Wendejahre
Maximilian I.
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Werner-Egk-Schule behält ihren Namen

Der Augsburger Stadtrat hat mit 31:25 Stimmen entschieden, dass die Werner-Egk-Schule in Oberhausen nicht umbenannt wird. 

© DAZ

Die Augsburger CSU stimmte geschlossen gegen die von der betroffenen Schulfamilie gewünschten und von einer Expertenkommission empfohlenen Umbenennung. Der CSU schlossen sich Pro Augsburg, Peter Grab (WSA), Bürgermeisterin Eva Weber sowie Oberbürgermeister Kurt Gribl an. Da Stadträte urlaubs- oder krankheitsbedingt fehlten und  SPD-Stadtrat Dieter Benkard die Abstimmung „schwänzte“, kam es zu diesem Abstimmungsergebnis. Im Augsburger Stadtrat sind bei kompletter Anwesenheit 61 Personen abstimmungsberechtigt. Ohne Benkard, der sich im Vorfeld gegen die Umbenennung aussprach, stimmten die Fraktionen der SPD und der Grünen nach eine zweistündigen Debatte geschlossen für die Umbennenung. Die Debatte wurde teils sachlich, teils emotional geführt. Ein Bericht folgt.

 

 



Werner Egk: Appell der Schulfamilie an den Stadtrat

„Werner Egk als Namensgeber einer Schule – gemeinsam auf dem Weg zu einer für die Schule guten Entscheidung“, so diplomatisch bittet die Schulleitung, das Lehrerkollegium und der Elternbeirat den Stadtrat um eine Umbenennung. Nachdem die DAZ um eine Stellungnahme gebeten hatte, wird sie auch im Wortlaut veröffentlicht:

„Sowohl innerhalb als auch außerhalb der Schulgemeinschaft wurde die Person Werner Egks in den vergangenen Jahren durch wiederkehrende Anfragen und Diskussionen zunehmend kritisch und umstritten hinterfragt, zum einen im Hinblick auf seine Rolle im Nationalsozialismus und zum anderen hinsichtlich seines für den Namensgeber einer Schule notwendigen ganz besonderen Vorbildcharakters. Aus langjährigen unterrichtspraktischen Erfahrungen erkannten wir, dass die Vermittlung der geschichtlichen Hintergründe sowie des Vorbildcharakters 6- bis 10-Jährigen selbst durch professionelle Fachkräfte nur unzureichend umsetzbar und auch für viele Erwachsene oft nicht eindeutig nachvollziehbar war. 

Daher haben wir, gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt, das Bildungsreferat um Unterstützung gebeten, die Eignung Werner Egks als Namensgeber einer Grundschule abschließend durch Experten klären zu lassen.

Auf der Grundlage der kultusministeriellen Ausführungen und der fachlichen Expertise der Kommission für Erinnerungskultur hat sich unsere Schulgemeinschaft nach einem partizipativen und kommunikativ konstruktiven Prozess mit dem Stadtteil, dem Staatlichen Schulamt und dem Bildungsreferat dazu entschlossen, um die Änderung unseres Schulnamens in die neutrale Form Grundschule Augsburg Oberhausen-Mitte zu bitten. 

Nun hoffen wir auf eine Entscheidung durch den Stadtrat, die primär die pädagogischen Belange unserer Schulgemeinschaft in den Blick nimmt und uns ermöglicht, all unser Engagement in die bestmögliche Bildung und Erziehung der uns anvertrauten Kinder investieren zu können.

Sollte keine Namensänderung erfolgen, bleibt die Sorge, dass auch in Zukunft immer wieder Anfragen und Erwartungen an unsere Schulgemeinschaft herangetragen werden, die wir nicht erfüllen können.“

So das Statement der Schulfamilie.

Der Stadtrat stimmt heute Nachmittag über die Umbenennung der Schule ab. Eine Mehrheit ist nach Informationen der DAZ gegen die Umbenennung.



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