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MEINUNG

Nicht die Trainer haben den Niedergang des FCA zu verantworten

Anmerkungen zum FCA 

Von Siegfried Zagler

Als Cheftrainer Manuel Baum nach dem 28. Spieltag mit 25 Punkten (nach dem 0:3 in Nürnberg und der 0:4 Heimniederlage gegen Hoffenheim) vom FCA-Management freigestellt wurde, präsentierten Hofmann und Reuter der überraschten Öffentlichkeit nur ein Argument, nämlich „sehr schwankende Leistungen der Mannschaft“. Anschließend holte der neue Trainer Martin Schmidt gegen Frankfurt und Stuttgart sechs Punkte bei sehr guten Leistungen, dann folgten vier Katastrophenspiele mit dem negativen Höhepunkt in Wolfsburg.

Waren unter Baum die Leistungen schwankend, waren sie unter Schmidt nach einem kurzen Strohfeuer beinahe durchgehend schlecht. Mit 32 Punkten belegt der FCA am Ende der Saison Platz 15. Schmidt holte 7 Punkte aus sechs Spielen bei 17 (!) Gegentoren. 

Mit 32 Punkten steigt man normalerweise sang- und klanglos ab. Dass dies nicht der Fall war, verdankt der FCA allein dem Umstand, dass es heuer tatsächlich drei Mannschaften gab, die noch schlechter waren als die Augsburger. Die schwache Punkteausbeute der letzten beiden Mannschaften ist Bundesligarekord. Direkt die Klasse gehalten hätte der FCA mit 28 Punkten. In die Relegation hätte es der FCA selbst dann geschafft, wenn er nach der Baum-Freistellung keinen Punkt mehr geholt hätte.

Den Augsburger Leistungseinbruch nach einem guten Start darf man nicht Manuel Baum anrechnen, sondern eben dem Kader, der mit zu vielen verletzungsanfälligen Spielern bestückt ist (Finnbogason, Schieber, Moravek, Framberger, Stafylidis, Koo, Gouweleeuw) oder an bestimmten Positionen zu wenig Qualität in der Breite hat. Die Neuzugänge Jensen, Götze, Oxford sind noch weit unter Bundesliganiveau und mit Michael Gregoritsch gehört ein Spieler zum Stammpersonal, dessen schwere Formschwankungen kaum mehr zu ertragen sind. 

Zwei Suspendierungen von Leistungsträgern (Caiuby, Hinteregger), ein Riesenproblem auf der Torhüterposition sowie die durchgehende Verletztenmisere haben den ursprünglich „stärksten Kader aller Zeiten“ (DAZ) zu einem Torso geschmolzen, mit dem jeder Trainer in große Schwierigkeiten gekommen wäre.

Mit Baum wäre der FCA auch vor Hannover und Nürnberg gelandet und sehr wahrscheinlich auch vor Stuttgart. Diese Aussage lässt sich mit einem kurzen Blick auf die Tabelle untermauern. Einen Trainerwechsel, der direkt zwei Siege zur rechten Zeit brachte, kann man dennoch nicht schlechtreden. Festzuhalten ist aber zum Saisonende, dass der beispiellose Niedergang des FC Augsburg nicht von den Trainern, sondern vom Management, also von Reuter und Hofmann zu verantworten ist.

#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bayern MünchenFC Bayern34246488:325678
2Borussia DortmundDortmund34237481:443776
3RB LeipzigRB Leipzig34199663:293466
4Bayer LeverkusenLeverkusen341841269:521758
5Bor. MönchengladbachM'gladbach341671155:421355
6VfL WolfsburgWolfsburg341671162:501255
7Eintracht FrankfurtFrankfurt341591060:481254
8Werder BremenSV Werder341411958:49953
91899 HoffenheimHoffenheim341312970:521851
10Fortuna DüsseldorfDüsseldorf341351649:65-1644
11Hertha BSCHertha BSC3411101349:57-843
121. FSV Mainz 05Mainz 05341271546:57-1143
13SC FreiburgSC Freiburg348121446:61-1536
14FC Schalke 04Schalke 0434891737:55-1833
15FC AugsburgAugsburg34881851:71-2032
16VfB StuttgartVfB Stuttgart34772032:70-3828
17Hannover 96Hannover 9634562331:71-4021
181. FC NürnbergNürnberg343102126:68-4219

