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Nach der Renovierung ist das Kulturhaus abraxas wieder geöffnet

In einer viermonatigen Sanierungsphase wurden der Bühnenboden, die Sitztribüne und die Bestuhlung des Theaters im Kulturhaus abraxas erneuert.

199 Sitzplätze ganz in Rot: Das Theater im Kulturhaus abraxas ist nach der Sanierung nun wieder geöffnet – Bildnachweis: Michael Eichhammer/Stadt Augsburg

Zudem wurde die Arbeitssicherheit im Theater durch neue Traversen und Seilzüge für die Beleuchtung erhöht. Die Baumaßnahme im Umfang von rund 450.000 Euro ist die größte Investition in das Haus seit seiner Übernahme durch die Stadt Augsburg im Jahr 1995. Die Modernisierung wurde vom Kulturfonds des Freistaats Bayern gefördert. Am 2. Oktober wurde das „neue“ abraxas Theater mit einem offiziellen Festakt eingeweiht.

Einst war das abraxas ein Offizierskasino. Das heutige Kulturhaus abraxas wurde 1936 als Offizierskasino der nationalsozialistischen Wehrmacht errichtet. Von 1945 bis 1994 nutzte es die US-Armee unter anderem als Freizeitzentrum. In dieser Zeit erfolgte auch der Umbau zu einem Theater. Das Kulturamt der Stadt Augsburg betreibt das abraxas Theater seit 1995 als Mietbühne für Theaterensembles, Musikgruppen und Tanzcompagnien der freien Kulturszene. Seit 1998 fungiert es auch als Augsburgs Zentrum für Kinder- und Jugendtheater. Als solches ist es die feste Spielstätte der von der Stadt Augsburg institutionell geförderten Kindertheater-Ensembles FaksTheater, Junges Theater Augsburg, Klexs Theater, Moussong Theater mit Figuren sowie Theater Fritz und Freunde. Speziell für diese Gruppen, aber auch für die im abraxas beheimateten Festivals klapps Puppenspieltage, KlingKlangGloria, lab30 und die Gala der Preisträger des Internationalen Solo-Tanz-Festivals stellt die Investition in das Haus einen langfristigen Spielbetrieb sicher.

„Unverzichtbare Anlaufstelle für die freie Kulturszene“

„In den gut zwei Jahrzehnten seiner Nutzung durch die Stadt Augsburg hat sich das Kulturhaus abraxas zu einer unverzichtbaren Anlaufstelle für die freie Kulturszene der Stadt entwickelt“, erklärt Kulturreferent Thomas Weitzel. „Als feste Spielstätte der freien Kindertheater trägt es wesentlich zum großen Reichtum von Augsburgs Kindertheaterangebot bei, das weit über dem Durchschnitt vergleichbarer Städte liegt. Die Heranführung an das Theater, gerade auch im Rahmen der vielen Vorstellungen für Kitas und Schulen, ist ein zentraler Bestandteil von kultureller Bildung. Die Investition in die Zukunftsfähigkeit des abraxas ist daher nicht nur ein Bekenntnis der Stadt Augsburg zur freien Theaterszene, sondern auch zu ihrer Aufgabe, kulturelle Teilhabe für künftige Generationen zu ermöglichen.“



Streit um Schulsanierung

Wahlkampf: OB Gribl stänkert gegen Bündnispartner – SPD stänkert zurück

Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl nimmt im Streit um die ins Stottern geratene Sanierung der Augsburger Schulen Bildungsreferent Hermann Köhler in Schutz und wertet mittels städtischer Pressemitteilung Akteure der beiden Bündnispartner SPD und Grüne ab – und fordert von ihnen zugleich „geschlossene Unterstützung“.

Kurt Gribl © DAZ

Die Anwürfe von SPD und Grünen im Augsburger Stadtrat gegen Bildungsreferent Hermann Köhler weist Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl zurück: „Fest steht: Hermann Köhler hat sich um die Schulentwicklung und den Bildungsstandort Augsburg enorme Verdienste erworben. Vielmehr haben diejenigen, die jetzt Kritik an ihm üben, in Zeiten eigener Verantwortung gerade im Bereich der Schulsanierungen strategisch und operativ versagt“, so OB Gribl, der den Köhler-Kritikern „Häme“ unterstellt, zumal die Kritker „nicht einmal ansatzweise Probleme dieser Größenordnung gelöst hätten.“

