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Champions Hockey League

CHL: AEV beim 2:2 gegen Biel großartig – aber glücklos

Die Augsburger Panther bleiben in der Champions Hockey League nach regulärer Spielzeit ungeschlagen, haben im Achtelfinal-Hinspiel gegen den EHC Biel-Bienne aber einen Heimsieg verpasst. In einem über weite Strecken hochklassigen Spiel führten die Panther lange durch Tore von Jaroslav Hafenrichter (1.) und Matt Fraser (21.) mit 2:0, mussten sich am Ende aber mit einem 2:2 begnügen. Die Tore für die Gäste aus der Schweiz erzielten Stefan Ulmer (48.) und Toni Rajala (54.).

Wieder eine Topleistung von Panther-Goalie Olivier Roy DAZ-Archiv © Siegfried Kerpf

Die Panther konnten dabei fast in Bestbesetzung auflaufen, lediglich der angeschlagene Daniel Schmölz stand Headcoach nicht zur Verfügung. Dafür kehrte Drew LeBlanc nach überstandener Gehirnerschütterung wieder zurück. Und das machte sich auch prompt bezahlt, denn der Spielmacher war maßgeblich am Traumstart des AEV beteiligt. Nach einem starken Aufbaupass von Scott Valentine bediente LeBlanc direkt den freistehenden Hafenrichter, der noch Biels Torhüter Ellen Paupe umkurvte und nach 28 Sekunden zur Führung einschob (1.).

Es sollte der Startschuss zu einem unglaublich schnellen und hochklassigen ersten Drittel sein. Beide Teams suchten zu jedem Zeitpunkt den Weg nach vorne, so dass es zahlreiche Torchancen für die Zuschauer zu bestaunen gab. Fraser zog beispielsweise bei einem Zwei-auf-Eins-Angriff selbst ab, scheiterte aber an Paupe (5.) und auch Adam Payerl hatte das 2:0 auf dem Schläger (9.).

Chancen auf beiden Seiten

Auf der Gegenseite konnte sich Olivier Roy gegen Toni Rajala auszeichnen (7.). Exemplarisch für das hohe Tempo dann die 12. Minute: Auf Augsburger Seite scheiterten Fraser und Sahir Gill, im direkten Gegenzug vergab Rajala einen Alleingang und Sekunden später hielt Roy auch noch stark gegen Anssi Salmela. So blieb es trotz dieser ganzen Möglichkeiten beim 1:0 nach 20 Minuten, aber dies änderte sich kurz nach Wiederbeginn. In der 21. Minute prüfte Gill Biels Schlussmann, bekam die Scheibe zurück und legte dann stark auf Fraser quer. Und Augsburgs Topscorer in der CHL ließ nicht lange bitten und traf mit einem platzierten Schuss in Kreuzeck zum 2:0 – dieses Mal waren 55 Sekunden gespielt.

Die Spieltempo blieb auch danach unverändert hoch, auch wenn die absoluten Hochkaräter etwas weniger wurden. Dennoch wurde es immer wieder vor den Toren gefährlich. Vor allem, als die Panther fast zwei Minuten mit zwei Mann mehr agieren durften. Aber die Bieler Defensive ließ trotz einiger guter Möglichkeiten keinen Treffer zu, hatte wenig später aber auch Glück, dass Schüsse von Brady Lamb (32.) und Payerl (33.) nur hauchdünn am Tor vorbeigingen. Doch auch Biel hatte Chancen, doch Roy wehrte alles ab, so dass es mit der Zwei-Tore-Führung in den letzten Spielabschnitt ging.

Hafenrichter fast mit dem 3:0 – Biel gleicht aus

Und dort hätten die Zuschauer beinahe erneut ein schnelles Panthertor gesehen. In der 41. scheiterte LeBlanc zweimal und kurz danach die Riesenchance auf das 3:0, als Hafenrichter völlig frei vor Paupe auftauchte, aber am starken Goalie der Bieler nicht vorbeikam (42.). Und dies sollte sich rächen, denn Biel, die immer wieder gefällig kombinierten, kamen durch ein Tor, dass eher in die Kategorie „Zufallsprodukt“ eingeordnet werden kann zum Anschlusstreffer. Torschütze war Ulmer (48.).

Die Panther waren nicht beeindruckt und spielten weiter nach vorne, aber der Treffer fiel erneut auf der anderen Seite. Rund sechs Minuten vor dem Ende traf Rajala per Schlagschuss zum 2:2 (54.).

Rückspiel am kommenden Dienstag

Es war das letzte Highlight einer abwechslungsreichen und spannenden Partie, bei der die Panther ein leichtes Übergewicht hatten. Das Rückspiel findet in genau einer Woche in Biel statt. Zuvor warten auf den AEV Aufgaben in der DEL gegen die Adler Mannheim am Freitag und bei den Krefeld Pinguinen am Sonntag.



