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Augsburger Trauerspiel in Verl

Der FC Augsburg scheidet in der 1. Runde des DFB-Pokals nach einer blamablen Vorstellung beim Viertligisten SC Verl mit 1:2 aus.

Von Udo Legner

Angefangen von der neuen Nummer 1 im Augsburger Tor, über die desolate Abwehr, dem bis zur Einwechslung von Rani Khedira (66. Min.) einfallslosen Mittelfeld und der hölzernen Offensive enttäuschte der FCA beim Saisonauftakt von vorne bis hinten. Passend zum Gesamtbild war auch der Augsburger Anschlusstreffer durch Hahn in der 83. Minute keiner Kombination, sondern einem fragwürdigen Foulelfmeter geschuldet.

In seiner Startaufstellung setzte Martin Schmidt neben Keeper Tomas Koubek auf vier weitere Neuzugänge: Mads Pedersen, den frisch gebackenen Vater Florian Niederlechner, Marek Suchy und Arvoleda Gruezo. Wer gedacht hatte, dass die neu formierte Elf mit Spielfreude, Elan und Biss ins erste Pflichtspiel gehen würde, sah sich bald eines Besseren belehrt. Pomadig und ohne spielerische Linie präsentierte sich der FCA in der Anfangsphase und insbesondere die ein ums andere Mal desorientierte Defensive ließ Schlimmes befürchten. Den ersten Aufreger gab es gleich in der 3. Minute: Nach einer Freistoß Flanke von Ritzka gab Langesberg dem neuen FCA-Keeper Koubek das Nachsehen und köpfte zur vermeintlichen Führung für den Viertligisten ein. Der FCA durfte sich beim Unparteiischen Matthias Jöllenbeck aus Freiburg bedanken, der ein Foulspiel an Suchy gesehen hatte und deshalb den Treffer annullierte.

Tschechische „Teamarbeit“ führt zum FCA Rückstand

Nur wenige Minuten später standen die beiden tschechischen Neuverpflichtungen Marek Suchy und Tomas Koubek erneut im Mittelpunkt. Einen Heber des einteilten Verl-Stürmers Haeder konnte Koubek in einer 1:1 Situation noch spektakulär parieren, doch prallte der Ball unglücklich an das Knie des FCA Verteidigers Suchy und von da zur 1:0 Führung für den SC Verl ins FCA Gehäuse (8. Min.).

Doch auch dieser frühe Rückstand riss die FCA Elf nicht aus ihrem Trott. Ein harmloser Eckball (12. Minute) war alles, was die Bundesligaelf in der ersten Viertelstunde vor dem Tor des Viertligisten zustande brachte. In der 23. Minute die völlig verdiente 2:0 Führung für Verl: Der Bundesligist wurde bilderbuchmäßig ausgekontert und Schallenberg erhöhte für den Underdog und Viertklassisten, wobei seinem Abschluss allerdings eine nicht geahndete Abseitsstellung vorausging. – Erst in der letzten Viertelstunde der ersten Hälfte kamen Gregoritsch (30. Min.) , Hahn (40. Min.) und Niederlechner (45. Min.) zu Torchancen, die sie allerdings gegen den starken Verler Schlussmann Brüseke nicht zu nutzen wussten.

Fazit zur Halbzeit: Der FCA fand eine halbe Stunde nicht statt und war mit dem 0:2 Halbzeitstand noch gut bedient.

In der zweiten Hälfte ließ der FCA nur selten erkennen, dass er dem Spiel noch eine Wende geben wollte. Obwohl dem Team von Martin Schmidt die Zeit davonlief, beschränkte es sich auf Sicherheitsfußball. Ein ums andere Mal wurde der Ball umständlich zu Keeper Koubek zurückgespielt, dessen Abspiele und Abschläge sich mehr und mehr dem Augsburger Spielniveau anpassten. Erst die Einwechslung von Rani Khedira (63. Min. für Pedersen) sorgte für mehr Spielfluss und Torgefährlichkeit.

