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“Desintegration für alle!” Neues Jahresprogramm des Jüdischen Museums

Unter dem Motto “Wie fremd darf man sein in Deutschland?” will sich das Jüdische Museum Augsburg Schwaben (JMAS) in diesem Jahr mit unterschiedlichen Fremdheitserfahrungen von Juden und anderen Minderheiten befassen und diese aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Die neue Museumsleitung Dr. Barbara Staudinger gab mit der Vorstellung des Jahresprogramms 2019 auch Einblick in ihre Konzeption sowie Ausblicke auf weitere Vorhaben.

Von Bernhard Schiller

Viel vorgenommen haben sich Barbara Staudinger und ihr Team. Zukünftig soll das Jüdische Museum Augsburg Schwaben als Ort der Vielfalt verstanden werden. Als ein “Minderheitenmuseum”, so Staudinger, das aus der jüdischen Geschichte in Schwaben heraus Bezüge zu gegenwärtigen gesellschaftlichen Fragen herstellt. Fragen nach Integration und Ausgrenzung, Heimat und Kultur sollen aus der Perspektive der Minderheit diskutiert werden und damit soll gezeigt werden, dass Vielfalt weder Bedrohung noch Bereicherung, sondern schlicht Normalität sei. 

Diversität strebt Staudinger auch beim Erzählen von Geschichte an und bevorzugt Möglichkeiten der Interpretation anstelle der Vermittlung von Wahrheit. Deshalb kritisiert sie die gewöhnlichen, immer gleichen Konzeptionen musealer Auseinandersetzung mit dem Judentum. Da würde stets im Mittelalter begonnen, als den Juden angeblich nichts wichtiger gewesen sei, als die Teilnahme an der Mehrheitsgesellschaft. Dann würden stets Aufbruch und Gleichstellung im 19. Jahrhundert thematisiert – und diese gewohnheitsmäßig am Beispiel besonders erfolgreicher Juden aus Wirtschaft und Wissenschaft veranschaulicht. Doch, so Staudinger, es habe ja auch die armen Juden gegeben, die Integrationsunwilligen, die Gauner und falschen Messiasse. Von diesen sei bisher viel zu selten die Rede. Staudinger will das nun ändern und jüdische Geschichte verstanden wissen als vielfältige Geschichte, vor allem als eine Geschichte der Selbstbehauptung, die ein untrennbarer Teil der deutschen Geschichte sei. Deshalb will sie ihr Museum vor allem als diskursiven Ort gestalten. Auch auf das Risiko hin, damit vielleicht Erwartungen zu enttäuschen.

Das vorliegende Programm ist dazu bestens geeignet. Bereits vom 26. bis 28. März liefern die “Ersten Augsburger Desintegrationstage” ein Highlight, das mit Lesung, Guerilla-Museumstour und Poetry-Slam nicht nur frische, sondern für Augsburger mit Brechtfestivalkonditionierung auch zugängliche Formate anbietet. Gemeinsam mit dem Berliner Autor Max Czollek, der in seinem Buch “Desintegriert Euch!” die Unehrlichkeit des Integrationsdiskurses kritisiert und eine “jüdisch-muslimische Leitkultur” fordert, werden die “Desintegrationstage” neue Solidaritäten in der Integrationsdebatte erkunden. 

Veranstaltungsorte sind hier neben der ehemaligen Synagoge in Kriegshaber das “Kulturhaus abraxas” und das Szenelokal „Beim Weißen Lamm”.

Zahlreiche weitere Veranstaltungen gelten der Erinnerungsarbeit, von der “Bibliothek der verbrannten Bücher”, der Augsburger ErinnerungsWerkstatt über Workshops für Schulklassen mit dem Zeitzeugen Ernst Grube bis hin zu der bereits laufenden Kunstinstallation “1933” der österreichisch-iranischen Künstlerin Ramesch Daha, die noch bis einschließlich 24. Februar im Jüdischen Museum zu sehen ist. Weiter finden jeweils Ausstellungen anlässlich der jüdischen Fest- und Feiertage statt, beginnend mit Purim und Pessach im März und April.

Die Kooperation mit der jüdischen Gemeinde, die das Stiftungsmuseum in ihrem Gotteshaus beherbergt, ist Barbara Staudinger ein besonderes Anliegen. Über die Idee, das Museum zukünftig als Diskussionsort auszubauen, habe man sich in der Gemeinde sehr gefreut. Durch künstlerische Interventionen und mit Hilfe der Dauerausstellung will Staudinger die Gemeinde stärker mit einbeziehen, ein partizipatives Projekt zur Frage des Verhältnisses von lebendiger Gemeinde und Museum sei geplant. Der Diskussionsprozess mit der Gemeinde werde außerdem durch ein wissenschaftliches Forschungsvorhaben zur “Sprache der Objekte” (gemeint sind Ritualgegenstände) nicht nur zusätzlich am Leben gehalten – vielmehr erhofft sich Staudinger, dass die Diskussion mit den Forscherinnen der Braunschweiger Forschungsstelle Bet Tfila der Augsburger Gemeinde bei ihrer Selbstvergewisserung hilfreich sein könne.