Kommunalwahl: WSA wiederholt Nominierungsaufstellung

Die Politgruppierung um Peter Grab und Anna Tabak „Wir sind Augsburg“ (WSA) wiederholt ihre Nominierungsaufstellung. Dabei geht es nicht um grundlegende Veränderungen: Listenplatz 59 und ein anderer Listenplatz auf den hinteren Rängen sollen neu besetzt werden.

Die „alte“ WSA-Liste, die sich wohl unwesentlich ändern wird, wurde bereits im August aufgestellt.

Nach Informationen der DAZ ist Günther W. verstorben, eine andere Person zieht aus persönlichen Gründen zurück. Sehr wahrscheinlich werden nur diese beiden Plätze mit neuen Personen besetzt. Wer dafür in Frage kommt, steht noch nicht fest. Zeit für die zweite Nominierungsaufstellung bleibt noch bis Weihnachten. Am 17. Dezember werden die Parteien und Gruppierungen vom Bürgeramt aufgefordert, ihre Listen abzugeben. Auf Platz 1 der WSA-Liste steht Peter Grab, auf Platz zwei steht die WSA-OB-Kandidatin Anna Tabak. Bemerkenswert ist Marcella Reinhardt, die dem Regionalverband der Sinti und Roma vorsitzt. Reinhardt belegt Platz 6. Eine weitere Persönlichkeit aus der politischen Stadt ist mit Oliver Heim (Platz 26) zur Kenntnis zu nehmen. An diesen Platzierungen wird sich nichts verändern. Die zweite WSA-Listenaufstellung soll Ende November über die Bühne gehen.

Noch eine Fußnote zu Heim: Er erhielt als Ortsverbandsvorsitzender der CSU-Inningen auf der CSU-Liste keinen Platz auf der CSU-Liste, trotz mehrer Anläufe. Deshalb checkte er bei der WSA ein. Er wurde wegen seiner WSA-Kandidatur vom CSU-Bezirk seines Amtes enthoben. Dagegen läuft ein Einspruchsverfahren.

Noch nicht nominiert haben „Augsburg in Bürgerhand“ und die Polit-WG, die auch noch einen OB-Kandidaten sucht. Augsburg in Bürgerhand nominiert am 22. November. Bei der Polit-WG steht der Termin noch nicht fest.



Jubiläum: Die Afrikanischen Wochen gibt es in Augsburg seit 30 Jahren

Das Erföffnungsfest der 30. Afrikanischen Woche im Augsburger Kolpingsaal, der Film Congo Calling im Liliom und die Lesung von David Mayonga im Provino Club waren die bisherigen Höhepunkte der Afrikanischen Wochen, die noch bis Ende November mit einem bunten Potpourri aus Information und Unterhaltung für Vielfalt im Augsburger Kulturherbst sorgen.

Von Udo Legner

Catwalk mit Afrikanischer Mode © Silvia HankIn ihrem Begrüßungswort ließen die Veranstalterinnen von der Werkstatt Solidarische Welt die Geschichte dieser Veranstaltung Revue passieren. Inspiriert vom ersten Afrika Festival in Würzburg im Jahr 1989 hatte ein kleines Häufchen Afrika-Begeisterter noch im selben Jahr die erste Afrika-Woche in Augsburg auf die Beine gestellt. Schon wegen seines Namens war das Zeughaus damals der passende Ort für dieses ursprünglich recht überschaubare Event, in dessen erstem Programmheft bereits all das zu finden war, das auch dreißig Jahre später begeistert: Afrikanische Musik und afrikanischer Tanz, Workshops und Vorträge sowie Spiel- und Dokumentarfilme des Neuen Afrikanischen Kinos.

Wie jung die Afrikanischen Wochen geblieben sind, belegte der Auftritt der gerade 17-jährigen Sängerin und Songwriterin Malaika Lermer, der einen sehr schönen Kontrast zu den Show Acts von JaJa Uthmann und Thomas Gebele, die bereits bei den ersten Afrika Wochen mit von der Party waren.

Kino-Highlights und eine Lesung zwischen Beats und Buch

Das nicht enden wollende Filmgespräch im Foyer des Liliom-Kinos mit Regisseur Stephan Hilpert, das sich der Vorführung des mit dem Max Ophüls Preises ausgezeichneten Dokumentationfilm Congo Calling anschloss, war beeindruckender Beleg für das gute Händchen der Programmmacher. Bis auf den letzten Platz ausverkauft war auch die Veranstaltung mit David Mayonga, der durch sein autobiografisches Buch „Ein Neger darf nicht neben mir sitzen“ einen Kultstatus erhalten hat. – Der in Markt Schwaben aufgewachsene Radiomoderator, der unter dem Künstlernamen Roger Reckless als Rapper auftritt, übertraf locker die Ankündigung im Programm der Afrikanischen Wochen: „eine Mischung aus Rap und Rassismus, Beats und Buch, Text und Toleranz“.