 

 



FCA: Klatsche in Wolfsburg

Einen schandhaften Auftritt lieferte der FC Augsburg am letzten Bundesligaspieltag in Wolfsburg ab: Mit 1:8 Toren kassierte der FCA eine Klatsche, die auch höher hätte ausfallen können.

Bis zur 21. Minute hielt der FCA dem Wolfsburger Ansturm stand, dann patzte Keeper Kobel und der FCA trudelte einer sportlichen Katastrophe entgegen, die für böses Blut gesorgt hätte, wären deshalb andere Mannschaften aus den Europapokal-Rängen geflogen. Zur Halbzeit stand es schließlich 3:0 für Wolfsburg. 

55., 57., 60: 4:0, 5:0, 6:0

FCA-Trainer Schmidt patzte mit der Startelf und versuchte mit den Einwechslungen nach der Pause zu korrigieren: Danso und Moravek kamen für Gouweleeuw und Janker. Der FCA wehrte sich aber nur 10 Minuten und zeigte sogar Aktionen nach vorne, doch dann kam die 55. Minute, die 57. Minute und die 60. Minute und es stand 6:0. Viel mehr sollte man über das Spiel nicht schreiben, weshalb DAZ-Reporter Udo Legner von seiner Chronistenpflicht befreit ist, was ihn wohl nicht daran hindern wird, in den frühen Morgenstunden einen Spielbericht zu liefern.

Die FCA-Vorstellung war eine Schande für die Bundesliga und eine Schande für die Stadt Augsburg. Ein Bundesligaklub sollte stets in der Lage sein, eine konkurrenzfähige Mannschaft aufzubieten. 

Zum 7. Mal in Folge wurde der FC Bayern München Deutscher Meister – nach einem spannenden Finish mit Dortmund. Ihr letztes Spiel gewannen die Münchner überlegen gegen Eintracht Frankfurt mit 5:1. Bester Mann bei Frankfurt war der (noch) beim FCA unter Vertrag stehende Martin Hinteregger.



SJR: Das Wahlalter muss sinken

Im Rahmen der am gestrigen Freitag stattgefundenen U18-Europawahlen hat der Stadtjugendring Augsburg (SJR) in seinen Wahllokalen auch Unterschriften für die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre gesammelt.

Foto von der U18-Wahl 2018 (Bild: SJR Augsburg, Andreas Keilholz)

„Kinder und Jugendliche würden durchaus wählen, wenn sie nur dürften“, so der SJR-Vorsitzende Franz Schenck in einer Pressemitteilung. Mit der Unterschriftensammlung unterstützt der SJR die Initiative des Bayerischen Jugendrings, der schon seit vielen Jahren eine Absenkung des aktiven Wahlalters für Kommunal-, Landtags-, Bundestags- und Europawahlen auf das 14. Lebensjahr fordert. Die Unterschriftenlisten sollen der politischen Arbeit der Jugendringe auf Landesebene dienen und werden nicht veröffentlicht.

„Dass die jungen Menschen politisch sind und Europa mitgestalten wollen, sehen wir an den stetig steigenden Teilnehmendenzahlen der U18-Wahlen“, begründet Schenck. Denn zur Bundestagswahl 2017 waren es noch 112 Teilnehmende. Zur Landtagswahl 2018 waren es über 700 Kinder und Jugendliche und bei der gestrigen Europawahl 442, die ihre Stimme in Augsburg abgaben. „Eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre, wie es in den vergangenen Wochen immer wieder im Bayerischen Landtag diskutiert wurde, kann daher nur ein erster Schritt sein“, ist man sich beim SJR sicher.