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punkt7 thematisiert die politische Krise in Nicaragua

30 Minuten innehalten für die Nöte der Welt

– Nicaragua: Vor 40 Jahren kämpfte Daniel Ortega bei den Sandinisten gegen soziale Ungerechtigkeit und staatliche Unterdrückung unter Diktator Somoza. Als Staatspräsident seines Landes geht er heute selbst mit harten Bandagen gegen Demonstranten und Oppositionelle vor. Über die politische Krise in dem zentralamerikanischen Land berichtet Clemens Behr, Chefredakteur der christlichen Zeitschrift „Neue Stadt“, die im Januar einen offenen Brief an Ortega veröffentlicht hat, am 7. März bei punkt 7.

punkt7 ruft dazu auf, Menschen in Not solidarisch zur Seite zu stehen und lädt ein zu 30 Minuten Information, Reflexion, Stille und Hinwendung zu Gott. Getragen wird die Initiative punkt7 von den beiden Kirchengemeinden St. Anna und St. Moritz, sowie der evangelischen und katholischen Citykirchenarbeit und der Fokolar-Bewegung e.V.



Artenschutzzentrum: Freistaat hält sich an Zusagen

Das in der Regierungserklärung von Dr. Markus Söder 2018 in Aussicht gestellte und bereits im Aufbau befindliche Artenschutzzentrum Augsburg wird vollständig und im Ergebnis wie geplant umgesetzt. Dies wurde OB Dr. Gribl von Umweltminister Thorsten Glauber am vergangenen Dienstag telefonisch zugesichert.

Blumenwiese – Foto: DAZ-Archiv

Presseberichte, wonach das Artenschutzzentrum in Konzept sowie finanzieller und Personalausstattung nicht oder nur teilweise umgesetzt werde, seien inhaltlich nicht richtig. Der Aufbau soll, so habe Glauber im Gespräch zugesagt, mit hochrangigen und hochqualifizierten Experten Stück für Stück in Augsburg weitergehen, so die Stadt Augsburg gestern in einer Pressemitteilung. Dass dies nicht auf einen Schlag gehe, liege in der Sache selbst, denn, so OB Gribl, „Experten wie auch ein Zentrum an sich fallen nicht vom Himmel – wir wollen, dass vernünftig und nicht hopplahopp agiert wird“.

Das Artenschutzzentrum hat vergangenen Sommer im Eichamt Augsburg seine Arbeit aufgenommen. Bis zu 50 Experten sollen dort einmal für eine neue Qualität im bayerischen Artenschutz sorgen. Neben der Forschung soll das Zentrum auch den Bereich Umweltbildung, zum Beispiel für Schüler und Jugendliche, abdecken.



„Drei Möhren“ statt „Drei Mohren“

Sie lassen nicht locker: Am heutigen 27. Februar ab 16.30 Uhr werden Mitglieder des Bündnisses junger Antirassist*innen in der Nähe des Hotels „Drei Mohren“ als Möhren verkleidet für eine Umbenennung des Hotels werben.

Das Hotel Drei Mohren in der Maximilianstraße – Foto: DAZ

Neben der Verteilung von Flyern sollen Unterschriften für die Petition zur Umbenennung des „Drei Mohren“ gesammelt werden. Nach Auffassung des Bündnisses ist der Begriff „Mohr“, der seinen Ursprung in der deutschen Kolonialzeit hat, eine veraltete und abwertende Bezeichnung für Schwarze. Die Mitglieder des Bündnisses setzen sich deshalb dafür ein, dass die Steigenberger-Gruppe dem Hotel, das sie in einer Pressemitteilung als „bekanntestes Hotel in Augsburg“ und „Aushängeschild der Friedensstadt“ bezeichnen, einen neuen, diskriminierungsfreien Namen gibt. Die von der Amnesty Jugendgruppe Augsburg initiierte Petition ist hier zu finden.



Brechtfestival

Baal zum Brechtfestival: „Was ist er eigentlich?“

Brechts Baal: Ein komplexes, schwer zu vermittelndes Stück, an dem der Dichter immer wieder „herumgedoktert“ hat. Das Staatstheater Augsburg bringt es nun beim Brechtfestival als Beitrag zum Thema „Städtebewohner“

