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MEINUNG

Kommentar: Die Augsburger Schulen mit 300 Millionen Euro sanieren zu wollen ist kein Plan, sondern ein Irrtum.

Warum die Beschwichtigungsversuche der CSU nicht greifen

Kommentar von Siegfried Zagler

Drei-Auen-Schule in Oberhausen © DAZ-Archiv

Man habe sich mit den 300 Millionen viel zu schnell zufrieden gegeben und wisse jetzt nicht, wie das Problem zu stemmen sei, so Claudia Eberle, Fraktionsvorsitzende von Pro Augsburg, in der berühmten Bildungsausschusssitzung im Juni, in der Bildungsreferent Hermann Köhler per Beschlussvorlage von einer Generalsanierung Abstand nehmen wollte. Dieser inhaltlich ehrliche Vorstoß Köhlers verfolgte das Ziel, die Priorisierung „zuerst der Brandschutz, dann der Rest“ beizubehalten und wohl auch das Ziel, darauf hinzuweisen, dass das im Sommer 2016 geschnürte (und von der CSU und der Stadtregierung gefeierte) „Bildungspaket“ wieder zu öffnen ist, um es neu zu schnüren, da die Mittel nicht hinreichen, um das Programm planungstechnisch sauber durchzuführen. Die CSU-Fraktion platzte in diese Sitzung mit einem politischen Positionspapier, das jedoch nicht abgestimmt wurde. Darin war wolkig die Rede von einem „Stufenplan“. Die Bündnisparteien reagierten zurückhaltend und beantragten „Beratungsbedarf“. – In diesem Status scheint die Stadtregierung zu verharren.

Bis heute gibt es keine belastbare Gesamtkostenschätzung hinsichtlich der notwendigen Fördergelder. Es gibt keinen zusammenhängenden Sanierungsplan, keinen Zeitplan sowie keine funktionierende Kommunkation mit den betroffenen Schulfamilien und natürlich gibt es keinen Stufenplan, sondern einen Businessplan über sieben Millionen Euro, der bis 2030 (!) die Augsburger Schulen digital auf den neuesten Stand bringen soll. Warum das so lang dauert? Weil für eine zeitlich angemessene Handlung das Geld fehlt. Und selbstverständlich fehlen dafür die Fachlehrer, was man ebenfalls aus dem Verwaltungsbericht entnehmen kann, der morgen im Bildungsausschuss vorliegt.

Wer Kinder hat – oder vom Fach ist, weiß, dass in einem der reichsten Länder der Welt (Bayern) ein Bildungsnotstand herrscht, wie man ihn nur in Schwellenländern vermutet. Viel zu große Klassen, zu wenig Lehrer und dazu kommt noch der Umstand, dass die Lehrerausbildung kaum noch den Standards genügt. Die Schulgebäude sind marode und teilweise herrschen unzumutbare Bedingungen auf den Toiletten sowie in den Klassen- und Aufenthaltsräumen. Kurz gesagt: Es ist eine Schande und niemand will dafür verantwortlich sein. Dabei haben wir in Bayern mit der CSU eine Art Staatspartei, die seit mehr als einem halben Jahrhundert die Regierung stellt. Man traut sich die Banalität kaum schreiben, muss es aber in diesem Zusammenhang tun: Das Schulwesen unterliegt den Bundesländern!

