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Neuer Großauftrag bringt Hoffnung für Premium Aerotec

Premium Aerotec erhält einen Großauftrag der Mutterfirma Airbus. Das bringt Hoffnung für die Beschäftigten, deren Arbeitsplätze dadurch sicherer geworden sind. 

Eine gute Nachricht für Augsburgs Flugzeugindustrie Foto: Werner Hennies / Flughafen München GmbH

Für die neue Langstreckenversion der Airbus-A320-Familie – den A321 XLR – werde Premium Aerotec den hinteren Mitteltank bauen, teilte das Unternehmen im Augsburger Süden am heutigen Montag mit. Die Produktion werde im Frühjahr starten, und „die Montage der ersten Tanks wird ab Herbst 2020 am Standort Augsburg stattfinden“. Hubert Aiwanger sagte in seiner Eigenschaft als Wirtschaftsminister, dass mit dem Auftrag eine signifikante Zahl der 1100 gefährdeten Jobs abgesichert würden.

Bisher standen bei Premium Aerotec der Abbau von rund 500 Arbeitsplätzen auf der Agenda.  1100 der insgesamt 3600 Stellen sollten bis 2023 gestrichen werden, falls sich die Situation nicht deutlich verbessern werde, so das Unternehmen im April dieses Jahres. Die Rede war von einem Auslastungsrückgang. Der aktuelle Auftrag wird von der IG Metall positiv kommentiert „Es ist auf jeden Fall ein positives Signal und eines der perspektivischen Arbeitspakete, das wir gefordert haben“, so IG-Metall-Chef Michael Leppek.  Thomas Ehm (Premium-Aerotec-Vorstandschef) sagte, dass das neue Arbeitspaket einen positiven Einfluss auf die Höhe der ab Ende 2020 an den Auslastungsrückgang anzupassende Mitarbeiterzahl haben werde. Die Rettung aller Arbeitsplätze durch den Auftrag ist allerdings noch ein gutes Stück weit entfernt.

Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger erklärte auch, dass der Auftrag wieder Hoffnung in die Region bringen würde, „die zuletzt immer wieder von negativen Meldungen belastet wurde“. Es brauche aber weiter große Anstrengungen, um Premium Aerotec „nachhaltig wettbewerbsfähig und konkurrenzfähig für weitere Arbeitspakete zu machen“. Die Staatsregierung beschloss im vergangen Jahr ein 40 Millionen Euro schweres Forschungsprogramm, das die Nutzung von Leichtbauwerkstoffen und die Digitalisierung von Fertigungsprozessen vorantreiben sollte.

Der Augsburger CSU-Chef und Bundestagsabgeordnete Dr. Volker Ullrich (CSU) zeigte sich ebenfalls erfreut und meldete sich via Pressemitteilung zu Wort: „Ich freue mich sehr über diese positiven Nachrichten für die Mitarbeiter von Premium Aerotec und den Standort Augsburg. Die Airbus-Auftragsvergabe an Premium Aerotec wird viele der derzeit 1100 gefährdeten Arbeitsplätze in Augsburg sichern. Der Wirtschaftsstandort Augsburg im Airbus-Verbund wird gestärkt. Ich werde mich weiterhin für den Standort Augsburg im Airbus-Konzern einsetzen, gleich ob Stamm- oder Leiharbeitnehmer. Sie alle sind ein wichtiger Teil von Airbus. Für die dauerhafte Sicherung einer modernen Luft- und Raumfahrt brauchen wir eine langfristige Strategie, die auch im europäischen Maßstab wirkt. Davon kann Augsburg profitieren.“

 



Panther gewinnen in Schwenningen – zwei Punkte nach Penaltyschießen

Die Augsburger Panther haben offenbar Gefallen an Verlängerungen und Penaltyschießen gefunden. Nachdem die Panther bereits in der Champions Hockey League dreimal „nachsitzen“ mussten, entschied nun auch in der DEL dreimal in Serie das Penaltyschießen über den Sieger. Bei den Schwenninger Wild Wings siegte der AEV mit 4:3 im Shootout. Die Treffer für die Panther erzielten Thomas Holzmann, David Stieler (je 18.) und Simon Sezemsky (54.). Für den Extrapunkt sorgte erneut Stieler, der als einziger seinen Penalty verwandeln konnte (66.). Für Schwenningen waren Jamie MacQueen (7., 59.) und Markus Poukkula (31.) erfolgreich.

