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Kommunalwahl: Kulturreferent Thomas Weitzel auf CSU-Liste

Die mit Spannung erwartete CSU-Liste für die kommende Stadtratswahl ist erstellt. Exklusiv für die DAZ-Leser ist zu erkennen, dass einige Überraschungen zu verzeichnen sind.

Auf Platz eins steht natürlich die CSU-Oberbürgermeisterkandidatin Eva Weber, auf Platz befindet sich Gerd Merkle, der wohl damit zu erkennen gibt, dass er gerne als Baureferent weitermachen möchte. Das Gleiche dürfte für den bis heute parteilosen Kulturreferenten Thomas Weitzel gelten, der auf der CSU-Liste Platz 9 einnimmt. Das ist eine Sensation, die man seitens der Kulturschaffenden eher mit einem Stirnrunzeln, als mit Freude quittieren wird.

Auf Platz drei steht CSU-Urgestein Bernd Kränzle, Platz vier erhielt Astrid Gabler, die sich als Pressesprecherin der Fugger´schen Stiftung einen Namen machte, auf Platz fünf folgt Leo Dietz, dann folgen Ralf Schönauer, Ruth Hintersberger, Peter Uhl – und wie gesagt: Thomas Weitzel! Platz zehn nimmt die völlig unbekannte Vanessa Scherb-Böttcher ein.

Auf Platz elf wurde Matthias Fink gewählt, auf Platz 12 Claudia Haselmeier, dann folgen Peter Pleitner und Bernd Zitzelsberger und Sabine Slawik (Platz 15), die als stellvertretende Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes (Landesverband Bayern) in einem wichtigen Netzwerken der CSU verortet ist. Dann folgen Peter Schwab, Horst Hinterbrandner und Dr. Hella Gerber (Landmannsschaft der Banater Schwaben). Dahinter folgt Thomas Lidel (OV Oberhausen) und auf Platz 20 Rolf Schnell, der dem Ortsverband Kriegshaber vorsitzt.

Nicht mehr auf der Liste sind die aktuellen CSU-Stadträte Johannes Hintersberger, Rainer Schaal, Thorsten Große, Rolf von Hohenhau, Hedwig Müller, Markus Arnold (ehemals FDP) und Katja Scherer. Der frühere Handwerkskammer-Präsident Jürgen Schmid und OB Kurt Gribl traten nicht mehr an. Auch der Augsburger CSU-Bundestagsabgeordnete sowie designierter Parteivorsitzende Volker Ullrich wollte ebenfalls nicht auf die Liste. Dafür steht der Ortsverbandsvorsitzende der Innenstadt Wayne Chico Pittmann (ein unbeschriebenes Blatt) auf Platz 21, Juri Heiser auf 22, Benedikt Lika auf 27, Max Weinkamm auf 28, Günther Göttling auf 29.

Platz 31 erhielt Marc Zander (ehemals AfD), dann folgt die bekannte Ingrid Fink (Mutter von Matthias Fink) und der Landtagsabgeordnete Andreas Jäckel sowie Stadtrat Rolf Rieblinger. Hermann Köhler, aktueller Bildungsreferent, belegt Platz 37. Die Liste schließt mit Michael Bernicker auf Platz 60.

Insgesamt 120 Delegierte diskutierten und wählten in der Kongresshalle von den frühen Vormittagsstunden bis zirka 14 Uhr. Verwerfungen sind in Sachen Ortsverein Inningen zu vermelden, der komplett ignoriert wurde, was damit zu tun haben könnte, dass ein Inninger CSU-Mitglied, nämlich Gerhard Schmid, regelmäßig gegen die CSU von rechtsaußen Rundumschläge verteilt. Der Inninger Ortsvereinsvorsitzende Oliver Heim versuchte sich drei Mal (u.a. gegen Leo Dietz) und verlor stets deutlich gegen seine Platzkonkurrenten. Die gesamte Liste exklusiv für die Leser der DAZ:

 

 



Faszination Libellen in der Staats- und Stadtbibliothek

Die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg zeigt vom 5. bis 19. Juli, jeweils Montag bis Freitag von 11 bis 16 Uhr, in ihrem Unteren Cimeliensaal die Ausstellung „Drachenhuren und Wasserjungfern, Teufelsnadeln und Himmelspferde – Faszination Libellen“.