In der aktuellen Pressemitteilung der CSU übt sich der Augsburger CSU-Fraktionschef Bernd Kränzle darin, was er ohnehin am besten kann: beschwichtigen. Bildungsreferent Köhler habe das größte Sanierungspaket der Nachkriegsgeschichte angepackt. Die Diskussion um die Schulsanierungen in Augsburg habe komplexe und weit in die Vergangenheit reichende Gründe. Sie sei nicht nur der Tatsache geschuldet, dass die Stadt – ungeachtet anderer statistischer Prognosen – erheblich gewachsen sei und weiter wachse, sondern auch historisch bedingt: Jahrzehntelang sei bei der Bestandspflege und Sanierungsplanung nicht ausreichend in die Zukunft gedacht worden, so Kränzle, der dabei nicht erwähnt, dass eben „seine“ CSU in Augsburg seit 1990 nur zwischen 2002 und 2008 nicht die Stadtregierung stellte. Anders gesagt: In den vergangenen drei Jahrzehnten war die CSU in Augsburg 24 Jahre beinahe mit der Stadtregierung identisch. In Bayern ist die CSU seit 60 Jahren an der Macht. Somit steht die CSU in der Hauptverantwortung für das bildungspolitische und baupolitische Desaster.

Dies habe sich, so Kränzle, seit Antritt der Stadtregierung unter OB Gribl und mit Bildungsreferent Hermann Köhler, der das größte Maßnahmenpaket der Augsburger Nachkriegsgeschichte angepackt habe, maßgeblich verändert: Seit 2008 seien insgesamt 384 Millionen in die Augsburger Schullandschaft investiert worden. Das gesamtheitlich angelegte Schulsanierungsprogramm bringe erfolgreich grundhafte bauliche und pädagogische Verbesserungen für die Schulen. Bis zu welchem Zeitpunkt das geschehen soll, steht nicht dabei.

Insgesamt wurden laut Angaben der Stadt Augsburg alleine im Zeitraum von 2015 bis 2020 in die Sanierung der Augsburger Schulen rund 176 Millionen Euro aus dem Vermögenshaushalt der Stadt Augsburg investiert sowie Mittel bereitgestellt. „Ohne extrem hohe Brandschutzvorgaben wäre viel mehr möglich“, so Kränzle. Die Sanierungsmaßnahmen werden mit einem klaren Plan und einer nachvollziehbaren Priorisierung vollzogen. „Wann was wie saniert wird, ist im Rahmen der im Stadtrat beschlossenen Schulsanierungspakete festgeschrieben und wird nur durch ungeplante Maßnahmen gestört“, so der Fraktionsvorsitzende Bernd Kränzle. „Ich kann allen Schulleitern und Schulen nur sagen: Keine Panik, die Stadtregierung hat einen Plan“.

Die „Stadtregierung“, wie Kränzle die CSU nun nennt, hat in der Tat einen Plan. Der Plan sieht so aus: Derjenige, der am lautesten schreit, wird der Mund mit schnellen Geldern gestopft. Dem Peutinger Gymnasium, dessen Schulleiter die Stadtregierung scharf angriff, werden Nachtragsmittel für den „Mozartturm“ zur Verfügung gestellt. Der Mozartturm ist eine Ausweichstätte, die erst saniert werden muss: „Die CSU-Fraktion freut sich über die heutige schriftliche Mitteilung der CSU-Finanzreferentin Eva Weber an das Peutinger Gymnasium, dass für die Planungen „Mozartturm“ die notwendigen Planungsmittel in Höhe von 440.000 Euro im Nachtragshaushalt 2019 – vorbehaltlich der entsprechenden Beschlussfassung des Stadtrats und der Haushaltsgenehmigung durch die Regierung von Schwaben – zur Verfügung gestellt werden“, schreibt Bernd Kränzle.

Bis jetzt sind 300 Millionen Euro für die Sanierung der Augsburger Schulen vorgesehen. Vermutlich wäre das Zweifache dieses Betrages nicht genug, immer wieder hört man über den „Flurfunk“ der Verwaltung, dass man gar mit einer Milliarde Gesamtkosten zu rechnen habe. Mit Beschwichtigungsstrategien lässt sich dieses Finanzierungsloch nicht auflösen. Die Schulfamilien fühlen sich zurecht veräppelt, weil ihnen etwas vorgemacht wurde und wird, was mit 300 Millionen Euro nicht zu leisten ist.