Die bereits unter Staudingers Vorgängerin Benigna Schönhagen erfolgreiche Reihe “Lehrhaus” ist auch weiterhin fester Bestandteil des Programms. Am 14. Februar wird Dr. Dirk Schuster vom Institut für Religionswissenschaft und Jüdische Studien der Universität Potsdam einen Vortrag halten zum Thema: “Die ‘entjudete’ Bibel – oder wie Jesus zum ‘Arier’ wurde.” Auch die Reihe “Die europäische Dimension des Holocaust” wird fortgesetzt.

 



Heute beginnt das “Volksbegehren Artenvielfalt – Rettet die Bienen!”

Am heutigen Donnerstag beginnt der Eintragungszeitraum für das “Volksbegehren Artenvielfalt – Rettet die Bienen!” Zwei Wochen lang, bis 13. Februar, können bayernweit alle Bürgerinnen und Bürger für eine Änderung des bayerischen Naturschutzgesetzes unterschreiben. In Augsburg liegen die Unterschriftenlisten im Rathaus und den vier Bürgerbüros aus. Zur Eintragung muss der Ausweis vorgelegt werden. Um die angestrebte Gesetzesänderung zu erreichen, sind 1 Million Unterschriften notwendig.

Von Bernhard Schiller

Selbst in geschützten Regionen Bayerns sind in den letzten Jahrzehnten viele Insektengruppen rapide zurückgegangen. Der Rückgang der Artenvielfalt hat mittlerweile derart dramatische Ausmaße angenommen, dass Wissenschaftler vor dem Zusammenbruch ganzer Ökosysteme warnen. Dabei geht es keineswegs um die allseits bekannte Honigbiene, sondern vor allem um die unzähligen Wildbienenarten, alle anderen Insekten, um Vögel, Fische und alles, was damit zusammenhängt bis hin zum Menschen. Neben der unverzichtbaren Funktion als Bestäuber vieler Pflanzen verwerten Insekten auch riesige Mengen organischen Materials und tragen so dazu bei, abgestorbene Pflanzen und Tierkadaver zu beseitigen, wie es in einer Stellungnahme des Max-Planck-Instituts für Ornithologie heißt. Außerdem sind Insekten eine wichtige Nahrungsquelle für viele andere Tiere, weshalb ihr Rückgang auch Grund für den starken Rückgang vieler Vogelarten ist. Um dieser besorgniserregenden Entwicklung entgegenzuwirken, sieht der Gesetzesentwurf unter anderem vor, dass bis 2030 mindestens 30 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Bayern gemäß den Grundsätzen des ökologischen Landbaus bewirtschaftet werden. Aktuell sind es 10 Prozent. Auch im bayerischen Staatswald soll in Zukunft die biologische Vielfalt erhalten werden. Eine besonders bedeutsame Chance böte auch der vorgesehene Biotopverbund durch zusammenhängende Lebensräume nicht nur für Insekten . Ein zusammenhängendes Biotop, das bis 2027 mindestens 13 Prozent des Offenlandes umfassen soll.

Das Volkbegehren wird getragen von der ÖDP Bayern, dem Landesbund für Vogelschutz (LBV), Bündnis 90/ Die Grünen Bayern, dem BUND Naturschutz in Bayern und wird von zahlreichen Partnern und Initiativen aus Wirtschaft, Landwirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft unterstützt. Auch das Max-Planck-Institut für Ornithologie unterstützt das Volksbegehren, da die geforderten Gesetzesänderungen “das Artensterben im Freistaat aufhalten könnten”.  „Das Volksbegehren stellt keine übertriebenen Forderungen, sondern schlägt praktikable Maßnahmen vor. […] Das Volksbegehren sollte daher von jedem Bürger unterstützt werden“, so Peter Berthold, der ehemalige Direktor des Instituts. Der amtierende Direktor, Professor Martin Wikelski, findet einen eindringlichen Vergleich: „Früher nahmen Bergleute Kanarienvögel in die Kohleminen mit. Die Vögel sollten die Arbeiter vor tödlichen Gasen warnen. Heute sind Bienen unsere Kanarienvögel. Ihr massiver Bestandsrückgang zeigt: Hier läuft etwas total falsch.”

In den vergangenen Tagen wurden vereinzelt Gegenstimmen aus dem Allgäu und der Staatskanzlei laut. Die geplante Gesetzesänderung würde Kleinbauern gefährden, befürchtet etwa Ministerpräsident Söder. Kritik, die schon allein deshalb wenig nachvollziehbar scheint, da ausgerechnet die Interessenvertretung der Kleinbauern – der Landesverband der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (ABL) – den Ausbau der Ökolandwirtschaft befürwortet, das als Möglichkeit sieht, dem “Höfesterben” entgegenzuwirken und deshalb das Volksbegehren unterstützt.

