Wendejahre
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AEV: Roy verlängert!

Die Augsburger Panther haben nach Back-Up Markus Keller auch den Vertrag mit ihrer Torhüter Nummer 1 Olivier Roy um eine weitere Saison verlängert. Damit bleibt der DEL-Halbfinalist in der Saison 2019-20 auch auf der wichtigsten Position erstklassig besetzt.

Olivier Roy © Siegfried Kerpf

Olivier Roy stieß während der Saison 2017-18 von den Eispiraten Crimmitschau aus der DEL2 zu den Panthern. In Augsburg konnte der 183 Zentimeter große und 88 kg schwere Linksfänger auf Anhieb überzeugen. In der abgelaufenen DEL-Hauptrunde bildete der Kanadier dann zusammen mit Markus Keller eines der besten Torhüterduos der gesamten Liga. In 2029:33 Spielminuten stoppte Roy 909 Schüsse. Mit einer Fangquote von 91,73 % und fünf Shutouts zählt der Kanadier zu den statistisch stärksten Goalies der Deutschen Eishockey Liga.

Im Viertel- und Halbfinale der Playoffs avancierte Roy zu einem weltklasse Rückhalt für die Panther. In den 14 Spielen wies er eine Fangquote von 93,94 % bei einem sensationellen Gegentorschnitt von 1,82 auf und war damit der erste Verantwortliche für starke Playoffserie der Augsburger Panther in der vergangenen Saison.

„Oli Roy hat den starken Eindruck der letzten Saison dieses Jahr mehr als nur bestätigt. Er zählt zu den besten und konstantesten Torhütern der Liga und ist mit seiner Ruhe und Ausstrahlung der Stützpfeiler unserer guten Defensive. Er gibt unserem Team in jedem Spiel die Chance auf einen Sieg“, so AEV-Sportmanager Duanne Moeser:

„Ich freue mich sehr, dass wir meine Zukunft nach dem Saisonende unkompliziert und schnell klären konnten. Wir haben als Team eine tolle Saison gespielt und können stolz auf unsere Leistungen sein. Kommende Saison möchten wir dann auch in der CHL voll angreifen und unseren großartigen Fans weiter tolles Eishockey in Augsburg bieten“, so Oli Roy.



Die Schwabenstreiche Bob Dylans und des FCA

Der 20. April brachte Augsburg in doppelter Hinsicht in die Schlagzeilen. Das Schwabenderby endete mit einem sensationellen 6:0 Sieg des FCA über den VfB Stuttgart. Nur wenige Stunden später begeisterte Rocklegende und Nobelpreisträger Bob Dylan seine Fans und Followers bei seinem ersten Augsburger Auftritt in der Schwabenhalle.

Von Udo Legner

Watching the River Flow

Nachdem trotz des frühsommerlichen Aprilwetters so einiges Wasser die Wertach und den Lech hinuntergeflossen ist, und im Feuilleton und Lokalteil so ziemlich alles von den Dylan-Experten und Dylanologen gesagt wurde, was es zu Bob Dylan zu sagen gab, ist es höchste Zeit für einen abschließenden Vergleich zwischen dem Schwabenderby-Spektakel und der nicht weniger spektakulären Premiere von Bob Dylan in der Augsburger Schwabenhalle.

Während Sportjournalisten wie Fans ausnahmslos in Superlativen über die Wiederauferstehung des FCA am Ostersamstag schwelgten bzw. über Weinzierls Waterloo an seiner einstigen Wirkungsstätte bereits unkten, noch bevor die Entlassung des VfB-Trainers von der Vereinsführung ex cathedra verkündet wurde, waren die Reaktionen und der Widerhall auf Bob Dylans ersten Auftritt in Augsburg durchaus gespalten.