„Natürlich ist genug nie genug, wenn es um die Zukunft der Bildung unserer Kinder geht“, so Kränzle in seinem Schreiben, „aber wir sollten trotz anstehendem Wahlkampf weiter ein vernünftiges Miteinander pflegen.“

Ein „vernünftiges Miteinander“ wäre möglich, wenn man als Stadtregierung in der Lage wäre, eine Ansage zu machen, die sich der Wahrheit annähert. Die Bitte nach Vernunft kann nur ernstgenommen werden, wenn der Bittsteller einen Plan hat, der vernünftig scheint. Die Augsburger Schulen mit 300 Millionen Euro sanieren zu wollen, hat mit Vernunft nichts zu tun. Dahinter steht kein Plan, sondern ein Irrtum.



Weitere Auszeichnung für das Augsburger Friedensfest

Der Bayerische Staatsminister der Finanzen und für Heimat, Albert Füracker, beabsichtigt, dem Augsburger Friedensfest den Heimatpreis Bayern für besondere Verdienste um Heimat, Kultur und Brauchtum zu verleihen.

Die Auszeichnung wird im Rahmen der Veranstaltung „Heimat Bayern“ am Dienstag, 08. Oktober 2019 um 18:00 Uhr in der Allerheiligenhofkirche der Residenz München persönlich überreicht. Kulturreferent Thomas Weitzel wird die Auszeichnung entgegennehmen.Nach dem Eintrag ins Landesverzeichnis und ins Bundesverzeichnis Immaterielles Kulturerbe der UNESCO im Jahr 2018 ist dies eine weitere Auszeichnung für das Augsburger Friedensfest.



Theaterpremiere am Tag der deutschen Einheit: Born in the GDR

Am 3. Oktober zeigt das Sensemble Theater BORN IN THE GDR. Ein Schauspiel mit Daniela Nering, Wini Gropper, Dörte Trauzeddel und Fred Brunner. Regie führt Dagmar Franz-Abbott.

„Wir leben in Deutschland und manchmal haben wir sie fast vergessen – die Mauer, die sich einst durch unser Land zog. 2019 jährt sich der Mauerfall zum 30. Mal – Zeit sich zu erinnern! Am besten mit Musik – wir hören ein Lied und dann ist alles plötzlich wieder da: graue Häuserfronten, Anstehen für Bananen, der Geruch von Westpaketen, Pioniernachmittage, die Verhaftung von Bekannten, Urlaub an der Ostsee, der Geschmack von Pfefferminzdrops.“ So der Ankündigungstext vom Sensemble Theater. Anhand von ausgewählter Ostmusik, von Wolf Biermann bis zu den Phudys, unternimmt das Stück eine Zeitreise durch ein Land, das 1990 von der Landkarte verschwand, das unser Denken und Tun aber immer noch beeinflusst. „Wir kramen in persönlichen und fremden Erinnerungen, machen alte Kisten auf – finden Alltag und Politik, Solidarität, Improvisation, Verrat, Leidenschaft, Humor und viel Musik.“

 

 



Ist die Kultur des Lesens in der Krise?

Am 4. Oktober 2019 findet in der Neuen Stadtbücherei ab 19.00 Uhr  eine Veranstaltung statt, die „Die Zukunft des Lesens im Zeitalter der Digitalisierung“ thematisiert.

Bernd Sibler

Das Lesen von Texten gilt als selbstverständliche Kulturtechnik. Noch nie umgaben uns so viele Texte wie heute. Doch immer stärker beschäftigt uns die Frage, ob das Lesen in einer Krise steckt. Und falls Ja: Sind die modernen Medien dafür verantwortlich? Der Einfluss der Digitalisierung in die Schulen, die Forschung, ins Bibliothekswesen und in die Printmedien. Hat das Lesen noch Zukunft? Darüber diskutieren anläßlich des Jubiläums 10 Jahre Neue Stadtbücherei: Bernd Sibler, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Daniel Wirsching, Medienredakteur der Augsburger Allgemeinen, Prof. Dr. Klaus Zierer, Ordinarius am Lehrstuhl für Schulpädagogik an der Universität Augsburg, Peter Kosak, Leiter des Schulwerks der Diözese Augsburg. Die Moderation übernimmt Dr. Ulrike Schaupp, Akademische Rätin an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Die Veranstaltung wird von der Buchhandlung am Obstmarkt organisiert. Der Eintritt ist frei.

