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Stadtratsliste der WSA gewählt

Die Bürgervereinigung „Wir sind Augsburg“ (WSA) hat ihre Stadtratsliste erstellt

Auf Platz eins wurde Peter Grab gewählt, auf Platz zwei steht die WSA-OB-Kandidatin Anna Tabak. Bemerkenswert ist Marcella Reinhardt, die dem Regionalverband der Sinti und Roma vorsitzt. Reinhardt belegt Platz sechs. Weitere Persönlichkeiten aus der politischen Stadt sind nicht zu verbuchen. Es ist durchaus damit zu rechnen, dass von dieser Liste ein oder zwei Kandidaten in den Stadtrat gewählt werden. Alle Personen auf der Liste seien einstimmig gewählt worden, heißt es in einer Presseerklärung der WSA.



FCA: Finnbogason verlängert Vertrag

Der FC Augsburg und sein isländischer Mittelstürmer sind sich einig und haben ihr Arbeitsverhältnis bis zum Juni 2022 verlängert

Finnbogason bleibt dem FCA somit noch eine Weile treu und ist wieder fit. Seit zwei Wochen trainiert er wieder voll mit und habe, so FCA-Trainer Schmidt, in Trainingsspielen bereits wieder „geknipst“. Finnbogason hat bisher für den FCA 67 Bundesligaspiele absolviert und dabei 32 Tore geschossen und 9 Vorlagen gegeben. Für die Startformation am kommenden Samstag in Dortmund werde es aber noch nicht reichen, so Schmidt, der wohl auf Andre Hahn verzichten muss. Hahn hat sich im Training leicht verletzt.



Hohe Bewerbungszahlen für Medizinstudiengang der Universität Augsburg

Die Bewerbungsfristen im zentralen Vergabeverfahren für das Medizinstudium in Deutschland sind abgelaufen: Ein Fünftel der Studieninteressierten – 8.199 von insgesamt 41.791– hat sich für einen Studienplatz an der neu errichteten Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg beworben. Die ersten 84 Studierenden beginnen hier im Oktober ihr Studium im bayernweit ersten humanmedizinischen Modellstudiengang. Im Endausbau der Fakultät werden insgesamt 1.500 Nachwuchsmedizinerinnen und -mediziner an der Universität Augsburg studieren.

© Kleeblatt-Film

„935 Studieninteressierte der Humanmedizin haben die Universität Augsburg bei ihrer Standortwahl auf den ersten Platz gesetzt. Insgesamt gab es rund 8.000 Bewerberinnen und Bewerber für Augsburg. Damit sind wir aus dem Stand heraus ebenso attraktiv wie traditionsreiche Medizinstandorte“, freut sich die Präsidentin der Universität Augsburg, Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel. Dieser Erfolg sei dem innovativen Konzept, das dem Modellstudiengang zugrunde liege, den sehr guten Startbedingungen und den interessanten Forschungsschwerpunkten zu verdanken. Dies alles sei für die Bewerberinnen und Bewerber augenscheinlich sehr attraktiv gewesen. „Wir wollen die Studierenden optimal auf ihre künftige Rolle als Ärztinnen und Ärzte vorbereiten und ihnen zugleich spannende Einblicke in die Forschung gewähren“, so Doering-Manteuffel weiter.

Die ersten Studierenden am Aufbau beteiligen

Die ersten Studierenden an der weiteren Ausgestaltung des bayernweit ersten Modellstudiengangs beteiligen möchte die Gründungsdekanin der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Martina Kadmon: „Uns liegt sehr daran, gemeinsam mit unseren Studierenden unser Konzept nun bald mit Leben zu füllen und weiterzuentwickeln.“ Als Besonderheiten des Augsburger Studienangebots nennt Kadmon den frühen Einblick in die medizinische Praxis sowie die Verbindung von Grundlagendisziplinen wie der Anatomie und Biochemie mit klassischen klinischen Disziplinen wie der Inneren Medizin oder der Chirurgie. Der modulare Studienaufbau orientiert sich an Organen, Funktionen und Symptomen und beinhaltet auch Longitudinalkurse, die sich über das gesamte Studium ziehen. „Wir sind schon gespannt auf die Ankunft der ersten Studierenden im Herbst, dann geht es richtig los“, so die Gründungsdekanin.