Vierfleck-Libelle – Foto: Fritz Hiemeyer

Sammeln, Sichten, Systematisieren – dieser Aufgabe hatten sich die Naturforscher des 16. bis 19. Jahrhunderts verschrieben. Die Suche nach Gesetzmäßigkeiten und Ordnung ist das Ziel der Wissenschaften dieser Zeit, in der Newton die Physik revolutioniert und Carl von Linné die lebenden Wesen in ein geniales Ordnungssystem einteilt. Besonders gefordert werden die Forscher durch die scheinbar zahllos und in großer Vielfalt vorkommenden Insekten.

Um die Ergebnisse dieser Bemühungen festzuhalten und zu veröffentlichen, entstanden Bücher und Schriften, von denen einige in der Ausstellung „Drachenhuren und Wasserjungfern, Teufelsnadeln und Himmelspferde – Faszination Libellen“ in der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg zu sehen sind. Das herausragende Werk ist das 1840 erschienene Werk „Libellulinae europaeae“ von Toussaint de Charpentier (1779–1847). Der studierte Geologe widmete sich der Erforschung der Insekten. 15 neue Libellenarten wurden von ihm entdeckt, benannt und beschrieben. Die Lithografien in seinem Buch zeigen die Libellen in faszinierender Detailtreue und Genauigkeit.

Den Werken der frühen Naturforscher stehen Fotografien der Arbeitsgemeinschaft Naturfotografie des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben e.V. gegenüber, die nicht nur die Qualität der Arbeiten Charpentiers, Rösel von Rosenhofs oder des Augsburgers Gottlieb Tobias Wilhelm verdeutlichen, sondern auch die Schönheit und den Reiz dieser Insekten nahebringen.

Der Titel der Ausstellung „Drachenhuren und Wasserjungfern, Teufelsnadeln und Himmelspferde – Faszination Libellen“ zeigt, wie ambivalent auch schon in früheren Zeiten die Libellen wahrgenommen wurden. Auch heute betrachten viele Menschen Libellen mit Argwohn und befürchten, von ihnen gestochen zu werden. Dabei sind diese Insekten für den Menschen harmlos, allerdings eine tödliche Gefahr für andere Insekten und kleine Wassertiere.

In der Ausstellung wird zusätzlich zu den Bildern der Naturforscher und den Aufnahmen der Naturfotografen viel Wissen über Libellen vermittelt: Seit 320 Millionen Jahren leben Libellen in fast unveränderter Gestalt auf der Erde und sind an ein Leben in zwei Welten, Wasser und Luft, perfekt angepasst. Winterlibellen nutzen Frostschutzmittel zur Überwinterung, andere passen ihre Farben an die Umgebungstemperatur an, um die Sonnenwärme besser einzufangen. Und man erfährt auch, warum die Libelle in der Wasserwaage für gerade Wände sorgt und was ein Buch über Fische aus dem 16. Jahrhundert damit zu tun hat.

Wann: 5. bis 19. Juli 2019, jeweils Montag bis Freitag 11 bis 16 Uhr
Ort: Staats- und Stadtbibliothek Augsburg, Schaezlerstr. 25, 86152 Augsburg
Raum: Lesesaal und Unterer Cimeliensaal
Führungen: Mo 11:00 Uhr, Mi 13:00 Uhr, Fr 15:00 Uhr
Der Eintritt zur Ausstellung und zu den Führungen ist frei.
Link zur Ausstellung



Wieder Yoga im Kö-Park

Nach den Sommernächten kann ab Montagabend, dem 1. Juli bis einschließlich 13. Juli bei „Yoga im Kö-Park“ entspannt werden. Das kostenlose Sportprogramm findet bereits zum dritten Mal statt.

Yoga im Kö-Park – Bild: Nina Hortig

„Yoga im Kö-Park“ lädt alle Zielgruppen ein, egal ob jung oder alt, Anfänger oder Fortgeschrittene, sich eine Auszeit vom stressigen Alltag zu nehmen. Das kostenlose Sportprogramm ist eine gemeinsame Aktion von Augsburg Marketing, der BKK Stadt Augsburg und dem Yoga-Studio Wolke 34. Die einstündigen Kurse finden täglich – meist von 19-20 Uhr, am 6.7., 7.7. und 11.7. von 16-17 Uhr – unter der Anleitung von ausgebildeten Yogalehrern statt. Da die einzelnen Programmpunkte nicht aufeinander aufbauen, ist „Yoga im Kö-Park“ sowohl für interessierte Anfänger als auch Fortgeschrittene geeignet. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Mitbringen muss man lediglich ein Handtuch oder eine Decke und eine Gymnastikmatte. Empfehlenswert ist auf jeden Fall bequeme Freizeit- oder Sportkleidung. Bei Regen entfällt die jeweilige Veranstaltung.