 



SPORT

AEV gewinnt in Wolfsburg

Die Augsburger Panther haben endlich den ersten Dreier der DEL-Saison 2019/20 eingefahren. Bei den Wolfsburg Grizzlys siegte der AEV mit 3:2. Die Treffer für die Panther erzielten Daniel Schmölz (4.), David Stieler (14.) und Simon Sezemsky (29.). Für Wolfsburg waren Garrett Festerling (5.) und Ryan Button (39.)

Mit Olivier Roy im Kasten gelang dem AEV in Wolfsburg der erste Dreier der Saison Foto: DAZ-Archiv © Siegfried Kerpf

Tray Tuomie veränderte sein Team dabei im Vergleich zur Niederlage gegen Straubing nur zwischen den Pfosten, wo Olivier Roy wieder für Markus Keller ins Team rückte. Und Augsburgs Goalie hatte in der Anfangsphase gleich Grund zur Freude, denn der AEV ging früh in Führung:
Schmölz fälschte einen Schuss von Scott Valentine unhaltbar ab und erzielte bereits sein drittes Tor an diesem Wochenende (4.). Wolfsburg schlug allerdings postwendend zurück: Nur 50 Sekunden später zielte Festerling ganz genau und markierte aus spitzem Winkel den Ausgleich (5.).

Stieler bringt AEV erneut in Führung

Anschließend begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe und Roy und sein Gegenüber Chet Pickard konnten sich hin und wieder auszeichnen. Ein Tor fiel allerdings erst in der 14. Minute wieder, als Stieler mit einem platzierten Handgelenksschuss die zweite Führung der Panther besorgte. Und die Panther hatten in Unterzahl sogar die große Chance auf einen weiteren Treffer, aber Jaroslav Hafenrichter scheiterte bei seinem Alleingang an Pickard (17.), so dass es mit dem 1:2 in die erste Pause ging.

Im zweiten Durchgang legten die Panther jedoch nach. Nach ausgeglichenen ersten Minuten zog der AEV in Überzahl schließlich auf zwei Tore davon. Bei vier gegen drei lief die Scheibe gut und Sezemsky erzielte mit einem satten Schuss den dritten Treffer der Panther (29.).

Partie bleibt spannend

Dabei hätte es nicht bleiben müssen, denn der AEV hatte nach einem bösen Hit von Jeff Likens gegen Adam Payerl, der eine Spieldauerdiszipinarstrafe nach sich zog, in Überzahl weitere gute Möglichkeiten, aber das 1:4 wollte nicht fallen. Und dies rächte sich kurz vor dem Ende, als Button sich stark über die linke Seite durchsetzte und auch Roy zum Anschlusstreffer bezwang (39.).

Und im dritten Spielabschnitt drückten die Wolfsburger auf den Ausgleich, hatten aber Pech, als Gerrit Fauser nur die Latte traf (50.).

Panther bringen Sieg über die Zeit

Sonst ließen die Panther allerdings kaum etwas zu. Die Defensive stand sicher und Roy hielt die Schüsse, die durchkamen, sodass der AEV den Sieg über die Runden brachte. Es war der erste Dreier der laufenden Saison und bereits am Mittwoch können die Panther nachlegen, wenn der ERC Ingolstadt seine Visitenkarte im Curt-Frenzel-Stadion abgibt.

 



300 Millionen
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