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Panther verlieren in Iserlohn

Die Augsburger Panther mussten sich am Sonntag erstmals in der laufenden DEL-Saison auf fremdem Eis geschlagen geben. Bei den Iserlohn Roosters unterlagen die Panther nach einer Achterbahnfahrt mit 3:5. Die Treffer für den AEV erzielten Daniel Schmölz (25.), Brady Lamb (27.) und David Stieler (36.). Für Iserlohn waren Mike Hoeffel (3.), Alexander Petan (13., 44.), Brett Findlay (16.) und Marko Friedrich (47.) erfolgreich.

Tray Tuomie veränderte sein Team im Vergleich zur Heimniederlage gegen die Eisbären Berlin dabei auf drei Positionen. Christoph Ullmann und Thomas Holzmann rückten wieder ins Lineup für Alexander Lambacher und T.J. Trevelyan. Im Tor begann zudem Markus Keller statt Olivier Roy, doch der Panthergoalie musste früh hinter sich greifen. Bereits in der dritten Minute gingen die Hausherren in Führung, als Hoeffel nach schöner Kombination nur noch einschieben musste (3.).  Doch es kam deutlich schlimmer für die Panther, denn die Roosters trafen im ersten Drittel noch zwei weitere Mal. Per Schlagschuss aus der Distanz erhöhte Petan (13.) und Findlay fälschte wenig später einen Schuss von Ryan O’Connor noch entscheidend zum 3:0 ab (16.).

Tuomie reagierte im Mitteldrittel und brachte Roy für Keller, der bei den Gegentoren machtlos war, und tatsächlich traten die Augsburger völlig anders auf und fanden zurück ins Spiel.

Panther holen 0:3 auf

Schmölz fälschte einen Schuss von Patrick McNeill stark ab und besorgte den ersten Treffer für die Gäste, die nun tonangebend waren. In doppelter Überzahl traf Lamb wenig später zudem zum 2:3 sorgte somit wieder für Spannung (27.).

Dem AEV gelang sogar der Ausgleich, als Stieler in der 36. Minute abstauben konnte. Auch der vierte Treffer war möglich, aber es ging mit 3:3 in die zweite Pause.

Und im dritten Spielabschnitt waren es dann wieder die Gastgeber, die jubeln konnten. Im Powerplay erzielte Petan seinen zweiten Treffer des Nachmittags (44.). Und als Friedrich kurz danach den Puck zum 5:3 über die Linie stocherte (47.) waren die Roosters wieder auf der Siegesstraße.

CHL am Dienstag

Und dieses Mal brachte Iserlohn die Führung über die Zeit, denn obwohl die Panther bis zum Schluss alles versuchten, wollte kein weiteres Tor mehr fallen.

Für den AEV geht es nach der dritten Niederlage in der DEL in Folge nun wieder in der Champions Hockey League weiter. Am Dienstag ist Liberec in Augsburg zu Gast. Die Panther können mit einem Sieg das Achtelfinale perfekt machen und gleichzeitig auch dringend benötigtes Selbstvertrauen tanken.



MEINUNG

Kommentar: Der FCA ist kaum auszuhalten

Am 7. Spieltag der Fußballbundesliga verlor der FC Augsburg bei Borussia Mönchengladbach mit 1:5. Die Tore der Gladbacher erzielten Denis Zakaria (2.), Patrick Herrmann (8./13.), Alassane Plea (39.) und Breel Embolo (83.), den zwischenzeitlichen “Anschlusstreffer” der Augsburger konnte Niederlechner (80.) verbuchen.

Von Siegfried Zagler

Fan-Choreografie der Begeisterung. Lang ist es her – © DAZ

Viel mehr sollte man aus Augsburger Sicht zu diesem verregneten Sonntagnachmittagspiel nicht schreiben. Dass die FCA-Spieler in der ersten Viertelstunde ihren Gegenspielern kontaktfreien Begleitschutz in den eigenen Strafraum gewährten, ist deshalb bemerkenswert, weil es nicht zum ersten Mal geschah, seit Martin Schmidt Chefcoach in Augsburg ist. 0:3 nach 13 Minuten: Das gab es noch nie, seit der FCA in der Bundesliga kickt. Das 0:4 ist ebenfalls bemerkenswert, weil sich FCA-Keeper Koubek in der 36. Minute eine Lachnummer leistete, wie man sie selten in der Kreisklasse sieht.

In der zweiten Halbzeit spielte Gladbach die Angelegenheit trocken herunter, sodass der FCA nicht mehr ganz so schlecht aussah, wie in Halbzeit eins und sogar einen Treffer zum 1:4 erzielte (80.), ehe Embolo drei Minuten später für den 1:5 Endstand sorgte. Die Kollegen der Augsburger Allgemeinen gaben allen Spielern der Startelf die Note 6. Dieser klaren Aussage schließt sich die DAZ an und fügt noch eine weitere Note hinzu, nämlich für den Trainer, der ebenfalls eine 6 erhält.

“In den ersten 15 Minuten waren wir gefühlt gar nicht auf dem Platz, haben keine Zweikämpfe bestritten, waren immer einen Schritt zu spät, waren nicht griffig und hatten zu große Abstände. Und so stand es dann gleich 0:3. Außerdem war Gladbach sehr euphorisch und effektiv, aber das lag eher an unserem Fehlauftritt. Wir dachten, dass wir in einigen Punkten schon weiter sind, aber heute waren es zwei Schritte zurück. Daran müssen wir arbeiten und uns an Kleinigkeiten aufrichten”, so FCA-Trainer Martin Schmidt. Schmidts sportliche Bilanz in Augsburg kann grauenvoller kaum sein: eine 1:8 Niederlage am letzten Spieltag der Vorsaison in Wolfsburg, eine 1:5 Niederlage zum Auftakt dieser Saison in Dortmund, ein müdes 1:1-Heimremis gegen den Aufsteiger Union Berlin, eine dumme 2:3 Auswärtsniederlage gegen Bremen, einen glücklichen 2:1-Heimsieg gegen Frankfurt, ein sehr glückliches 1:1-Unentschieden auswärts gegen Freiburg, eine fügsame 0:3-Niederlage zu Hause gegen Leverkusen und nun das 1:5 gegen die Fohlen, die in der ersten Halbzeit leichtfüßig durch die FCA-Reihen marschierten, als befänden sie sich in einem Trainingsspielchen gegen die eigene B-Jugend.