Die Idee für „Yoga im Kö-Park“ stammt von Augsburg Marketing, das damit zur Belebung des Königsplatzes beitragen wollte. In diesem Jahr wird „Yoga im Kö-Park“ erstmalig in ein größeres Rahmenprogramm eingebettet – in den neuen „Kö-Sommer“. Für Ekkehard Schmölz eine logische Entwicklung: „In den vergangenen zwei Jahren haben wir mit ‚Yoga im Kö-Park‘ den Kö als zentralen Innenstadtplatz auf neue Art und Weise belebt und sehr viele positive Resonanz für diese Aktion bekommen, weil er für alle erlebbar wurde. Daraus ist die Idee entstanden, dem Königsplatz einen ganzen Sommer zu widmen. Nach den Sommernächten als Start in den Sommer wird es mit ‚Yoga im Kö-Park‘ etwas ruhiger am Königsplatz sein, aber das Programm richtet sich – wie die Sommernächte – an alle. Hier ist für jeden etwas dabei, um den Sommer in der Stadt zu genießen. Natürlich bleibt es nicht bei den beiden Veranstaltungen. Im August folgt die Aktion ‚Swing im Kö-Park‘, auf die man sich auch schon sehr freuen darf.“

Alle Events von Wolke 34



Jonas Riegel neuer Vorstand des Stadtjugendrings

Der Stadtjugendring Augsburg (SJR) hat einen neuen Vorstand

Der neu gewählte Vorstand des Stadtjugendring Augsburg (SJR): Vorne v. l.: Vorsitzender Jonas Riegel (DPSG), stv. Vorsitzender Daniel Schweiger (verbandlos) 2. Reihe v. l.: Frederic Schießl (verbandlos), Marlene Mechold (BSJ), Mathias Gleich (DPSG) Hinten v. l.: Vincent Bentele (DGB-Jugend), Christian Fischer (Evangelische Jugend), Marie Rechthaler (queerbeet e. V.) und Kilian Krumm (DGB-Jugend)

Der neue Vorstand des Stadtjugendrings: Vorne v. l.: Vorsitzender Jonas Riegel (DPSG), stv. Vorsitzender Daniel Schweiger (verbandlos) 2. Reihe v. l.: Frederic Schießl (verbandlos), Marlene Mechold (BSJ), Mathias Gleich (DPSG) Hinten v. l.: Vincent Bentele (DGB-Jugend), Christian Fischer (Evangelische Jugend), Marie Rechthaler (queerbeet e. V.) und Kilian Krumm (DGB-Jugend) Foto: © Andreas Keilholz 

Im Rahmen seiner Frühjahrsvollversammlung am 26. Juni wählten die Delegierten der Augsburger Jugendorganisationen Jonas Riegel von der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) mit 46 von 52 Stimmen als neuen Vorsitzenden an die Spitze des drittgrößten Jugendrings in Bayern. Jonas Riegel folgt damit auf Franz Schenck (Evangelische Jugend), der den Vorsitz seit 2015 innehatte. Der 29-jährige Teamleiter für Softwareentwicklung gehört dem Vorstand seit 2017 an und war davor Leiter des Umweltmanagements beim Modular Festival. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Daniel Schweiger (32, verbandlos) mit 43 von 50 Stimmen gewählt. Er gehört dem SJR Vorstand seit 2014 an und repräsentierte den SJR bereits bei zahlreichen Anlässen. Neu in den SJR-Vorstand gewählt wurden die 19-jährige Marlene Mechold von der Bayerischen Sportjugend (BSJ), der 24-jährige Christian Fischer (Evangelische Jugend) und der 29-jährige Vincent Bentele von der DGB-Jugend. Als Beisitzer wiedergewählt wurden Kilian Krumm (29) von der DGB-Jugend, Frederic Schießl (30, verbandlos), Marie Rechthaler (23) von Queerbeet Augsburg e. V. und Mathias Gleich (28) vom Bund der katholischen Jugend Augsburg Stadt (BDKJ).