Noch anstehende Großereignisse der Afrikanischen Wochen sind der Vortrag von Andreas Zumach (Dienstag, 12. November um 19.30 Uhr im Augustanasaal), dem internationalen Korrespondenten der Berliner „Tageszeitung“ (taz) zum Thema „Nordafrika und der Nahe Osten – Staatszerfall und neue Kriegsgefahr“, der Dokufilm „Welcome to Sodom“ mit künstlerischer und musikalischer Begleitung durch Vera Novottny und Laye Mansa (14. November um 19.15 Uhr im HS 1, Gebäude C, Uni Augsburg) sowie der Kinderfilm „Supa Modo“ des jungen kenianischen Filmemachers Likarion Wainana, der im Rahmen eines Projekts entstand, das das deutsch-kenianische Produktionskollektiv „One Fine Day Film“ von Regisseur Tom Tywker aufgebaut hat.

Weitere Programmpunkte unter: 2019_AfrikanischeWoche.pdf



Don Pasquale: Halloween-Spaß im Martinipark

Die komische Oper Don Pasquale, Publikumsrenner der letzten Saison, wurde im Großen Haus wieder aufgenommen. Als Halloween-Spaß im Doppelpack mit einer „gruseligen“ (O)performance.

Von Halrun Reinholz 

Olena Sloia als Vampir © Jan-Pieter Fuhr

Don Pasquale, im Stil der Commedia dell arte hektisch und reich an komischen Situationen, hat schon in der letzten Spielzeit viele unterhaltungsfreudige Zuschauer in den Martinipark gelockt. Nicht zuletzt wegen des besonderen Gastsängers  Stefan Sevenich, der in der Zeit seines Engagements am Augsburger Haus oft Gelegenheit hatte, sein komödiantisches Talent zu zeigen und dem Publikum deshalb noch in lebhafter Erinnerung ist.

Regisseurin Corinna von Rad entschied sich dafür, die Rastlosigkeit und, ja, auch Oberflächlichkeit des Beziehungs-Karussells der Figuren andeutungsweise ins digitale Dating-Zeitalter zu versetzen und nicht mit Klamauk aller Art zu sparen. Ein sehr variables Bühnenbild und viel Glitter (Ralf Käselau) unterstreichen den Spaß. Dennoch nehmen die Sängerinnen und Sänger sich und die Musik ernst, ebenso wie die von Domonkos Héja gut geführten Philharmoniker, die allerdings im ersten Teil etwas zu laut waren.

Sevenich in der  Titelrolle des gelackmeierten Don Pasquale erfüllte die Erwartungen und wurde hervorragend flankiert von Jihyun Cecilia Lee als Norina, Emanuele D`Aguanno als Ernesto, Erik Völker als Notar und vor allem dem facettenreichen  Wiard Witholt als listig-intriganter Doktor Malatesta. 

Die Wiederaufnahme-Premiere dieser unterhaltsamen Oper fiel möglicherweise nicht zufällig auf den Halloween-Tag und versetzte die Zuschauer in die richtige Stimmung für die im Foyer des Martiniparks danach folgende „(O)performance“ der Sopranistin Olena Sloia. In dem Format können Sängerinnen und Sänger sich dem Publikum mit selbst gewählten „Sahnestückchen“ aus ihrem Repertoire präsentieren.

Passend zum Termin machte Aileen Schneider Olena Sloia zur kunstvoll blassen „Vampirin“: Die gefeierte Sängerin soll von einem etwas verklemmten Reporter (sehr komisch mit Pullunder und Trenchcoat: Anatol Käbisch) interviewt werden, reagiert aber äußerst gereizt auf bestimmte Fragen – etwa nach ihrem Alter oder der Scheu vor Licht. Ihre Antworten schmettert sie ihm musikalisch entgegen – wahlweise als Arien oder als Musical-Songs. Am Klavier begleitet der furchtbar gruselig zugerichtete „Untote“ Ted Ganger.

Erst als zum Schluss der galant-elegante  „Graf“ (Patrick Rupar) persönlich auftaucht, bessert sich  ihre Laune. Das teilweise verkleidet aufgetauchte Publikum ließ sich von dieser (O)performance gern und vergnügt in Feierlaune versetzen. Ein wunderbares Format, das die Interaktion zwischen den Sparten ebenso fördert wie den Einblick in den Facettenreichtum der Sängerinnen und Sänger außerhalb des „Pflichtrepertoires“. 



