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BUNDESLIGA

FCA in Köln: Not gegen Elend

In einem durchgehend schwachen Bundesligaspiel trennten sich der 1. FC Köln und der FC Augsburg 1:1. Die Treffer erzielten Niederlechner (43.) für den FCA und Cordoba (86.) für den 1. FC Köln. Der FCA präsentierte sich über weite Strecken als das etwas bessere Team, das es versäumte, gegen desolate Kölner einen Dreier an den Lech zu holen.

Von Siegfried Zagler

Augsburgs Trainer Martin Schmidt begann gegenüber dem 4:0 gegen Hertha mit André Hahn für Marco Richter, der auf der Bank Platz nehmen musste.

Nach Teroddes Halbchance für Köln (5.), hätte der FCA, nachdem Czichos Niederlechner elfmeterreif gefoult hatte, mit einem Strafstoß in Führung gehen müssen, doch Hahns “Halbschuss” vom Punkt stellte FC-Keeper Horn nicht auf die Probe. Jeder Torhüter hätte diesen Schuss gehalten (9.). Beide Mannschaften übertrafen sich anschließend mit Ungenauigkeiten und fahrigen Zuspielen, sodass die 49.200 Zuschauer in der Kölner Arena in der ersten wie in der zweiten Halbzeit kaum einen korrekt zu Ende gespielten Angriff zu sehen bekamen. In einer temporeichen Partie, die mehr von Kampf und Krampf gezeichnet war, als von der Kunst, einen Ball kontrolliert Richtung Tor zu spielen, waren bei den Kölnern bereits nach 20 Minuten drei Spieler Gelb-belastet. Der FCA war von zwei schlechten Bundesligamannschaften die deutlich weniger schlechte, sodass die Augsburger auch gefährlich vors Kölner Tor kamen, ohne allerdings ihre Chancen in Tore umzumünzen, was in erster Linie mit der Unfähigkeit der Augsburger Offensive zu tun hatte. Die Augsburger bekamen von den Kölnern im Mittelfeld zahlreiche Bälle “geschenkt”, doch der letzte Pass im Augsburger Angriff war meist ungenau, falls nicht, wurde die daraus resultierende Chance kläglich vergeben.

Trotz dieser Abschlussschwächen schien der FCA die Kölner zu beherrschen. Der FC rettete sich von einer Verlegenheit in die andere und kam selten mit einem kontrollierten Passspiel aus der eigenen Hälfte. Und so kam es, wie zu vermuten war: Nach Jakobs Zuspiel auf Czichos misslang dem Kölner Innenverteidiger die Ballkontrolle, daraus resultierte eine Torchance für Niederlechner, der von Czichos deshalb sogleich niedergestreckt wurde. Gelb-rot für den bereits verwarnten Kölner.

Selbst die hochverdiente Augsburger Führung entsprang dem Zufall: Zunächst säbelte Cordova an einer zu weiten Hahn-Flanke vorbei, ohne den Ball zu berühren, das Leder kam zu Max, dessen Torschuss weit am Tor vorbei gegangen wäre, hätte Florian Niederlechner nicht den Fuß hingehalten (43). Eine Minute später war der Vorteil, mit einem Mann mehr spielen zu können für den FCA dahin: André Hahn (bereits) verwarnt, säbelte blind über einen hohen Ball, traf aber nur seinen Gegenspieler: Gelb-rot für Hahn.

Köln war in der zweiten Halbzeit zunächst nur bei Standards gefährlich, doch Koubek und die FCA-Abwehr hielten den Augsburger Kasten sauber. Köln spielte aber langsam wieder mit. Die größte Chance hatte aber der FCA: FC-Keeper Horn konnte einen abgelenkten Vargas-Schuss, der zur Bogenlampe mutierte, gerade noch parieren (54.). Kölns Aufbäumen schien nur von kurzer Dauer. Der FCA kontrollierte nun mit dem eingewechselten Moravek (für Cordova / 57.) das Spiel und schien dem 2:0 näher zu sein, als die verunsicherten Rheinländer dem Ausgleichstreffer.

Doch dann kam Cordoba für den enttäuschenden Modeste (64.). Der FC schien mit Cordoba wie verwandelt. Er gab dem Spiel neue Qualität und die Kölner spielten plötzlich mutigen Fußball nach vorne. Augsburg kam immer weniger zu Entlastungsaktionen, auch wenn der nach einer Ecke vollkommen freistehende Vargas aus fünf Metern übers Tor köpfte. Dann folgte Koubeks Aussetzer: Cordoba wurde von Hector geschickt, Koubek irrte auf Platz herum, wurde von Cordoba umspielt und es hieß 1:1 (86.). Dem FC Augsburg konnte man in den verbleibenden 9 Minuten ansehen, dass sie nicht wussten, ob sie das Unentschieden halten – oder eher auf Sieg spielen sollen.

Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) haben die Augsburger in der WWK-Arena gegen Mainz mit einem Dreier die Gelegenheit, die beiden in Köln auf dumme Art und Weise liegen gelassene Punkte vergessen zu machen.

FCA: Tomáš Koubek; – Jeffrey Gouweleeuw; Tin Jedvaj; Raphael Framberger; Philipp Max; – Rani Khedira; Daniel Baier; Ruben Vargas; André Hahn; – Florian Niederlechner; Sergio Córdova;

Eingewechselt: Stephan Lichtsteiner (28.); Jan Morávek (57.); Fredrik Jensen (84.);

Ausgewechselt: Raphael Framberger (28.); Ruben Vargas (84.); Sergio Córdova (57.); –

Auswechselbank: Andreas Luthe; Mads Pedersen; Felix Uduokhai; Julian Schieber; Marco Richter; Amaral Borduchi Iago;

Tore :

1:0 Florian Niederlechner (43.)
1:1 Jhon Cordoba (86.)

Gelbe Karte: Philipp Max (45.);

Gelb/Rote Karte: André Hahn (44.);

Rote Karte:

 



LOKALPOLITIK

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60 Stadträte und ein Oberbürgermeister werden am 15. März in den Augsburger Stadtrat gewählt © DAZ

Die erste Listenaufstellungsversammlung für die ersten 20 Plätze hat bereits am vergangenen Montag stattgefunden. Nach Informationen der DAZ führt die Liste Polit-WG Stadtrat Oliver Nowak an, auf Platz 2 folgt Alexander Süßmair (ebenfalls Polit-WG), der für die Linke in den Stadtrat einzog, dann eine zeitlang parteilos war und vor wenigen Wochen bei der Polit-WG eintrat. Auf Platz 3 folgt Lisa Brüller, auf Platz 4 Hanna Weiler, beide kommen von der Bundespartei “Demokratie in Bewegung”, eine kleine Partei, die erstmalig bei den zurückliegenden Europawahlen antrat und von Akteuren aus dem linksalternativen Spektrum gegründet wurde. Deshalb sind im DiB-Wahlprogramm auch viele Punkte aufgeführt, die auch bei den Linken, den Grünen und der SPD zu finden sind. Am kommenden Montag trifft sich Oliver Nowak mit dem Augsburger Wahlleiter Dieter Roßdeutscher, um abzuklären, ob es Formalien gibt, die dieser Listenbildung Erschwernisse bereiten könnten.

Die Polit-WG sammelte bereits 2014 die notwendige Anzahl der Unterstützerunterschriften und brachte es bei der anschließenden Stadtratswahl auf einen Sitz. Damals stellte die Polit-WG keinen OB-Kandidaten auf. Ob sie 2020 den gleichen Fehler begehen werden, wollte die DAZ von Nowak wissen. “Kann sein, kann nicht sein”, so Nowak, der vermutlich intern zum OB-Kandidaten gewählt werden würde, würde er kandidieren. Doch Nowak will nicht, im Gegensatz zu Alexander Süßmair, der seit knapp 12 Jahren im Stadtrat sitzt und auch 2009 für die Linken in den Bundestag gewählt wurde. Süßmair würde es machen, will sich aber als Newcomer nicht in Position bringen, da er als OB-Kandidat möglicherweise Nowak überholen könnte. Alexander Süßmair, das hat er als OB-Kandidat der Linken 2014 unter Beweis gestellt, wäre ein starker Kandidat, weil er in vielen Themen “drin” ist und Wahlkampf kann.

Von den 15 Parteien und Listengruppierungen, die aktuell zur Kommunalwahl antreten, haben bis jetzt nur die Polit-WG/DiB und Generation aux keinen OB-Kandidaten aufgestellt. Bei der Kommunalwahl 2014 trat neben der Polit-WG auch die CSM ohne einen OB-Kandidaten an, da Hermann Weber und Co. den CSU-Kandidaten Kurt Gribl für den besten Mann für dieses Amt hielten. “Wahltaktisch für die CSM ein Fehler”, wie Weber nach der Wahl zur DAZ sagte, “da”, so Weber, “ein guter OB-Kandidat immer einen Sitz zusätzlich bringt.”