Die bisherigen Rechnungsprüfer Christoph Meier (DBBJ) und Roberto Armellini (DGB) wurden einstimmig in ihrem Amt bestätigt. Als Einzelpersönlichkeiten wurden erneut Cornelia Kollmer (Stadtsparkasse Augsburg) und Verena von Mutius (Die Grünen) sowie neu Prisca Satzger-Pucher vom staatlichen Schulamt gewählt. In seiner zweijährigen Amtszeit möchte sich der neu gewählte Vorstand den Themen Jugendpartizipation, bezahlbarer Wohnraum für Jugendliche, Digitalisierung in der Jugendarbeit, Leitbildentwicklung sowie der Sicherung des Modular Festivals und dem Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit widmen. Aus dem Vorstand verabschiedet wurden der Vorsitzende Franz Schenck (Evangelische Jugend), die stellvertretende Vorsitzende Barbara Wengenmeir(BSJ) und Beisitzerin Acelya Aktas (SofA). Die Delegierten beschlossen die Jahresrechnung 2018 und entlasteten den Vorstand einmütig. Mehr als 90 Gäste, davon rund 50 Vertreterinnen und Vertreter der Augsburger Jugendverbände, erschienen zur turnusgemäßen Neuwahl des gesamten Vorstands.

 

 



Der Spielplan für die kommende Saison steht fest: FCA startet in Dortmund

Der FCA präsentierte kürzlich seine neue Trikot-Kollektion, die sich nicht wesentlich von der alten unterscheidet. Zum erstenmal wird der neue Zwirn in einem Pflichtspiel gegen SC Verl übergestreift. Eine Woche vor dem Bundesligaauftakt startet nämlich der DfB-Pokal, genauer gesagt am Samstag, 10. August, 15.30 Uhr. An diesem Tag gastiert der FCA in der Pokal-Hauptrunde beim Regionalligisten SC Verl. Der Ernst der Bundesliga beginnt für den FCA richtig ernst, nämlich bei den Dortmunder Borussen. Anschließend empfängt der FCA den Neuling Union Berlin, dann geht es an die Weser zu Werder Bremen.

 

  1. Borussia Dortmund – FCA (Sa./So., 17./18.08.2019)
  2. FCA – 1. FC Union Berlin (Fr.-So., 23.-25.08.2019)
  3. Bremen – FCA (Fr. 28.-So., 30.08.-01.09.2019)
  4. FCA – Eintracht Frankfurt (Fr.-So.  13.-15.09.2019)
  5. SC Freiburg – FCA (Fr.-Mo., 20.-23.09.2019)
  6. FCA – Bayer Leverkusen (Fr.-So., 27.-29.09.2019)
  7. B.M. Gladbach – FCA (Fr.-So., 04.-06.10.2019)
  8. FCA – FC Bayern München (Fr.-So., 18.-20.10.2019)
  9. VfL Wolfsburg – FCA (Fr.-So., 25.-27.10.2019)
  10. FCA – FC Schalke 04 (Fr.-So., 01.-03.11.2019)
  11. SC Paderborn 07 – FCA (Fr.-So., 08.-10.11.2019)
  12. FCA – Hertha BSC (Fr.-So., 22.-24.11.2019)
  13. 1. FC Köln – FCA (Fr.-Mo., 29.11.-02.12.2019)
  14. FCA – 1. FSV Mainz 05 (Fr.-So., 06.-08.12.2019)
  15. TSG Hoffenheim – FCA (Fr.-So., 13.-15.12.2019)
  16. FCA – Fortuna Düsseldorf (Di./Mi., 17./18.12.2019)
  17. RB Leipzig – FCA (Fr.-So., 20.-22.12.2019)
  18. FCA-Dortmund (Fr.-Mo., 17.-20.01.2020)
  19. Union-FCA (Fr.-Mo., 24.-27.01.2020)
  20. FCA  – Bremen (Fr.-Mo., 31.01.-03.02.2020)
  21. Frankfurt-FCA (Fr.-Mo., 07.-10.02.2020)
  22. FCA-Freiburg (Fr.-Mo., 14.-17.02.2020)
  23. Bayer-FCA (Fr.-Mo., 21.-24.02.2020)
  24. FCA-Gladbach (Fr.-Mo., 28.02.-02.03.2020)
  25. München-FCA (Fr.-Mo., 06.-09.03.2020)
  26. FCA-Wolfsburg (Fr.-Mo., 13.-16.03.2020)
  27. Schalke-FCA (Fr.-So., 20.-22.03.2020)
  28. FCA-Paderborn (Fr.-Mo., 03.-06.04.2020)
  29. Hertha-FCA (Sa.-Mo., 11.-13.04.2020)
  30. FCA-Köln (Fr.-Mo., 17.-20.04.2020)
  31. Mainz-FCA (Fr.-Mo., 24.-27.04.2020)
  32. FCA-Hoffenheim (Sa.-Mo., 02.-04.05.2020)
  33. Düsseldorf-FCA (Sa., 09.05.2020, 15.30 Uhr)
  34. FCA-Leipzig (Sa., 16.05.2020, 15.30 Uhr)

