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AEV gewinnt gegen Schwenningen

Die Augsburger Panther haben auch das zweite Duell gegen die Schwenninger Wild Wings für sich entschieden. Nach dem 4:3-Erfolg nach Penaltyschießen in Schwenningen, siegte der AEV zu Hause vor 5090 Zuschauern verdient mit 3:2. Die Treffer für den AEV erzielten T.J. Trevelyan (2.), Matt Fraser (6.) und Christoph Ullmann (38.). Für Schwenningen waren Dylan Yeo (21.) und Troy Bourque (28.) erfolgreich.

T.J. Trevelyan jubelt über seinen Treffer © Siegfried Kerpf

Tray Tuomie musste dabei weiter auf den angeschlagenen Drew LeBlanc und den gesperrten Brady Lamb verzichten, aber Scott Valentine und T.J. Trevelyan waren wieder dabei und Letzterer meldete sich gleich mit einem Treffer zurück, denn nach 92 Sekunden besorgte der Publikumsliebling die Führung. Die Panther attackierten früh, Trevelyan erkämpfte sich die Scheibe und traf durch die Beine von Dustin Strahlmeier zum 1:0 (2.). – Und der AEV blieb am Drücker: Nachdem man ein Unterzahlspiel unbeschadet überstehen konnte, legten die Panther im eigenen Powerplay das 2:0 nach. Direkt vom Bully weg traf Fraser unhaltbar aus der Distanz (6.).

Dritter Treffer zählt nicht

Und auch danach spielten im Grunde nur die Augsburger und hatten weitere Großchancen, die Führung noch weiter auszubauen. Die größte vergab Jakob Mayenschein, als er nach schöner Vorarbeit von Marco Sternheimer völlig frei aus kurzer Distanz an Strahlmeier scheiterte (13.). Kurz vor Drittelende jubelten die Hausherren dann doch ein drittes Mal – aber nur kurz. Bei angezeigter Strafe zog Fraser von rechts vors Tor und rauschte in dieses. Der Puck lag anschließend im Netz und die Unparteiischen zeigten Tor an. Nach Videobeweis stellte sich aber heraus, dass der Puck unter dem Tor durchrutschte (19.).

Schwenningen kommt zurück

Somit blieb es beim 2:0 nach 20 Minuten und nach Wiederbeginn bekamen die Zuschauer ein komplett neues Spiel zu sehen. Der Abschnitt begann nämlich damit, dass Yeo von der Strafbank weg alleine auf Olivier Roy zulaufen konnte und nach nur 26 Sekunden den Anschlusstreffer der Gäste besorgte (21.). Die Panther suchten nach einer schnellen Antwort, aber in einer nun deutlich ausgeglichenen Partie fiel der Treffer wieder für die Wild Wings. Nach einer Unaufmerksamkeit in der Augsburger Defensive traf Bourque zum 2:2 (28.). Anschließend wogte das Geschehen hin und her, bis der AEV zum Ende des Drittels hin wieder etwas stärker wurde und sich folgerichtig auch die Führung zurückholte.

Ullmann trifft zum 3:2

Beim besten Angriff des Spiels legte Mayenschein auf Sternheimer zurück, der legte noch einmal klasse quer auf Ullmann und der Routinier musste den Puck nur noch ins leere Tor schieben (38.). Dieser Treffer gab den Augsburgern sichtlich Rückenwind im dritten Abschnitt, denn der AEV nahm nahm das Heft wieder in die Hand und drängte auf das vierte Tor. Doch trotz einiger guter Gelegenheiten verhinderte die Abwehr der Gäste den Einschlag.

Sonntag in Straubing

Ein weiteres Tor war allerdings auch gar nicht nötig, denn Schwenningen erspielte sich in den letzten 20 Minuten keine nennenswerte Möglichkeit, so dass die drei Punkte – nach zuletzt zwei Niederlagen – in Augsburg bleiben.

Weiter geht es für die Panther am Sonntag bei den Straubing Tigers. Das Eröffnungsbully steigt um 16:30 Uhr.



BRECHTFORSCHUNG

Über die Vergänglichkeit der Liebe und die Erinnerung daran

Bittersweets Aufzeichnungen: Gerhard Gross schenkt der Brecht-Sammlung der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg ein bedeutendes Dokument

Gerhard Gross (r.) Prof. Dr. Jürgen Hillesheim (Brecht-Forschungsstelle) und Dr. Karl-Georg Pfändtner, Leiter der Staats- und Stadtbibliothek (l.).

Paula Banholzer, Tochter des Arztes Carl Banholzer, der im Unterallgäu praktizierte, besuchte in Augsburg das Maria-Theresia-Gymnasium. Bert Brechts und ihre Wege kreuzten sich im Frühling 1917. Brecht verliebte sich in Paula, nannte sie „Bi“ oder auch „Bittersweet“, weil sie lange seinem Werben widerstand. Bei späteren Interviews äußerte sie sich sehr klug und distanziert über den jungen Brecht. Ende 1918 wurde Banholzer von Brecht schwanger. Sie hatten Heiratspläne, doch Paulas Vater lehnte ab und schickte seine Tochte ins Oberallgäu nach Kimratshofen, wo im Sommer 1919 Brechts und Banholzers Sohn Frank geboren wurde. Frank fiel 1943 als Obergefreiter der Wehrmacht an der Ostfront, während sein Vater sich im Exil auf der Flucht vor den Nazis befand.

Im Juli 1921 gelang es Banholzer, sich von Brecht zu distanzieren , indem sie eine Stelle als Erzieherin in Nürnberg annahm. Als Brecht, gerade mit Marianne Zoff verheiratet, 1924 von Banholzers Heiratsplänen mit ihrem späteren Mann, dem Augsburger Kaufmann Hermann Gross, erfuhr, wollte er sie von Augsburg nach Berlin holen. Paula Banholzer widerstand und heiratete in Augsburg. Aus ihrer Ehe ging ein Sohn hervor: Gerhard Gross, der noch heute in Augsburg lebt und sich rührig für die Brechtforschung einsetzt.

So überreichte er kürzlich der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg ein schmales DIN-A5 Heft in schwarzem Umschlag, mit 76 autograf beschriebenen Seiten: Die Reinschrift der Lebenserinnerungen an Bert Brecht von Paula Banholzer. „Ein weiteres Highlight für die Brecht-Sammlung der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg“, so die Stadt Augsburg in einer Pressemitteilung. Banholzers  Manuskript diente als Vorlage für die Bücher „So viel wie eine Liebe. Der unbekannte Brecht“ von 1981 und „So viel wie eine Liebe. Ungeordnetes Verhältnis mit Bert Brecht“ aus dem Jahre 2016.