Eintragungsorte in der Stadt Augsburg: 

Rathaus

Rathausplatz

Do 31.01. und Fr 01.02.2019        10:00 – 18:00

Mo 04.02. bis Sa 09.02.2019        10:00 – 18:00

Mo 11.02. bis Mi 13.02.2019        10:00 – 20:00

Bürgerbüro Stadtmitte

An der Blauen Kappe 18

86152 Augsburg

Eintragungsraum Nr. 2

Öffnungszeiten:

Mo, Di 8.00 – 15.00

Mi 7.00 – 15.00

Do 8.00 – 17.30

Fr 8.00 – 12.30

Bürgerbüro Haunstetten

Tattenbachstraße 15

86179 Augsburg

Eintragungsraum Nr. 3

Öffnungszeiten:

Mo, Di 8.00 – 15.00

Mi 7.00 – 15.00

Do 8.00 – 17.30

Fr 8.00 – 12.30

Bürgerbüro Lechhausen

Neuburger Str. 20

86167 Augsburg

Eintragungsraum Nr. 4

Öffnungszeiten:

Mo, Di 8.00 – 15.00

Mi 7.00 – 15.00

Do 8.00 – 17.30

Fr 8.00 – 12.30

Bürgerbüro Kriegshaber

Ulmer Str. 72

86156 Augsburg-Kriegshaber

Eintragungsraum Nr. 5

Öffnungszeiten:

Mo, Di 8.00 – 15.00

Mi 7.00 – 15.00

Do 8.00 – 17.30

Fr 8.00 – 12.30



Panther können Topspieler halten – Trainer Stewart wohl nicht

Die Augsburger Panther haben Kontrakte mit neun weiteren Spielern über die Saison 2018-19 hinaus verlängern können. Damit hat der DEL-Club bereits zwölf Akteure für die im September 2019 beginnende 26. DEL-Spielzeit unter Vertrag.

Spieler verlängern Verträge, Trainer Mike Stewart hat laut Augsburger Allgemeine bereits für nächste Saison bei Köln unterschrieben © Siegfried Kerpf

Torwart Markus Keller bleibt seinem Heimatclub weiter treu. Nach seiner Rückkehr aus Kassel zeigte der gebürtige Augsburger starke Leistungen und bildete so mit Olivier Roy eines der besten Torhüterduos der Deutschen Eishockey Liga. In der Defensive bleiben den Panthern nach Steffen Tölzer auch Scott Valentine und John Rogl erhaltenValentine verteidigt bereits seit 2016 für Augsburg. Aktuell fehlt er aufgrund einer Unterkörperverletzung, die operativ versorgt wurde. Der 27-jährige Kanadier wird schmerzlich vermisst, soll aber noch im Laufe der Hauptrunde wieder ins Geschehen eingreifen können. Rogl wurde jüngst vom neuen Bundestrainer Toni Söderholm ins Top Team Peking berufen. Die Nominierung in den Perspektivkader der Deutschen Eishockeynationalmannschaft ist eine Auszeichnung für die stabilen Leistungen, die der junge Abwehrspieler in seiner ersten vollen DEL-Saison zeigt.

Neben den Vertragsverlängerungen mit den Leistungsträgern Christoph Ullmann und Drew LeBlanc umfasst der Kader 2019-20 nun sechs weitere Angreifer. So können die Panther weiter auf die Dienste von Publikumsliebling T.J. Trevelyan zählen, der nach seiner Verletzung zu Saisonbeginn mittlerweile bereits wieder zwölf Scorerpunkte auf dem Konto hat. Trotz anderer Anfragen hat sich auch Daniel Schmölz für einen Verbleib in der Fuggerstadt entschieden. Der Außenstürmer absolvierte im vergangenen Frühjahr seine ersten Länderspiele und ist auch diese Saison wieder ein wichtiger Faktor in der Pantheroffensive. Auch wenn es für Thomas Holzmann 2018-19 persönlich bisher nicht nach Plan lief, war die Vertragsverlängerung mit dem kampfstarken Führungsspieler Formsache. Die Verantwortlichen sind überzeugt, dass der 31-jährige Linksschütze seinen Aufwand auch wieder mit mehr Toren belohnen wird.

Mit David Stieler und Jaroslav Hafenrichter setzten auch die beiden deutsch-tschechischen Angreifer ihre Unterschriften unter neue Verträge. Beide Stürmer stehen jeweils vor ihrer punktemäßig besten Saison im Panthertrikot. Zu guter Letzt bleibt auch Marco Sternheimer, der aus dem eigenen Nachwuchs stammt, den Panthern erhalten. „Sterni“ machte dieses Jahr einen großen Schritt auf dem Weg zum gestandenen Profi und verbuchte verdient auch seine ersten Scorerpunkte in der Deutschen Eliteliga.

—– update: Medienberichten zufolge wird Panther-Trainer Mike Stewart vom AEV nicht zu halten sein. In der kommenden Saison soll er bei den Kölner Haien an der Bande stehen.



Vater und Sohn eröffnen das Mozartjahr

Un-er-hört: Die Bayerische Kammerphilharmonie mit Lena Neudauer im Goldenen Saal

Lena Neudauer Foto © Marco Borggreve

Auch in diesem Jahr startet das Mozartjahr in Augsburg im Januar, an Mozarts Geburtstag, aber diesmal steht es unter einem besonderen Stern: Dem des Vaters Mozart, des Augsburgers Leopold, der 300 Jahre alt wird. Dessen Geburtstag ist allerdings erst im November und so ergibt sich die feine Gelegenheit, die Mozarts von Geburtstag zu Geburtstag gebührend zu feiern. Bis zu Leopolds Geburtstag muss übrigens auch das Mozarthaus fertig saniert sein, das wäre sonst eine Blamage. Ausgerechnet. Wo doch der Leopold sowieso immer die zweite Geige spielt im Mozart-Ranking. Die Mozartstadt Augsburg sieht sich da in der Pflicht und hat sich ihren berühmten Sohn in dessen Jubeljahr auf die Fahne geschrieben. 

