und dort auch noch stehen bleiben. Das geht gar nicht.” Man hätte auf Konter spielen müssen. “Das ist ja auch unsere Qualität und Stärke. Es sah für mich aus, als würden wir mit Dortmund mitspielen wollen, aber soweit sind wir noch nicht.”

“Er” ist in diesem Fall Jeffrey Gouweleeuw, der von der Augsburger Allgemeinen zitiert wird. Gouweleeuw, der wohl gerne nach dem 3:1 tief und bissig (mit Konterattacken) verteidigt hätte, hätte gerne eine Intervention des Trainers gesehen, als nach der zweiten Führung euphorisierte Abwehrspieler ohne Verstand nach vorne liefen – und dort auch noch stehen blieben. So munkelt die Augsburger Allgemeine und unterstellt dem Niederländer eine indirekte Kritik am Trainer.

Gouweleeuw darf das übrigens, ohne Sanktionen befürchten zu müssen. Es ist eher so, dass für den Trainer Alarmstufe Rot aufleuchtet, wenn der Augsburger Abwehrchef nörgelt. Als er das bei Manuel Baum tat, war Baum wenig später weg.

Unabhängig von taktischen Kritikpunkten bleibt auch der Vorwurf an Schmidt, dass er offenbar nicht zu erkennen in der Lage ist, welche Spieler in die Startelf gehören und welche nicht. Tin Jedvaj für einen fitten Felix Uduokhai spielen zu lassen, ist ebenso unverständlich wie Schmidts Haltung zu Reece Oxford, den der Augsburger Trainer lange für einen bundesligatauglichen Spieler hielt.

Ziemlich schräg wurde es am gestrigen Sonntag, als es 3:3 stand und der FCA immer noch nicht begriff, was die Stunde schlug: Tin Jedvaj geigte in der gegnerischen Hälfte herum, vorne wurde nicht mehr gepresst und dennoch waren alle weit aufgerückt, als ginge es jetzt darum, unter allen Umständen wieder in Führung zu gehen. Für diese Amateurfußballerei ist zuvorderst der Trainer verantwortlich. Und zum Schluss noch eine sarkastische Bemerkung: “Daraus haben wir viel gelernt” bzw. “Wir nehemen viel Positives mit” sind Sprachschablonen, die zum Analyse-Repertoire eines Jugendtrainers gehören sollten.

 



FCA vs. Dortmund: Großes Spiel, bittere Niederlage für Augsburg

Der FCA hat am 18. Spieltag der Fußballbundesliga gegen Borussia Dortmund mit 3:5 verloren. In einer von beiden Seiten leidenschaftlich offensiv geführten Partie lagen die Augsburger 1:0 (zur Pause) , dann 2:0 (kurz nach der Pause) und schließlich mit 3:1 (55.) in Front. Dann kam Erling Haaland und der FCA ging unter.

FCA-Trainer Martin Schmidt setzte in der Offensive wieder auf “Tanker” Frederik Jensen und in der Mitte verteidigte unverständlicherweise erneut Tin Jedvaj, während der bessere Innenverteidiger, nämlich Felix Uduokhai, auf der Bank Platz nehmen musste.

Die Brechtstädter standen während des gesamten Spiels meistens sehr hoch und störten die Borussen tief in deren Hälfte, was zu Folge hatte, dass sich die spielstarken Gäste im Spielaufbau und in der Tempoaufnahme schwer taten, aber zu viel Platz hatten, wenn sie die erste Augsburger Defensiv-Linie überwinden konnten. So war nach einem langen Ball Thorgan Hazard im Augsburger Strafraum völlig frei, scheiterte aber an FCA-Torwart Tomas Koubek (4.). Wenig später hatte Marco Reus eine Riesenchance, als Jadon Sancho zurücklegte und der BVB-Kapitän aus kurzer Distanz den Körper nicht richtig hinter den Ball bekam (8.).

Dortmund vergibt eine Großchance nach der anderen

Die Borussia glänzte technisch und spielte schnellen Kombinationsfußball, blieb im Abschluss aber schwach – der FCA hielt mit Leidenschaft und Laufstärke dagegen. Und er kam nach und nach sogar zu Torchancen, doch den Direktschüssen von Baier und Richter fehlte die Präzision. Dann schoß Ruben Vargas ein Tor (21.), das in seiner Entstehung mit einer Abseitsstellung ermöglicht wurde, doch im Grunde wurde der FCA an die Wand gespielt: Sancho hatte viel Platz, als sein Schuss von der Strafraumgrenze knapp über die Latte ging (28.) und nur eine Minute später zielte erneut Reus freistehend aus kurzer Distanz daneben (29.). Hätten die Dortmunder nach 30 Minuten 3:0 geführt, wäre das Spiel entschieden gewesen, ohne dass sich jemand darüber gewundert hätte. Doch es sollte anders kommen, ganz anders.