Dylan-Kenner und die Vertreter der schreibenden Zunft stimmten unisono in Lobeshymnen ein und waren sich darin einig, dass dieses Konzert trotz des kargen Bühnenbilds zu den Glanzlichtern seiner Neverending Tour zählte. Weniger eingefleischte Dylanologen – und insbesondere Newcomer und Novizen bei Dylans Tour – waren mit der Performance des Song- and Danceman freilich weit weniger zufrieden. Ihr Frust fußte vor allem darauf, dass es der Lichtgestalt der Rockgeschichte offensichtlich viel Vergnügen bereitete, ihr eigenes Liedgut derartig destruktiv zu verunstalten, dass es kaum noch erkennbar war.

Ü-55 Publikum für den 77jährigen Song- und Danceman

Einen markanten Unterschied zwischen dem Schwabenderby in der WWK-Arena und dem Dylan-Konzert in der Schwabenhalle gab es auch bei der Zusammensetzung des Publikums. Bei Ticketpreisen in dreistelliger Höhe und angesichts des fast biblischen Alters des Song- and Danceman war es nicht weiter verwunderlich, dass sich fast ausnahmslos ein Ü-55 Publikum in der Schwabenhalle verlustigte, war es doch mit den Dylan-Hits der 60er, 70er und 80er Jahre groß geworden.

Im weiten Rund der Schwabenhalle waren zwar auch einige gemischte Altersgrüppchen auszumachen, aber jugendliche Zuschauer ganz ohne Eltern- oder gar Großelternbegleitung waren Fehlanzeige. Was Youngstern wie Oldies beim Dylan-Konzert vorenthalten blieb (sehr zum Bedauern vieler Local Heroes, wie etwa der Newcomer Band Deadline 54 oder der Frauengruppe Mississippi Isabel), war eine Vorgruppe zur Einstimmung auf den Auftritt des Meisters. Ob diese neue dylaneske Ausschließlichkeit dem Altersstarrsinn des Songwriters geschuldet ist?

Keine Frage: Hier war die kultige Heimspiel-Dramaturgie in der WWK-Arena der des Dylan Gastspiels in der Schwabenhalle weit überlegen. Was natürlich nicht heißen soll, dass sich bei Dylan Konzerten in Zukunft ganze Kinderscharen mit wehenden Fahnen und Schals in den Landesfarben Minnesotas zu den Klängen von „Blowing in The Wind“ auf eine Ehrenrunde begeben sollen.

Bob Dylans Setlist und deren schicksalshafte Auswirkungen auf das Schwabenderby

Da Bob Dylan seine Setlist bei seiner Neverending Tour inzwischen lange im voraus festlegt, war an ihrem prophetischen Einfluss auf den Spielausgang des Schwabenderbys – zum Leidwesen des VfB Stuttgarts – wohl nicht mehr zu rütteln. Spätestens nach dem Auswärtssieg des FCA in Frankfurt war zumindest den Dylanologen klar, wie sich die Wahl des Eröffnungs- und Schlusssongs seiner Setlist auf das Schwabenderby auswirken würde. Denn mit „Things Have Changed“ eröffnete Bob Dylan sein Konzert. Auf „The Times They Are A’ Changin“ warteten die Stuttgarter Fans wie Weinzierl und sein VfB-Team völlig vergeblich. „And the losers now will be later to win“ – wer weiß, ob diese Verszeilen dem Kellerduell nicht noch eine Wendung gegeben hätten, hätte Dylan diese Verszeilen bemüht. So kam es, wie es wohl kommen musste und vom Meister vorherbestimmt war. Spätestens beim 0:4 Spielstand wurde auch den letzten VfB-Anhängern klar, dass die Antwort bei diesem Schicksalsspiel nicht mehr allein der Wind wusste.

Bei der Bahnfahrt zurück in die Schwabenmetropole konnten sich die Stuttgarter Fans wenigstens damit trösten, dass Bob Dylan auch den allerletzten Songs seines Schwabenhallen-Konzerts ganz auf sie gemünzt hatte: „It Takes A Lot To Laugh, It Takes A Train To Cry“.



Film und Gespräch zum Thema Inklusion

Am 15. Mai findet ein bundesweiter Aktionsabend zum Thema Inklusion statt. Dem CSU-Stadtrat Benedikt Lika ist es gelungen, dazu den Film „Die Kinder der Utopie“ nach Augsburg zu holen.