BUNDESLIGA

FC Augsburg mit Glück und Kampfkraft siegreich in Paderborn

Der FC Augsburg hat seinen ersten Auswärtssieg der Saison in der Tasche. Durch ein Freistoßstor von Philipp Max (41.) hielten die Augsburger in einem fahrigen Spiel  den Tabellenletzten SC Paderborn mit Glück und einer starken kämpferischen Leistung 1:0 nieder. Damit sollte der Arbeitsplatz von FCA-Trainer Martin Schmidt über die Länderspielpause hinweg gesichert sein.

Schmidt vertraute der Elf, die im Heimspiel gegen Schalke begann – bis auf eine Ausnahme: Für Lichtsteiner spielte auf der rechten Abwehrseite Raphael Framberger, der einen krachenden Fehlstart hinlegte. Wenige Sekunden nach Spielbeginn entwischt ihm der pfeilschnelle Gerrit Holtmanns, dessen perfekte Hereingabe von Mamba kläglich vergeben wird. In der fünften Minute bringt Framberger Mamba im Strafraum zu Fall: Elfmeter, der vom VAR bestätigt wird. Paderborns Kapitän Gjasula versemmelt diese Chance mit einem schwach geschossenen Strafstoß, den Koubek locker hält (7.). In der 12. Minute verliert der FCA in der Vorwärtsbewegung den Ball und wieder spielt blitzschnell Holtmann Mamba frei, dieses Mal durch die Mitte, doch Mamba verstolpert vor Koubek die Großchance. Holtmann, immer wieder Holtmann: In der 17. Minute hämmert er eine Granate aus der Distanz über das Augsburger Tor.

Duplizität der Ereignisse: Wie am 7. Spieltag in Gladbach hätte der FCA nach 12 Minuten mit 0:3 zurück liegen können. Im Gegensatz zu den Fohlen vergaben die Paderborner ihre Großchancen und bestraften das fehlerhafte Abwehrverhalten der schläfrigen Augsburger nicht.

Danach stabilierte sich die FCA-Defensive und der SCP schien sein Pulver verschossen zu haben. Der SCP blieb zwar temporeich bei Balleroberung, zeigte aber durchgehend zu wenig Genauigkeit im Abschluss. Das fußballerische Niveau blieb viel schuldig, aber wegen des hohen Tempos auf beiden Seiten und wegen der großen Kampfkraft beider Mannschaften waren die Zuschauer begeistert.

Die Torgelegenheiten der Augsburger resultierten aus Fehlern der Gastgeber: Zuerst vergibt Niederlechner eine große Chance: Schön freigespielt schiesst er aus guter Position übers Tor (30.). Kurz vorher kam ebenfalls Niederlechner zu einem Kopfball, der zu ungenau war. Und plötzlich steht Ruben Vargas links frei und schießt kläglich neben das Tor (38.). Dann das Tor des Tages (41.): Max zirkelt aus zentraler Position zirka 25 Meter vor dem Tor einen Freistoß genau ins rechte Eck: Tooor!

Die unverbesserlichen Pyro-Freaks des FCA waren auch in Paderborn am Zündeln. Ein gesundheitsschädlicher wie kostspieliger Pubertätskram © DAZ

Die Augsburger starteten in die zweite Hälfte aufgeweckter als zu Beginn der Partie: Vargas traf bei einer Direktabnahme den Ball nicht richtig, zwang aber Paderborns Leopold Zingerle zu einer Parade (53.). Paderborn wie Augsburg verloren zunehmend ihre Linie und aus dem Spiel heraus geschah wenig. Und so kam, was kommen musste: Paderborn drückte zwar, konnte aber nichts Zählbares liefern. Die Paderborner zeigten Mut und Willen. Unabhängig davon hätte der FCA die Partie frühzeitig in trockene Tücher bringen müssen, doch dafür waren die Augsburger Offensivaktionen zu unpräzise angelegt.  Auch deshalb blieb die Partie bis zum Schluss spannend. Der FCA brachte schließlich das 1:0 über die Zeit und konnte sich somit von den Todesplätzen der Tabelle absetzen. Nach sechs Spielen ohne Sieg bringt der Auswärtsdreier den Augsburgern sofort Luft zum Atmen, während die Paderborner mit vier Punkten weiterhin das Schlusslicht bilden.

Nach der Länderspielpause trifft der FCA in den Wochen der Wahrheit auf Hertha BSC, den 1. FC Köln und den FSV Mainz 05, also auf schlagbare Teams aus der zweiten Tabellenhälfte.

