Wendejahre
Maximilian I.
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DEL: Panther schlagen Haie

Die Augsburger Panther haben nach der Heimniederlage gegen München am Freitag sofort wieder in die Erfolgsspur gefunden. In einem intensiven Spiel setzten sich die Panther verdient mit 4:1 gegen die Kölner Haie durch. Die Treffer für den AEV erzielten Drew LeBlanc (4.), Matt White (30.), Matt Fraser (32.) und Scott Valentine (59.). Für Köln traf Lucas Dumont (16.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

Augsburgs Spitzenkraft Drew LeBlanc erzielte die Führung gegen die Kölner Haie – Foto © Siegfried Kerpf

AEV-Coach Mike Stewart musste gegen Köln weiter auf Kapitän Steffen Tölzer verzichten und auch David Stieler fehlte angeschlagen. Dafür gab T.J. Trevelyan sein Saisondebüt für die Panther. Der eingebürgerte Publikumsliebling zeigte ein unauffälliges Spiel, wurde aber von den 5527 Zuschauern im CFS frenetisch gefeiert. Im Tor bekam Olivier Roy eine Auszeit und Markus Keller rückte zwischen die Pfosten. Zu Beginn stand allerdings sein Gegenüber deutlich mehr im Fokus. Hannibal Weitzmann, der sein DEL-Debüt feierte, konnte sich früh bei einer Chance von White auszeichnen (3.), kassierte aber wenig später seinen ersten Gegentreffer. Der Kölner Goalie konnte einen Schuss von Jaroslav Hafenrichter nur nach vorne abwehren und Drew LeBlanc stand goldrichtig und staubte ab (4.). Die Haie waren um eine Antwort bemüht, aber Keller erwischte einen guten Tag und konnte sich beispielsweise gegen Morgan Ellis auszeichnen (6.). Die besseren Chancen hatten aber ohnehin die Hausherren: So traf Hafenrichter nach Querpass von Simon Sezemsky das leere Tor nicht (12.) und Lamb scheiterte an Weitzmann (13.).

Köln gleicht aus

Diese vergebenen Möglichkeiten sollten sich prompt rächen, denn Köln glich kurz danach aus. Nach einem schön vorgetragenen Angriff schob Dumont zum 1:1 ein (16.). Dabei blieb es bis zum Drittelende – auch weil LeBlanc einen Alleingang 37 Sekunden vor der ersten Pause nicht nutzen konnte.

Im zweiten Durchgang schalteten die Panther einen Gang hoch. Zwar klappte es lange Zeit weder bei fünf gegen vier noch in doppelter Überzahl, aber in der 30. Minute gelang dem AEV doch die erneute Führung. Nach schönem Querpass von Hans Detsch traf Topscorer White zum verdienten 2:1.

AEV mit Doppelschlag

Und es kam noch besser, denn wenig später legten die Gastgeber nach. Sahir Gill eroberte die Scheibe an der eigenen blauen Linie und fuhr alleine aufs Kölner Tor zu. Weitzmann konnte zwar abwehren, aber den Abpraller verwertete Fraser zum dritten Treffer (31.). Köln hatte zwar im zweiten Durchgang durch Alexander Oblinger (32.) und vor allem durch Ryan Jones (36.) zwei gute Chancen, aber Keller zeigte seine Klasse und hielt die verdiente Zwei-Tore-Führung fest.

Valentine mit dem Endstand

Im Schlussdrittel verlagerten sich die Panther dann fast ausschließlich auf Konter. Köln hatte – auch aufgrund mehrerer Überzahlspiele – zwar eindeutig mehr vom Spiel, richtig gefährlich wurde es aber selten. Die Augsburger Defensive stand extrem sicher und wenn doch ein Schuss durchkam, war Keller zur Stelle. White verpasste auf der Gegenseite in der 57. Minute das leere Tor und knallte den Puck nur an den Pfosten, aber Valentine sorgte mit seinem Empty-Netter von der eigenen Torlinie für den Endstand (59.). Im Vergleich zur Spitzenpartie am Freitag gegen München zeigten die Panther eindeutig schlechteres Eishockey – und gewannen dennoch souverän wie verdient.

Für die Panther stehen vor der Länderspielpause noch zwei Aufgaben auf dem Spielplan. Bereits am Mittwoch empfängt der AEV die Fischtown Pinguins und nach einem spielfreien Freitag müssen die Panther am Sonntag bei den Adler Mannheim antreten.

