Wendejahre
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Finanzen

Kostenexplosion Mozarthaus: Stadt erklärt Mehrkosten

Die Stadt Augsburg, in diesem Fall vertreten durch Kulturreferent Thomas Weitzel, hat nach dem gestrigen DAZ-Artikel eine Stellungnahme abgegeben, die die extreme Kostensteigerung bei der Sanierung des Mozarthauses erklärt. Dabei wurden zuerst die Zahlen konkretisiert und bestätigt: Die ursprünglich ausgewiesenen Sanierungskosten haben sich um knapp 40 Prozent erhöht, nämlich von ursprünglich 564.000 Euro auf 926.000 Euro.

Von Siegfried Zagler

Thomas Weitzel: Kulturreferent der Stadt Augsburg

Zurückzuführen sei das Malheur darauf, dass bei der Ursprungsplanung im Mozarthaus Augsburg die partiell barrierefreie Erschließung, die Brandschutzertüchtigung und die Schaffung eines zweiten baulichen Rettungswegs unberücksichtigt blieb. Auch die Elektrik des Hauses müsse umfassend erneuert werden.

„Die derzeitige Kostenkalkulation weist Gesamtkosten von 926.000 Euro aus“, wie es im städtischen Schreiben heißt, die Begründung der großen Differenz zwischen Planungskosten und tatsächlichen Kosten liest sich wie ein Artikel aus dem Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes: „Die erste Kostenkalkulation in Höhe von 564.000 Euro basierte auf einer Schätzung der zu gestaltenden Quadratmeter Ausstellungsfläche anhand von Erfahrungswerten der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern (2.000 Euro/qm). Die Neugestaltung der Ausstellung beläuft sich nach wie vor auf diese Summe (…) Jedoch tauchten im Zuge der Neugestaltung Notwendigkeiten der Sanierung und Brandschutzertüchtigung am Gebäude auf.“

Damit räumt die Stadt ein, dass lediglich museumsfachliche Umgestaltungen ins Kostenportfolio eingepreist wurden, nicht aber die baulichen Maßnahmen, die erst im Lauf des Projekts aufgetaucht sind: „Während der Konzeption der Ausstellung ergab sich der Bedarf den bisherigen Küchenraum im Erdgeschoss künftig der barrierefrei zugänglichen Ausstellungsfläche zuzuordnen, da das gesamte Haus nicht barrierefrei erschlossen werden kann. Zusätzlich soll das bisherige Büro der Deutschen Mozartgesellschaft im zweiten Obergeschoss in einen Aktiv-/Sinnesraum umgestaltet werden. Dies wiederum setzt eine Nutzungsänderung der betreffenden Räume und damit die Notwendigkeit einer Brandschutzbegehung voraus.“

Aus dieser Begehung resultierten nun die Mehrkosten: Es seien brandschutztechnische Anforderungen wie die Erstellung eines zweiten Rettungsweges formuliert worden. Es weiteres Ergebnis: Die elektrischen Anlagen müssen ebenfalls aus Brandschutzgründen erneuert werden. Daraus resultieren Anpassungen bei der EDV und der Einbruchssicherung. „Dies konnte“, so die Stadt, „erst nach dem Entfernen der bestehenden Ausstellung ermittelt werden.“

Die Finanzierung der zusätzlichen Kosten scheint für das Kulturreferat nicht problematisch: „Der städtische Haushalt sieht statt zunächst 300.000 Euro für die Maßnahme nun 662.000 Euro vor. Die Ausgaben werden über die fürs Mozartjubiläum vorgesehene Haushaltsstelle „300 Jahre Leopold Mozart – 2019“ gedeckt, weitere Mittel in Höhe von mindestens 264.000 Euro sind von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, der Bayerischen Landesstiftung, dem Bezirk Schwaben sowie Spendern und Sponsoren in Aussicht angefragt beziehungsweise in Aussicht gestellt.

Mozarthaus in der Frauentorstraße 30 – Foto: Regio Augsburg

Das Mozarthaus soll ab dem 14. November (Leopold Mozarts Geburtstag) wieder für Besucher geöffnet werden. Dieser von der Stadt als Notfall-Zeitplan anvisierte Termin gilt als sehr sportlich gesetzt. Dass das Mozarthaus im Jubiläumsjahr fast durchgehend geschlossen bleibt, ist der verzögerten Vorbereitung des Projekts geschuldet – und ein kulturpolitischer Skandal.



Ordnungsdienst macht mobil

Der Ordnungsdienst der Stadt Augsburg hat jetzt vier E-Bikes angeschafft, um in den kommenden Monaten schnell vor Ort sein zu können, wenn er gebraucht wird.

