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Vortrag: Siedlungs- und Wirtschaftsstrukturen in der Provinzhauptstadt Augsburg

Prof. Dr. Wolfgang Czysz spricht über Beziehungen von Stadt und Land in der römischen Kaiserzeit

Auf Einladung von Pro Augusta – Für Archäologie in Augsburg e. V. befasst sich der reich bebilderte Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Czysz, der von 1990 bis 2014 die Außenstelle Thierhaupten des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege leitete, mit der Siedlungslandschaft um die römische Provinzhauptstadt.

Vornehme Stadtvillen auf dem Land

Ausgrabungen vermitteln eine Vorstellung vom Aussehen vornehmer Stadtvillen, die von Funktionären der Provinzverwaltung und wohlhabenden Bürger errichtet wurden, die fernab der städtischen Geschäftigkeit das ruhige Landleben genießen wollten. Mit der Stadterhebung des Garnisonsorts Augusta Vindelicum durch Kaiser Hadrian im Jahr 122 n. Chr. erhielt die Stadt ein Territorium, das sie unter Aufsicht der kaiserlichen Provinzadministration in eigener Regie verwalten durfte. Aus den Einnahmen von Pachtland, Abgaben und Steuern konnten die Kosten öffentlicher Einrichtungen (Forum, Märkte, Bäder, Stadtmauern usw.) bestritten werden.

Rege Geschäftsbeziehungen zwischen Stadt und Umland

Auf der anderen Seite versorgte das Land die kaufkräftige Stadtbevölkerung mit allen notwendigen Gütern der Agrarwirtschaft (Getreide, Fleisch und andere Lebensmittel). Ziegeleien belieferten die baufreudigen Städter mit Baukeramik, Töpfer versorgten die Haushalte mit Wasserkrügen, Kochtöpfen und Reibschüsseln. Städtische Händler und ihre Kontore organisierten das ländliche Handwerk und verkauften hochwertige Geschirre gewinnbringend bis weit über die Provinzgrenzen hinaus.

Der Eintritt für Mitglieder von Pro Augusta – Für Archäologie in Augsburg e. V. ist frei, von Nichtmitgliedern wird ein Unkostenbeitrag in Höhe von 3 Euro erhoben. Tag: Mittwoch, 27. November 2019. Zeit: 18:30 Uhr. Ort: Stadtarchäologie, Zur Kammgarnspinnerei 9.



AEV

Neuzugang: Scott Kosmachuk soll AEV-Offensive verstärken – Entwarnung bei Roy

Die Augsburger Panther legen personell nach und rüsten sich für den Kampf um die Playoff-Plätze in der Deutschen Eishockey Liga. Mit Scott Kosmachuk sicherte sich der DEL-Club die Dienste eines weiteren Angreifers

Scott Kosmachuk © Siegfried Kerpf

Scott Kosmachuk © Siegfried Kerpf

Kosmachuk absolvierte zwischen 2014 und 2019 für die St. John’s IceCaps, Manitoba Moose, Hartford Wolf Pack und die Colorado Eagles 323 Partien in der American Hockey League. Mit 71 Toren und 86 Assists stellte der 25-jährige Rechtschütze dort seine offensiven Qualitäten unter Beweis. Im Jahr 2012 wurde Scott Kosmachuk von den Winnipeg Jets an 70. Stelle im NHL-Draft ausgewählt. Für die Kanadier bestritt der gebürtig aus Richmond Hill, Ontario, stammende Außenstürmer in der Saison 2015-16 auch acht Einsätze in der besten Liga der Welt. Im Trikot der Jets stehen für Kosmachuk dabei drei Assists zu Buche.

Seine erfolgreiche Juniorenzeit verbrachte der 180 cm große und 84 kg schwere Kosmachuk im Trikot von Guelph Storm in der OHL, mit denen er 2014 die Meisterschaft in einer der besten Nachwuchsligen Nordamerikas gewann. Für Guelph absolvierte der Kanadier insgesamt 308 Spiele. Dabei erzielte er 134 Tore und steuerte 147 Assists bei.

Panthercoach Tray Tuomie: „Mit Scott Kosmachuk haben wir uns schon im Sommer intensiver beschäftigt, der Wechsel kam da aber noch nicht zustande. Im bisherigen Saisonverlauf haben wir zwar mit die meisten Schüsse aller Teams der Liga abgefeuert, taten uns über weite Strecken jedoch immer wieder schwer, genügend Tore zu erzielen. Wir sind der Überzeugung, dass Scott mit seinen technischen und läuferischen Fähigkeiten für zusätzliche Kreativität und Torgefahr in unserem Offensivspiel sorgen kann und auch den bereits vorhandenen Konkurrenzkampf im Team weiter entfachen wird. Deshalb sind wir froh, dass Scott uns am Dienstag die Zusage gegeben hatte und sich schnell auf den Weg nach Augsburg machen konnte.“

Kosmachuk ist bereits am heutigen Donnerstag in Augsburg eingetroffen. Er erhält die Nummer 18. Über einen möglichen Einsatz am Wochenende wird kurzfristig entschieden. Die Panther-Veranwortlichen reagieren damit auf die enttäuschende Leistungen von Mitch Callahan, der Augsburgs Topscorer Matt White nicht annähernd ersetzen konnte. In der DEL befinden sich die Panther nach 19 von 52 Spielen auf den hinteren Rängen, ohne den Kontakt zu den Play-off-Plätzen verloren zu haben.