AEV: Keller – Lamb, Valentine; McNeill, Rekis; Sezemsky, Haase, Rogl – Holzmann, LeBlanc, Trevelyan; Payerl, Gill, Fraser; Schmölz, Ullmann, Hafenrichter; Detsch, Sternheimer, White



Stadtrat: Neue Ältestenrat-Affäre?

Stadtrat Volker Schafitel (FW) wird offenbar von Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl, den beiden Bürgermeistern Eva Weber und Stefan Kiefer sowie von Stadträten der CSU, der SPD, Pro Augsburg und den Grünen verdächtigt, rechtswidrig Informationen an die Öffentlichkeit weiterzuleiten. 

Volker Schafitel © DAZ

Als Vertreter der Ausschussgemeinschaft nimmt Volker Schafitel regelmäßig an Sitzungen des Augsburger Ältestenrats teil. Gemäß Geschäftsordnung der städtischen Kollegien besteht der Ältestenrat aus dem Oberbürgermeister, den beiden Bürgermeistern und Vertretern der Stadtratsfraktionen. Die Fraktionsvertreter werden von den Fraktionen benannt, sind also meist die Fraktionsvorsitzenden. Der Ältestenrat unterstützt den Oberbürgermeister bei der Führung der Geschäfte. Besonders obliegt es ihm, eine Abstimmung zwischen den Fraktionen und Ausschussgemeinschaften über Art und Zeit der Behandlung wichtiger Angelegenheiten herbeizuführen. Außerdem ist er für Ehrungen sowie für wichtige Angelegenheiten der Repräsentation vorberatend zuständig.

Am Dienstag, den 16.10.2018 fand eine Ältestenratssitzung statt. Fünf Punkte standen auf der Tagesordnung. „Nach der Abhandlung aller Punkte wurde ich von Sitzungsleiter Dr. Kurt Gribl von der Sitzung ausgeschlossen und aufgefordert, das Sitzungszimmer wegen „Befangenheit“ zu verlassen“, so Stadtrat Volker Schafitel (FW), der deshalb eine Anfrage an das Bayerische Innenministerium stellt: „Bitte prüfen Sie als zuständige Rechtsaufsichtsbehörde, ob dieses Vorgehen konform mit der Bayerischen Gemeindeordnung ist und teilen Sie mir das Ergebnis der Prüfung mit.“

Schafitel führt in seinem Schreiben an, dass ihm weder der zu behandelnde Punkt noch die Begründung für seine Befangenheit mitgeteilt wurden. Außerdem, so Schafitel, sei kein Beschluss zum Ausschluss durch den Gemeinderat vorgelegen. Ausschussmitglieder können nicht von Sitzungen ausgeschlossen werden, wie es in der Bayerischen Gemeindeordnung angeführt werde, so Schafitel, der im Rahmen der zurückliegenden Stadtratssitzung erfuhr, dass es bei seinem Ausschluss um die Wahrung der Nichtöffentlichkeit ging.

„Das Ganze ist eine Sauerei, weil man mich grundlos verdächtigt, Dinge an die Öffentlichkeit zu bringen, die dort nicht hingehören. Das entspricht nicht der Wahrheit. Vielmehr ist es so, dass die Presse vermutlich aus anderen Quellen von nichtöffentlichen Sitzungsinhalten erfährt.“ So Schafitel gegenüber der DAZ auf Nachfrage. Manchmal könne man sich kaum dem Eindruck erwehren, dass es die Stadt selbst sei, die Pressemitteilungen aus den Sitzungsprotokollen des Ältestenrates schmiede, so Schafitel.

Oberbürgermeister Kurt Gribl muss sich in Zusammenhang mit dem Ältestenrat nicht zum ersten Mal Vorwürfe gefallen lassen. Im September 2013 beriet sich Gribl mit dem damaligen Ältestenrat, wie er mit dem Vertrauensbruch umgehen soll, dass Stadträte den Prüfbericht des Kommunalen Prüfungsverbandes bezüglich der CFS-Affäre an die Medien weitergeleitet haben. Gribl sah einen eindeutigen Beschluss des Gremiums, den die meisten Mitglieder abstritten. Gribl blieb bei seiner Version. Er sah damals in den Äußerungen der Städträte eine „Festlegung“, die er umgesetzt habe.