FCA: Tomáš Koubek; – Tin Jedvaj; Felix Uduokhai; Philipp Max; Raphael Framberger; – Rani Khedira; Daniel Baier; Ruben Vargas; Marco Richter; – Florian Niederlechner; Alfred Finnbogason;

Eingewechselt: Jeffrey Gouweleeuw (90.); Sergio Córdova (85.); Jan Morávek (75.); –

Ausgewechselt: Daniel Baier (75.); Florian Niederlechner (85.); Alfred Finnbogason (90.); –

Auswechselbank: Andreas Luthe (TW); Stephan Lichtsteiner; Michael Gregoritsch; Amaral Borduchi Iago; Reece Oxford.

#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bor. MönchengladbachM'gladbach1071221:101122
2RB LeipzigRB Leipzig1163229:121721
3Bayern MünchenFC Bayern1163229:161321
41899 HoffenheimHoffenheim1162316:14220
5Borussia DortmundDortmund1154223:15819
6FC Schalke 04Schalke 041154220:14619
7SC FreiburgSC Freiburg1053219:12718
8Eintracht FrankfurtFrankfurt1052321:15617
9VfL WolfsburgWolfsburg1045111:8317
10Bayer LeverkusenLeverkusen1043315:15015
111. FC Union BerlinUnion Berlin1141613:17-413
12Hertha BSCHertha BSC1132617:21-411
12Werder BremenSV Werder1025317:21-411
14Fortuna DüsseldorfDüsseldorf1132615:19-411
15FC AugsburgAugsburg1124513:24-1110
161. FSV Mainz 05Mainz 051130812:30-189
171. FC Köln1.FC Köln1121810:23-137
18SC Paderborn 07Paderborn1111911:26-154


KULTURPOLITIK

Debatte: „Diese Planung muss gestoppt werden“ – Der Streit um die Theatersanierung geht weiter

Die in der Kritik stehende Theatersanierung hat Ende Oktober zu einer nervösen und schnell vorübergehenden Debatte geführt, die überwiegend von der Augsburger Allgemeinen angezettelt wurde, indem sie politische Statements destillierte, die den anvisierten zentralen Theaterstandort am Kennedy-Platz nicht mehr als Heiligen Gral betrachten.

Die Kritiker der aktuellen Sanierungspläne haben seit gestern eine weitere Stimme mit Gewicht zu verzeichnen: Bruno Marcon und seine Initiative „Augsburg in Bürgerhand“ haben sich zu Wort gemeldet. Es müsse nun darum gehen, am Kennedy-Platz die Kostenspekulationen zu beenden, Seriosität und Planungssicherheit sollen verlässliche Parameter werden, damit die gesamte Wahrheit des Projekts auf den Tisch komme, und zwar vor der Kommunalwahl. Das verantwortliche Planungsbüro habe die Kosten für das Bauteil 2 mit zirka 20 Millionen Euro überschritten. Für das Große Haus (Bauabschnitt I) drohten ebenfalls weitere, bisher ungenannte Kosten. Die bisherige Bauplanung könne nicht mehr aufrecht erhalten werden. „Mit heißer Nadel wurde durch Umplanungen versucht, die Kosten auf die ursprüngliche Schätzung zu reduzieren. – Die bisherige, fehlerhafte Kostenkalkulation lässt die Wahrscheinlichkeit wachsen, dass alle Vorgaben keinen Bestand mehr haben werden.“

So orakelt die Initiative und schießt dabei scharf: Der verantwortliche Planer und die Stadt seien nicht in der Lage, eine realistische Kostenkalkulation auf den Tisch zu legen. Aus der Verwaltung sei zu entnehmen, dass eine Finanzplanung für das Theater „reine Spekulation“ ist. Und die Stadtregierung habe die Entscheidung über die Finanzplanung und den weiteren Ausbau auf die Zeit nach der Wahl verlegt. „Den Bürgern soll die Möglichkeit genommen werden, mit einer Wahlentscheidung Einfluss auf das desaströse Finanzgebaren der Stadtregierung zu nehmen.“

Außerdem fordert die Initiative „eine vollständige Transparenz über die Kostenentwicklung“. Diese Kostenplanung müsse in Eckpunkten noch vor der Kommunalwahl auf den Tisch. „Um Beschönigungen vorzubeugen, muss sie den jetzigen Planern aus der Hand genommen und von unabhängigen Gutachtern geprüft werden“, so die Initiative, die sich für ein umfassendes Moratorium und ein zukünftiges Theater mit dezentralen Spielstätten positioniert.