Augsburg geht 1:0 in Führung

Nach einem schweren Hazard-Patzer, der Vargas in den Lauf passte, ließ Vargas auf der linken Seite Gegenspieler Lukasz Piszczek stehen und legte dann von der Grundlinie zu Florian Niederlechner zurück, der mühelos einnetzte: 1:0 für den FC Augsburg. Ein Resultat, das den Spielverlauf auf den Kopf stellte (34.). Mit der Führung im Rücken gaben die Augsburger das Pressing auf (ohnehin die falsche Taktik!), zogen sich zurück, verschoben gut und ließen bis zur Pause kaum noch etwas zu – und setzten wirkungsvolle Nadelstiche nach vorne (die richtige Taktik!). Philipp Max hatte bei einem Freistoß die Idee, das Leder nicht lang in den Strafraum zu schlagen, sondern schoß hart und flach in die Torwartecke, doch BVB-Torwart Roman Bürki war aufmerksam genug und entschärfte das krumme Ding (45.).

Fünf Tore in 16 Minuten: Irrer Schlagabtausch nach der Pause

Die zweite Halbzeit begann mit einem Kracher. 16 Sekunden waren gespielt, als das 2:0 fiel. Marco Richter sah, dass Bürki zu weit vor dem Tor stand, lief ein paar Meter und zog ab und der Ball schlug im langen Eck ein: 2:0 für den FCA (46.). Die Haupttribühne (eine Schande, die es nur in Augsburg gibt), war zu diesem Zeitpunkt noch ohne Zuschauer. Dieses Mal ließ die Antwort der Borussia allerdings nicht lange auf sich warten. Julian Brandt wurde im Strafraum angespielt, erdribbelte sich mit einem Kreisel Platz für einen Schuss, den man auch mal halten kann, doch von Koubeks Händen flog der Ball an den Innenpfosten und von dort prallte der Ball ins Netz. Während der BVB nun wilde Angriffe vortrug, lauerte der FCA auf Konter – und es gelang ein grandioser Konter: Über Richter und Jensen landete der Ball bei Vargas, der auf Max weiterleitete, und Max legte in die Mitte zurück, wo erneut Niederlechner richtig mitgelaufen war (55.) und aus Kurzdistanz einnetzte. Ein Supertor, ein Traumresultat, eine Mannschaft im Offensiv-Flow: Der FCA Richtung Europa League und in der virtuellen Tabelle in diesem Moment nur noch vier Punkte von Dortmund entfernt.

Der FCA hätte nach diesem Spielverlauf einen guten Trainer brauchen können. Doch von Außen kam kein Signal, als Haaland eingewechselt wurde. Zu hoch verteidigten die Augsburger ihre Führung und wurden bei diesem Spielstand im eigenen Stadion ausgekontert. Sancho spielte den kurz zuvor eingewechselten Erling Haaland frei, der zum 2:3 verkürzte (59.). Zwei Minuten später war es ein langer Ball bis knapp über die Mittellinie, den Sancho schön mitnahm und den Ausgleich besorgte. (61.) – es war der fünfte Treffer innerhalb von 16 Minuten. Der zahlreiche Dortmunder Anhang machte Stimmung auf dem Lechfeld.

Haaland killt Augsburg mit drei Treffer

Obwohl es erst Unentschieden stand, war der FCA bereits zu diesem Zeitpunkt geschlagen. Reus (62.) und Hazard (65.) hatten dicke Chancen, fanden ihren Meister in Koubek. Doch kurz darauf rauschte es ein viertes Mal im FCA-Netz. Nach einem langen Ball gegen eine erneut zu hoch stehende Viererkette sprinteten zwei Borussen allein auf das Augsburger Tor zu: Hazard umdribbelte Koubek und passte quer auf Haaland, der aus kurzer Distanz keine Probleme hatte, zum 4:3 für Dortmund einzuschieben (70.). Das war noch nicht das Ende, denn in der 79. Minute steckte Reus auf Haaland durch, der allein vor Koubek stehend mit seinem dritten Treffer das 3:5-Endresultat herstellte (79).

Am Samstag, 25. Januar, (15.30 Uhr) ist der FCA beim 1. FC Union Berlin zu Gast.

FCA: Tomáš Koubek; – Stephan Lichtsteiner; Jeffrey Gouweleeuw; Tin Jedvaj; Philipp Max; – Rani Khedira; Daniel Baier; Ruben Vargas; Marco Richter; Fredrik Jensen; – Florian Niederlechner;

Eingewechselt: Noah Sarenren Bazee (85.); Eduard Löwen (74.); –

Ausgewechselt: Daniel Baier (85.); Fredrik Jensen (74.); –

Auswechselbank: Andreas Luthe (TW); Mads Pedersen; Marek Suchý; Felix Uduokhai; Jan Morávek; André Hahn; Georg Teigl;

Tore :

1:0 Florian Niederlechner (34.)
2:0 Marco Richter (46.)
2:1 Julian Brandt (49.)
3:1 Florian Niederlechner (55.)
3:2 Erling Haaland (59.)
3:3 Sancho Jadon (61.)
3:4 Erling Haaland (70.)
3:5 Erling Haaland (79.)