Allerdings dauerte es bis zur 80. Minute bis der Bundesligist durch Gruezo zu einer erneuten Torchance kam, die von Verl-Keeper Brüseke einmal mehr vereitelt wurde. Wenige Minuten später ein letzter Hoffnungsschimmer für den FCA: Nach einem Zweikampf zwischen Hahn und Verl-Verteidiger Ritzka im Strafraum entschied der Schiedsrichter auf Strafstoß, den der Gefoulte unhaltbar zum 1:2 verwandelte.

Kampf und Krampf in der Schlussphase

In der ebenso dramatischen wie hektischen Schlussphase kam der FCA in der Nachspielzeit im Anschluss an einen Eckball zwar noch zu einer weiteren Großchance, die von der beherzten Abwehr des Viertligisten aber unschädlich gemacht werden konnte. So blieb es beim verdienten Pokalsieg des SC Verl über einen auf der ganzen Linie enttäuschenden FCA, der nun alles daran setzen muss, diese Schmach beim Bundesligaauftakt (Samstag, 15.30 Uhr) in Dortmund vergessen zu machen.

FCA: Tomas Koubek – Mads Pedersen, Marek Suchy, Georg Teigl, Tim Rieder – Daniel Baier Marco Richter, Carlos Gruezo – André Hahn, Florian Niederlechner, Michael Gregoritsch



Verl oren – Nach dem Pokal-Desaster: Was ist zu tun?

Der FC Augsburg verlor sein erstes Pflichtspiel in der DFB-Pokal-Hauptrunde beim Viertligisten SC Verl mit 1:2 und lieferte dabei eine  Vorstellung ab, die alles in Frage stellt, was nach der Freistellung von Manuel Baum geschah.

Von Siegfried Zagler

Verl war über weite Strecken des Spiels dem FCA überlegen: handlungsschneller, beweglicher und kampfstärker als der FCA, der im Vergleich zu den Ostwestfalen uninspiriert und fahrig nach vorne spielte.  „Wir haben alles angesprochen und sind trotzdem reingefallen“, so Trainer Schmidt nach einem Auftritt, der Dauerkartenbesitzer Zornesfalten in die Stirn treiben sollte.

„Wir sind total enttäuscht. All das, was wir nicht machen wollten, haben wir gemacht. Unter dem Strich war das eindeutig zu wenig“, so Manager Stefan Reuter, der sich aber zusammen mit dem Trainer auch an die Nase fassen muss: Teigl, Rieder, Pedersen sind von einer akzeptablen Bundesligatauglichkeit soweit entfernt wie Blogger Arno Löb vom Literaturnobelpreis. Beim FCA fiel aber nicht nur die fehlende individuelle Klasse einiger Akteure auf. Gregoritsch, Niederlechner und Richter zeigten selten, dass man im Team zu pressen hat. Die Doppelsechs Baier und Gruezo waren nicht aufeinander abgestimmt und ließen in der Mitte zuviel Räume zu.
Die Abwehr präsentierte sich in der Mitte wie auf den Außenpositionen ohne Struktur, Abstimmung und Agressivität, überhaupt von einer Offensive zu sprechen, wäre schon geschmeichelt: In den ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit kam der FCA zu keinem einzigen Abschluss, fast alles war Zufall und Stückwerk. Die Kaderpolitik steht deshalb in der Kritik. Die trostlose Vorstellung in Verl gibt eine Woche vor dem Ligaauftakt bei Borussia Dortmund Anlass zu großen Sorgen. „Wir haben sehr viel Arbeit, sonst gibt es in Dortmund ein böses Erwachen“, so FCA-Trainer Schmidt. Training wird nicht viel helfen. Neues Personal für die Abwehr muss verpflichtet werden, sonst kommt nach dem bösen Erwachen ein langer und tiefer Fall.

