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LITERATUR

Bertolt-Brecht-Preis geht an Sibylle Berg

Der Literaturpreis der Stadt Augsburg feiert 25-jähriges Jubiläum und wird heuer im Rahmen des Brechtfestivals zum 10. Mal vergeben – und geht dieses Jahr an Sibylle Berg

Sibylle Berg Foto © Joseph Strauch

Der mit 15.000 Euro dotierte Literaturpreis wird am Dienstag, 18. Februar, während des Brechtfestivals (14. bis 23. Februar) im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses an die Schriftstellerin, Dramatikerin und Kolumnistin verliehen. Die Laudatio hält Dr. Julia Encke, Literaturchefin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Die Stadt Augsburg vergibt alle zwei Jahre den Bertolt-Brecht-Preis an Persönlichkeiten, die sich in ihrem literarischen Schaffen durch die kritische Auseinandersetzung mit der Gegenwart auszeichnen. Der Preis wird heuer zum zehnten Mal vergeben. Bisherige Preisträger und Preisträgerinnen sind Franz Xaver Kroetz, Robert Gernhardt, Urs Widmer, Christoph Ransmayr, Dea Loher, Albert Ostermaier, Ingo Schulze, Silke Scheuermann und Nino Haratischwili.

“Sibylle Berg ist eine Virtuosin der literarischen Kälte und der Klarheit, eine Meisterin des nüchternen Blickes und der illusionslosen Analyse. „Denn für dieses Leben“, sang einst Bertolt Brecht, „ist der Mensch nicht gut genug“. Literatur dient, davon sind Berg und Brecht überzeugt, nicht dem Trost oder der gefälligen Verschönerung der Welt. Sondern dazu, Bosheit und Not samt deren Ursachen mit brutaler Offenheit zu benennen.” (Auszug aus der Jury-Begründung)

Sibylle Berg hat keine Berührungsängste, genreübergreifend zu arbeiten – auch damit ist sie ganz bei Brecht. Wie kaum eine andere zeitgenössische Literatin verbindet sie gesellschaftskritische Avantgarde und großes literarisches Können mit Popkultur. Das dokumentiert in beeindruckender Weise der 2019 erschienene Roman »GRM – Brainfuck«, der mit Klarheit, Eindringlichkeit und Empathie aktuelle (und zukünftige) soziale Verwerfungen thematisiert. »Ein Buch wie ein Sprengsatz« schreibt die ZEIT-Autorin Ursula März in ihrer Besprechung. Für ihre Überzeugungen tritt die Autorin auch jenseits des literarischen Schaffens und mit zivilgesellschaftlichem Engagement ein, zum Beispiel durch eine Initiative, die sich gegen die Überwachung von Krankenversicherten ausspricht. Wie verhalten sich Menschen in Gesellschaften? Was treibt sie an? Hinter Bergs Texten, –mögen sie manchmal noch so düster und pessimistisch sein,– steht eine von Solidarität und Mitgefühl geprägte Haltung.

“Der Mensch ist gar nicht gut, / drum hau ihm auf den Hut“, schrieb Brecht. Sibylle Berg ist eine große Auf-den-Hut-Hauerin der deutschen Gegenwartsliteratur. Sie ist das nicht aus Übermut oder Zynismus. Hinter der leidenschaftlichen Wildheit ihrer Stücke und Romane stehen ein gar nicht so geheimer Humanismus und ein inständiger Wunsch nach Besserung. „Hast du ihm auf den Hut gehaun“, fährt Brecht in seinem Gedicht fort, „dann wird er vielleicht gut.“ Sibylle Berg erspart den Lesern ihrer Romane und Zuschauern ihrer Stücke nichts. Auch nicht die Verantwortung, aus dem zu lernen, was sie da lesen oder sehen.” (Auszug aus der Jury-Begründung)



Kommunalwahl in Augsburg: Drei weitere Player im Spiel

Nun ist es offiziell: Mit Generation Aux, V-Partei und WSA nehmen an der kommenden Kommunalwahl drei weitere Parteien/Gruppierungen teil. Zusammen mit der CSU, der SPD, den Grünen, den Freien Wählern, der ÖDP, der Polit-WG, den Linken, der FDP, Pro Augsburg und der AfD kämpfen nun 13 Listen um die Gunst der Wähler, die am 15. März den neuen Augsburger Stadtrat wählen. Mit Augsburg in Bürgerhand und Die Partei könnten noch zwei weitere Player dazu kommen, würden sie noch genügend Unterschriften generieren.

Stand: 16.1.2020

Für Parteien und Listenvereinigungen, die 2020 erstmalig in die Bayerischen Rathäuser einziehen wollen, schreibt die Gemeindeordnung eine bestimmte Anzahl von Unterstützer-Unterschriften vor. In Augsburg müssen bis zum 3. Februar 470 Personen auf jeder Liste der fünf zur Auswahl stehenden Listen unterschrieben haben. Sind es weniger, fällt der Wahlkampf für diese Liste flach, da sie die erste Hürde nicht genommen haben.

Den aktuellen Stand der Unterschriften dokumentiert die DAZ. Das Bürgeramt hat heute die Anzahl der Unterschriften veröffentlicht, die  gestern, am Donnerstag, den 16. Januar 2020 bis 17.30 Uhr geleistet wurden. Die Listen der Generation Aux, WSA und und der V-Partei haben souverän gefinisht. Aux hat 497 Unterschriften für ihre Liste erhalten, einen OB-Kandidaten stellt diese Liste nicht.

Die V-Partei hat 487 Unterschriften vorzuweisen, ihr OB-Kandidat Roland Wegner konnte 496 verbuchen. Die WSA-Leute haben offenbar fleißig weiter gesammelt, nachdem die 470er Marke erreicht wurde, da für die Liste 531 Unterschriften zu vermelden sind. OB-Kandidatin Anna Tabak hat 540 vorzuweisen.

Die Sorgenkinder (Bruno Marcon und Lisa McQueen) haben mit ihren Tarnkappen-Listen noch einen langen Weg vor sich, haben eine schwere Strecke zu bewältigen, die in zwölf Sammeltagen endet. Bis dahin müsste AIB (Augsburg in Bürgerhand) noch genau 150 Unterschriften für ihre Liste und 111 für ihren OB-Kandidaten Bruno Marcon gesammelt haben. 320 Listenunterschriften sind Stand, 359 für den OB-Kandidaten bei AIB. Ein Haufen Holz, der aber gerade noch so termingerecht zu machen ist, während die Spaßvögel von Die Partei mit ihrem Latein am Ende zu sein scheinen: 221 Unterschriften müssten noch eintrudeln, damit die Satire-Liste an der Kommunalwahl teilnehmen darf. Lisa McQueen könnte weiterhin vom OB-Amt träumen, würden noch 168 Unterschriften auf ihr Konto fließen.

Das Bürgeramt veröffentlicht die Zahlen einmal pro Woche. Hier der Link.