Bruno Marcon

„Augsburg in Bürgerhand“ fordert ein umfassendes Moratorium.“ Dieses Moratorium bezieht sich nicht nur auf das Einfrieren der Kosten bis sämtliche Kostenkalkulationen und Bauplanungen vorliegen. Die Gruppierung fordert auch eine andere inhaltliche Ausrichtung des Theaters. Das Moratorium solle auch eine neue Konzeption eines „Theater der Zukunft“ entwickeln. Das „Ästhetische Theater“ der Vergangenheit müsse ergänzt werden durch ein Theater der Zukunft, das mitten aus dem Leben stamme und Brücken zu unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen spannen könnte.

In diesem Sinne soll, ginge es nach der Initiative, eine Debatte um die zukünftige Ausrichtung des professionellen Kulturlebens angestoßen werden und auch wie dessen Vernetzung mit der freien Szene stattfinden könne. Welche Kultur, für wen und an welchen Orten, soll zur Leitfrage erhoben werden, ebenso die Frage nach einer dezentralen Ausrichtung.

„Durch eine dezentrale Ausrichtung wäre der Bau eines Schauspielhauses am jetzigen Theaterstandort nicht mehr notwendig“, so Bruno Marcon, der auch ans Sparen denkt: „Mit der dezentralen Lösung könnte in der Baustufe II der Bau eines Schauspielhauses wegfallen und zu enormen Kosteneinsparungen beitragen. Damit würden sich auch die nötigen Ausbauschritte für das Haupthaus reduzieren. Auch dies könnte zu weiteren Kostenreduzierungen beitragen. Gleichzeitig könnte mit der Maßnahme auch mehr Wert auf den Ausbau der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten gelegt werden.“

Dirk Wurm und die SPD-Fraktion agierten als Stichwortgeber der Debatte Ende Oktober deutlich verhaltener und hatten sich eingangs nur darüber echauffiert, dass die Kostensituation des gesamten Projekts nicht geklärt sei: „Hier braucht es schnellstmöglich Antworten, unter Berücksichtigung der temporären und gut angenommenen Spielstätten im martini-Park und am Gaskessel. Denn einerseits wurden diese Spielstätten mit erheblichem finanziellen Aufwand hergestellt, andererseits kann in der räumlichen Diversität durchaus eine Chance für die Verankerung des Staatstheaters in der Stadtgesellschaft liegen, indem neue, „theaterfernere“ Zielgruppen angesprochen werden“, so der OB-Kandidat der SPD Dirk Wurm vor zwei Wochen.

Dirk Wurm

Mit diesem Statement hatten Wurm und Co. einen heftigen wie schnell vorübergehenden Herbst-Sturm entfacht. So meldete sich mit einer wolkigen wie kurzen Stellungnahme Kunstminister Sibler aus München zu Wort, um zu betonen, dass der Freistaat zum Staatstheatersanierungsplan stehe, ganz so, als ob man daran zweifeln müsste. Die Stadt ließ – quasi gleichgeschaltet – in einer ausführlichen Stellungnahme ihrer Sorge freien Lauf, dass durch ein dezentralisiertes Staatstheater die Sanierungshöchstförderquote des Freistaats gefährdet sei und im laufenden Betrieb eines dezentralen Staatstheaters die Kosten wesentlich höher wären, da der Freistaat zum Beispiel nicht die Mieten für die beiden Interimspielstätten bezahlen würde. Außerdem wäre bei einem Staatstheater eine veränderbare Bühne eher angebracht als die statischen Guckkasten-Bühnen im Martini Park und im Gaswerk.

Und selbst die CSU-Fraktion, die in den vergangenen zwölf Jahren keine drei Pressemitteilungen zu kulturpolitischen Themen verfasste, stand plötzlich im Wind: „Die weit über einen „Theaterbau“ hinausgehende Vision eines Kulturviertels rund ums Theater wird nach Ansicht der CSU-Fraktion durch solche Überlegungen pulverisiert. Dies zeige mal wieder, so der CSU-Kulturausschuss-Vorsitzende Andreas Jäckel, dass „die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wirkungen von Kultur und zudem eines Arbeitgebers für über 400 Menschen inmitten der Stadt völlig verkannt werden. Es ist schlichtweg kultur- und wirtschaftspolitisch kurzsichtig, von den Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten mal ganz zu schweigen“.

Die Dezentralisierung von Werkstätten, Verwaltung und Bühnen hätte nach Angaben des Theaters, so Jäckel, erhebliche Arbeitserschwerungen für die Mitarbeiterschaft insbesondere in den technischen und logistischen Bereichen zur Folge, die ebenso wieder finanziell Niederschlag finden würden.

