Wendejahre
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Bundesliga

FCA in Leverkusen: Wie ein Absteiger!

Der FC Augsburg verliert bei Bayer 04 Leverkusen 0:1 und befindet sich nun mitten im Abstiegskampf. Den einzigen Treffer der Partie erzielte Lucas Alario (75.).

Wie gewohnt begann der FCA mit viel Schwung und Spielfreude – und wie gewohnt verloren die Augsburger den roten Faden und ließen kaum noch eine taktische Ausrichtung erkennen, da sie Mühe hatten, das Bayer-Spiel vom eigenen Strafraum fernzuhalten, um nach Balleroberung eigene Angriffe zu unternehmen. Fast widerstandslos ließ sich der FCA in der eigenen Hälfte festnageln, ohne für Entlastung oder gar gefährliche Konter zu sorgen. Nach zwanzig Minuten hätte die Werkself bereits mit zwei, drei Toren Vorsprung führen können: Charles Aranguiz traf in guter Position das Außennetz (8.), kurz darauf parierte Luthe gegen den Chilenen (10.). Auch Kai Havertz boten sich innerhalb weniger Minuten zwei Gelegenheiten. 

Der FCA spielte von Minute zu Minute schlechter, kam ständig einen Tick zu spät und spielte nach vorne ohne Zug, ohne Wille und mit wenig Präzision, falls die Augsburger doch mal zum Abschluss kamen, wie in der 22. Minute, als Finnbogason vorbeischoss. Wenig später zirkelte Leverkusens Aranguiz einen Freistoß knapp am Kreuzeck vorbei (25.). Gegen Ende der ersten Halbzeit kam der FCA ein bisschen stärker ins Spiel, sodass Bayer kaum noch gefährliche Situationen generieren konnte. Nach vorne ging beim FCA nichts: Finnbogason, Hahn und Gregoritsch spielten nicht wirklich mit und „verdienten“ sich unisono die Note 6. 

Die zweite Hälfte verlief bis zur 75. Minute ohne bemerkenswerte Szene (Not verteidigte mit bescheidenen Mitteln gegen Elend). Doch in der besagten 75. Minute sollte sich die längst verdiente Leverkusener Führung als Musterbeispiel für die gesamte Partie ereignen: Die FCA-Abwehr verfiel im Kollektiv in einen Sekundenschlaf, sodass Bender auf Lucas Alario ablegen konnte, der freistehend den Ball nicht richtig traf, aber gerade deshalb das Leder versenken konnte. 

In der Schlussphase zeigte der FCA dann plötzlich seine potentielle Klasse und hätte ums Haar postwendend den Ausgleich erzielt, doch Hahns Schuss strich am langen Pfosten vorbei (77.). Wenig später hatte der eingewechselte Ji den Ausgleich vor den Füßen, doch sein abgefälschter Schuss prallte von der Unterkante der Latte wieder ins Feld zurück (81.). Am Ende ließ der FCA in der Schlussoffensive wie gewohnt große Chancen liegen, weil die Ruhe beim Abschluss fehlte. Nach der vierten Niederlage in Folge und nur einem Punkt aus fünf Spielen steht der FCA nun mit beiden Beinen im Abstiegsschlamassel. 

Am kommenden Samstag, 15. Dezember, (15.30 Uhr) empfängt der FCA den FC Schalke 04.

FCA: Andreas Luthe; – Raphael Framberger; Jeffrey Gouweleeuw; Martin Hinteregger; Philipp Max; – Rani Khedira; Daniel Baier; André Hahn; Michael Gregoritsch; Francisco da Silva Caiuby; – Alfred Finnbogason.

Eingewechselt: Marco Richter (81.); Sergio Córdova (88.); Dong-Won Ji (61.);

Ausgewechselt: André Hahn (81.); Francisco da Silva Caiuby (88.); Alfred Finnbogason (61.); –

Auswechselbank: Fabian Giefer (TW); Jonathan Schmid; Kevin Danso; Ja-Cheol Koo;

Tor: 0:1 Lucas Alario (75.)



Schulen

Sanierung FOS/BOS/RWS: Fehlt der Stadt das Geld für einen Neubau?

Die Schüler hätten gern einen Neubau, die Lehrer, das Direktorium wie der zuständige Ministerialbeauftragte und sogar das Augsburger Bildungsreferat favorisiert einen Neubau  – zusammen mit 10 Stadträten (Ausschussgemeinschaft und Pro Augsburg). Gegen den kürzlich getroffenen Sanierungsbeschluss des Schulkomplexes am Alten Postweg formiert sich Widerstand.