 

 



Wertvolle Mappe von Zeichnungen zum Leben Bertolt Brechts an Staats- und Stadtbibliothek Augsburg geschenkt

Eine wertvolle Mappe mit 52 Skizzen und Zeichnungen zum Leben Bertolt Brechts, seit 22 Jahren als Dauerleihgabe in der Bibliothek, wurde jetzt von Dr. Wolfgang Pfaffenberger der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg als Schenkung vermacht.

Pfaffenberger kam bereits als Schüler im Augsburger Holbein-Gymnasium mit Brechts Werken in Berührung; Erich Maiberger war einer seiner Lehrer. Vor allem als Buchautor bekannt, betätigt er sich seit 1993 künstlerisch. Der eindrucksvolle Zyklus zum Leben Bertolt Brechts entstand 1994. Diese und andere Zeichnungen Pfaffenbergers sowie seine Buchpublikationen sind im Besitz der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg.



DFB-Pokal: FCA in Verl

Der FCA sollte in der ersten Hauptrunde des DFB- Pokals heute in Verl keine Probleme bekommen. Doch der Bundesligastart könnte grausam werden.

Von Siegfried Zagler

Das Ruhrgebiet war in den Jahren, als die Atomenergie noch als große Versprechung galt, eine wirtschaftliche Hauptschlagader der jungen Bundesrepublik. Dass diese Zeit längst Geschichte ist, zeigt ein Blick auf die Tabelle der Regionalliga West: Wattenscheid, Essen, Wuppertal, Oberhausen waren im „Kohlezeitalter“ respektable Bundesligaklubs. Der Westen war im Industriezeitalter eine reiche Region, die mit Gelsenkirchen, Dortmund, Bochum, Köln, Düsseldorf, Duisburg, Krefeld und später Leverkusen das Gerüst der Bundesliga bildete. Mit den öffentlichen Verkehrsmittel konnten diese Klubs zu einem Drittel ihrer Auswärtsspiele fahren.

In der Regionalliga West spielt auch der SC Verl, der heutige Gegner des FC Augsburg in der ersten Hauptrunde des DfB-Pokals. Eine Woche vor dem Bundesligastart (Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund) wäre ein Ausscheiden gegen Verl eine Katastrophe der besonderen Art. „Wir wollen das Ticket lösen für die zweite Runde“, so FCA-Trainer Martin Schmidt unmissverständlich, doch er sollte auf der Hut sein. Der FCA ist ein schlechter Starter: 2014 und 2017 scheiterten die Brechtstädter jeweils in der 1. Runde, beide Male am 1. FC Magdeburg. Doch Verl ist zu Hause schwächer als die Ostdeutschen. Vor zwei Wochen verloren sie zu Hause ihr Liga-Auftaktspiel gegen Wattenscheid mit 0:2 – vor 869 Zuschauern. 

Gegen Oberhausen holte der SC Verl auswärts einen Punkt. Zwei Pflichtspieltage haben die Regionalliga-Kicker den Augsburgern voraus. Dennoch darf man davon ausgehen, dass der FCA an diesem Samstag im Westen gewinnen wird. Anders sieht das allerdings eine Woche später aus. Dortmund befindet sich in einer bestechenden Frühform. Der FCA könnte Opfer werden, denn trotz der Verpflichtung eines gestandenen Torhüters (Koubek) muss man sich weiterhin um die Augsburger Sorgen machen, da die Abwehr derzeit schwächer ist als es die Bundesliga erlaubt. Die Abgänge Hinteregger, Schmid, Stafylidis, Danso sowie die verletzten beziehungsweise noch nicht ganz fitten Spieler Gouweleeuw, Khedira, Framberger, Max, lago sind kaum adäquat zu ersetzen. 

Gegen Verl sollten Suchy, Oxford, Rieder und Co. nicht in Schwierigkeiten kommen, was dann kommt, könnte grausam werden: Dortmund (A), Union Berlin (H), Bremen (A).



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