Wendejahre
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Kommentar

Bye bye Kai Uwe

Warum der FCA Caiuby feuern muss

Kommentar von Siegfried Zagler

Einer der wichtigsten Spieler des FCA gehört zu einer gar nicht so seltenen „Spezies der Problemfußballer“, ist also einer von jenen Profis, die außerhalb ihrer eigentlichen Vertragsvereinbarung, also in nichtfußballerischen Angelegenheiten, für Schlagzeilen sorgen. Caiubys „Vorstrafenregister“ ist nicht dramatisch, aber immerhin lang. Privat hat sich Caiuby ein paar Kleinigkeiten geleistet, dazu gehören Schwarzfahren, Ruhestörung und wohl auch eine Schlägerei, die sich noch im Verfahren befindet. Doch darum soll es an dieser Stelle nicht gehen, denn beim FC Augsburg steht Caiuby nun auf der Kippe, weil er, nachdem er das Sommertrainingslager mit Grandezza komplett verpasst hatte, auch das Wintertrainingslager sausen ließ, weil er familäre Angelegenheiten zu regeln hatte. Die gleiche Malaise wie im Sommer.

Caiubys Trainingsrückstand bemerkte man in der ersten Halbsaison bis unters Tribünendach. Seine fußballerische Qualität trägt er in erster Linie (mehr als jeder andere FCA-Spieler) durch seine unvergleichliche Physis in die Partien. Ist er nicht fit und nicht durchtrainiert, ist er eine Zumutung. Dieses Problem könnte sich in der zweiten Halbsaison wiederholen. Caiuby schwächt mit diesem Verhalten nicht nur seine Position im Verein und in der Mannschaft, er schwächt die Mannschaft selbst, wenn er wegen Fitnessmangel seine Leistung nicht auf den Platz bringt und verletzungsanfällig wird.

Es geht also an dieser Stelle nicht um Ratschläge in Sachen Menschenführung, nicht um den Kodex eines Vorbildes oder um Spekulationen, wie sich Caiubys Disziplinlosigkeiten auf das gesamte Teamwork auswirken könnten, sondern um einen erstaunlich einfachen Sachverhalt: Wenn Caiuby nicht mit Pauken und Trompeten gefeuert wird, macht sich der FCA lächerlich – und gefährdet die Mission Nichtabstieg.



Volkshochschule: Vortrag und Gespräch mit Mesale Tolu

Vortrag und Gespräch mit Meşale Tolu

Spätestens seit Jan Böhmermanns Schmähgedicht und der darauffolgenden Diskussion über die Grenzen der Meinungsfreiheit stehen die Entwicklungen in der Türkei in der deutschen Öffentlichkeit in der Kritik. Seit dem Putschversuch im Juli 2016 saßen dort weit mehr als 150 Journalisten in Haft, rund 150 Medien wurden ganz geschlossen und mehr als 700 Presseausweise annulliert.

Die deutsche Journalistin  Meşale Tolu war von April 2017 bis Dezember 2017 in der Türkei inhaftiert, im August 2018 konnte sie nach Deutschland ausreisen. Ihr wurde „Terrorpropaganda“ und „Mitgliedschaft in einer Terrororganisation“ vorgeworfen. Frau Tolu berichtet über die Entwicklungen in der Türkei und den Umgang mit Journalistinnen und Journalisten.

Datum: Mittwoch, 30.01.2019, 19:00 Uhr. Ort: Stadtwerkesaal, Hoher Weg 1, 86152 Augsburg. Eintritt 7 Euro



Augsburger Universitätsmedizin: Lehrstuhl und Chefarztposten für Frauenheilkunde besetzt

Zum 1. März 2019 übernimmt Prof. Dr. Christian Dannecker als dessen erster Inhaber den Lehrstuhl für Frauenheilkunde an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg und damit zugleich die Leitung der Frauenklinik am Universitätsklinikum Augsburg. Der Gynäkologe und Geburtshelfer ist gegenwärtig noch Stellvertretender Direktor der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Großhadern der Universität München.

Die Augsburger Uniklinik nimmt langsam ihren Betrieb auf © Kleeblatt-Film

Prof. Dr. Christian Dannecker, Jahrgang 1967, hat an der Ludwig-Maximilians-Universität München Humanmedizin studiert und 1997 dort promoviert. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung zum Facharzt in Gynäkologie wurde er 2002 zum Oberarzt der Frauenklinik am Klinikum Großhadern der LMU München ernannt, wo er sich 2005 habilitierte. 2011 erfolgte die Ernennung zum Leitenden Oberarzt. Von Januar bis September 2015 vertrat er kommissarisch den Lehrstuhl für Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der LMU München. Seit 2015 ist Dannecker Stellvertretender Direktor der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Großhadern der Universität München. Zum 1. März 2019 wechselt er auf den Lehrstuhl für Frauenheilkunde an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg und übernimmt gleichzeitig die Leitung der Frauenklinik am Universitätsklinik.