Es ist nicht der Punktestand, der den FCA-Fans in diesem Jahr nach sieben Spieltagen die Sorgenfalten auf die Stirn treibt, sondern die Art und Weise der Auftritte, die teilweise beschämend waren und nichts mit der bisherigen FCA-DNA zu tun hatten. Hätte der FCA gegen Frankfurt und Freiburg nur ein Jota weniger Spielglück gehabt, stünden die Augsburger mit einem oder zwei Punkten am Tabellenende – und wäre dies der Fall, dürfte man sich darüber nicht beschweren. 8:19 Tore nach sieben Spieltagen sprechen eine klare Sprache und den Schmidt-Satz, dass man daran oder daran noch arbeiten müsse, will in Augsburg niemand mehr hören, womit gesagt sein soll, dass die Tage des Schweizers in der Brechtstadt gezählt sein könnten, da nach der Länderspielpause auf seine Schützlinge Bayern, Wolfsburg und Schalke warten.

Woran es krankt, ist dieses Jahr nicht ganz einfach zu beschreiben, da der FCA einen formal starken Kader hat. Zunächst ist festzuhalten, dass den Augsburgern von hinten bis vorne die mannschaftliche Geschlossenheit der vergangenen Jahre fehlt. Torhüter Koubek wirkt wie ein Fremdkörper in der Mannschaft und muss aufpassen, dass er nicht zur Lachnummer der Liga wird. Die beiden Leihspieler Jedvai und Uduokhai sind keine sichere Bank, Oxford ebenfalls nicht. Lichtsteiner gibt einen Rechtsverteidiger der alten Schule, doch selbst Berti Vogts hatte in den 70-ern mehr Dynamik nach vorne als Lichtsteiner, der den FCA nicht weiterbringt. Ob Vargas über links oder über rechts kommt, ist beinahe egal, da er sich auf beiden Seiten nicht durchsetzen kann. Dass er nach seiner schwachen Leistung gegen Leverkusen wieder in die Startelf kam – und sogar durchspielte, kann man wohl nur verstehen, wenn man einen Trainerschein besitzt.

Dem FCA fehlt nach vorne die Ballsicherheit und die Präzision beim letzten Pass. Ein funktionales Offensivkonzept war bisher nur ansatzweise zu erkennen. Dem FCA gehen Zielspieler ab, die man im Halbfeld mit dem Rücken zum gegnerischen Strafraum anspielen kann. Finnbogason kann mit dem Ball nichts anfangen, wenn er das Spiel im Rücken hat und noch viel weniger, wenn er es vor sich hat. Noch weniger taugt er als Spieler, der einen Ball festmachen oder verteilen kann. Finnbogason kann nur Direktabnahme. Niederlechner wäre ein Abnehmer für Pässe in die Schnittstellen. Koo fehlt in diesem Zusammenhang sehr, denn er war nach Altintop der einzige torgefährliche Mittelfeldspieler des FCA. Gregoritsch ist weit davon entfernt, in Koos Spur zu kommen. Der Österreicher steckt seit Monaten in einem Formtief, sodass man sich kaum noch vorstellen kann, wie es dieser Spieler bis in die Bundesliga geschafft hat. Moravek ist ein klasse Passgeber, doch dem Tschechen fehlt Spielpraxis.

Trainer Schmidt vermittelt den Eindruck, dass er selbst nicht mehr weiß, wie er mit dem großen Kader verfahren soll. Falls die Augsburger tatsächlich nach dem 10. Spieltag mit fünf Punkten am Tabellenende festhängen sollten, müssen sich Hofmann und Reuter ohnehin Gedanken darüber machen, wer auf Schmidt als Cheftrainer folgt. Hofmann, Reuter und Schmidt selbst müssen nun eine Deadline setzen. So kann es nämlich nicht weitergehen, so ist der FCA kaum auszuhalten.

Dass Martin Schmidt ein ungeheuerlich sympathischer Mensch ist, steht außer Frage. Doch leider hat diese Eigenschaft keine Auswirkung auf die Tabelle.

#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bor. MönchengladbachM'gladbach751115:6916
2VfL WolfsburgWolfsburg743010:4615
3Bayern MünchenFC Bayern742120:81214
4RB LeipzigRB Leipzig742115:7814
4SC FreiburgSC Freiburg742115:7814
6FC Schalke 04Schalke 04742114:7714
7Bayer LeverkusenLeverkusen742112:8414
8Borussia DortmundDortmund733119:11812
9Eintracht FrankfurtFrankfurt732211:10111
10Hertha BSCHertha BSC731312:12010
11Werder BremenSV Werder722312:16-48
121899 HoffenheimHoffenheim72236:11-58
131. FSV Mainz 05Mainz 0572057:17-106
14FC AugsburgAugsburg71248:19-115
15Fortuna DüsseldorfDüsseldorf71159:14-54
161. FC Union BerlinUnion Berlin71156:13-74
171. FC Köln1.FC Köln71155:16-114
18SC Paderborn 07Paderborn70169:19-101