 



MEINUNG

Kommentar: Die Zustände, die sie kritisieren müssen, haben sie selbst geschaffen

Ja, Martina Wild hat eine gute Wahlkampfrede gehalten und Ja, die Grüne Wild wäre eine Alternative zu Eva Weber, der OB-Kandidatin der CSU, die nach dem Rückzug des amtierenden Oberbürgermeisters Kurt Gribl, eine Quasi-Oberbürgermeisterin ist.

Kommentar von Siegfried Zagler 

Festzuhalten ist allerdings, dass sich die Grünen als Teil der Gribl/Weber Ära definieren lassen müssen. Und somit eine Politik mitzuverantworten haben, die aus Kundensicht eine strukturschwache wie teuere ÖPNV-Versorgung beinhaltet und kaum Fortschritte für den Fahrradverkehr zu verzeichnen hat. Kein „Wild-Wort“ zur Rekordverschuldung der Stadt und zur gescheiterten Wirtschaftspolitik, die immerhin die direkte Konkurrentin, also Wirtschaftsreferentin Weber zu verantworten hat.

Die gescheiterte Fusion, die die Grüne Stadtratsfraktion mehrheitlich wollte, die gescheiterte Fahrradstadt, die irrwitzige Finanzierung der Theatersanierung und die ständigen Überschreitungen der zulässigen Stickoxidwerte in der Innenstadt: Sich davon zu distanzieren würde die Glaubwürdigkeit der Augsburger Grünen deutlich erhöhen und auch das Scheitern des Dreierbündnisses untermauern. Die Zustände, die sie kritisieren müssen, haben sie selbst mitgeschaffen. Seit 2002 waren die Grünen zweimal Regierungspartei im Rathaus. In 11 Jahren der letzten 17 Jahre haben sie mitregiert.

Die Glaubwürdigkeit der Augsburger Grünen im Kampf um die politische Macht wird also davon abhängen, ob sie sich selbst an die Nase fassen können und zur Selbstkritik fähig sind. Bisher war davon nichts zu vernehmen.



Kommunalwahl: Grüne nominieren Martina Wild als OB-Kandidatin

Am 26. Juni um 20.44 Uhr war es so weit. Auch die Grünen hatten nach langem Hin und Her ihre Hoffnungsträgerin für die anstehende Kommunalwahl gekürt. Am Ende ihrer Bewerbungsrede für das höchste politische Amt dieser Stadt machte sich auf der Nominierungsversammlung im Foyer der Augsburger Stadtbücherei Euphorie breit.

Von Udo Legner

Martina Wild Foto: Udo Legner

Martina Wild Foto: Udo Legner

Diese Euphorie war nicht nur dem Ergebnis geschuldet. Von den nur 60 abgegebenen gültigen Stimmen entfielen bei der Nominierungsversammlung 55 Ja-Stimmen auf die 42-jährige Martina Wild. In einem Redemarathon listete die Grüne Kandidatin alles auf, was sich in Augsburg unter einer Grünen Oberbürgermeisterin so alles ändern würde. Die dreifache Mutter versprach eine Oberbürgermeisterin für alle Augsburger zu sein: für Jung und Alt, für Arm und Reich und für die Bürger und Bürgerinnen im Bärenkeller genau mindestens so viel Herz zu haben wie für die Bewohner und Bewohnerinnen des Bismarckviertels.