Das Team Ordnungsdienst auf den neuen E-Bikes (Bild: Ruth Plössel/ Stadt Augsburg)

„Umso schöner das Wetter wird, umso mehr liegen die „Einsatzorte“ des Ordnungsdienstes am Stadtrand, in Parks, an Seen sowie den Ufern von Lech und Wertach. Mit den neuen E-Bikes werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese Gebiete schneller erreichen und ihre Präsenz vor Ort erhöhen können“, erläutert Ordnungsreferent Dirk Wurm.

Das umweltfreundliche Fortbewegungsmittel kommt seit einigen Tagen jeweils für ein Team zum Einsatz und erfreut sich bereits großer Beliebtheit. „Fast alle wollen mit Bikes unterwegs sein. Wenn wir den Sommer über gute Erfahrungen mit den Rädern machen, kann ich mir gut vorstellen im nächsten Jahr weitere Elektroräder anzuschaffen. Das hält den Ordnungsdienst fit, sieht gut aus und schont Nerven und Umwelt!“, so Wurm.



AEV

Panther: Stewart geht nach Köln – Roy bleibt (wohl)

Nun ist offiziell entschieden, was sich seit längerem andeutete. Mike Stewart informierte die Verantwortlichen der Augsburger Panther, dass er das Angebot zur Vertragsverlängerung nicht annehmen möchte und sich zur Saison 2019-20 neuen Aufgaben widmen wird.

Ex-Panther-Trainer Mike Stewart hat bei Köln einen Vertrag über zwei Jahre unterschrieben © Siegfried Kerpf

Mike Stewart wechselte zur Spielzeit 2015-16 nach Augsburg. Insgesamt stand der Austro-Kanadier in seiner vierjährigen Amtszeit in 229 DEL-Partien als Headcoach hinter der Bande der Panther. Zweimal führte der 46-jährige ehemalige österreichische Nationalspieler sein Team in die Playoffs. Vor allem die Saison 2018-19 wird allen Fans der Augsburger Panther noch lange in Erinnerung bleiben. Mit Platz 3 nach der Hauptrunde, der Qualifikation für die Champions Hockey League (CHL) und zwei denkwürdigen Playoff-Serien spielte sich die Mannschaft in die Herzen ihrer Anhänger und begeisterte ganz Eishockeydeutschland. Zweifelsohne auch ein Verdienst Stewarts.

„Mike Stewart hat in den vergangenen vier Jahren tolle Arbeit für die Augsburger Panther geleistet. Mit seiner Unterstützung haben wir es geschafft, die sportliche Weiterentwicklung unseres Clubs voranzutreiben. Natürlich wären wir mit Mike auch gerne in eine fünfte gemeinsame Saison gegangen und hätten ihn somit gerne hinter der Bande eines CHL-Teilnehmers gesehen, dennoch respektieren wir natürlich seinen Wunsch nach einer beruflichen Veränderung. Wir danken ihm für seinen großen Einsatz, seinen Anteil an unseren jüngsten Erfolgen und wünschen ihm für seine private und sportliche Zukunft nur das Beste. Mike wird in Augsburg immer willkommen sein“, so Lothar Sigl.

Mike Stewart ergänzt: „Der Abschied aus Augsburg fällt mir nicht leicht. Ich habe diesen Club in den letzten vier Jahren lieben gelernt. Als Trainer konnte ich mich zu jedem Zeitpunkt auf meine Tätigkeit konzentrieren. Wir hatten immer ein ruhiges und hochprofessionelles Umfeld, treue Partner und begeisterungsfähige Fans. So bleibt mir nur, danke zu sagen. Danke für alles Augsburg, es war mir eine Ehre.“

Über Stewarts neuen Verein ist zuletzt viel spekuliert worden. Aus der DEL kamen Köln, Berlin und Nürnbeg in Frage, es lag aber auch eine seriöse Anfrage aus der Schweiz vor, wie Stewart der DAZ versicherte. Dass er nun nach Köln geht, überraschte nicht wirklich.

Bleibt Olivier Roy? Panther-Chef Lothar Sigl geht davon aus, dass Top-Goalie Roy ein weiteres Jahr für die Panther spielt © Siegfried Kerpf

Eine zweite, nicht weniger wichtige Personalstelle, ist ebenfalls noch offen: Augsburgs Spitzentorhüter Olivier Roy übt sich bezüglich des aktuellen Augsburger Vertragsangebots in Zurückhaltung. „Ich gehe aber davon aus, dass wir mit den Verhandlungen auf einem guten Weg sind“, äußerte sich Panther-Gesellschafter Lothar Sigl opimistisch.



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