„Die Kinder der Utopie“ – Einladungsflyer (zum Download als pdf anklicken)

Sechs junge Erwachsene schauen zurück auf ihre gemeinsame Grundschulzeit in einer Inklusionsklasse. Sie reflektieren ihre Erlebnisse und Erfahrungen – und blicken in die Zukunft. Das ist kurz gefasst der Inhalt des berührenden und ehrlichen Dokumentarfilms von Hubertus Siegert.

In dem 80-minütigen Kinofilm treffen sich sechs junge Erwachsene wieder, um auf ihre gemeinsame Grundschulzeit in einer Inklusionsklasse zurückzuschauen. Vor zwölf Jahren wurden sie schon einmal dokumentiert – für den Film „Klassenleben“. Damals besuchten sie eine Berliner Grundschule, an der eine zu der Zeit noch außergewöhnliche Form des inklusiven Schulunterrichts stattfand: Kinder mit und ohne Behinderungen wurden gemeinsam unterrichtet. Auch Schwerstbehinderte waren Teil der Klassengemeinschaft.

Gemeinsam sehen sich die jungen Erwachsenen Filmaufnahmen aus ihrer Schulzeit an, begegnen ihrem jüngeren Ich, sprechen bisher Ungesagtes aus und reden darüber, wie sie wurden, was sie sind: Luca ist leidenschaftliche Hobbyfotografin und studiert Umweltwissenschaften; Marvin jobbt in einer Behindertenwerkstatt und sucht seinen Lebenssinn im christlichen Glauben; Dennis ist auf dem besten Weg, ein Star am Musical-Himmel zu werden; Johanna lernt mit großer Entschlossenheit Altenpflegerin und möchte bald ganz zu ihrem Freund ziehen; Christian befindet sich seit seinem schwulen Coming-Out in einer Selbstfindungsphase, hat sein VWL-Studium hingeschmissen und überlegt, in welche Richtung er sich beruflich bewegen möchte; und Natalie will ihr Praktikum als Küchenhilfe in eine Festanstellung wandeln und bald bei ihren Eltern ausziehen.

Die gemeinsame Schulzeit hat die jungen Menschen geprägt. Christian erzählt: „Dadurch, dass es Grundbestandteil des Klassensystems war, war es akzeptierter, dass es unterschiedliche Geschwindigkeiten gibt im Lernen. Diese Akzeptanz ist wichtig. Das war eben später dann nicht mehr so.“

Wir erleben, wie die Generation Y hier vollkommen selbstverständlich Inklusion lebt. Wer im Film eine Bewertung der inklusiven Erlebnisse sucht, wird sie dort nicht finden: Was können Lehrer, Lehrende und die Politik aus dem Film mitnehmen? Darüber diskutieren im Anschluss StD i.R. Heinz Dannenbauer vom Gymnasium bei St. Stephan (ehemaliger Lehrer von Benedikt Lika), Stefanie Schmitt-Bosslett von der Universität Augsburg (FISS) und Johannes Hintersberger MdL und Sozialstaatssekretär a.D.. Die Moderation übernimmt Benedikt Lika, Inklusionsaktivist und Stadtrat von Augsburg, der die Patenschaft für den Abend übernommen hat.

„Die Kinder der Utopie“
Film mit anschließendem Publikumsgespräch
Wann: nur am 15. Mai 2019 um 19:30 Uhr
Ort: CineMaxx Augsburg, Willy-Brandt-Platz 2, 86153 Augsburg

Karten sind unter www.diekinderderutopie.de/augsburg zu erwerben. Das Rollstuhlkontingent wurde von den sonst üblichen 2 auf 14 erhöht (komplette erste Reihe). Plätze können unter der Telefonnummer des CinemaxX Augsburg 0821 3258110 oder per E-Mail unter augsburg@cinemaxx.com geordert werden (es gilt das Windhundprinzip).

Flyer zur Veranstaltung (pdf, 800 kB)



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