Besonders viel Platz nahm bei der siegesgewissen Kandidatin eine konsequente Klima- und nachhaltige Verkehrspolitik ein. „Je früher, desto besser“ wolle sie Augsburg klimaneutral machen und sie bekannte sich zu der Vision einer autofreien Augsburger Innenstadt. Martina Wild zitierte am Ende ihrer Bewerbungsrede Altbundeskanzler Helmut Schmidt, der Visionäre bekanntlich zum Arzt schicken wollte. „Ich will mit meinen Vorstellungen für Augsburg nicht zum Arzt gehen – sondern ins Oberbürgermeisteramt“, so Wild. „Dazu habe ich jede Menge Energie, dafür habe ich einen Plan, dafür habe ich die Kompetenz und darauf habe ich Lust.“ Wild beschränkte sich in ihrer Rede auf Grüne Kernthemen wie Verkehrs- Bildungs-, Kultur-, Klima- und Umweltpolitik.

Viel Beifall und mehrfache Standing Ovations bei den Mitgliedern dieser Nominierungsversammlung standen für Aufbruchsstimmung und  Siegeshoffnung für den kommenden Kommunalwahlkampf, der mit der Schüleraktion „Friday for Future“ längst begonnen hat und kaum besser für die Grünen laufen könnte.

„Geschlossen, kreativ und kämpferisch“ wolle man den Wahlkampf gestalten. „Wir haben eine einzigartige Chance, wie es sie bisher nicht gab. Lasst die uns gemeinsam nutzen“, waren die Schlussworte von Martina Wild, mit denen sie ihre Partei in den Wahlkampf und „into the Wild“ schickte.



IHK Schwaben bestellt neuen Hauptgeschäftsführer

Die Vollversammlung der IHK Schwaben hat in ihrer Sitzung am Montag Dr. Marc Lucassen zum neuen Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben bestellt. Er tritt zum 1. Januar 2020 die Nachfolge von Peter Saalfrank an.

Dr. Marc Lucassen (rechts), neuer Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben zum 1. Januar 2020, gemeinsam mit IHK-Präsident Dr. Andreas Kopton (Bild: IHK)

Lucassen leitet aktuell noch die Delegation der Deutschen Wirtschaft, die Auslandsvertretung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages in Nigeria. Sein Vorgänger Peter Saalfrank wird im kommenden Jahr nach rund 19 erfolgreichen Jahren an der Spitze der bayerisch-schwäbischen IHK in den Ruhestand treten.

„Mit Dr. Marc Lucassen ist es uns gelungen einen Hauptgeschäftsführer zu finden, der alle wesentlichen Kompetenzen in seiner Person vereint. Groß geworden in der Region hat er nationale und internationale Erfahrungen in den verschiedensten Bereichen sammeln können: von der Wissenschaft über die Politik bis hinein in die freie Wirtschaft und der Vertretung unternehmerischer Interessen“, begründet IHK-Präsident Dr. Andreas Kopton das Ergebnis der für die IHK Schwaben wichtigsten Personalentscheidung im Hauptamt. Gesteuert durch den vierköpfigen Präsidiumsausschuss der IHK Schwaben und begleitet durch einen externen Personalberater hat sich Dr. Marc Lucassen in einem mehrstufigen Auswahlverfahren unter 100 Bewerbern durchgesetzt.

Dr. Marc Lucassen hat nach dem Abitur in Neusäß Chemie und Wirtschaft studiert, in Freiburg und München ebenso wie in London und Bologna. Promoviert hat der 47-Jährige an der TU München. Berufserfahrung sammelte er im In- und Ausland, an der Universität Freiburg, im Deutschen Bundestag, in der Industrie und einer Unternehmensberatung sowie in den letzten Jahren in der IHK-Organisation. „Ich freue mich auf die spannende und herausfordernde Aufgabe. Die bayerisch-schwäbische Wirtschaft steht vor enormen Herausforderungen, die es in vertrauensvoller Zusammenarbeit von Ehren- und Hauptamt zu meistern gilt. Diesen Wandel möchte ich im Sinne einer erfolgreichen Zukunft mit gestalten“, begründet er seine Entscheidung für die IHK Schwaben.

