Wendejahre
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Vortrag: Pressefreiheit in der Türkei

Die Volkshochschule Augsburg lädt zu einem Vortrag und zu einem Gespräch mit Mesale Tolu ein

Spätestens seit Jan Böhmermanns Schmähgedicht und der darauffolgenden Diskussion über die Grenzen der Meinungsfreiheit stehen die Entwicklungen in der Türkei in der deutschen Öffentlichkeit in der Kritik. Seit dem Putschversuch im Juli 2016 saßen dort weit mehr als 150 Journalisten in Haft, rund 150 Medien wurden ganz geschlossen und mehr als 700 Presseausweise annulliert.

Mesale Tolu war von April 2017 bis Dezember 2017 in der Türkei inhaftiert, im August 2018 konnte sie nach Deutschland ausreisen. Ihr wurde „Terrorpropaganda“ und „Mitgliedschaft in einer Terrororganisation“ vorgeworfen. Frau Tolu berichtet über die Entwicklungen in der Türkei und den Umgang mit Journalistinnen und Journalisten.

Moderation: Nicole Prestle, Leiterin der Lokalredaktion der Augsburger Allgemeinen Zeitung. Mittwoch, 30.01.2019, 19:00 Uhr, Stadtwerkesaal, Hoher Weg 1, 86152 Augsburg, Gebühr EUR 7,00/5,00

 



Staatstheater: Stummfilmnacht mit Livemusik

„Auf den Trümmern das Morgen“, so das Motto der zweiten Stummfilmnacht des Augsburger Staatstheaters

Nachdem im Oktober die neue Serie des Staatstheaters bereits in die wilden 20er Jahre entführt hat, gibt es nun am 27. Januar die zweite Stummfilmnacht. Passend zur großen Eröffnungspremiere in der neuen brechtbühne im Gaswerk »Europe Central«, bei der unter anderem die grausamen Systeme Hitlertum und Stalinismus im Zentrum stehen, gibt es dieses Mal Walther Ruttmanns »Berlin – Die Sinfonie der Großstadt« und Dziga Vertovs »Der Mann mit der Kamera« zu sehen. Beide Dokumentarfilme zeigen den Großstadtalltag der 20er Jahre und führen eindrucksvoll vor Augen, wie nah diese kurze Zwischenkriegsphase mit ihrer Technik- und Großstadtbegeisterung an unserer Gegenwart ist.

Während sich Walther Ruttmanns künstlerische Darstellung der vielstimmigen Geräuschwelt Berlins widmet, stützt sich Dziga Vertov mehr auf die visuellen Erscheinungen einer sowjetischen Großstadt. Beide verzichten dabei sowohl auf Zwischentitel, ein Szenario sowie Schauspieler und Bühnenbild. Allein die Tagesabläufe beider Städte werden künstlerisch-experimentell und poetisch dokumentiert. Umso wichtiger ist hierbei die Rolle der Filmmusik. Schlagwerker Fabian Löbhard wird live beide Filme mit seinen selbst komponierten Klängen begleiten.

Datum: 27.1.2019 – Zeit: 19:30 – Ort: brechtbühne im Gaswerk – Eintritt: 8 Euro



Kunst

Keiyona Constanze Stumpf erhält Kunstpreis des Landkreises

Ausgezeichnet mit dem diesjährigen „Kunstpreis des Landkreises Augsburg dreidimensional“ (dotiert mit 2500 Euro) wurde die in Biburg lebende Künstlerin Keiyona Constanze Stumpf

Keiyona Constanze Stumpf © Sybille Schiller

Der Entscheid der Juroren (Bildhauer Josef Zankl, Dr. Thomas Elsen, Leiter des H2-Zentrums im Glaspalast und der Neuen Galerie im Höhmannhaus sowie BBK-Vorstand Norbert Kiening) für die Bildhauerin war einmütig. Kiening sprach in seiner Laudatio im Schwäbischen Museum Oberschönenfeld sogar von „hochverdient“. Diesem Urteil gilt es sich anzuschließen, obwohl vor allem in Keiyona C. Stumpfs Installation „second nature“ (zugleich Ausstellungstitel) in Oberschönenfeld die Frage nach dem Sinn dieser raumfüllenden Darstellung gestellt werden muss. Hier sei aus der Jurybegründung zitiert: „Was in Ornamentik und Materialität edel und formvollendet wirkt, erscheint bei genauerer Betrachtung zugleich rätselhaft und in seiner Bedeutung kaum nachvollziehbar. Damit schafft Keiyona Constanze Stumpf freie künstlerische Arbeiten, die ganz für sich stehen und sich außerhalb jeder Vergleichbarkeit bewegen“. Dem gilt es sich anzuschließen und hinzuzufügen ist, dass das Rätselhafte der Kunst keine Lösungen anvisiert, sondern Unbehagen. Die ausufernde Installation hat bei Stumpf gar etwas Erschreckendes.

Dagegen heben die im Obergeschoss der Galerie gezeigten, mitunter in sanftem Grün und Blau glasierten Porzellan-Wandobjekte in Anlehnung ans Rokoko oder die in flache Kästen hinter Glas beleuchteten, farbfreien Darstellungen in floraler Ästhetik die Stimmung, führen zur Bewunderung der sehr eigenwilligen Kunst der 36-Jährigen Keiyona C. Stumpf, die ihr Atelier in Biburg hat. Perfektion ist wohl auch der treibende Anspruch, der allen ihren Exponaten, an denen Zitate ans Rokoko abzulesen sind, zugrunde liegt.

Keiyona Constanze Stumpf wird durch ihre wahrzunehmende Lust, Neues in der Bildhauer-Kunst zu schaffen, weitere Erfolge – sicher auch auf internationaler Ebene vorweisen können.

Schwäbisches Museum Oberschönenfeld, geöffnet Di bis So 10 bis 17 Uhr.



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