Maroder Schulkomplex am Alten Postweg © DAZ

Mit großer Mehrheit (acht Gegenstimmen) wurde in der November-Stadtratssitzung eine Totalentkernungssanierung des Schulzentrums am Alten Postweg (Fachoberschule, Berufsoberschule und Reischlescher Wirtschaftsschule) beschlossen. Kostenschätzungen der Stadt rufen 88 Millionen Euro für die Sanierung auf, einen Neubau veranschlagt die Stadt bei 109 Millionen.

Neben der Kostenfrage erklärte Baureferent Gerd Merkle dem Stadtrat, dass ein Neubau auf dem Gelände am Alten Postweg schwer zu realisieren sei, da ein geordneter Unterricht während der Lärmemissionen der Baustellen nicht möglich sei. Ein Neubau müsse, so Merkle, um das bestehende Gebäude gebaut werden, hätte lange Gänge, die den Schulbetrieb erschweren würden. Und da es ein Baugrundstück mit ÖPNV-Infrastruktur nicht gebe, müsse man nun die Sanierung eben fortsetzen.

Die Ausschussgemeinschaft und die Fraktion Pro Augsburg ließen sich davon nicht beeindrucken und hielten dagegen. Sie schlugen eine neue Idee für einen Neubau vor Ort vor: Der bestehende Parkplatz solle sofort mit einem Schulneubau samt Tiefgarage bebaut werden. Die Klassen, die den Bestandsbau dann wegen der Sanierung verlassen müssten, könnten hier dauerhaft untergebracht werden und man würde sich auch noch die Kosten für die Container-Interimslösung sparen.

Baureferent Merkle konterte: Eine dauerhafte Bebauung außerhalb des bestehenden Baukörpers sei geprüft worden, aber als untauglich eingestuft, da der bestehende Bebauungsplan dies verhindere und die erforderliche Bebauungsplanänderung im günstigsten Fall 1,5 Jahre Verzögerung für die Gesamtmaßnahme bedeute. Das könne niemand wirklich wollen, so Merkle. Im weiteren Verlauf der Stadtratssitzung recherchierte Oliver Nowak (Polit WG) jedoch, dass es für das Gelände keinen Bebauungsplan gibt, was inzwischen vom Amt bestätigt wurde.

Dementsprechend groß ist der Ärger bei der Opposition: Damit sei eine Bebauung des Geländes außerhalb der bestehenden Baukörper kurzfristig möglich. Der Beschluss sei unter falschen Voraussetzungen getroffen worden.“Wie kann sich Herr Merkle in der Sitzung hinstellen und behaupten, es wären alle alternativen Vorgehensweisen durchleuchtet worden und das vorgelegte Konzept sei als einziges umsetzbar, wenn er nicht einmal zur Kenntnis genommen hat, dass auf dem Gelände kein Bebauungsplan besteht?“, poltert Christian Pettinger (ÖDP), der für seine ruhige Art bekannt ist, aber dennoch indirekt Gerd Merkle ein taktisches Verhältnis zur Wahrheit ankreidet. Pettinger, Schafitel und Co. gehen inzwischen nämlich davon aus, dass ein Neubau auf dem Gelände von der Stadt nicht vollumfänglich geprüft worden ist.

Stadtrat Volker Schafitel (FW) glaubt das Motiv zu kennen. Er unterstellt der Stadt, dass sie einen Neubau im Städtischen Haushalt gar nicht darstellen könnte, da diese Lösung auf einen Satz viel mehr Haushaltsmittel beanspruchen würde als eine Sanierung, die man sukzessive, je nach Haushaltslage angehen könne. „Die Stadtregierung zieht eben in den großen Investitionsfragen die Kür vor, statt ihre Pflichtaufgaben zu erledigen“, so Schafitel sarkastisch und bringt so die umstrittene Theatersanierung ins Spiel. Ein Antrag zu einem Neubau, wie ihn die 10 Stadträte alternativ vorgeschlagen haben, wird am 21. Dezember im Stadtrat zur Abstimmung vorliegen.