Auch in Schwenningen musste der AEV ins Penaltyschießen und holten sich dabei den Extrapunkt Foto © Siegfried Kerpf

Trauerfall: LeBlanc nicht dabei

Tray Tuomie musste dabei erstmals personell reagieren. Drew LeBlanc reiste wegen eines Trauerfalls in der Familie in seine Heimat und stand dem Coach nicht zur Verfügung. Für den Spielmacher rückte Neuzugang Alexander Lambacher ins Team und feierte sein DEL-Debüt für den AEV. Der Südtiroler konnte allerdings nicht verhindern, dass das Spiel genauso begann wie die Partie gegen die DEG am Freitag – nämlich mit einem Gegentor in Unterzahl. Die Wild Wings ließen die Scheibe gut laufen und am Ende zog MacQueen ab und traf genau ins obere linke Kreuzeck (7.). Bereits in der vergangenen Spielzeit traf der Angreifer besonders gern gegen den AEV: Noch in Diensten der Eisbären Berlin knipste der Torjäger seinerzeit gleich fünf Mal.

Doppelschlag für den AEV

Sonst passierte lange nichts: Beide Teams standen gut in der Defensive und ließen kaum etwas zu. Bis zur 18. Minute, als die Panther das Spiel innerhalb von nur 42 Sekunden drehten. Erst fälschte Holzmann einen Schuss von Simon Sezemsky unhaltbar zum Ausgleich ab und kurz danach brachte Stieler die Gäste erstmals in Führung.

Payerl erkämpfte zuvor die Scheibe hinter dem Tor der Wild Wings, bediente Stieler, der trocken abzog und Dustin Strahlmeier keine Abwehrchance ließ. Die Panther nahmen diese Führung auch in die Kabine, denn Olivier Roy verhinderte kurz vor der Sirene das 2:2 als er bei einem Zwei-auf-Eins-Angriff der Hausherren sehenswert gegen Alexander Weiß parierte (19.).

Schwenningen trifft erneut im Powerplay

Im Mitteldrittel bot sich den Zuschauern zunächst ein ähnliches Bild wie im ersten Durchgang. Beide Abwehrreihen standen solide, so dass er nur selten gefährlich wurde. Doch in Überzahl kam Schwenningen erneut zum Torerfolg. Torschütze war Poukkula, der einen Schuss von Christopher Fischer noch abfälschte (31.). Und plötzlich nahm das Spiel nun Fahrt auf: Die Panther agierten nun deutlich offensiver und kreierte zahlreiche Chancen, aber auch die Wild Wings hätten weitere Treffer erzielen können. Roy und sein Gegenüber Strahlmeier hatten jedoch immer eine Antwort, so dass es beim 2:2 nach 40 Minuten blieb.

MacQueen kontert Sezemsky

Im dritten Abschnitt war Schwenningen das aktivere Team, aber Roy und seine Vorderleute verteidigten clever und es waren es die Panther, die in Führung gingen. Bei vier gegen drei bediente Stieler Sezemsky und gegen dessen Hammer war Strahlmeier absolut machtlos (54.). Doch der Treffer reichte nicht zum ersten Saison-Dreier, denn die Hausherren glichen durch MacQueens zweiten Treffer – erneut in Überzahl – kurz vor dem Ende tatsächlich noch aus (59.).

Stieler besorgt den Extrapunkt

Auch nach 60 Minuten stand es noch 3:3 und in der Overtime wollte ebenfalls kein Treffer fallen, so dass die Entscheidung im Penaltyschießen fallen musste. Und den Extrapunkt sicherten sich die Panther, denn Stieler verwandelte als einziger Spieler seinen Versuch und sorgte damit für den 3:4-Endstand (66.).

Für den AEV geht es am kommenden Freitag zu Hause gegen die Straubing Tigers weiter, ehe es am Sonntag bei den Wolfsburg Grizzlys um Punkte geht