Dr. Kopton abschließend: „Wir wünschen unserem neuen Hauptgeschäftsführer einen guten Start. Unsere 140.000 Mitgliedsunternehmen stellen sich mit Erfolg dem Wettbewerb. Mit den fünf Fokusthemen Fachkräftesicherung, International, Digitalisierung, Energie und Mobilität hat sich die IHK Schwaben für die kommenden Jahre ein klares Programm gegeben, das es auch im Schulterschluss mit unseren Partnern engagiert und nachhaltig umzusetzen gilt. Wir sind fest davon überzeugt, mit Dr. Marc Lucassen dafür die richtige Persönlichkeit an der Spitze unseres engagierten Teams gefunden zu haben.“



FCA verpflichtet Brasilianer Iago

Der FC Augsburg ist erneut auf dem Transfermarkt aktiv geworden und hat sich die Dienste des brasilianischen Nachwuchs-Nationalspielers Iago gesichert. Der 22-Jährige wechselt von Internacional Porto Alegre nach Augsburg.

Über die Ablösemodalitäten haben beide Vereine Stillschweigen vereinbart. Iago, der mit vollem Namen Iago Amaral Borduchi heißt, erhält einen Vertrag bis 30. Juni 2024. Der Linksverteidiger ist aktueller Nationalspieler der brasilianischen Junioren-Nationalmannschaft, die sich für die kommenden Olympischen Spiele 2020 in Tokyo qualifizieren will und vergangene Woche das international renommierte Turnier in Toulon gewonnen hat.

„Wir freuen uns sehr, dass sich Iago trotz zahlreicher anderer Angebote für einen Wechsel nach Augsburg entschieden hat. Wir haben uns in den letzten Wochen und Monaten intensiv um ihn bemüht, da er über enorme Qualitäten verfügt und auf mehreren Positionen einsetzbar ist. Wir sind davon überzeugt, dass er für unseren Kader eine große Bereicherung ist und sich in der Bundesliga bestens weiterentwickeln kann“, sagt Stefan Reuter, Geschäftsführer Sport.

„Es war schon immer ein Traum von mir, einmal in Europa spielen zu dürfen. Der FC Augsburg hat bereits frühzeitig Interesse an mir signalisiert und sich enorm um mich bemüht. Ich bin überglücklich, dass ich die Chance bekomme, mich in einer der besten Ligen der Welt zu beweisen und ich möchte das in mich gelegte Vertrauen mit guten Leistungen zurückzahlen“, sagt Iago. Mit Internacional Porto Alegre zog Iago in der aktuellen Saison in das Achtelfinale der Copa Libertadores ein. Er absolvierte dabei alle sechs Spiele für sein Team in der südamerikanischen Champions League. Insgesamt bestritt er für Internacional 81 Pflichtspiele



Ausstellung zum Jubiläumsjahr: Kaiser Maximilian, der Bürger zu Augsburg

Augsburg gehört zu den historisch bedeutsamsten Städten Europas. An jemand, der dazu in hohem Maße beigetragen hat, wird derzeit im Maximilanmuseum erinnert.

Von Halrun Reinholz 

Bildnachweis: Maximilian I, Albrecht Dürer und Jost DeNegker, Augsburg um 1519, Holzschnitt koloriert, C: Gotha, Stiftung Schloss Friedenstein, Graphische Sammlung, Inv. Nr. 8,26

Bildnachweis: Maximilian I, Albrecht Dürer und Jost DeNegker, Augsburg um 1519, Holzschnitt koloriert, C: Gotha, Stiftung Schloss Friedenstein, Graphische Sammlung, Inv. Nr. 8,26

Zum  500. Todestag des Habsburger Kaisers Maximilian gedenkt man seiner im Augsburger Maximilianmuseum. Das ist freilich nicht nach ihm benannt, sondern nach dem bayerischen König Maximilian. Eine Ironie der Geschichte, die man schon bei der Maximilianstraße unkonventionell „korrigiert“ hat. Immerhin ist Augsburg die einzige deutsche Stadt, die neben über 20 Städten in Österreich und New York an den bemerkenswerten Habsburger erinnert, dessen Werdegang so eng mit Augsburg verbunden ist, dass eine Straßenbenennung allein dafür eigentlich nicht ausreicht.