Ist er es überhaupt wert, dieser Leopold, als Musiker gewürdigt zu werden? Hat er Nachhaltiges hinterlassen? Nun, zumindest an der Karriere seines Sohnes hatte er entscheidenden Anteil, betonte Kulturreferent Thomas Weitzel in seiner Eröffnungsrede im Goldenen Saal. Er erkannte das Talent seiner Kinder und  förderte es aktiv und durchaus unter Opfern für seinen eigenen Werdegang. 

Die Bayerische Kammerphilharmonie eröffnete das etwas flapsig überschriebene Konzert  „Wenn der Vater mit dem Sohne“ im mozartgerechten Goldenen Saal des Rathauses mit einer Sinfonie des Sohnes Wolfgang, die dieser als elfjähriges Kind geschrieben hatte. Wie selbstverständlich ergibt sich da der Bogen zum Vater, zum Erzieher und Mentor, der seine Kinder zur Konzertreife gebracht hat und die Strapazen ausgedehnter Konzertreisen ihnen und sich selbst zumutete. Klaus Müller fasste die Verbindungslinien zwischen den Musikstücken ausdrucksstark in Worte – erzählend, zitierend, aus dem Familien-Nähkästchen plaudernd. Die Reiseeindrücke scheinen den kleinen Wolfgang demnach zu eigenen Kompositionen inspiriert zu haben. Aber auch dazu, seinen eigenen Weg zu gehen, nicht immer konform mit den Vorgaben des erfahrenen Vaters. Ein Ausdruck seiner Reife ist das Violinkonzert Nr. 5 A-Dur, das den Zuhörern im Goldenen Saal unter Mitwirkung einer alten Bekannten dargeboten wurde: Lena Neudauer, einst im zarten Alter von 15 Jahren Gewinnerin des Leopold-Mozert-Violinwettbewebs, heute immer noch zart und mädchenhaft wirkend, Professorin an der Münchner Hochschule für Musik und Theater. Sie kehrte an den Ort ihres Glücksbringers Leopold zurück, um die Genialität Wolfgangs transparent zu machen. Mit Leichtigkeit und Grazie perlten die Töne aus ihrem Instrument, sie konnten sich in der Raumhöhe des Goldenen Saals wunderbar entfalten. 

Bayerische Kammerphilharmonie Foto © Christina Bleier

Nach der Pause war dann doch endlich Leopold dran. Seine „Lambacher Sinfonie“ beweist, dass auch der Vater ein Meister seines Fachs war. Der Name des Werks wiederum deutet darauf hin, dass die Werke Leopolds nur teilweise überliefert sind, so sie denn an diversen Fundorten (wie dem Kloster Lambach) zufällig gefunden wurden. Sohn Wolfgang war kein Bewahrer des väterlichen Werkes, er trachtete wohl eher danach, es in der Not zu Geld zu machen. Den Schlusspunkt des Konzerts machte schließlich wieder der Sohn Mozart, inzwischen in der Mannheimer Lebensphase angekommen. Die prägte ihn nicht nur emotional, da er sich in Aloisia Weber verliebte, sondern auch musikalisch, denn die Hofkapelle des Kurfürsten galt damals als das beste Orchester Europas. Die hochfliegenden Pläne Wolfgangs konnten weder in der Musik noch in der Liebe umgesetzt werden. Die Mahnungen des Vaters führten ihn schließlich weiter. Der Rest ist Geschichte.

Nicht nur durch ihre professionelle Virtuosität, sondern auch durch ihr sympathisches Auftreten sind die Bayerischen Philharmoniker mit ihrem rührigen Ersten Kapellmeister Gabriel Adorján ein Schmankerl für das Publikum. Das Zusammenspiel mit Klaus Müller und seinen Texten machte aus dem Eröffnungskonzert eine vergnügliche Gedenkstunde an Vater und Sohn Mozart, die die Lust am Mozartjahr so richtig aufkommen ließ.

Das Mozartbüro im Kulturamt hatte bereits am Tag davor die Kinder mit dem schon traditionellen „Mozartfeschtle“ an das Thema herangeführt. Auch eine Straßenbahn wird,  mozartgerecht gestaltet, an das Jubiläumsjahr erinnern. Da freuen wir uns doch glatt auf die vielen geplanten Mozart-Events, vor allem das Mozartfest vom 11. bis zum 24. Mai, das sagenhafte Konzert-Genüsse verspricht. Und sind gespannt, wer im Jubiläumsjahr den Leopold-Mozart-Preis gewinnt! Der erinnert nämlich daran, dass Leopold ein bis heute anerkannter Violinpädagoge war. In diesem Sinne: Vivat Mozart!   (Halrun Reinholz)



Chaostage beim FCA: Nun kommt Lehmann

Baum-Bashing von Hinteregger, Caiuby zurück, ohne Stellungnahme des FCA, Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann wird Co-Trainer: Beim FCA geht es nach zehn sieglosen Spielen in Folge drunter und drüber.

