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Kunstgeschichte

Sensation: Zwei unbekannte Putten aus der Fuggerkapelle bei Sotheby’s aufgetaucht

Im kommenden Mai sollen zwei bisher als verschollen betrachtete Putten aus der Augsburger Annakirche in Paris zur Versteigerung angeboten werden. Beide Putten stammen von Hans Daucher (1486-1538) und werden aktuell mit einem Schätzwert von 2.500.000 Euro aufgerufen.

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Drei von sieben © Irmgard Hoffmann

Von Siegfried Zagler

Die Putten stammen aus einem Ensemble von insgesamt sieben Putten, die die Grablege der Fuggerfamilie zierten. Kürzlich wurden die fünf Orginale der Fuggerkapelle in St. Anna von Repliken ersetzt. Die zum national wertvollen Kulturgut zählenden fünf Puttenfiguren aus der Fuggerkapelle in St. Anna bezogen ihre neue Heimat im Augsburger Maximilianmuseum – aus Sicherheitsgründen. Die Kosten des Umzugs samt der Anfertigung der Repliken betrug damals 60.000 Euro. Die Fuggerkapelle in St. Anna gehört zu den größten historischen Schätzen der Stadt Augsburg. Sie ist ein früher Renaissancebau, der von Jakob Fugger und seinem Bruder Ulrich als Grablege für ihre Familie gestiftet wurde. Durch die Arbeiten großer Künstler wie z.B. Albrecht Dürer, Jörg Breu d.Ä. und Hans Daucher ist das gesamte Werk von unschätzbarem Wert. Die von Hans Daucher um 1530 geschaffenen Putten verzieren die Balustrade, die bis 1821 die Kapelle vom Kirchenraum trennte.

Entdeckung verändert Kunstgeschichte

Die Putten wurden 1821 entfernt. Fünf konnten Anfang des 20. Jahrhundert in der Umgebung von Augsburg wieder ausfindig gemacht werden: Eben die fünf bisher bekannten Putten aus der Fuggerkapelle in St. Anna, die nun im Maximilianmuseum zu bewundern sind. Bisher ging die Forschung davon aus, dass ursprünglich (bis 1821) sechs Putten die Balustrade bekrönten und nur ein Putto verschollen sei. Das überraschende Auftauchen der beiden Putten in Sotheby’s Paris verändert somit die Kunstgeschichte.

Putten unterstreichen kulturgeschichtliche Bedeutung der Stadt Augsburg

Die Herkunft der Putten wird als zweifelsfrei bewertet: Sie wurden von Baron Arthur von Schickler (1828-1919) erworben. Danach gelangten sie in die Sammlung Pourtalès-Schickler und von dort durch Erbfolge in den Besitz der Familie, die nun verkaufen will. Das neu zu bewertende Ensemble der Fuggerputten reflektiert nicht nur einen hohen künstlerischen Wert, sondern unterstreicht auch die kulturgeschichtliche Bedeutung der Stadt Augsburg. Es handelt sich um einen Beleg der Hochzeit der Augsburger Renaissanceskulptur. Sie gelten als Inkunabeln der deutschen Renaissance, die in Augsburg ihren Anfang nahm.

Stadt bemüht sich um Erwerb

Nach Informationen der DAZ bemühen sich die Städtischen Kunstsammlungen derzeit intensiv darum, Drittmittel aufzutreiben, damit das komplette Ensemble der sieben Putten für die Öffentlichkeit im Maximilianmuseum zugänglich gemacht werden kann.

 

 



Freiwillige Mentoren für Jugendprojekt „change in“ gesucht

Das seit 15 Jahren in Augsburg etablierte Projekt „change in“ sucht nach Personen im Alter zwischen 18 und 100 Jahren, die Jugendliche bei ihrem freiwilligen Engagement begleiten.

Während seines nunmehr 15-jährigen Bestehens haben sich 6.000 Schüler und über 200 erwachsene Mentoren am Jugendprojekt „change in“ beteiligt. Es handelt sich um ein etabliertes Kooperationsprojekt, welches vom Bündnis für Augsburg, dem Freiwilligenzentrum und dem tip, der Jugendinformation des Stadtjugendrings Augsburg getragen wird. Den Kern von „change in“ bilden die freiwilligen Einsätze von Schülern der 8. Jahrgangsstufe in verschiedensten Einrichtungen in Augsburg und Umgebung. Ebenso wichtig sind erwachsene Mentoren, die den Schülern dabei als Ansprechpartner zur Seite stehen und Kontakt mit den Einsatzstellen halten. Der Zeitaufwand für die ehrenamtlichen Mentoren beträgt maximal 1 Stunde pro Woche. Getragen wird das Engagement vom regelmäßigen monatlichen Austausch beim Mentorentreffen in herzlicher Atmosphäre.