Volker Schafitel

Und selbst der Augsburger CSU-Bundestagsabgeordnete Volker Ullrich (zugleich auch Bezirkschef der Augsburger CSU) blies ins gleiche Horn wie die Kulturpolitiker der CSU-Fraktion. „Die SPD agiert  auch scheinheilig in Bezug auf die Theatersanierung, wenn sie vorgibt Kosten sparen zu wollen, gleichzeitig im Rahmen der Bürgerbeteiligung große Versprechungen in Aussicht stellt, die das jetzt in Frage gestellte Bauteil teuer machen. Dazu komme noch eine Milchmädchenrechnung der SPD: Sie übersieht, dass die Mehrkosten mehrerer Theaterstandorte im Betrieb so hoch sind, dass die höheren Kosten für das Bauteil 2 am Zentralstandort schon in wenigen Jahren überstiegen werden.“

Unabhängig davon äußerte sich Stadtrat Volker Schafitel (FW) auf Nachfrage in seiner Eigenschaft als Architekt zur Planung von Bauteil 2. „Das kann man so nicht machen. Das ist völlig daneben, ich habe mich jetzt lange mit dieser Planung beschäftigt. Sie muss gestoppt werden.“



Wechsel im Wahlkampfmanagement der SPD

Zirka fünf Monate vor der Wahl gibt es bei der Augsburger SPD überraschende Neuigkeiten in Sachen Wahlkampf.

Das bisherige Team, das den strategischen Wahlkampf leitete, zieht sich auf eigenen Wunsch zurück. Kilian Krumm sah einen großen Berg Arbeit bei seinem Brötchengeber (IG Metall) auf sich zukommen und bat darum, aus der ersten Reihe des Wahlkampfmanagements zurückzutreten. Die Wahlkampfleitung (Ulrike Bahr, Florian Freund, Dirk Wurm) der Augsburger SPD kam diesem Wunsch nach und sorgte für eine personelle Veränderung, die den Wahlkampf der Genossen grundlegend verändern könnte.

Gerhard Guffler konnte gewonnen werden und wird mit seiner Erfahrung das Wahlkampfteam der Augsburger SPD in Sachen „strategische Beratung“ verstärken. Guffler ist der Leiter der Augsburger Agentur „Kigg“, mit der die SPD in den vergangenen 25 Jahren große Erfolge einfuhr: 1996 zwang Karl-Heinz Schneider den amtierenden CSU-OB Peter Menacher in die Stichwahl und 2002 konnte Paul Wengert (SPD) gar die OB-Wahl gewinnen. Der Ur-SPDler und Gewerkschafter Michael Knuth konnte für das operative Wahlkampf-Geschäft gewonnen werden. Die bisherige Agentur aus Bamberg („Medienreaktor“) bleibt auch die aktuelle Agentur für das Gesamtkonzept.

 



GESELLSCHAFT

Ein neues Lesebuch für Städtebewohner

„Warum sehe ich den Radwechsel mit Ungeduld?“, so könnte das Motto eines neuen Talkformats heißen, das am vergangenen Sonntag Premiere hatte.

v.li. Andrea Horn (Moderation), Nicole Prestle, Wolfgang Bublies, Jürgen Kannler, Kurt Idrizovic (Moderation) Foto © Sybille Schiller

Wer differenziert und ohne eigene Interessen spricht, ist auf der Suche nach einer Erzählung, die der Wahrheit nahe kommt. Er schreibt mit seiner Stimme ein Lesebuch für die Unzufriedenen, die deshalb unzufrieden sind, weil sie sie den Mut haben ihren eigenen Verstand zu gebrauchen. Der Buchhändler Kurt Idrizovic hat zur Augsburger Kommunalwahl 2020 ein neues Format entwickelt, das über die Metaebenen der politischen Kommentatoren in die Themen einführen soll, die über die Parteien nur verkürzt zur Sprache kommen – und über den politisch eingeschlafenen Augsburger Presseclub gar nicht.

Einen ersten intellektuellen Blick in die Polit-Glaskugel wagten beim „Brecht-Brunch zur Kommunalwahl 2020“ in Brecht’s Bistro – es folgen noch zwei am 26. Januar und 1. März um 11 Uhr – die Topakteure der Medien-Szene: Nicole Prestle, Lokalchefin der Augsburger Allgemeinen, Wolfgang Bublies, Chefredakteur des Augsburg-Journals und der Neuen Sonntagspresse sowie Jürgen Kannler, Herausgeber von a3-kultur.

