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6. Sinfoniekonzert: Nicht nur Barock und virtuose Gäste

Keine Stühle auf der Bühne, das Orchester, nur Streicher, in barocker Manier stehend. Bis auf die Celli und Kontrabässe natürlich. Und dann noch ein Basso continuo. Ein Dirigent ist nicht auszumachen, einzig die Körpersprache der Konzertmeisterin Sarah Christian lässt darauf schließen, dass sie es ist, die hier den Ton angibt.

Von Halrun Reinholz

Ein besonderes Konzerterlebnis boten die Augsburger Symphoniker in der Kongresshalle unter der Überschrift „Barock“. Die war auf den ersten Blick etwas irreführend, oder zumindest weit gefasst. Denn zum Einstieg gab es die „Simple Symphony“ von Benjamin Britten, von dem im zweiten Teil auch Variationen zu einem Thema seines Lehrers Frank Bridge aufgeführt wurden. Schnell wurde klar: Nicht nur um Barock sollte es an dem Konzertabend gehen, sondern um die Auseinandersetzung, den Dialog mit dieser musikalischen Epoche. Die barocke Suitenform nutzte Britten, um sich mit verschiedenen Erscheinungsformen der Musik auseinanderzusetzen – dem Walzer, der Bourrée, der Sarabande. Besonders leichtfüßig das eindrucksvolle Pizzicato-Stück in der Simple Symphony. Auch Edward Elgar, dessen Serenade für Streichorchester im Konzert zu hören war, setzte auf die Auseinandersetzung mit vorgefundenen Musikformen, etwa der Musik von Bach oder Händel, die er häufig auch bearbeitete oder editierte. 

Beim Concerto Nr. 2 D-Dur von John Baston, einem Komponisten des 18. Jahrhunderts, kam   der Solist des Abends zum Einsatz: Matthias Höft, „artist in residence“ dieser Spielzeit, trat jedoch nicht nur mit seiner Trompete auf, er hatte davor das Stück, ursprünglich ein Flötenkonzert, für sein Instrument arrangiert. Ein bekanntes Flötenkonzert, wie man sofort merkte, trotz des unbekannten Komponisten. Das Augsburger Publikum hatte aufs Neue die Gelegenheit, die unglaubliche Virtuosität des Trompetensolisten zu genießen. 

Nicht nur bei diesem Stück, denn programmgemäß gab es natürlich dann doch auch Barockmusik zu hören. Johann Sebastian Bachs Concerto D-Dur BWV 972, eigentlich eine Bearbeitung des Concerto Nr. 9 von Antonio Vivaldi, wurde von Mathias Höfs ebenfalls für Trompete arrangiert. Und auch das letzte Stück des Abends , ein rekonstruiertes Konzert, das Johann Sebastian Bach für Oboe, Violine, Streicher und basso continuo geschrieben hatte, erklang in Mathias Höfs Arrangement für Trompete und Violine. 

Damit konnte die Konzertmeisterin und musikalische Leiterin des Abends Sarah Christian nun endlich auch solistisch in Erscheinung treten. Kongenial das Zusammenspiel der beiden musikalischen Hochkaräter, die das jubelnde Publikum noch mit einer Zugabe erfreuten. Der Applaus galt auch dem hervorragenden Orchester, das einmal mehr mit technischer Brillanz überzeugte. Ein gut zusammengestelltes Programm, das zeigte, wie wandelbar und inspirierend Musik ist – ein Rohstoff, der über seine Zeit hinaus wirkt und immer neu geformt werden kann.



Kurt Gribl zu den Gerüchten um seine berufliche Zukunft: „Nein, unzutreffend!“

Was macht Augsburgs amtierender Oberbürgermeister Kurt Gribl ab Mai 2020, wenn seine Amtszeit endet? Diese Frage beschäftigt aktuell die Stadtgesellschaft stärker als die Frage, wer OB-Kandidat der SPD wird.

Von Siegfried Zagler

Beide Fragen sind nach Recherchen der DAZ völlig offen. Nachdem die Gerüchte nicht abrissen, dass OB Gribl entweder bei der Bayerischen Landesbank für den Vorstand oder beim Bayerischen Sparkassenverband als Präsident im Gespräch sei, gab es eine kurze DAZ-Anfrage im OB-Referat mit einer noch kürzeren Antwort: „Nein, unzutreffend – beides!“

Die Nachfolge für den amtierenden Sparkassenpräsidenten Dr. Ulrich Netzer stehe bereits fest, wie in diesem Zusammenhang zu erfahren war. Kurt Gribl ist es nicht. Für Augsburgs Stadtoberhaupt steht die berufliche Zukunft nach seiner Amtszeit demnach noch nicht fest, „alles ist weiterhin offen“, so Gribl.