Wissenschaftliches Denken und Handeln im Interesse der optimalen Therapie

Besonders am Herzen, betont Kadmon, liege ihr die wissenschaftliche Ausbildung der zukünftigen Ärztinnen und Ärzte: „Sie sollen in der Lage sein, selbst zu forschen, vor allem aber sollen sie über die Kompetenz verfügen, mit wissenschaftlichen Daten umzugehen, diese Daten richtig zu verstehen und zu deuten. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um im späteren Berufsleben die beste Therapie für die Patienten wählen zu können.“ Und hier finden auch die beiden Forschungsschwerpunkte der Fakultät – Medical Information Sciences und Environmental Health Sciences – Eingang in die Augsburger Medizin-Ausbildung. Ihr Anspruch ist es, die Studentinnen und Studenten bestmöglich mit den Chancen und Herausforderungen des medizinischen Fortschritts sowohl im Bereich der Digitalisierung als auch bei der Umsetzung neuer Therapieansätze vertraut zu machen.

Die Augsburger Universitätsmedizin …

… umfasst die Medizinische Fakultät der Universität Augsburg, das Universitätsklinikum Augsburg sowie – als Kooperationspartner – das Bezirkskrankenhaus Augsburg – Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Universität Augsburg. Die Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät liegen in den Bereichen Medizinische Informatik sowie Umwelt und Gesundheit. Rund 100 Professorinnen und Professoren werden im Endausbau in der bio- und humanmedizinischen Forschung und Lehre tätig sein. Ab dem Wintersemester 2019/20 wird die Medizinische Fakultät einen humanmedizinischen Modellstudiengang anbieten, der vorklinische und klinische Inhalte integriert und besonderen Wert auf eine wissenschaftliche Ausbildung der künftigen 1.500 Studierenden legt.

Das Universitätsklinikum Augsburg (UKA), seit 2019 in der Trägerschaft des Freistaates Bayern, bietet unter anderem durch seine Einbindung in universitäre medizinische Forschung und Lehre der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg der Bevölkerung der Stadt und der Region eine optimale medizinische Versorgung. Die tagesklinischen Betten mitgezählt, stehen am UKA 1.740 Betten zur Verfügung. 24 Kliniken, drei Institute und 19 Zentren garantieren in allen medizinischen Fachdisziplinen Diagnose und Therapie in allen medizinischen Fachdisziplinen auf höchstem Niveau. Jährlich werden über 250.000 ambulante und stationäre Patientinnen und Patienten versorgt. Mit zirka 80.000 Patientinnen und Patienten pro Jahr ist die Notaufnahme des UKA die zweitgrößte der Bundesrepublik. Jährlich erblicken am UKA mehr als 2.450 Kinder das Licht der Welt. Mit 560 Ausbildungsplätzen ist die an das UKA angeschlossene Akademie für Gesundheitsberufe einer der größten Ausbildungsträger der Region.



Hörl-Ausstellung: Brecht nicht getroffen

Im Park des Kurhauses Göggingen sind derzeit Brecht-Figuren zu bestaunen. Lohnenswert ist der kostenfreie Besuch auch deshalb, weil das Projekt nach allen Regeln der Kunst misslungen ist.

Von Siegfried Zagler

I Prolog

Der Künstler Ottmar Hörl ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass eine langjährige Professur nahezu spurlos an jemand vorübergehen kann. Das soll nicht herablassend gemeint sein. Hörl plaudert angenehm unakademisch über seine Ambitionen und sein Werk, über Kunst und Markt und über seine erstaunlichen Bildungsdefizite: „Ich wusste nicht, dass Brecht in Augsburg geboren wurde.“

II Brecht

Ottmar Hörl und seine Brecht-Figur © DAZ

Bert Brecht hat im Laufe seines Lebens 48 Theaterstücke geschrieben, zwei davon in Augsburg, über 2300 Gedichte, zirka 200 Erzählungen und drei Romane, seine theatertheoretischen Ausführungen haben ihn zum Übervater des deutschen Regietheaters gemacht und überall auf der Welt gilt für Theatermacher der Satz, dass man an Brecht nicht vorbeikomme. Dass Brecht in Augsburg geboren wurde und seiner Heimatstadt mit Gedichten und den Keuner-Geschichten in der Literaturgeschichte einen Spitzenplatz einräumte, ist nicht weniger bekannt als der Sachverhalt, dass das Ulmer Münster in Ulm steht.

