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THEATER

Die Toten haben das letzte Wort: Staatstheater Augsburg würdigt Heiner Müller

Nur einmal, aber einmalig! 

Bildnachweis: Staatstheater Augsburg

Leider, so muss hier betont werden, war die Würdigung „Die Toten haben das letzte Wort“ für den Dramatiker Heiner Müller (1929 bis 1995) nur ein einziges Mal zu sehen. Was aber die erkennbar an Sprache und hoher Schauspielkunst interessierten Besucher im Innenhof des Maximilianmuseums erleben durften, war im Doppelsinn des  Wortes einmalig. Sinnfällig unter der Adriaen de Vries-Bronze „Herkules bekämpft die Hydra“, jene mythologischen Größe, mit der sich der Dramatiker, Dichter, Essayist und Interviewpartner immer wieder auseinandergesetzt hatte, zeigten unter der Regie von Kalliniki Fili, die wechselnden Heiner-Müller-Darsteller Klaus Müller, Thomas Prazak, Sebastian Müller-Stahl, Daniel Schmidt, Ute Fiedler und Marlene Hoffmann, was den Theatermann bewegt hatte.

So  wurde ins Bewusstsein gerufen, wie der intellektuelle Geist Heiner Müller (Pseudonym Max Messer) es verstanden hatte, seinen Finger auf politische, literarische, auch die bildende Kunst betreffende Wunden zu legen. Zitate aus „Gesammelte Irrtümer 1 – 3“ verdeutlichten, dass Verstorbene vom Format eines Heiner Müller nicht tot sind und in dieser einem Irrenhaus gleichenden Welt (erste Spielszene) „das letzte Wort“ haben müssen. sc



FCA: Grauenvoll gegen Berlin

Im letzten Heimspiel der Bundesligasaison 2018/19 verabschiedete sich der FCA mit einer ebenso unnötigen wie unglücklichen 3:4 Heimniederlage gegen Hertha BSC. Trotz dreimaliger Führung schaffte es der FCA nicht, seinen Fans in der mit 29307 Zuschauern fast ausverkauften WWK-Arena einen versöhnlichen Saisonausklang zu bescheren, weil – wie im gesamten Saisonverlauf – den wenigen Lichtmomenten allzu viele katastrophale Aussetzer folgten.

Von Udo Legner

Im Vergleich zum letzten Punktspiel auf Schalke gab es beim FCA vier Veränderungen. Anstelle von Kostas Stafylidis (Bank), Rani Khedira (muskuläre Probleme), Michael Gregoritsch und Julian Schieber (beide Bank) rückten Reece Oxford, Georg Teigl, Jan Morávek und Marco Richter in die Startelf.

Furioser Start des FCA

Die ersten Minuten gehörten dem FCA. Kaum waren drei Minuten gespielt, zappelte der Ball bereits im Berliner Tor. Ein Treffer, der vom Unparteiischen Winkmann zurecht nicht gegeben wurde. Beim Zuspiel von André Hahn stand Georg Teigl klar im Abseits. Dennoch eine schöne Aktion: Gegen Teigls Kopfball-Bogenlampe hatte Ersatz-Keeper Thoma Kraft (für den verletzten Rune Jarstein) keine Chance. Wenige Minuten später war es dann aber so weit:  Der FCA ging durch André Hahn (10.) in Führung. Nach feinem Pass von Jan Moravek hielt Hahn – völlig unbehelligt von der Hertha Defensive – aus 24 Metern auf das Berliner Tor. Fabian Lustenberger versuchte vergeblich den Schuss zu blockieren und versperrte mit seiner Verzweiflungstat seinem Keeper die Sicht, der folglich bei Hahns viertem Saisontor richtig alt aussah.

Anstatt sich von der frühen Führung beflügeln zu lassen, beschränkte sich der FCA auf das Verwalten des Vorsprungs. So kamen die Berliner zusehends besser ins Spiel. Ihre erste Halbchance verbuchten die Gäste durch Ondrej Duda (22.), dessen hohe Hereingabe von Philipp Max per Kopf – knapp am eigenen Tor vorbei – riskant geklärt wurde.