Wohl dem kulturaffinen Publikum geschuldet, drehten sich die ersten, von Andrea Horn (a.tv HD) und Kurt Idrizovic (Buchhandlung am Obstmarkt) moderierten Gesprächstakte um das Staatstheater am Kennedyplatz samt Außenstellen. OB-Kandidat Dirk Wurm (SPD) hatte in Anbetracht einer vermuteten Theater-Kostenexplosion für Diskussionsstoff gesorgt. „Das polarisiert jetzt“ meinte Prestle. Dass es in der Gerüchteküche überhaupt brodelt und wahrlich  nicht alles „Friede, Freude, Eierkuchen“ ist, merkte Wolfgang Bublies an, und Jürgen Kannler beantwortete die Frage, wann denn die „heiße Wahlkampfphase“ beginne, mit traumwandlerischer Sicherheit: „nach Heilig drei König“.

Auf dem Podium ging’s aber schon vor der Ankunft der Könige ums Wahlkampfmanagement der vielen OB-Kandidaten und im Speziellen um die OB-Kandidatin Nr.1, um Eva Weber. Die müsse mit der Bürde „Finanzen“ zurechtkommen, was für Brecht-Interpretin Christel Peschke einen perfekten Übergang bildete. Sie trug Bert Brechts „Politische Betrachtungen“ und sein Gedicht „Auf der Kahnfahrt fahren“ vor. In dem sinnt Brecht nämlich nach über: „Kahnfahren, wenn man bis über den Hals verschuldet ist“.

Dass sich der oder die Neue an Augsburgs Stadtspitze, erst eine „Regierung basteln“ müsse, auf diese schwierige Aufgabe verwies Wolfgang Bublies und ebenso auf die Frage, ob denn im Fokus eher  die Partei oder Persönlichkeiten wie WWW = Weber, Wurm, Wild stünden. Zurück zum Blick in die Glaskugel, denn nicht nur die Theatersanierung zeigt sich darin verschwommen, auch der Bahnhofsumbau, die Verkehrspolitik (Prestle), die Wohnungsnot, der Fachkräftemangel (Bublies) und vieles mehr.

Auf die Schlussfrage, wo sich denn die Diskutanten am wohlsten fühlten, antwortete Nicole Prestle „auf dem Yogatuch“, Wolfgang Bublies mit „in der Stadt und auf der Maximilianstraße“ während Jürgen Kannler sich hier zur „Kahnfahrt“ bekannte. sysch

 



AEV verliert Heimspiel gegen Wolfsburg in Overtime

Vor 4082 Zuschauer im Curt-Frenzel-Stadion (Minuskulisse) verloren die Augsburger Panther ihr Heimspiel gegen Wolfsburg mit 1:2 in der Verlängerung und erhalten somit einen Punkt.

Die beiden Tore in der regulären Spielzeit fielen im dritten Drittel. Verteidiger Scott Valentine brachte die Panther mit einem Schlagschuss in Führung (44.).  48 Sekunden vor der Schlusssirene stellte Wolfsburgs Mathis Olimb die Partie auf 1:1. In der Overtime besorgte Machacek den Gästen den Zweier in einer insgesamt sehr ausgeglichenen Partie.



FC Bayern sucht neuen Trainer

Der FC Bayern München hat Trainer Niko Kovac freigestellt. Der FC Bayern bestätigte einen Tag nach der 1:5-Niederlage bei Eintracht Frankfurt einen Bericht der Bildzeitung. 

Ein Trainerwechsel bei Bayern München schafft es bei der Bangok Post auf die Titelseite, also sollte auch in Augsburg dieses Ereignis als bedeutsam bewertet werden: Einen Tag nach der 1:5-Niederlage bei Eintracht Frankfurt hat sich Bayern München von Trainer Niko Kovac getrennt. Co-Trainer Hans Flick wird die Mannschaft als Interimstrainer betreuen. Wer Kovacs Nachfolger wird, ist derzeit völlig offen.

„Die Leistungen unserer Mannschaft in den vergangenen Wochen und auch die Resultate haben uns gezeigt, dass Handlungsbedarf bestand. Uli Hoeneß, Hasan Salihamidzic und ich haben mit Niko auf diese Grundlage am heutigen Sonntag ein offenes und seriöses Gespräch geführt mit dem einvernehmlichen Ergebnis, dass Niko nicht mehr Trainer des FC Bayern ist.“ Am Mittwoch spielen die Bayern in der Champions League gegen Olympiakos Piräus und am Wochenende danach in der Bundesliga gegen Vize-Meister Borussia Dortmund. Flick, der erst im Sommer nach München kam, steht somit sofort unter Druck.

Neben seinen aktuellen sportlichen Misserfolgen hatte sich Kovac auch durch verbale Unklugkeiten aus dem Job geredet. Seine Aussagen zur Reservistenrolle von Thomas Müller, der höheren Geschwindigkeit im Liverpool-Spiel oder zu den Frankfurter Fans, die er zu den besten der Liga erklärte, waren beinahe als ein Betteln um den Rauswurf zu verstehen.