Von Halrun Reinholz

Baal © Jan-Pieter Fuhr

Denn für den entfremdeten urbanen Menschen steht er auf jeden Fall. Er ist (Lebens-)Künstler und genau das ist der Ansatz von Mareike Mikat: Baal ist mit einer Band auf Tour, alle Begebenheiten lassen sich in diesem Rahmen unterbringen, die Exzesse, Morde und Demütigungen und die Rückblenden auf Ansätze eines „normalen“ Lebens. Und Baal ist bei Mareike Mikat eine Frau. Natalie Hünig verkörpert den skrupellosen Sexisten und Egomanen furios und überzeugend. Flankiert wird sie von fünf männlichen Schauspielkollegen (Gerald Fiedler, Andrej Kaminsky, Roman Pertl, Patrick Rupar und Daniel Schmidt), die alle anderen Männer- und Frauenrollen in durchaus abenteuerlichen Kostümen (Bernd Schneider) und viel Körpereinsatz bewältigen. Bei aller Virtuosität der Darsteller erschließt sich die Sinnhaftigkeit dieses Rollentausches nicht wirklich, doch er stört auch nicht. Vielleicht wird die Skrupellosigkeit Baals tatsächlich einprägsamer, wenn sie von einer Frau verübt wird und die Opfer Männer sind.

Im Zentrum der Bühne stehen Instrumente, die von den Darstellern auch bedient werden. „Baal“ gibt am Schlagzeug den Rhythmus vor und hat auch das Sagen im (stimmlich überzeugenden) Sologesang. Im Stil alternder Punks bringt die Band Adaptionen verschiedener Songs – von „Ton, Steine, Scherben“ bis Bioncé. Der Musiker Enik sorgte mit seinen  Arrangements für den stimmigen Mix. Der suizidale Kurt Cobain schwebte Mareike Mikat als gegenwärtiges Pendant des „Baal“ vor.  

Die Darsteller sind immer präsent, das Geschehen spielt sich außer im Zentrum auch auf einem Gerüst hinter der Bühne ab, teilweise hinter Folie, wo man wie in einem Baucontainer Betten wahrnimmt. Es ist viel Dynamik in der Aufführung, viel Kostümwechsel von Fatsuits bis zum Ganzkörperpenis für Natalie Hünig. Es wird gehurt, gemordet, Cabaret gemacht, der moralische Zeigefinger erhoben. Was allerdings ein bisschen fehlt, ist Brecht. Von seinem Text ist nicht viel zu erkennen, vor allem die flankierende Lyrik fiel dem Punk zum Opfer. Entsorgt, wie das „L“ der Neonschrift : „BAA“ steht da. Im Fazit trotzdem ein sehens- und hörenswerter Ansatz, auch wenn sich gegen Ende der über zwei Stunden dauernden Aufführung dann doch ein gewisser Überdruss breit macht. 



Theaterpredigt : Von Vätern und Söhnen

Amadeus – das Stück von Peter Shaffer hatte kürzlich im Staatstheater Premiere. Bei ihrer Theaterpredigt in der Moritzkirche erörterte die Mozartexpertin Prof. Dr. Silke Leopold Hintergründe der Vater-Sohn-Beziehung von Leopold und Wolfgang Mozart.

Amadeus © Jan-Pieter Fuhr

Die in der letzten Spielzeit von André Bücker eingeführte „Theaterpredigt“ wird von den Zuschauern gut angenommen. Zu jeder Premiere macht sich in einer der beiden Innenstadt-Kirchen an einem Sonntag ein „Prediger“ Gedanken zum Thema. Die Zusammenarbeit mit den Kirchen scheint hier durch und auch das Format der Predigt soll dem ggf. säkulär orientierten Theaterfan Denkanstöße geben, wie sie sonst eine gute Sonntagspredigt vermag. Silke Leopold, Professorin an der Universität Heidelberg, ist eine ausgewiesene Kennerin der Mozarts, noch in diesem (Jubiläums-) Jahr soll von ihr eine umfangreiche Leopold-Mozart-Biographie erscheinen. 

Und so liegt es nahe, dass sie sich auch mit dem Verhältnis von Vater und Sohn Mozart beschäftigt hat. „Väter und Söhne passen einfach nicht zusammen“, stellt sie als abgewandeltes Loriot-Zitat an den Anfang ihrer Ausführungen. Das Verhältnis von Leopold und Wolfgang Amadeus Mozart ist in der Rezeption mit vielen Ungewissheiten und Gerüchten behaftet. Nicht zuletzt durch Stücke wie Peter Shaffers Amadeus und dessen öffentlichkeitswirksame Verfilmung. Darin wird nicht nur die angebliche Rivalität von Mozart und Salieri thematisiert, sondern Leopold auch als traumatisierende Vaterfigur dargestellt. Die Giftmord-Geschichte des Rivalen wurde schon von Puschkin verwertet, bei Peter Shaffer ist sie nur noch das Hirngespinst des dementen Salieri in der Heilanstalt. Und auch die tiefenpsychologische Deutung der überdimensionalen Vaterfigur (bei Shaffer festgemacht an der Gestalt des Komtur in Don Giovanni) wird wohl der Realität nicht gerecht. Zur Illustration lesen Anatol Käbisch (Amadeus) und Thomas Prazak (Salieri) Szenen aus der Inszenierung. Und Theodore Ganger spielt eine frühe Klaviersonate von Mozart, die Salieri wie alle anderen Werke Mozarts als „Werke eines altklugen Bengels, der sich wichtig tat“ beurteilte.  