Allein der mangelnden Chancenverwertung der Berliner – allen voran Per Skjelbred (40.)und Marko Grujić (44.) – war es zu verdanken, dass die Augsburger Führung bis zum Seitenwechsel hielt.

Fazit zur Halbzeit: Nach dem frühen Rückstand kam die alte Dame gegen den FCA immer besser ins Spiel. Allein ihrer Effizienz – zwei Chancen, ein Tor – verdankte die Schmidt-Truppe die glückliche Halbzeitführung.

Mit Wiederanpfiff nahm die Partie richtig Fahrt auf und es ging jetzt Schlag auf Schlag.
Kaum hatten die Berliner ihren Torjubel über den Ausgleichstreffer durch Martin Plattenhardt (47.) beendet, trat der für Koo ins Spiel gekommene Michael Gregoritsch zum Strafstoß für den FCA an. Hertha- Keeper Kraft hatte gegen Gregoritschs präzisen Flachschuss (50.) ins rechte untere Toreck keine Chance. Nach der erneuten Augsburger Führung bestimmte (wie über weite Strecken des ersten Durchgangs) die Berliner Hertha das Spielgeschehen.

Der große Gewinner: Rani Khedira

So war es nur eine Frage der Zeit, bis die desaströsen  Defizite in der Augsburger Abwehr zu weiteren Gegentoren führten. Nach einer Ecke von Valentino Lazaro erzielte Marko Grujić per Kopfball den erneuten Ausgleich für die Berliner. Spätestens hier wurde klar, wie sehr der verletzte Rani Khedira seinem Team  an allen Ecken und Enden fehlte. Wie verhängnisvoll sich dieser Umstand bei einem Eckenballverhältnis von 9:1 für die Gäste auswirken sollte, schwante inzwischen auch den optimistischsten FCA Fans. Vorerst durften sie sich jedoch noch einmal über den zweiten Streich von Michael Gregoritsch (70.) freuen. Mit einem Treffer aus dem Nichts – drittes Tor mit dem vierten Torschuss – brachte er den FCA nach schönem Zuspiel von Marco Richter mit 3:2 in Führung.

Die Antwort der Hertha ließ diesmal nur fünf Minuten auf sich warten. Der 3:3 Ausgleichstreffer (75.) durch Salomon Kalou war eine tupfen gleiche Doublette des vorigen Berliner Tors. Wieder fand die völlig indisponierte FCA Abwehr keine Mittel gegen eine hohe Hereingabe und ließ Goalgetter Salomon Kalou ungehindert einköpfen.

Nachdem Davie Selke nach einem erneuten Eckball die Chance zum Berliner Führungstreffer mit seinem ungenauen  Kopfstoß vergeben hatte (83.), hofften die FCA Fans schon auf eine glückliche Punkteteilung. Dann war es jedoch Unglücksrabe Reece Oxford, der seinen schwachen Auftritt mit einem unglücklichen Einsteigen gegen Pascal Köpke in der Nachspielzeit zu krönen wusste. Trotz heftigen Protests der FCA Spieler beharrte der Unparteiische auf Elfmeter. Zum Entsetzen der FCA Fans verwandelte Salomon Kalou den Strafstoß glücklich durch die Mitte zum 4:3 Endstand für Berlin.

Nach dieser grauenvollen Vorstellung schmeckte vielen FCA Fans selbst das Freibier nicht so richtig. – Jetzt bleibt nur noch die Hoffnung, dass sich die Mannschaft von Martin Schmidt am letzten Spieltag beim VfL Wolfsburg (Samstag, 15.30 Uhr) noch einmal aufrappelt und die Saison nicht völlig sang- und klanglos zu Ende gehen lässt.

Das Tor-Stenogramm

10. Minute: 1:0 Hahn 

47. Minute 1:1 Plattenhardt 

50. Minute 2:1 Gregoritsch (Elfmeter)

66. Minute: 2:2 Grujic.

70. Minute! 2:3 Gregoritsch 

76.Minute 3:3 Kalou 

90. + 1. Minute:  3:4 Kalou (Elfmeter)



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