Wendejahre
Maximilian I.
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AEV gewinnt erneut in Berlin

Die Augsburger Panther haben das letzte Spiel vor der Länderspielpause dank eines herausragenden Olivier Roy gewonnen. Beim 1:0-Sieg bei den Eisbären Berlin wehrte der Goalie alle 42 Schüsse der Berliner ab und feierte seinen fünften Shutout der Saison. Das Tor des Tages erzielte Sahir Gill (29.).

Mike Stewart schickte die gleiche Mannschaft wie bei der unglücklichen Niederlage gegen die Thomas Sabo Ice Tigers ins Rennen und der AEV war auch sofort im Spiel. Bereits nach wenigen Sekunden hatte Adam Payerl die erste Chance des Spiels (1.). Auch danach hatte der AEV in einem ausgeglichenen ersten Drittel einige Chancen, aber Tore wollten auf beiden Seiten nicht fallen.

Auch im zweiten Drittel waren die Panther zu Beginn hellwach, aber Matt White scheiterte in den ersten Minuten nach Wiederbeginn gleich dreimal freistehend an Kevin Poulin (21., 21., 23.). Die Gäste blieben aber dran und belohnten sich schließlich in der 29. Minute. Nach scharfer Hereingabe von Thomas Holzmann musste Gill am langen Pfosten den Puck nur noch über die Linie drücken und traf damit im vierten Spiel in Folge. Auch danach hatten die Panther noch Chancen, aber ein weiterer Treffer gelang nicht mehr. Weil allerdings auch Olvier Roy seinen Kasten bei einigen guten Kontermöglichkeiten der Eisbären kurz vor Drittelende sauberhielt, ging es immerhin mit der knappen AEV-Führung in den dritten Abschnitt.

Roy überragt im letzten Drittel

Und dort spielten plötzlich nur noch die Eisbären. Die Hausherren erhöhten den Druck deutlich und nahmen Roy unter Dauerbeschuss. Doch Augsburgs Goalie erwischte einen absoluten Sahnetag und brachte die Berliner Angreifer an den Rande der Verzweiflung. Immer wieder verhinderte Roy den Einschlag und hielt letztlich mit insgesamt 42 Saves den wichtigen Auswärtssieg fest.

Nach der Länderspielpause geht es nun für die Panther mit zwei Heimspielen weiter. Freitag in einer Woche sind die Iserlohn Roosters im Curt-Frenzel-Stadion zu Gast, zwei Tage später geht es gegen die Straubing Tigers.



FCA ringt Mainz einen Dreier ab

Der FC Augsburg hat am 20. Spieltag der Fußballbundesliga im Abstiegskampf ein dickes Ausrufezeichen gesetzt und einen hochverdienten 3:0-Sieg gegen den 1. FSV Mainz 05 eingefahren. Zwei Handelfmeter (8./34.) und ein klasse Konter (54.) sollten die Entscheidung zugunsten des FCA bringen. Dreifacher Torschütze der Augsburger war Alfred Finnbogason.

Im durchgängigen Schneetreiben zeigte sich der FCA auf dem Lechfeld vor 25.733 Zuschauern von seiner besten Seite, lief und kämpfte die 05er in Grund und Boden und ging mit der ersten Chance in der 8. Minute mit einem von Finnbogason sicher verwandelten Handelfmeter in Führung, die die Augsburger auszubauen und zu sichern verstanden. Der FCA blieb die gesamte Partie über ungefährdet als das bessere Team auf der Siegesstraße und muss sich lediglich vorwerfen lassen, einige hochkarätige Torchancen leichtfertig verschlampt zu haben. Ansonsten zeigte sich der FC Augsburg stets auf der Höhe des Geschehens und ging am Ende als verdienter Sieger vom Platz. Ein Spielbericht von Udo Legner folgt.

 

 



FCA gegen Mainz: Es beginnt die Woche der Wahrheit

Für den angezählten FCA-Trainer Manuel Baum beginnt mit dem 20. Spieltag am heutigen Sonntag (15.30 Uhr) gegen Mainz die Woche der Wahrheit. Sollten der FCA seine Talfahrt fortsetzen, wird wohl, so pfeifen es in Augsburg die Spatzen von den Dächern, Baum freigestellt und durch den neuen Assistenztrainer Jens Lehmann ersetzt.

Von Siegfried Zagler

Die letzten Auftritte und eine personell dezimierte wie formschwache Augsburger Mannschaft geben wenig Anlass zur Annahme, dass gegen Mainz im heutigen Heimspiel mit einem Dreier eine Wende eingeleitet werden könnte. Der FCA hat seine ursprüngliche Ergebniskrise in eine tatsächliche Krise verwandelt. 