Einfühlsam und mit  Witz sortiert die Rednerin biographische Realitäten und Gerüchte zum Verhältnis der Mozarts. Zur Freude der Augsburger würdigt sie Leopold als liebevollen und sorgenvollen Vater seiner Kinder, als Lehrer und Tourmanager, der für die Zukunft der Kinder die eigene Karriere in den Hintergrund stellte. Dass dieser Vater sich für den begabten Sohn eine feste Stelle und ein sicheres Einkommen wünschte und die oft impulsiven und realitätsfernen Entscheidungen seines Sohnes nicht gutheißen konnte, liegt sicher an beiden Parteien. Der Generationenkonflikt machte sich auch bei den Mozarts heftig bemerkbar – und wird dennoch von Wolfgang Amadeus, wie die Expertin nachweist, durchaus differenziert thematisiert. Sowohl in der Oper Idomeneo, als auch in der Zauberflöte geht es um Eltern und Kinder.

Die Botschaft, die Mozart in beiden Fällen vermittelt, ist keine Abrechnung mit der älteren Generation, aber das eindeutige Bekenntnis zu den jungen Hoffnungsträgern der Zukunft. Idomeneo muss sich geschlagen geben (bleibt aber am Leben!), denn die bessere, friedvolle Welt kommt durch die junge Generation. Auch in der Zauberflöte ignoriert Pamina die hassgesteuerten Anweisungen ihrer Mutter und setzt auf die Kraft der Liebe, die die Welt besser werden lässt. Ein wichtiger Denkanstoß an diesem Sonntag in der Moritzkirche, den das Publikum dankbar mitnahm. —- Halrun Reinholz



Förderung von Lastenfahrrädern: Lokale Händler ins Spiel bringen

Aktuell erarbeitet das Augsburger Umweltreferat Richtlinien zur Förderung beim Kauf von Lastenfahrrädern. PRO AUGSBURG möchte erwirken, dass durch den geplanten Zuschuss auch innerstädtische Händler unterstützt werden und hat einen entsprechenden Prüfantrag gestellt.

Lastenfahrrad – Grafik: DAZ

Vorbild für PRO AUGSBURG ist Hannover: Das Förderprogramm der niedersächsischen Kommune greift explizit, wenn Lastenfahrräder bei örtlichen Fahrradhändlern erworben werden. Das Angebot habe schlussendlich sämtliche Erwartungen übertroffen, so PRO AUGSBURG in einer Pressemitteilung. Der Fördertopf sei bereits nach acht Wochen ausgeschöpft gewesen. Das Projekt wurde aufgrund dessen im Folgejahr fortgesetzt.

PRO AUGSBURG-Stadtrat Dr. Rudolf Holzapfel ist sich sicher, dass ein ähnlicher Zuschuss auch in Augsburg Anklang finden würde: „Auf’s Rad umzusteigen hat viele Vorteile: Keine anfallenden Benzinkosten, man hat immer einen freien Parkplatz und gesundheitsfördernd ist es auch noch. Wenn die Richtlinien zur Förderung beim Kauf von Lastenfahrrädern zudem lokale Händler unterstützen, haben alle etwas vom geplanten Zuschuss. Es wäre zielführend, die städtischen Fördermittel also nur zu gewähren, wenn die Lastenräder bei örtlichen Händlern gekauft würden.“

Die Regelung der Stadt Hannover ist unter Nr. 2.3 in ihrer Richtlinie einsehbar.



Stadt sucht Jugendliche für Delegationsreise nach Japan

Schon Tradition: Vom 14. bis 28. September dürfen wieder zehn Jugendliche auf Einladung der Stadt Augsburg in die japanischen Partnerstädte Nagahama und Amagasaki reisen.