Von Siegfried Zagler

Beim FCA ist von der vielzitierten Familie und vom ruhig arbeiten können nicht mehr viel übrig. Zur sportlichen Talfahrt schlägt der Klub nun Kapriolen der besonderen Art. Zunächst überbietet sich die sportliche Leitung mit Negativkommentaren Richtung Schiedsrichter und Videoschiedsrichter, weil der Gladbacher Führungstreffer nicht aberkannt wurde. Anschließend darf Innenverteidiger Martin Hinteregger ungestraft gegen FCA-Trainer Manuel Baum ledern, dann soll sich Trainingslager-Schwänzer Caiuby bereits seit Tagen in Augsburg befinden, ohne dass der FCA bisher zu dieser sensiblen Personalie Stellung bezog. Und vor wenigen Minuten schließlich der nächste Paukenschlag: Jens Lehmann wird Assistenztrainer. Der ehemalige Nationaltorhüter und zuletzt Assistenztrainer unter Arsene Wenger beim FC Arsenal, wird Cheftrainer Manuel Baum unterstützen und neben den Co-Trainern Tobias Zellner, Michael Wimmer und Jonas Scheuermann für den FCA arbeiten. Der 49-Jährige erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020.

„Ich freue mich, dass wir Jens Lehmann als Co-Trainer gewinnen konnten. Er ist ein absoluter Fachmann, der über viel Erfahrung verfügt“, so Cheftrainer Manuel Baum. „Der FC Augsburg hat in den letzten Jahren eine großartige Entwicklung genommen, auch wenn es sportlich aktuell nicht ganz nach Wunsch läuft. Es ist eine tolle Chance für mich, als Co-Trainer in der Bundesliga zu arbeiten und mitzuhelfen, dass die Spieler als Team ihre bestmöglichen Leistungen auf den Platz bringen können“, sagt Jens Lehmann.

Jens Lehmann wird bereits am morgigen Dienstag, 29. Januar (11.00 Uhr), erstmals mit dem Trainerteam und der Mannschaft auf dem Trainingsplatz stehen.

 



Gästeführertag: Augsburg ins rechte Licht gerückt

Unter dem Motto „Augsburg – 2000 Jahre mitten in Europa“ fand auf Einladung des Gästeführervereins Augusta der 17. Bayerische Gästeführertag im Kongress am Park statt

Ludwig Wiedemann, Vorsitzender des Gästeführerverbandes „Augusta“ mit dem Augsburger Landtagsabgeordneten Johannes Hintersberger beim Bayerischen Gästeführertag. Foto: Georg Reichlmayr

Wenn die Gästeführer in den Wintermonaten nur wenig zu tun haben, treffen sie sich zum gegenseitigen Kennenlernen. Der Augsburger Gästeführerverein hatte in diesem Jahr aus Anlass der UNESCO-Bewerbung die Bayerischen Gästeführer nach Augsburg eingeladen. Rund 200 Teilnehmer aus ganz Bayern, aber traditionellerweise auch aus Österreich, der Schweiz und aus Tschechien, verfolgten im Kongress am Park die gebotenen Vorträge. Begrüßt wurden sie zunächst von den Veranstaltern, das ist traditionell der Gästeführerverein München  (1. Vorsitzende Reidun Alvestad-Aschenbrenner) in Kooperation mit dem Gästeführerverein vor Ort (Vorsitzender in Augsburg Ludwig Wiedemann). Vom Bundesverband der Gästeführer sprach Beate Krauße. Von Seiten der Stadt zeigte sich Eva Weber als begeisterte Augsburgerin, ebenso wie Staatssekretär a.D. Johannes Hintersberger, der auch Vorsitzender der Regio Augsburg Tourismus ist. Diese war durch ihren Geschäftsführer Götz Beck am Rednerpult vertreten, der im Zeichen der UNESCO-Bewerbung über das touristische Potenzial der Augsburger Wasserwirtschaft sprach. 

In dieselbe Kerbe schlug Ekkehard Schmölz vom Augsburger Stadtmarketing, der die Auswirkungen einer potenziellen UNESCO-Auszeichnung auf seinen Wirkungsbereich skizzierte. 

Überzeugend und kurzweilig bewies der aus Augsburg stammende Europa-Abgeordnete Markus Ferber, dass die Globalisierung schon unter Jakob Fugger funktioniert hat und die europäische Union nichts als die konsequente Fortführung seiner Wirtschaftspraktiken ist.  

Christian Frick, Jurist und Kassenwart des Bundesgästeführervereins, holte die Teilnehmer wieder in die Alltagsrealität zurück, indem er ihnen die „Poesie“ von Gerichtsurteilen zur steuerrechtlichen Behandlung der Gästeführertätigkeit erläuterte. Beim Abendprogramm im Riegele Wirtshaus sorgte nicht nur die Sängergruppe Julian Hohbauer für Kurzweil, sondern auch Mozarts Bäsle persönlich, dargestellt von Alexandra Kraft-Johns.  