Viel zu rücksichtsvoll und zu defensiv ging die FCA-Führung mit dem unerträglichen Verhalten von Caiuby um. Harsch und überzogen dagegen, die unmittelbare Suspendierung von Martin Hinteregger, dessen Trainerschelte mit Willen und Geschick möglicherweise zu moderieren gewesen wäre. Hinteregger spielt nun als Stammspieler in Frankfurt, hat sich also über Nacht verbessert, während der FCA in der Innenverteidigung mit dem späten Transfer von Reece Oxford keinen adäquaten Ersatz verpflichten konnte. Bei Hinteregger darf man begründet annehmen, dass er kalkuliert und geplant seinen Abgang vorbereitete, beim FCA erscheint jede Maßnahme derzeit ungeplant, ja chaotisch-zersetzend.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Baustellen des FCA mit Händen zu greifen sind. Auf der Torhüterposition soll nun ein 21-jähriges Talent für Stabilität sorgen, nachdem man eine halbe Saison unter bescheidenen Torhüterleistungen zu leiden hatte. Mit Hinteregger und Caiuby fehlen dem FCA seit dieser Woche zwei Spitzenspieler in der Stammformation. Mit Gouweleeuw und Framberger sind zwei Stützen verletzt und fehlen dem FCA in der Spieleröffnung wie die Luft zum Atmen. Ehemalige Starkspieler wie Gregoritsch und Max aber auch Richter wie Finnbogason sind von schweren Formkrisen geschlagen. Hahn und Schmid sorgen in jeder Partie für etwas Schwung, ohne dabei nach hinten Sicherheit oder nach vorne Dynamik und Torgefährlichkeit zu generieren. 

Das gesamte Auftreten des FCA in der Rückrunde ist zum Fürchten: Eine auseinandergefallene Mannschaft mit bis ins Mark verunsicherten Spielern – ohne Feuer, ohne Esprit, dafür Destruktion mit Betontaktik und Verkrampfung, kein Rad greift mehr ins andere. 

Der FC Augsburg befindet sich im freien Fall und die Verantwortung dafür muss man – wo sonst? – beim Management und bei der sportlichen Leitung suchen. Trainer Baum und sein Team haben der Mannschaft mit ihren zahlreichen taktischen Wechselspielchen die Spitzen abgeschliffen: Die Intervalle, mal hoch und intensiv pressen, mal mit acht Mann tief stehen und mit langen Bällen nach vorne, werden nicht eingehalten. Halbherzig werden Räume besetzt und und die Ballführenden attackiert. Das einsame wie verhaltene Anlaufen von Finnbogason setzt längst keine Abwehr mehr unter Druck.

Mit der Verpflichtung von Jens Lehmann zerstörte das Management die FCA-Familien-Legende. Lehmann passt zum FCA wie Helene Fischer zu Metallica. So wie Trainer Baum, der in der Vergangenheit viel Gespür für die Möglichkeiten des Kaders zeigte, aber offenbar dieses Gespür verloren hat, so trostlos wirkt der Lehmann-Coup auf die Fangemeinde des FCA. Lehmann gehört zum Fußball-Plauder-Adel und passt mit seiner distinguierten Aura eines „Halbpromis“ nicht nach Augsburg. Hofmann und Reuter zeigten mit dieser Personalentscheidung wenig Gespür für das FCA-Gen.

Dass eine Mannschaft, die dergestalt begeisternd wie der FCA in die Saison gestartet ist, sich zu einem Torso, zu einem Schatten seiner selbst verwandeln kann, ist im Fußball nichts Neues. Nun gilt es für den FCA, sich aus der Krise zu arbeiten. Es deutet aktuell nichts darauf hin, dass die zahlreichen Baustellen gegen Mainz in den Griff zu bekommen sind. Doch gegen Mainz ist ein Sieg im Bereich des Möglichen, am Mittwoch muss Augsburg im Pokal in Kiel bestehen, dann kommt der 21. Spieltag, an dem der FCA nach Bremen reist.

Darauf wetten, dass nach diesen Spielen Augsburgs angezählter Manuel Baum noch beim FCA Trainer ist, wäre leichtsinnig.



Protest gegen AfD-Neujahrsempfang

Das Bündnis für Menschenwürde Augsburg-Schwaben e.V. hat sich anlässlich des AfD Neujahrsempfangs im Augsburger Rathaus positioniert und ruft zu einer Kundgebung auf, die sich gegen die „menschenverachtende Politik“ der AfD richtet und für ein friedliches, tolerantes und weltoffenes Augsburg einsetzt.

Mit erschreckender Regelmäßigkeit würde der Augsburger AfD Stadtrat Markus Bayerbach zum Neujahrsempfang Rednerinnen und Redner einladen, „die mit ihren menschenfeindlichen und rechtspopulistischen Aussagen den Boden unseres Grundgesetzes verlassen und ein völkisches, ausländerfeindliches und homophones Gedankengut verbreiten“, wie es in der Stellungnahme heißt. Markus Bayerbach zeige mit den Einladungen, welch Geistes Kind er sei. Nach Petry, von Storch und Gauland spricht nun in diesem Jahr Gottfried Curio im Augsburger Rathaus.

„Kurz nach dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus wird nun ein Rechtspopulist an dem Ort sprechen, an dem sonst der Augsburger Friedenspreis für Versöhnung und ein Miteinander der Religionen und Kulturen verliehen wird. Curio hat, neben vielen anderen unsäglichen Aussagen, im Deutschen Bundestag von entartetem Doppelpass gesprochen und sich klar einer NS-Wortwahl bedient.“

Das Bündnis für Menschenwürde Augsburg-Schwaben e.V. ruft die Augsburgerinnen und Augsburger deshalb dazu auf, sich der Kundgebung anzuschließen, die am Sonntag, 3. Februar 2019 um 18 Uhr auf dem Rathausplatz beginnt.


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