Kaiser Maximilian hat das gleiche Geburtsjahr wie Jakob Fugger der Reiche. Die symbiotische Parallelität der beiden Lebensläufe im Umbruch vom Mittelalter zur Neuzeit kann man in ihrer gegenseitigen Befruchtung als schicksalhaft ansehen. Der als der „letzte Ritter“ apostrophierte Kaiser hätte sich, wie die Kuratorin der Ausstellung Dr. Heidrun Lange-Krach überzeugend darlegt, niemals selbst als solcher bezeichnet. Er sah sich grundsätzlich nie als „Letzter“, wollte in jeder Hinsicht Vor- und Spitzenreiter sein. Mit dieser ambitionierten Haltung gelang es ihm im Laufe seiner Regierungszeit aus einem überschaubaren, in sich zerstrittenen Reich ein Imperium zu gestalten, wo die Sonne nicht unterging. Die Augsburger Kaufleute, allen voran  Jakob Fugger, waren ihm dabei eine wichtige Stütze. Der Reichsstadt wiederum war der häufig präsente, immer in Geldnot steckende Kaiser Bürde und Glücksfall zugleich. Eine Win-Win-Situation, deren  Spuren sich bis in die Gegenwart ziehen.

Weniger als zwei Jahre hatten die Kunstsammlungen allerdings nur Zeit, um die Ausstellung zum Maximilian-Jahr ins Maxmuseum zu zaubern. Im letzten Jahr dominierte das Thema Wasser noch im Museum, doch das Team um die Kuratorin Lange-Krach schaffte das schier Unmögliche in Rekordzeit. 150 Objekte von 42 Leihgebern fanden mit Hilfe von großzügigen Förderern und Sponsoren ihren Weg nach Augsburg. Ein ansehnlicher und in jeder Hinsicht gewichtige  Katalog dokumentiert das gelungene Ergebnis. 

Die Ausstellung rollt die Ereignisse sozusagen von hinten auf: Einstieg ist der Tod Maximilians unmittelbar nach dem Reichstag, an dem Maximilian noch teilgenommen und die Wahl seines Enkels zum Kaiser durchgedrückt hatte. Die Welserhalle zeigt die Hinterlassenschaft , die der Tod des Kaisers für Augsburg bedeutete: horrende Schulden, unvollendete Druckwerke, nicht bezahlte Liegenschaften. Das vermittelt einen Eindruck  von der engen Verbundenheit Maximilians zu Augsburg. In der Rückblende wird diese sozusagen verdeutlicht. Den negativen Schuld-Aspekten stehen die Privilegien, die kulturellen und wissenschaftlichen Impulse und nicht zuletzt die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Verbundenheit gegenüber. 

Symbol dafür ist der geheimnisvolle, überregional bekannte „Alte Einlass“. Ein wundersames Stadttor, das sich bei Nacht für den spät heimkehrenden Kaiser vermeintlich automatisch öffnete. In Wirklichkeit wurde dies von unsichtbar agierenden Wachleuten bewerkstelligt. Nur der Name des Platzes beim Theater erinnert noch an den geheimnisvollen Alten Einlass, in der Ausstellung ist er als eines der präsentierten Highlights mittels einer VR-Brille virtuell erkundbar. Die Verbundenheit der Stadt mit dem Kaiser ist allerdings nicht denkbar ohne ein Netzwerk bedeutender Akteure vor Ort, das in einer „Hall of Fame“ präsentiert wird.

Der Kreis schließt sich im 2. Stock mit dem Erbe und dem Nachruhm Maximilians in Augsburg. Konrad Peutinger, wichtiger Berater des Kaisers, war auch die Schaltstelle für die kaiserliche Vermarktung . Ein Geschäft, das Maximilian schon zu Lebzeiten hervorragend beherrschte.  Noch 50 Jahre nach seinem Tod profitierte Augsburg von Druckvorlagen, die die Ikone Maximilian vor dem Vergessen bewahrten. Die Ausstellung zeigt ausgewählte Objekte, aus denen Geschichte ersichtlich wird – die besonders wertvollen Handschuhe Maximilians mit Messing und Leder sind eine Besonderheit, aber auch Gemälde von Holbein und Burgkmair neben Rüstungen, Helmen und vielen anderen Prachtstücken.

Die Zusammenhänge kann sich der Besucher über zahlreich angebotene Führungen erschließen, aber auch Audioguides leiten durch die Objekte – untermalt von musikalischen Klängen aus der Zeit. Für Kinder gibt es einen speziellen Audioguide und ein breit gefächertes museumspädagogisches Programm. Bleibt zu hoffen, dass auch über Augsburg hinaus Geschichtsinteressierte den Weg in die rundum hervorragend gemachte Ausstellung finden, die das Maxmuseum noch bis zum 15. September zeigen wird.



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