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OB-Schelte: Schafitel bezeichnet OB Gribl als „Revanchist“

Der OB-Rundumschlag via städtischer Pressestelle zieht weiter Kreise und die Debatte dazu verschärft sich im Ton. Heute Nachmittag hat Stadtrat Volker Schafitel reagiert: Es sei politisch untragbar und auch niveaulos, dass sich Gribl in seiner Funktion als OB für den Angriff aus der Parteienebene seiner Koalitionspartner gegen einen CSU-Referenten damit revanchiere, indem er die Referenten von SPD und Grüne blamiere.

Volker Schafitel

„In seiner Pressemitteilung vom 4. Oktober 2019 reagiert OB Gribl als klassischer Revanchist und fordert gleichzeitig von seinen Regierungspartnern das Gegenteil davon, nämlich Bündnistreue“, so Schafitel in seiner heutigen Pressemitteilung.

Schon seit geraumer Zeit könne man die beiden mit der CSU verbrüderten Regierungsparteien Grüne und SPD dabei beobachten, wie sie immer dreister auf den Schulreferenten Hermann Köhler wegen seiner „unfähigen Bildungspolitik“ einschlagen. Dabei versuche Köhler nur mit den, ihm, für die Schulsanierung zugeteilten Haushaltsmitteln, eine zwangsweise bestehende Prioritätenliste abzuarbeiten, so Schafitel weiter. Köhlers Aufforderung an die Kritiker aus den Reihen der Grünen und der SPD, ihm ausreichend Geld zu geben, um allzu gerne alle Wünsche und Vorstellungen der Regierungsbrüder zur Schulsanierung zu erfüllen, sei von diesen im Ausschuss nur mit verständnislosem Kopfschütteln quittiert worden, so Schafitel, der Köhler in Schutz nimmt – und wie OB Gribl – auch auf die SPD und die Grünen losgeht, da die beiden Bündnispartner durch ihre gemeinsame Regierungszeit (2002-2008) das Schul-Desaster mitzuverantworten hätten.

Kurt Gribl

In Wahlkampfzeiten, durch die Mobilisierung der Schulfamilie bedrängt, würde OB Gribl zu einer Waffe greifen, welche seine Regierungsmannschaft als“ verschworene Kooperation entlarvt“, die sich bei Fehlern gegenseitig decke und schütze und auf diese Weise Abhängigkeiten schaffe, welche eine transparente und ehrliche Darstellung eigenen politischen Handelns gegenüber der Gesellschaft und Öffentlichkeit zu Gunsten des Machtvorteils verhindern würde, so Schafitel, der sich durch die OB-Schelte als Oppositionspolitiker bestätigt fühlt, da Gribl die Kritik der Opposition an den „KITA-Millionen“ oder an den Baumfällungen am Herrenbach damals „als unberechtigt und unanständig zurückgewiesen hat“.

Dass sich Gribl in seiner Funktion als OB für den Angriff aus der Parteienebene der SPD und Grünen gegen einen CSU-Referenten damit revanchiere, indem er im Gegenzug die Referenten von SPD und Grüne bloß stelle, sei politisch untragbar und auch niveaulos. So endet Schafitels Schelte gegen Gribl und die Bündnisparteien (Grüne/SPD).



EISHOCKEY

CHL: Panther verlieren gegen Liberec nach Penaltyschießen

Die Augsburger Panther mussten sich in der Champions Hockey League gegen Bili Tygri Liberec trotz guter Leistung unglücklich mit 2:3 nach Penaltyschießen geschlagen geben und haben damit den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale verpasst. Die Treffer für die Panther erzielten vor 4428 Zuschauern im CFS Adam Payerl (19.) und Thomas Holzmann (57.). Für Liberec waren Radan Lenc (40.) und Adam Musil (44.) erfolgreich. Den entscheidenden Penalty verwandelte Rostislav Marosz (66.).