Der Samstagvormittag brachte Fachvorträge zu Augsburger Themen: Dr. Christina von Berlin sprach über die Bedeutung der Augsburger Silberschmiede, während Dr. Gregor Nagler Elias Holl als Erbauer des Augsburger Rathauses vorstellte. Restaurator Klaus Häfner erläuterte die kunstgeschichtliche Bedeutung von traditionellen Handwerkstechniken. Dr. Fabian Flederer vom Haus der Bayerischen Geschichte stellte die diesjährige Bayerische Landesausstellung vor, die in Regensburg unter dem Motto „Hundert Schätze aus tausend Jahren“ stattfinden wird. 

Sein Kollege Dr. Andreas Kuhn ergänzte mit Angaben zur neuen Dauerausstellung im Museum für Bayerische Geschichte. Die Tagung endete traditionell mit der Vorstellung des nächsten Ausrichters im Jahr 2020: Pottenstein in Franken lädt im Januar des nächsten Jahres zum Treffen ein.

Da Gästeführer sich nicht mit der Theorie begnügen, luden die Augsburger Kollegen – bei zum Glück strahlendem Sonnenschein trotz Kälte – am Nachmittag zu mehreren Themenführungen ein. Die Gäste, von denen viele Augsburg noch nie besucht hatten,  zeigten sich überrascht und sehr angetan von der vielfältigen und sichtbaren Geschichte der Stadt. Ein Ausflugsangebot ins Wittelsbacher Land am Sonntag rundete das Angebot des Gästeführertags ab.



Zugunglück in Aichach: Strafbefehl gegen Fahrdienstleiter

Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat gegen den diensthabenden 25-jährigen Fahrdienstleiter wegen des Zugunglücks am 07.05.2018 in Aichach beim Amtsgericht Augsburg den Erlass eines Strafbefehls wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen, fahrlässiger Körperverletzung in 13 Fällen und fahrlässiger Gefährdung des Bahnverkehrs mit der Verhängung einer Bewährungsstrafe von 10 Monaten beantragt.

Im Mai 2018 für in Aichach ungebremst ein Personenzug auf einen Güterzug. Gegen den zuständigen Fahrdienstleiter wurde nun ein Verfahren eingeleitet. Foto © DAZ

Dem Angeschuldigten wird zur Last gelegt, als Alleinverantwortlicher für den Zugverkehr am Bahnhof in Aichach, nachdem er auf Gleis 2 des Bahnhofs einen Güterzug abstellen ließ, es vorschriftswidrig unterlassen zu haben, eine Hilfssperre am mechanischen Stellwerk anzubringen, die eine Einfahrt eines weiteren Zugs auf dieses Gleis verhindert hätte. In der Folge soll der Angeschuldigte zudem die vorgeschriebene sogenannte „Hinsehensprüfung“ auf das Gleis 2 des Bahnhofs nicht vorgenommen haben, bevor er die Einfahrt des aus Dasing kommenden Personenzugs auf dieses Gleis freigab, so dass der Personenzug ungebremst auf den stehenden Güterzug auffuhr.

Die Ermittlungen haben keine Hinweise darauf ergeben, dass Betäubungsmittel- oder Alkoholeinfluss bzw. eine Ablenkung durch Handynutzung oder Gespräche ursächlich für die Sorgfaltspflichtverletzungen wären. Die Staatsanwaltschaft geht von menschlichem Versagen aus. Bei der Kollision erlitten der 37jährige Lokführer und eine 73jährige Zugpassagierin tödliche Verletzungen. 12 Passagiere wurden leicht bis mittelschwer, ein Passagier schwer verletzt.

 



AEV verliert gegen DEG

Die Augsburger Panther haben auch das vierte Duell gegen die Düsseldorfer EG verloren. Nachdem die Panther bereits nach etwas mehr als einer Minute mit 0:2 ins Hintertreffen gerieten, hieß es am Ende 3:4. Die Treffer für den AEV erzielten Matt White (6., 60.) und Brady Lamb (55.). Für die DEG waren John Henrion (1.), Patrick Buzas (2., 49.) und Jaedon Descheneau (20.) erfolgreich.

Mike Stewart konnte wieder auf Daniel Schmölz zurückgreifen und schickte sonst das gleiche Team wie beim Sieg gegen Ingolstadt ins Rennen.

Doch anders als gegen die Schanzer erwischten die Panther dieses Mal einen Horrorstart und lagen nach 61 Sekunden bereits mit 0:2 zurück. Zunächst nutzte Henrion einen bösen Abwehrschnitzer nach 30 Sekunden eiskalt aus (1.) und kurz danach erhöhte Buzas (2.). Doch der AEV zeigte eine starke Reaktion und spielte druckvoll und schnell nach vorne. Nach einem Bullygewinn konnten die Panther dann auch den verdienten Anschluss herstellen, als David Stieler White bediente und dieser eiskalt vollstreckte (6.).

Panther lassen Chancen ungenutzt

Weitere Treffer waren mehr als möglich, aber die Chancenverwertung ließ stark zu wünschen übrig. So kam es, wie es kommen musste. Nach einem Konter stellte die DEG durch Descheneau Sekunden vor der ersten Sirene den alten Abstand wieder her (20.).

Im zweiten Durchgang dominierten in einem mittlerweile ausgeglichenen Spiel die Abwehrreihen, wobei die Panther auch hier gefährlicher waren. Treffer fielen in diesem Durchgang aber nicht. Dies änderte sich im Schlussdrittel, als die DEG nach einem weiteren Konter sogar auf 4:1 davonzog. Wieder war Buzas der Torschütze (49.).

AEV mit starker Moral

Doch die Panther gaben sich nicht auf und kamen bei Sechs gegen vier durch Lamb auch zum verdienten zweiten Treffer (55.). Die Zeit lief den Augsburgern aber davon und zu mehr als dem Treffer von White wenige Sekunden vor dem Ende reichte es nicht (60.).

Für den AEV geht es am kommenden Wochenende mit Partien gegen die Thomas Sabo Ice Tigers und bei den Eisbären Berlin weiter.



Kommentar

Abwärts

Warum der FC Augsburg sich im freien Fall befindet

Kommentar von Siegfried Zagler

Die aktuelle Tabellensituation sowie eine fehlende sportliche Entwicklungsperspektive in dieser Saison verheißen nichts Gutes. Der FCA befindet sich in einer schweren Krise, die das Management und die sportliche Leitung zu verantworten haben. 

Im Vorfeld der Hinrunde haben sich Reuter, Baum und Co. von Caiuby veräppeln lassen. Im Gegensatz zum Fall Opare zeigten sich die Verantwortlichen wohl aus ökonomischen Überlegungen tolerant und sanktionierten Caiubys Trainingslager-Fernbleiben lediglich mit einer Geldstrafe. Ein schwerer und unverzeihlicher Fehler.

Dann folgte ein furioser Saisonstart mit acht Punkten aus sechs Spielen, waren großartige Augsburger Partien zu sehen – gegen Dortmund, Bayern, Leipzig, Freiburg usw. Die Ergebnisse stimmten nicht immer, die Spielweise schon: Der FCA spielte begeisternden Fußball, presste hoch, kämpfte um jeden Ball, fand sich auch stets in die Zweikämpfe, kombinierte, suchte den schnellen Abschluss und lief beinahe jeden Gegner in Grund und Boden. 

Pech nur, dass die beiden Torhüter des FCA nicht auf dem Niveau der Mannschaft waren und mit ihren Patzern dafür sorgten, dass man in Augsburg in eine unwirkliche Ergebniskrise schlitterte. Sechs bis acht Punkt mehr hätte man am Lech auf dem Konto, hätte man bessere Torleute. Diese Rechnung war und ist nicht verkehrt. Die sportliche Leitung hat diesen Fehler eingestanden und mit Gregor Kobel nachgebessert.

Dann hat sich im Team nach eigenen Aussagen ein Schlendrian auf und neben dem Platz eingeschlichen. Zuviel Nachsicht mit Caiuby könne dafür der Auslöser gewesen sein. Doch noch stand der FCA auf Augenhöhe mit jedem Gegner. 

Das ist jetzt vorbei. Eine verunsicherte Mannschaft zeigte sich nach der Winterpause am tiefsten Punkt ihrer Bundesligazugehörigkeit: Kein Feuer, kein Esprit, dafür Destruktion mit Betontaktik und Verkrampfung, kein Rad greift mehr ins andere. Der FC Augsburg ist zu einer fußballerischen Zumutung mutiert. 

In der Saison 2016/17 musste Dirk Schuster mit 14 Punkten aus 14 Spielen gehen, weil er, so die damalige offizielle Begründung, einen destruktiven Fußball spielen ließ, womit man sich in Augsburg nicht identifizieren wolle. 

Schusters Nachfolger, Manuel Baum, ließ nun gegen Düsseldorf und Gladbach defensiver und destruktiver spielen als Dirk Schuster es jemals gewagt hätte. Baum brachte sich in den vergangenen Wochen mit seinen Startaufstellungen, seinen Einwechslungen und nun auch mit dem neuen Augsburger Dekonstruktionsfußball selbst in die Schusslinie. Ehemalige Leistungsträger wie Max, Gregoritsch, Finnbogason, Hinteregger und auch Richter sind völlig außer Form. Die Mannschaft wirkt unfit, falsch auf- und eingestellt und wieder war es der Torhüter, der die Niederlage einleitete.

Was ist im Wintertrainingslager passiert? Der Augsburger Abwärtstrend wurde nicht gestoppt, sondern eher beschleunigt. Es ist nun an der Zeit, zu hinterfragen, ob Manuel Baum und sein Trainerteam noch in der Lage sind, die Mannschaft in die Erfolgsspur zurückzuführen. 

Man muss in Augsburg  jeden Stein umdrehen, alles ist zu hinterfragen, alles mögliche zu unternehmen, denn wenn es so bleibt, wie sich der FCA in den vergangenen Wochen präsentierte, ist der Abstieg nicht zu vermeiden.



FCA im freien Fall

Der FC Augsburg hat bei Borussia Mönchengladbach eine 0:2-Niederlage eingefahren und blieb somit im 10. Spiel in Folge ohne Sieg. Die Tore der Gladbacher fielen in der Schlussphase: Oscar Wendt erzielte das 1:0 in der 78. Minute und in der Nachspielzeit erhöhte Patrick Hermann mit einem satten Schuss in den Winkel zum 2:0 Endergebnis.