Internetauftritt der Partnerstadt Nagahama (Screenshot)

Teilnehmen können Jugendliche aus Augsburg, die zwischen 18 und 25 Jahre alt sind, sich für die japanische Kultur interessieren und Lust haben, Menschen aus Japan kennenzulernen. In Nagahama und Amagasaki wohnen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Gastfamilien. Auch die Städte Hiroshima und Tokio werden im Rahmen der Delegationsreise besucht.

Wer Interesse hat, bewirbt sich bis Sonntag, 31. März, per E-Mail an ute.gloger@augsburg.de mit einem Lebenslauf und einem Motivationsschreiben. Der Eigenanteil für die Reise beträgt 850 Euro. Dazu kommen die Kosten, die während des Aufenthalts in Tokio anfallen, und die Kosten für kleine Geschenke an die Gastfamilien.

Der Jugendaustausch ist seit über 30 Jahren fester Bestandteil der Städtepartnerschaft zwischen Augsburg und Nagahama/Amagasaki und findet im jährlichen Wechsel statt. Wer sich für die Reise interessiert, sollte bereit sein, 2020 beim Gegenbesuch der Jugenddelegation aus Japan einen Gast bei sich aufzunehmen.

Weitere Informationen unter: www.augsburg.de/japan



Europawahl: Augsburger LINKE eröffnet Wahlkampf

Nachdem dieses Wochenende auf dem Bundesparteitag der LINKEN in Bonn das Wahlprogramm sowie die Kandidat*innenliste für das Europäische Parlament verabschiedet wurde, eröffnet die Augsburger LINKE am 1. März um 19.00 Uhr im S-Forum der Stadtbücherei offiziell ihren Wahlkampf. Erwartet werden die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, Susanne Ferschl, der Brandenburger Staatssekretär für Arbeit und Soziales, Andreas Büttner und Peter Schmidt, Mitglied im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss.



Radweg Eichleitnerstraße: Polit-WG beantragt Prüfung der Planung

Der Stadtrat muss sich am 28. Februar mit einem Dringlichkeitsantrag der Polit-WG befassen. Anlass ist die Gestaltung von Radwegen im Zug der geplanten Sanierung der Eichleitnerstraße.

Nach Ansicht der Polit-WG widerspricht die Planung in der Eichleitnerstraße bezüglich der Radwegbreiten (1,75 m, Anm. der Red.) dem Beschluss BSV/15/03039 „Fahrradstadt 2020 – Standardanforderung an Radverkehrsanlagen der Stadt Augsburg“ vom 25.06.2015. Dort sei festgelegt worden, dass der Radweg in der Eichleitnerstraße eine „innergemeindliche Radhauptverbindung (IR III)“ darstelle. Auf einer solchen Hauptverbindung müsse ein Radweg eine Mindestbreite von 2,30 Meter aufweisen. Die geplante Verkehrswegeführung des nichtmotorisierten Individualverkehrs, wie sie in den Plänen zur Sanierung der Eichleitnerstraße in der aktuellen Beschlussvorlage vorgesehen sei, sei den Bestrebungen der Stadt Augsburg, „Fahrradstadt“ zu werden, nicht angemessen, sondern eher kontraproduktiv, so Oliver Nowak von der Polit-WG in einer Pressemitteilung.

Die komplette Beschlussvorlage des Tiefbauamts zur Fahrbahnsanierung in der Eichleitnerstraße ist im Ratsinformationssystem der Stadt Augsburg zu finden.

Radwegplanung in der Eichleitnerstraße
Grafik: Beschlussvorlage Stadt Augsburg; Beabeitung: DAZ



Brechthaus: Jahresprogramm erschienen

Brecht-Figur vor dem Brechthaus in Augsburg
Foto: Kleeblatt-Film

Eine jetzt erschienene Broschüre der Regio Augsburg Tourismus GmbH zu den Veranstaltungen im Geburtshaus Bert Brechts (Auf dem Rain 7) zählt 48 Seiten mit Terminen des Brechtfestivals, von Lesungen und Konzerten, Vorträgen und Diskussionen, Theater-Parcours für Kinder und Führungen. Wegen der Sanierung des Mozarthauses geht 2019 zudem Mozart zu Brecht ins „Exil“: Das Brechthaus wird zum Veranstaltungsort für Konzerte der Reihe „Mozarthaus auf Reisen“.

Das Programmheft ist kostenlos erhältlich bei der Tourist-Info am Augsburger Rathausplatz, an diversen weiteren Verteilstellen oder zum Download unter www.augsburg-tourismus.de/broschueren. Telefonisch informiert das Brechthaus unter der Nummer 0821/454 0815 sowie auch per E-Mail unter brechthaus@regio-augsburg.de.



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