David Stieler und Olivier Roy halten den Augsburger Kasten sauber. 2:2 nach 60 Minuten. Der Zusatzpunkt ging an Liberec © Siegfried Kerpf

Headcoach Tray Tuomie veränderte sein Team im Vergleich zur Niederlage in Iserlohn nur auf einer Position. Olivier Roy, der am Seilersee nach dem ersten Drittel für Markus Keller zwischen die Pfosten rückte, stand dieses Mal von Beginn an im Tor. Zudem rückte auch T.J. Trevelyan ins Lineup, da in der Champions Hockey League – anders als in der DEL – 20 Feldspieler auf dem Spielberichtsbogen stehen dürfen.

Und Augsburgs Publikumsliebling und seine Teamkollegen waren sofort im Spiel, denn die Anfangsphase gehörte den Panthern. Die Hausherren wollten ein schnelles Tor, aber Marek Schwarz und seine Vorderleute überstanden die Drangperiode des AEV mit etwas Glück unbeschadet. Die weißen Tiger fanden anschließend aber dann besser ins Spiel und gestalteten das Geschehen ausgeglichen.

Payerl zur Führung

Kurz vor Drittelende drückten die Panther das Gaspedal dann wieder durch und belohnten sich in Überzahl auch mit der verdienten Führung. Die Scheibe lief gut und am Ende fälschte Payerl einen Distanzknaller von Scott Valentine zum 1:0 ab (19.).

Im zweiten Durchgang nahm die Spielintensität noch einmal zu und die Zuschauer bekamen ein äußerst schnelles Spiel zu sehen – mit den zunächst klar besseren Chancen für den AEV.

Aber weder Matt Fraser nach einem tollen Solo von David Stieler (30.), noch Jaroslav Hafenrichter nach klasse Vorarbeit von Drew LeBlanc (31.) konnten absolute Hochkaräter verwerten. In beiden Fällen hielt Schwarz herausragend und der Goalie der Gäste entschärfte auch einen Alleingang von Daniel Schmölz sehr stark (34.).

Liberec gleicht aus

Die Gäste aus Tschechien kamen erst in der Schlussphase des zweiten Drittels zu Chancen, hatten dabei aber gleich mehrfach die Chance auf den Ausgleich. Aber nun konnte sich auch Roy mehrfach auszeichnen, war jedoch 21,3 Sekunden vor der zweiten Sirene machtlos:

Tomas Filippi klaute die Scheibe tief im Augsburger Drittel, legte auf Lenc quer und dieser musste nur noch ins leere Tor einschieben (40.).

Und im dritten Abschnitt drehten die Gäste das Spiel: Torschütze war Musil, der im zweiten Versuch zum 1:2 traf (44.). Die Panther antworteten mit wütenden Attacken und hatten sowohl in Überzahl als auch bei numerischer Gleichzahl Möglichkeiten auf den schnellen Ausgleich, aber an Schwarz war weiter kein Vorbeikommen.

Holzmann mit dem verdienten 2:2

Doch der AEV gab sich nicht auf, rannte immer wieder an und belohnte sich schließlich in der 57. Minute mit dem hochverdienten 2:2. Sahir Gill setzte sich gut durch, bediente Holzmann und dieser fand per Schlagschuss endlich einen Weg vorbei an Schwarz.

Somit ging es in die Overtime, doch auch dort wollte – trotz unglaublicher Möglichkeiten auf beiden Seiten – kein Treffer fallen, so dass das Penaltyschießen über den Zusatzpunkt entscheiden musste.

Und diesen sicherten sich die Gäste, bei denen Rostislav Marosz und Tomas Filippi trafen, während kein Augsburger seinen Penalty verwandeln konnte.

Ein Punkt fehlt zum Achtelfinale

Für die Panther geht es nun am Freitag in der DEL bei den Kölner Haien weiter, ehe Sonntag die Thomas Sabo Ice Tigers im Curt-Frenzel-Stadion zu Gast sind. Drei Tage später steht Mittwoch in einer Woche das letzte Vorrundenspiel in der CHL in Liberec an. Den Panthern reicht dabei ein Punkt zum Achtelfinale, verlieren sie, sind sie ausgeschieden, da der direkte Vergleich bei gleichem Punktestand für Liberec zählen würde, wie man aus der Tabelle nach fünf von sechs Spielen entnehmen kann: