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Tatort Augsburg: Verbrecherjagd als Event

Bereits zum fünften Mal ruft das Theater Augsburg sein Publikum zur Verbrecherjagd auf 

Tatort 5 – “Gehobene Schnitzeljagd” Foto © Jan-Pieter Fuhr

Das Format des Mitmach-Theaters kommt beim Publikum offenbar gut an. Man sollte dabei nur ausblenden können, dass eine Horde Menschen sich ziel- und ahnungslos auf unbekanntem Terrain zwischen Ermittlern und Tätern bewegt, statt bequem  vor dem Fernseher zu sitzen. Mit dramaturgischen Tricks muss diese Massenbewegung gerechtfertigt werden, das haben die Tatort-Macher (Peter Dempf als „Drehbuchschreiber“ und  Hausregisseur David Ortmann, der sich auch mit Videos gut auskennt) mittlerweile ganz gut heraus. 

Folge 5 des Detektivspiels trägt den Titel „Codename Clown“ und findet im authentischen Ambiente der ehemaligen JVA in der Hochfeldstraße statt. Die Folge knüpft an zwei bereits vorangegangene an, wo die Ermittlungen bislang „im Sand“ verliefen. Bevor es aber losgeht, wird das Publikum von „Dirk“ (Daniel Schmidt – „wir duzen uns hier alle“), einem Event-Manager, aufgefordert, einen Haftungsausschluss zu unterschreiben für das  „Escape“-Spiel, das  die „High-Rate-Eventagentur“ in den Räumen der aufgelassenen JVA nun anbietet. 

Nicht ganz zufällig sind auch Tatort-Ermittler dabei, wie sich später herausstellt. Die Entführung des Ermittlers Kaspar Einfalt (Armin Müller-Stahl) findet vor deren Augen (und denen der „Escape“-Teilnehmer) statt. Mit Hilfe des belustigten Publikums werden Puzzles zusammengesetzt und Zahlencodes für Schlüssel ausfindig gemacht, wie sich das für eine gehobene Schnitzeljagd gehört. Was (oder wer) den Stein ins Rollen gebracht hat, erfährt das Publikum durch die anfängliche Videoeinspielung, wo der aus früheren Folgen bekannte Ermittler Weber (Klaus Müller) von einem Auto überfahren wird. Seine weiteren Videoauftritte zeigen nur wenig von seinem Gesicht, das dick bandagiert ist. Selbstverständlich stapeln sich trotzdem Akten neben seinem Krankenbett und seine Hinweise führen die Ermittler vor Ort, vor allem die eigens aus Köln angereiste Sonderermittlerin Corinna Bruch (auch bereits bekannt, Natalie Hünig) auf die richtige Spur.

Die Zuschauer, die sich darauf einlassen und keine allzu kopflastigen Botschaften erwarten, haben in diesen 90 Minuten wieder vor allem eins: Spaß. Geschickt greifen die Macher auf bewährte Tatort-Klischees zurück, indem sie der Pathologin Dr. Karin Thielemann (Marlene Hoffmann) skurrile Züge verleihen und den Polizeichef (erneut) nicht in allzu gutem Licht da stehen lassen. Aber beim Krimi soll man ja nicht zu viel verraten. Was sicher ist: Die Vorstellungen werden nicht ausreichen, schon vor der Premiere waren sie so gut wie ausverkauft. Zusätzliche Termine sind bereits vorgesehen. Und man ist gespannt, wie es weitergeht mit dem bewährten Ermittler-Gespann Weber und Bruch. Oder kommt zwischendurch was ganz anderes? Man weiß es nicht und das soll auch so sein. Nach dem Tatort ist vor dem Tatort. — Halrun Reinholz



Alles nur Müll?

Am Mittwoch, 27. März, findet um 19 Uhr im Stadtarchiv unter dem Titel “Alles nur Müll?” ein Vortrag in der Reihe “Stadtgeschichte aktuell” statt.

Spätmittelalterliche Massenware: Tonfigürchen (Bild: Stadtarchäologie Augsburg)

Archäologische Ausgrabungen der zurückliegenden beiden Jahrzehnte brachten in Augsburg umfangreiches Fundmaterial aus dem Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit zutage. Massenfunde aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts beim Kloster St. Ulrich und Afra oder eine historische „Mülldeponie“ auf dem AKS-Gelände ermöglichen Einblicke in die Ausstattung der Haushalte in früheren Zeiten und in die Arbeitsweise verschiedener Handwerkszweige.

Die Referentin Michaela Hermann M. A., wissenschaftliche Mitarbeiterin und Leiterin des Fund- und Dokumentationsarchivs der Stadtarchäologie Augsburg, informiert in ihrem Vortrag „Alles nur Müll? – Archäologische Funde als Quelle für die Erforschung der Sachkultur in der Reichsstadt Augsburg“ über neue Grabungsfunde und deren Auswertung im neuen archäologischen Zentraldepot.

Gegenstand des Vortrags sind unter anderem von anonym gebliebenen Handwerkern im Spätmittelalter und der Renaissance als Massenware hergestellte kleine Figürchen aus Ton, von denen bei Ausgrabungen in Augsburg schon weit mehr als 2.000 Exemplare ans Tageslicht kamen. Neben den äußerst beliebten Jesusknäblein und verschiedenen Heiligen fanden die Zeitgenossen und -genossinnen des frühen 16. Jahrhunderts an Figuren vornehm gekleideter Frauen den größten Gefallen.

“Alles nur Müll? – Archäologische Funde als Quelle für die Erforschung der Sachkultur”
Vortrag in der Reihe “Stadtgeschichte aktuell”
Tag: Mittwoch, 27. März 2019
Zeit: 19:00 Uhr
Ort: Stadtarchiv, Zur Kammgarnspinnerei 11



Die Tür ist offen beim KJF

Am Freitag, 5. April, lädt das KJF Berufsbildungs- und Jugendhilfezentrum Sankt Elisabeth im Augsburger Univiertel zum diesjährigen Tag der offenen Tür.

KJF: Auch die Metallwerkstatt öffnet ihre Tür am 5. April. Foto: KJF/Carolin Jacklin

Die KJF Augsburg ist einer der größten Anbieter für Gesundheits-, Sozial- und Bildungsdienstleistungen in Bayern. Am 5. April von 11 bis 17 Uhr können Interessierte die Ausbildungsbetriebe, den Wohnbereich und das gesamte Gelände der Einrichtung in Augsburg-Haunstetten erkunden. Alle Ausbildungsberufe und die Berufsvorbereitung präsentieren sich mit besonderen Mitmach-Aktionen und geben so einen Einblick in Ihren Alltag. Die Bundesagentur für Arbeit sowie die Fachkräfte von Sankt Elisabeth beraten zu den einzelnen Angeboten, und natürlich ist auch für das leibliche Wohl ausreichend gesorgt.

Tag: Freitag, 5. April, 11 bis 17 Uhr
Ort: Fritz-Wendel-Str. 4, 86159 Augsburg
Parkplatzzufahrt von der Hugo-Eckener-Straße, Straßenbahnlinie 3 bis Haltestelle BBW/Institut für Physik. Weitere Infos gibt es auf www.sanktelisabeth.de.