OB: „Kritik an Köhler ist respektlos und unanständig“

„Mit Blick auf das Schweigen der SPD“, poltert Gribl weiter, „zu der unlängst passierten zig-Millionen schweren Panne im Bereich des SPD-geführten Sozialreferats ist die Attacke gegen Hermann Köhler respektlos und unanständig!“ – Kollegen anderer Fraktionen hätten sich mit Kritik am SPD-Sozialreferenten im Interesse einer guten Sachlösung zurückgehalten. Genauso sei es auch bei den Kommunikationsdefiziten gewesen, die der SPD-Ordnungsreferent in der Frage des Trinker- und Süchtigen-Treffs in Oberhausen verursacht habe – oder in der eskalierenden Situation wegen Belästigungen durch Trinkerhotspots auf dem Rathausplatz und dem Elias-Holl-Platz, die auch Dirk Wurm zu verantworten habe.

Hermann Köhler © DAZ

Mehr Loyalität und eine kooperativere Haltung dürfe sich Hermann Köhler auch von den Grünen erwarten: „Die Aufgabe des Bildungsreferenten besteht darin, fachlich Prioritäten aufzuzeigen, um die Herkulesaufgabe der Schulsanierungen überhaupt meistern zu können. Anstatt den Referenten zu unterstützen, wird über intensive Debatten bei der Lösungsfindung geklagt. Das entspricht in keinster Weise der kollegialen Teamhaltung, wie sie die Grünen bei der Bewältigung krisenhafter Situationen gerne für sich in Anspruch nehmen“, macht OB Dr. Gribl in Bezug an die Baumfällungen im Herrenbach deutlich.

Nachdem Gribl via städtischer Pressemitteilung seinen CSU-Referenten in Schutz genommen sowie hochgelobt und „seine“ Nicht-CSU-Referenten abgewatscht hatte, folgte seine abschließende Bewertung der aktuellen Stadtregierung: „Der Erfolg dieser Stadtregierung lag und liegt immer noch im respektvollen Miteinander und in der wechselseitigen Unterstützung ungeachtet der Parteizugehörigkeit. Als Oberbürgermeister mahne ich dazu an, den Kommunalwahlkampf mit sachlichen Inhalten zu führen und nicht verdiente Leistungsträger zu beschädigen. Wie vor ihm kein anderer Bildungsreferent kann Hermann Köhler auf herausragende Erfolge verweisen, die gänzlich Ausdruck eines konzeptionellen, planvollen und fachlich versierten Vorgehens sind.“

SPD: „Der einzige der hier über die Pressemitteilung Wahlkampf betreibt ist der OB selbst“

Florian Freund © DAZ

Dr. Florian Freund, SPD-Fraktionsvorsitzender verteidigte prompt die SPD und ging sogleich in den Angriff über: „Als Stadtoberhaupt ist man angehalten, sich über städtische Pressemitteilungen politisch neutral zu verhalten. Der einzige der hier über die Pressemitteilung Wahlkampf betreibt ist der OB selbst“.

Der SPD- Fraktion gehe es bei den Schulsanierungen immer um die Sache. Dass neben der SPD und den Grünen vor allem auch die Schulfamilien Kritik an dem Schulreferenten geübt haben, darüber verliere der OB in seiner Einlassung kein Wort. „Wenn der OB jetzt die Unterstützung der SPD-Fraktion einfordert, dann sollte er seinen Referenten zuerst daran erinnern, dass Stadtratsbeschlüsse auch für den Bildungsreferenten gelten. „Die SPD trägt ganz wesentlich Verantwortung für die großen Projekte in dieser Stadt, auch wenn es einmal ungemütlich wird oder CSU-Referenten Baukosten oder Zeitpläne nicht einhalten wie beim Hauptbahnhof oder wie der Linie 5. Egal ob die Projekte in den Zuständigkeitsbereich eines SPD-Referenten oder einer anderen Partei fallen“, so Freund, der darauf hinweist, dass die SPD sich mit Kritik an Finanzreferentin Weber oder Baureferenten Merkle (beide CSU) in der Vergangenheit immer zurückgehalten habe, auch wenn es an der einen oder anderen Stelle mal gehakt habe.

Der OB sei Chef der gesamten Verwaltung. Wenn er jetzt aufgrund einer begründeten inhaltlichen Kritik am Bildungsreferenten die Fassung verliere und gegen einzelne Referenten und Koalitionspartner wüte, helfe das niemandem. Schon gar nicht den Schulen, so endet Freunds Replik auf den offiziellen städtischen Anpfiff eines Oberbürgermeisters, der noch vor Kurzem alle Verwaltungsmitarbeiter bezüglich des kommenden Wahlkampfes anschrieb, um ein Neutralitätsgebot anzumahnen.

 



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