In Sachen OB-Kandidatur hat sich bei der SPD ebenfalls noch nichts getan. „Fast nichts“, möchte man hinzufügen, denn immer stärker verdichten sich die Anzeichen, dass die Augsburger Sozialdemokraten den Fehler begehen werden, auf den amtierenden Ordnungsreferenten Dirk Wurm zu setzen. Ein unbekannter „Mister X“, also ein Mann außerhalb des Parteikaders wird es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht werden, wie die DAZ über den „SPD-Flurfunk“ erfuhr. Wurms einziger Gegenspieler ist der SPD-Fraktionschef Florian Freund. „Die beiden werden das freundschaftlich unter sich klären“, heißt es aus informierten SPD-Kreisen.

Neben Eva Weber (CSU) und Bruno Marcon (Augsburg in Bürgerhand) und Martina Wild (Grüne), die noch ein partei-internes Nominierungsreferendum der Mitglieder abwarten muss, gibt es derzeit für die kommende Kommunalwahl im Frühjahr 2020 ein OB-Kandidaten-Tableau der üblichen Verdächtigen: Für die ÖDP wird Christian Pettinger antreten und wohl auch von der Partei aufgestellt werden. Das Gleiche gilt für Frederik Hintermayr (Linke) und Markus Bayerbach (AfD). Wer für Pro Augsburg die Frontfrau (Frontmann) macht, ist noch offen. Ebenso ist noch offen, wer für die lokalpolitisch kaum profilierte FDP den Hut in den Ring wirft. Bei den freien Wählern hat das Peter Hummel getan, doch er muss mit innerparteilichem Gegenwind rechnen.

Die meisten Parteien wollen ihre OB-Kandidaten und ihre Stadtratslisten kurz vor der Sommerpause aufstellen. Im Herbst wird der Wahlkampf beginnen. Nach den Weihnachtsferien beginnt im Januar 2020 die heiße Phase des Kommunalwahlkampfs. Erste OB-Topkandidatin ist Eva Weber, da sie mit dem CSU-Ticket einen imaginären Vorsprung mitbringt. Festzuhalten ist dennoch: Wenn kein amtierender OB antritt, ist in einer Stadt wie Augsburg vieles möglich.



Neue CD und Konzert zum Jubiläumsjahr „Leo 300“

Im Jahr 2019 feiert Leopold Mozart, der in Augsburg zur Welt gekommene Vater von Wolfgang Amadé, seinen 300. Geburtstag. Mit der Einspielung seiner festlichen Missa solemnis in C leistet die ebenso in Augsburg beheimatete bayerische kammerphilharmonie einen zentralen Beitrag zum Jubiläumsjahr.

Das Werk beeindruckt durch seine ungewöhnliche Instrumentierung und dramatisch geschickte Wechsel von Chor und Solopartien und zeigt, mit welcher Kunstfertigkeit Leopold Mozart italienische Operneinflüsse und die Erfordernisse der sakralen Musik in Einklang zu bringen wusste. Alessandro de Marchi, die bayerische kammerphilharmonie, Das Vokalprojekt und die vier Solisten unterstreichen gerade diesen Aspekt in besonders erfrischender Weise.

In St. Georg, der Tauf- und Hochzeitskirche Leopold Mozarts, erklingt dieses besondere Werk am 19. Mai um 18 Uhr im Rahmen des Deutschen Mozartfests Augsburg unter der Leitung des Spezialisten für historische Aufführungspraxis Alessandro de Marchi in der Besetzung dieser Aufnahme.

Tickets: www.mozartstadt.de
Die CD ist zum Preis von 15 Euro erhältlich in der Geschäftsstelle der bayerischen kammerphilharmonie, Jesuitengasse 2, 86152 Augsburg, Telefon 0821-5213620.



100 Trommeln feiern 100 Jahre Waldorf

Am Donnerstag, 16. Mai von 11:00 bis 12:30 Uhr feiern einhundert Trommeln auf dem Königsplatz 100 Jahre Waldorfschule.

Das ganze Jahr 2019 wird an der Schule gefeiert, denn die Waldorfschule wird 100 Jahre alt. 1919 wurde die erste Waldorfschule in Stuttgart gegründet, inzwischen sind es über 1.100 Waldorfschulen und knapp 2.000 Waldorfkindergärten in rund 80 Ländern. Und es werden immer mehr. Das Jubiläum wird mit vielen Projekten auf allen Kontinenten gefeiert. Auch in Augsburg. Am 16. Mai ist nun auf Einladung der Rudolf Steiner Schule Augsburg und der Freien Waldorfschule Augsburg jeder herzlich eingeladen mitzutrommeln und seinen eigenen Rhythmus mit dem Gesamtrhythmus in Einklang zu bringen.



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