Ob neu gebaut oder saniert wird, spielt bei der Gestaltung der Kreditaufnahme zwar eine Rolle, doch steht auch in Stein gemeißelt, dass die Stadt im späteren Verlauf auch bei einer Sanierung, diese nicht über laufende Haushaltsmittel finanzieren könnte, sondern über weitere Kreditaufnahmen stemmen müsste. „Vermutlich müsste man sogar das mühsam geschnürte 300-Millionen-Sanierungspaket wieder aufschnüren“, so ein Finanzexperte, der namentlich nicht genannt werden möchte. Die Regierung von Schwaben prüfe nun als Aufsichtsbehörde die Angelegenheit und könnte durchaus zu dem Ergebnis kommen, dass die Stadt um einen Neubau nicht herumkomme.



AEV holt Punkt in Ingolstadt

Die Augsburger Panther mussten sich trotz eines Chancenübergewichts erstmals in der laufenden Saison gegen den ERC Ingolstadt geschlagen geben. Nach Verlängerung unterlag der AEV unglücklich mit 2:3 bei den Schanzern. Adam Payerl (10.) und Matt White (15.) waren für den AEV erfolgreich – für den ERC trafen Brett Olson (3.) und Michael Collins (17., 63.).

Bei den Panthern kehrte Topscorer White zurück und verdrängte Marco Sternheimer aus dem Team. Neben dem Youngster nahm auch Simon Sezemsky auf der Tribüne Platz und das Duo sah bereits nach 30 Sekunden die erste Großchance des Spiels, als Matt Fraser freistehend vor Timo Pielmeier auftauchte, aber am Goalie der Schanzer scheiterte (1.). – Effizienter präsentierten sich die Hausherren: Jerry D’Amigo setzte sich an der Bande gegen Steffen Tölzer durch, bediente Olson vor dem Tor und der schoss zum 1:0 ein (3.). Die Panther waren aber nicht geschockt und kamen immer durch schnelle Konter im Minutentakt zu großen Chancen. Fraser ließ beispielsweise eine Vier-auf-Eins-Situation nach Doppelpass mit Thomas Holzmann ungenutzt (5.). Anschließend vergaben auch Christoph Ullmann (6.), White (7.) und Holzmann (8.) noch absolute Hochkaräter. In der zehnten Minute war es dann aber soweit: Nach einem Schuss von Henry Haase schaltete Payerl am Schnellsten und traf im Nachsetzen aus der Drehung zum überfälligen Ausgleich (10.).

Panther dominieren erstes Drittel

Hans Detsch hatte wenig später den zweiten Treffer auf dem Schläger, aber auch er vergab (11.). Nach einem Konter ging der AEV aber doch in Führung. Haase erkämpfte die Scheibe an der eigenen blauen Linie, LeBlanc fuhr über die rechte Seite ins Drittel des ERC, bediente den miteglaufenen White und dieser knallte den Puck aus der Luft sehenswert zum verdienten 1:2 in die Maschen (15.). Doch der Jubel währte nur kurz, denn in Überzahl schlug Ingolstadt durch Collins zurück, als dieser Olivier Roy aus kurzer Distanz keine Chance ließ (17.).

Ingolstadt steht besser

Das Mitteldrittel war dann weit weniger spektakulär als noch die ersten 20 Minuten, was vor allem daran lag, dass Ingolstadt in der Defensive nun deutlich stabiler stand und kaum noch Konter der Panther zuließ. Vor Pielmeier wurde es dementsprechend nur noch zweimal gefährlich: Einmal war Schmölz durchgebrochen (30.) und zudem hatte Fraser im Powerplay noch eine Möglichkeit (32.). Auf der anderen Seite konnte sich Roy gegen Sean Sullivan auszeichnen (34.), aber Tore fielen im zweiten Durchgang keine.

Collins entscheidet das Spiel in der Overtime

Dies sollte sich auch im dritten Drittel nicht ändern, auch wenn die Panther in diesem Abschnitt mehr riskierten als die Hausherren. Brady Lamb hatte in der 45. Minute gleich zweimal die große Chance auf das 2:3, aber Pielmeier blieb einmal mehr Sieger. Auch Ingolstadt hatte bei Kontern durch Collins (46.) und Tyler Kelleher (49.) Großchancen, aber Roy stand seinem Gegenüber in nichts nach. In der Overtime entschied schließlich Collins mit einem trockenen Schuss das Spiel und sicherte Ingolstadt den Extrapunkt, aber der AEV kann sich zumindest damit trösten, dass man im siebten Spiel in Folge punktet.

Weiter geht es am Sonntag ab 17.00 Uhr im heimischen Curt-Frenzel-Stadion gegen die Iserlohn Roosters.



300 Millionen
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