Wer gerne junge Leute unterstützen möchte, und ein vielseitiges, freiwilliges Engagement mit geringem Zeitaufwand sucht, kann sich im Freiwilligenzentrum Augsburg melden. Eine kostenlose Schulung für Neu-Mentoren findet am Freitag, den 22.3. von 14:30 bis 18:00 Uhr statt. Kontakt: Ulrico Ackermann unter Tel. 0821/45042211 oder Annette Kappes unter Tel. 0821/4552256.



Benefizkonzert für Inklusionsprojekt

Das Barockensemble SaltimBarocca gibt am Samstag, den 23. März um 19.30 Uhr in der Kirche St. Michael in Pfersee, Stadtberger Straße 9, ein Benefizkonzert zugunsten des Projekts „Inklusionshotel“.

Das Barockensemble SaltimBarocca
Bild: SaltimBarocca / Klaus Bichlmayer

SaltimBarocca wird auf historischen Instrumenten Werke von Pergolesi, Mancini und Vivaldi spielen. Der Eintritt ist frei, um Spenden zugunsten des „Inklusionshotels“ wird gebeten. Beim Inklusionshotel handelt es sich um ein Projekt der Down-Syndrom-Initiative „einsmehr“ e.V. nahe des Uniklinikums an der Neusäßer Straße im Augsburger Westen. Geplant sind 73 Zimmer, davon 16 Appartements, die bis zu einem halben Jahr gemietet werden können. Insgesamt werden im Inklusionshotel 24 Menschen beschäftigt sein, darunter mindestens elf Personen mit Unterstützungsbedarf.

„einsmehr“ hat ca. 140 Mitgliedsfamilien aus der Region Augsburg und bietet eine Plattform für den Austausch sowie ein großes Angebot für Menschen mit Down-Syndrom und organisiert fachliche oder politische Veranstaltungen. Weitere Informationen über einsmehr und das Inklusionshotel gibt es unter www.einsmehr.org.



Bürgersprechstunde mit Eva Weber

Bürgermeisterin und Wirtschafts- und Finanzreferentin Eva Weber lädt interessierte Bürgerinnen und Bürger im Rahmen einer Bürgersprechstunde zu einem persönlichen Gespräch ein. Die Bürgersprechstunde ist keine öffentliche Veranstaltung. Es wird deshalb um vorherige telefonische Anmeldung unter 0821 324-1574 gebeten.

Tag: Montag, 18. März 2019
Zeit: 16:00 bis 17:00 Uhr
Ort: Verwaltungsgebäude I (Zimmer 322), Rathausplatz 1



Stadtgeschichte aktuell: Vortrag über Kaiser Maximilian

Der „Letzte Ritter“ oder „Virtuose in nutzlosen Taten“?

Die Einschätzung von König/Kaiser Maximilian I. (1486–1519) in der Geschichtsschreibung ist vor allem durch den Blick auf die dynastische Politik des Habsburgers und dessen aktive Arbeit an seinem eigenen Bild in der Geschichte geprägt. Doch Maximilian war mehr als ein geschickter Propagandist seiner selbst. Mit Geduld und Umsicht schaltete er sich in das harte Geschäft der Realpolitik im süddeutschen Raum ein und nahm dabei auch auf die Reichsstadt Augsburg unmittelbar Einfluss.

Der Referent, Univ-Prof. Mag. Dr. Reinhard Alexander Stauber, Vorstand des Instituts für Geschichte an der Universität Klagenfurt, skizziert die historischen Entwicklungen im Spannungsfeld zwischen Wittelsbachern und Habsburgern und analysiert die Rolle des Herrschers Maximilian, dessen Todestag sich 2019 zum 500. Mal jährt.

Tag: Mittwoch, 13. März 2019
Zeit: 19:00 Uhr
Ort: Stadtarchiv, Zur Kammgarnspinnerei 11



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