Im Vergleich zur 1:2-Niederlage zum Auftakt gegen Fortuna Düsseldorf musste FCA-Trainer Manuel Baum auf Raphael Framberger verzichten. Framberger zog sich in der Partie gegen Düsseldorf einen Kreuzbandriss zu und kann dem FCA in dieser Saison nicht mehr helfen. Rani Khedira kam nach seiner Gelbsperre wieder zurück in die Startelf, ebenso Konstantinos Stafylidis, während der formschwache Michael Gregoritsch auf der Bank Platz nehmen musste.

Von Beginn an stand der FCA tief und verteidigte mit acht Mann um den eigenen Strafraum herum wie ein Handball-Team, ohne jedoch für Entlastung zu sorgen. Die Gladbacher konnten einen Angriff nach dem anderen ohne Gegenwehr aus dem Mittelfeld vortragen und kamen in der ersten Halbzeit zu einigen Torchancen, die die Fohlen jedoch nicht in Zählbares verwandeln konnten.

Bereits nach wenigen Minuten musste FCA-Neuzugang Gregor Kobel gegen Lars Stindl (2.) und Ibrahima Traoré (6.) seine Klasse unter Beweis stellen. Nach vorne fand der FCA nicht statt und hinten sollten eine vielbeinige Abwehr, Glück und Kobel ein 0:0 halten. Eine andere taktische Ausrichtung wollte niemand unter den 400 mitgereisten Augsburger Fans erkennen. Gladbach blieb in der ersten Halbzeit durchgehend die spielgestaltende Mannschaft und suchte immer wieder über die Flügel mit Flanken zum Ziel zu kommen. Bei einer Doppelchance der Gladbacher hielt die Augsburger Mauer, da Traoré und Michael Lang kläglich vergaben (31.). Schiedsrichter Harm Osmers schenkte den glücklosen Borussen kurz vor der Pause ein Freilos: Jan Moravek stellte sich gegen Florian Neuhaus im Strafraum ungeschickt an und generierte einen Strafstoß, den man nicht geben muss. Gladbachs Jonas Hofmann vergab den Elfer kläglich. Augsburgs Keeper Kobel musste nur die Ecke erahnen und hätte den schwachen Schuss sicher halten können, was er nicht tat, weshalb der FCA noch einen gefährlichen Nachschuss zu überstehen hatte (43.).

Mit dem glücklichen 0:0 zur Pause konnten die Augsburger mehr als zufrieden sein. In der zweiten Halbzeit blieb Gladbach überlegen, der FCA blieb bei seiner Betontaktik, verstand es aber dann doch, auch nach vorne für Entlastung zu sorgen. Bei einem Konter verpasste Alfred Finnbogason eine Hereingabe von Jonathan Schmid nur knapp (55.). Und plötzlich schien sich das Blatt zu wenden, da bei den Borussen der Faden gerissen schien.

In dem aus Augsburger Sicht wohl schlechtesten Bundesligaspiel seit Jahren ließen sich die Borussen von der Verunsicherung der Augsburger anstecken und hatten Mühe, aus fünf Metern Pässe an den Mann zu bringen. Erstklassig nur das Publikum, das den Grottenkick ohne Missfallskundgebungen ertrug. Doch die Augsburger zeigten sich auch in ihrer “starken Phase” viel zu harmlos, sodass die Fohlen wieder ihren verlorenen Faden aufnehmen konnten und auch prompt die verdiente Führung erzielten: FCA-Keeper Kobel patzte; eine von ihm schwach abgewehrte Flanke kam zu Oscar Wendt, der zum 1:0 für die Fohlen einschob (78.). Pech für den FCA, dass sowohl die Schiedsrichter auf dem Platz als auch die Kölner Video-Schiedsrichter eine eindeutige Abseitsstellung von Stindl übersahen. Der Treffer hätte nicht zählen dürfen.

Der FCA versuchte sich mit seinen bescheidenen Mitteln gegen die Niederlage zu stemmen. Und kam tatsächlich noch zu einer guten Torchance. Bei einem klassischen Konter über die rechte Seite scheiterte Hahn an Gladbachs überragendem Jan Sommer. In der Nachspielzeit besiegelt Patrick Herrmann mit einem unhaltbaren Schuss in den Winkel das 2:0  (90.+3).

Am Sonntag, 3. Februar (15.30 Uhr), empfängt der FCA in der heimischen WWK-Arena Mainz.

FCA: Gregor Kobel; – Jonathan Schmid; Kevin Danso; Martin Hinteregger; Konstantinos Stafylidis; – Philipp Max; Daniel Baier; Rani Khedira; Jan Moravek; André Hahn; – Alfred Finnbogason;.

Eingewechselt: Georg Teigl (67.); Michael Gregoritsch (82.); Sergio Córdova (73.); –

Ausgewechselt: Philipp Max (67.); Daniel Baier (82.); Alfred Finnbogason (73.);

Auswechselbank: Andreas Luthe (TW); Jan-Ingwer  Callsen-Bracker; Felix Götze; Marco Richter;

Tore:

0:1 Oscar Wendt (78.)
0:2 Patrick Herrmann (90.)