III Die Kunst

„Wenn man nach einer durchsoffenen Nacht neben einer fremden Frau aufwacht und im Bad über einen Hörl-Hasen oder eine Avantgarde-Schnecke stolpert, sollte man schnell das Weite suchen.“ Dieser Satz, der von Brecht sein könnte, aber nicht ist, ist in der Tat gesagt worden, und zwar in einer Kreuzberger Kneipe von einem Freund, der in diesem Zusammenhang verständlicherweise seine Identität nicht preisgeben will (Nennen wir ihn Hans-Peter.). Hans-Peter wollte mit diesem Flame seine Geringschätzung über Badezimmer-Kunst zum Ausdruck bringen und hatte natürlich damit blitzartig Erfolg, nämlich die Lacher auf seiner Seite. Doch er tat der fremden Frau Unrecht, denn sie könnte die Plastik a) geschenkt bekommen haben oder b) genau deshalb erworben haben, damit Typen wie Hans-Peter schnell wieder verschwinden.

IV Worauf es ankommt

Ottmar Hörl, über den Männer gern Männer-Witze reißen, weil er Gartendekor mit Kunst in Verbindung setzt, gießt auch gerne Berühmtheiten in Plastik, um sie dann medien- und verkaufswirksam auf öffentlichen Plätzen zu platzieren. So standen (stehen) Luther-Figuren in Wittenberg, Marx-Figuren in Trier, Einstein-Figuren in Ulm, Wagner-Figuren in Bayreuth, Goethe-Figuren in Frankfurt, Karl der Große-Figuren in Aachen oder Franz-Josef Strauss-Figuren in München. Hörl sagte bei der Ausstellungseröffnung in Göggingen, dass es ihm darauf ankomme, dass seine Kunst von jedermann erwerbbar sein solle. Deshalb das serielle Konzept – mit und ohne Signatur. Die genannten Figuren stehen in „ihren“ Städten, also dort, wo die realen Personen geboren wurden oder gewirkt haben, sind zirka einen Meter groß und sehen den Berühmtheiten ähnlich, die sie darstellen .

V Die Kritik  

Bei den Brecht-Figuren, die nun im Park des Kurparktheaters in Göggingen stehen, ist das nicht der Fall. Wüsste man es nicht, käme man nicht auf die Idee, dass es sich bei der gelassen dreinblickenden Brecht-Figur, um Bertolt Brecht handeln könnte. Der Ledermantel, mit dem Brecht sich vom  Augsburger Fotografen Reßler in Szene setzen ließ, sieht wie ein Bademantel aus und die Physiognomie des Gesichts erinnert weder an den jungen Brecht  noch an Brecht als er älter und bereits eine Art Popstar war. Wenn man vom Haarschnitt absieht, hat Hörls Brecht-Figur mit der Person Bertolt Brecht nichts gemeinsam. Das ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass es bei dieser Form der Konzeptkunst auf Erkennbarkeit, Ort und Zuordnung ankommt.

Wenn man es nicht wüsste, käme man nicht darauf: Brecht-Figur von Ottmar Hörl © DAZ

Göggingen hat zu Lebzeiten Brechts nicht zu Augsburg gehört. Die Siedlung wurde 1969 im Rahmen eines feierlichen Festaktes zur eigenständigen Stadt ernannt. Drei Jahre später, im Rahmen der großen Gebietsreform, wurde Göggingen eingemeindet – und somit zu einem Augsburger Stadtteil. Brecht ist im Lechviertel geboren, in der Bleich aufgewachsen. Die Altstadt (Gablers Taverne), der Rathausplatz, der Plärrer, der Lech (Wolfzahnau) waren Brechts Orte. Göggingen hat mit Brecht so wenig zu tun wie die Hörl-Plastik, die Brecht darstellen soll.

Wem es darauf nicht ankommt und eine Plastik-Figur erwerben will, die Brecht kaum ähnelt, kann das über die Max-Galerie tun: info@maxgalerie.de – Die Ausstellung im Park des Kurhauses Göggingen läuft noch bis zum 29. September.

 



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