Olivier Roy © Siegfried Kerpf

Gute Nachrichten für Olivier Roy: Der Panther-Goalie, der zu besten Eishockey-Torhütern in Europa zählen dürfte, hat sich nur muskulär verletzt. Roy musste am Dienstagabend beim Spiel gegen Biel mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Eis geführt werden. Man musste mit dem Schlimmsten rechnen, doch der AEV gab heute Entwarnung: Roy sollte in zwei bis drei Wochen wieder einsatzfähig ein.

 

 



BUNDESLIGA

FCA: Gregoritsch suspendiert

Harte Strafen für Gregoritsch: Der österreichische Nationalspieler fliegt aus dem Kader für das Bundesliga-Heimspiel gegen Hertha BSC und darf vorerst auch nicht mehr mit dem Kader trainieren

"Leiwand": Zwei Österreicher im Zweikampf Michael Gregoritsch (r.) versus Martin Harnik - als Gregoritschs Welt in Aubsburg noch in Ordnung war © Siegfried Kerpf/DAZ-Archiv

“Leiwand”: Zwei Österreicher im Zweikampf: Michael Gregoritsch (r.) versus Martin Harnik – als Gregoritschs Welt in Augsburg noch in Ordnung war © Siegfried Kerpf/DAZ-Archiv

Michael Gregoritsch steht beim FCA wegen seiner Aussagen bei der österreichischen Nationalmannschaft im Feuer. Der FC Augsburg lässt “seinen” Österreicher “zunächst” vom heutigen Donnerstag bis zum kommenden Dienstag nicht am Trainingsbetrieb teilnehmen, er wird also für das Heimspiel gegen Hertha BSC am Sonntag (15.30 Uhr) nicht zur Verfügung stehen. Hinzu kommt eine Geldstrafe in nicht genannter Höhe.

“Das Verhalten und die Äußerungen von Michael Gregoritsch sind in einem Mannschaftssport ein No-Go”, so Sport-Geschäftsführer Stefan Reuter in einer FCA-Pressemitteilung vom späten Vormittag. “Mit seinen Statements lässt er große Zweifel aufkommen, ob er den Weg des FC Augsburg vollumfänglich mitgehen möchte. Michael Gregoritsch hat nun in den kommenden Tagen Zeit, sich über seine Äußerungen und sein Verhalten intensiv Gedanken zu machen”, so Reuter, der den abwanderungswilligen Spieler im Sommer noch unbedingt behalten wollte.

Im Rahmen der Euro-Qualifikation hatte sich Gregoritsch bei der österreichischen Nationalmannschaft frustriert bezüglich seiner aktuellen Reservistenrolle geäußert. „Für mich ist klar, dass ich im Winter unbedingt von Augsburg weg will“, so die unmissverständliche Kernaussage.

„Hauptsache weg“, zitierte ihn die Nachrichtenagentur APA. Seine Lage in Augsburg bezeichnete er laut Kleiner Zeitung als „beschissen“. Wie Gregoritsch bereits im Sommer klar machte, als Werder Bremen Interesse anmeldete, will der 25-Jährige den FCA verlassen. Damals war ein Wechsel offenbar an der hohen Augsburger Ablöseforderung gescheitert. Laut Pressemitteilung teilte Reuter Gregoritsch “die gemeinsame Entscheidung der Vereinsführung und des Trainers” am Donnerstag in einem persönlichen Gespräch mit.

Dreizehn Tore und fünf Pässe mit Torfolge in der Saison 2017/18 hatten Gregoritsch in seiner ersten Spielzeit zu einer großen Augsburger Hoffnung gemacht, da dem FCA genau der Spielertypus a la Gregoritsch fehlt(e). Nämlich torgefährliche Zentrumsstürmer, die auch das Spiel vor sich haben können, um auch Pässe in die Tiefe der Schnittstellen zu geben.

In dieser Saison fiel Gregoritsch in ein Formloch und durfte nur an sechs von elf Spieltagen mitspielen. Zweimal wurde er ein-, dreimal ausgewechselt. Am 6. Oktober stand er beim unsäglichen 1:5 in Gladbach letztmals in der Startelf.