Verstärkung für den klinischen Profilbereich Tumormedizin

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit Professor Dannecker einen profilierten Gynäkologen gewinnen konnten, der mit seinem breiten Erfahrungsschatz den Auf- und Ausbau unserer Universitätsmedizin bereichert und mit seinen Spezialisierungen hervorragend in das Umfeld passt, das er bei uns vorfindet“, so die Präsidentin der Universität Augsburg, Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel. Dannecker ist Spezialist für gynäkologische Krebserkrankungen sowie für Harninkontinenz und Senkungszustände des Genitals. Er leitet seit vielen Jahren eine Projektgruppe in München, die Standards für die Diagnostik und Therapie von gynäkologischen Krebsleiden erarbeitet. „Mir ist die intensive und gelebte Zusammenarbeit mit Spezialisten aus anderen Fachbereichen besonders wichtig“, erklärt Dannecker und ist überzeugt: „Als Leiter der Frauenklinik werde ich mich in die bereits bestehenden und gut funktionierenden Strukturen des Interdisziplinären Cancer Centers Augsburg hervorragend einfügen können.“ Das sieht auch Medizin-Dekanin Prof. Dr. Martina Kadmon so: „Mit seinem Forschungsprofil und seiner Expertise in der onkologischen Gynäkologie kann Herr Kollege Dannecker ausgezeichnet an den klinischen Profilbereich Tumormedizin anknüpfen, er ist für unsere Fakultät und für unser Universitätsklinikum ein großer Gewinn.“

Datensätze von 1,5 Millionen Entbindungen nutzbar machen

Im klinischen Alltag fallen kontinuierlich riesige Datenmengen an, die es durch intelligente Digitalisierungskonzepte zu verbinden und nutzbar zu machen gilt, um Zusammenhänge zwischen Umwelteinflüssen, Krankheiten und Präventionsmöglichkeiten zu erkennen und die Erkenntnisse dem praktisch tätigen Arzt zur Verfügung zu stellen. Dieses Ziel eines der Forschungsschwerpunkte der Augsburger Universitätsmedizin ist auch für Dannecker hoch relevant. So hat er zum Beispiel gemeinsam mit Kollegen die Daten von 1,5 Millionen Entbindungen ausgewertet, um mehr über die Auswirkungen der gängigen Therapieformen von Gebärmutterhalskrebs auf die Familienplanung von Frauen zu erfahren. Er konnte belegen, dass der operative Eingriff am Muttermund bei Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs bei anschließenden Schwangerschaften zu einer höheren Anzahl von Frühgeburten führt. „Solche Forschungen“, sagt der Gynäkologe, „können nur im interdisziplinären Ansatz gelingen, für den ich in Augsburg das passende Umfeld haben werde.“

Minimal-invasive Operationstechniken vorantreiben

Gynäkologisches Operieren bedeutet heute ganz wesentlich minimal-invasives Operieren: „Meine persönliche Erfahrung“, sagt Dannecker, „ist, dass unsere Patientinnen von minimal-invasiven Techniken ganz erheblich profitieren. Ich sehe darin einen zukunftsweisenden Weg, den ich weitergehen und wissenschaftlich begleiten möchte, um dem Universitätsklinikum Augsburg auf diesem Gebiet eine Spitzenposition zu sichern.“

Leidenschaft für die Lehre

Ungeachtet seiner intensiven und vielfältigen Forschungstätigkeiten trägt Dannecker an der Münchner Frauenklinik seit vielen Jahren auch die Verantwortung für die Organisation der Lehre. In diesem Zusammenhang bringt er sich dort auch in ein Mentorenprogramm ein, das die jungen Medizinerinnen und Mediziner auf ihrem Ausbildungsweg begleitet und unterstützt. „Auch in Augsburg“, so sagt er, „möchte ich engagiert zur Erfüllung des Anspruchs beitragen, dass hier fachlich optimal vorbereitete und ethisch fundierte Ärztinnen und Ärzte ausgebildet werden, die fähig und willens sind, sich lebenslang fortzubilden und über das Studium hinaus auch in der ärztlichen Praxis eine wissenschaftliche Denkweise beizubehalten.“

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Die Augsburger Universitätsmedizin ist ein Projekt mit großer Strahlkraft in die Region, aber auch darüber hinaus. Sie umfasst die im Dezember 2016 errichtete, sich in dynamischem Aufbau befindliche Medizinische Fakultät der Universität Augsburg, das UniversitätsklinikumAugsburg sowie – als Kooperationspartner – das Bezirkskrankenhaus Augsburg – Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Universität Augsburg.

Die Forschungsschwerpunkte der Fakultät liegen in den Bereichen Medizininformatik sowie Umwelt und Gesundheit. Rund 100 Professorinnen und Professoren werden im Endausbau in der bio- und humanmedizinischen Forschung und Lehre tätig sein. Ab dem Wintersemester 2019/20 wird die Medizinische Fakultät einen humanmedizinischen Modellstudiengang anbieten, der vorklinische und klinische Inhalte integriert und besonderen Wert auf eine wissenschaftliche Ausbildung der im Vollausbau 1.500 Studierenden legt. Bereits zum Wintersemester 2018/19 ist der neue Bachelor-Studiengang Medizinische Informatik als Kooperationsprojekt der Medizinischen Fakultät und der Fakultät für Angewandte Informatik der Universität Augsburg gestartet.

Aus dem Kommunalunternehmen Klinikum Augsburg wurde mit Wirkung vom 1. Januar 2019 das Universitätsklinikum Augsburg (UKA), das sich nun in der Trägerschaft des Freistaates Bayern befindet. Durch seine Einbindung in universitäre medizinische Forschung und Lehre kann das UKA seinen Anspruch, der Bevölkerung optimale medizinische Versorgung zu bieten, weiter untermauern. Mit den tagesklinischen Betten stehen am UKA 1.740 Betten zur Verfügung. 24 Kliniken, drei Institute und 18 Zentren stellen Diagnose und Therapie in allen medizinischen Fachdisziplinen sicher. Am UKA werden jährlich rund 250.000 ambulante und stationäre Patienten versorgt. Mit zirka 80.000 Patienten pro Jahr ist die Notaufnahme des UKA die zweitgrößte Notaufnahme der Bundesrepublik. Jedes Jahr erblicken am UKA mehr als 2.450 Kinder das Licht der Welt. Mit 560 Ausbildungsplätzen ist die an das UKA angeschlossene Akademie für Gesundheitsberufe einer der größten Ausbildungsträger der Region.



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