Martina Wild (Grüne) geißelte damals Gribls vorgehen: „Der Oberbürgermeister hat die demokratischen Spielregeln missachtet. Erst wurde das CFS ohne zwingend notwendige Beschlüsse der städtischen Gremien umgeplant, und dann wurde versucht, über den Ältestenrat die Aufarbeitung des Skandals durch weitere Täuschung der Öffentlichkeit zu behindern.“ Die Grünen würden sich weiterhin dafür einsetzen, dass „die demokratische Kultur in Augsburg nicht der Arroganz der Macht zum Opfer fällt“, so zugespitzt politisch kommentierte die ehemalige Grüne Kulturreferentin Eva Leipprand und die Grüne Martina Wild das von OB Gribl gelenkte Geschehen. Das war im Jahre 2013.

Worum es denn bei dem Punkt kürzlich gegangen sei, bei dem er das Sitzungszimmer verlassen musste, wollte die DAZ von Schafitel wissen. „Ich weiß es nicht – und habe diesbezüglich auch eine Anfrage an OB Gribl gestellt, die er bis heute noch nicht beantwortet hat.“

 

 



FCA gewinnt in Hannover – Die Leistungen der Spieler in Noten

Es war der erste „dreckige Sieg“ des FCA. Ein Sieg, der die Augsburger Schmerzen lindert, die durch unglückliche Punktverluste bei großartigen Leistungen entstanden sind. Mögen die Schmerzen weniger werden, die Krankheit, die diese Schmerzen verursacht, ist durch die Hannover Leistung längst nicht geheilt, sondern stärker zutage getreten als je zu vor. Ein grober Abwehrfehler und ein Elfmetergeschenk führten zu den FCA-Toren. Damit ist alles zur Augsburger Offensive gesagt. Augsburg konnte nur mit ruhenden Bällen Torgefahr entwickeln. Aus dem Spiel heraus ist der FCA-Angriff nicht viel mehr als ein Kindergeburtstag. Wenn das hohe Pressing des FCA nachlässt, dann fällt das Offensivspiel der Augsburger komplett aus. „Stark angefangen, stark nachgelassen“, so könnte man den Gesamtauftritt des FCA in Hannover zusammenfassen.

Von Siegfried Zagler

Andreas Luthe: Der letzte Mann des FCA zeigte wie bereits gegen Bayern und Leipzig eine sehr gute Leistung und hätte doch als Verlierer dastehen können, weil er sich bei der letzten gefährlichen Flanke der 96er verschätzte und Füllkrug zum Kopfball kam. Hätte Füllkrug verwandelt, sähe Luthes Bewertung anders aus. Zeigte zwei starke Paraden auf der Linie und spielte bei einem Konter gut mit, indem er vor dem heranstürmenden Konterspieler klären konnte. Note 2.

Jonathan Schmid: Zeigte auf seiner Seite eine solide Abwehrleistung und machte nach vorne ordentlich Dampf. Note 2,5.

Jeffrey Gouweleeuw: Starke Partie des „Goldenen Löwen“. Rustikal und fein zugleich. Eine Bank für den FCA. Note 2,0.

Martin Hinteregger: Manchmal fahrig bei der Spieleröffnung, musste in der Defensive hart arbeiten, was ihm gut gelang. Hätte mit einem Quäntchen mehr Timing eine Kopfballchance verwerten können. Note 3

Der beste Trainer, den der FCA je hatte! Aber auch ein Baum macht Fehler… © Siegfried Kerpf

Philipp Max: Superstarke Partie des Flankengottes. Max immer wieder Max: Schlug eine präzise Flanke nach der anderen und stand hinten stets nah beim Gegner, weshalb er im Zweikampf ebenfalls eine gute Figur abgab: Ohne Wenn und Aber: Derzeit der beste deutsche Linksverteidiger. Dass Jogi Löw immer eine Weile braucht, bis er die einfachsten Dinge schnallt, ist bekannt. Note 1,5.

Rani Khedira: Eine nahezu fehlerfreie Partie des defensiven FCA-Sechsers. Meist auf der Höhe des Geschehens mit Übersicht. Note 2.

Daniel Baier: Der FCA-Sieg in Hannover hatte viele Väter und eine Übermutter (Fortuna). Kapitän Baier war der Leader im Abnutzungskampf. Kämpferisch wie läuferisch eine Kanone. Fand auch in engen Situationen eine spielerische Lösung. Holte gestenreich den Elfmeter heraus (Wer weiß, ob die Oberschiedsrichter-Riege in Köln die Entscheidung des Platzschiedsrichters, den Hand-Elfer nicht zu geben, korrigiert hätte, hätte Baier nicht so dramatisch reklamiert.). Leider kommen im Spiel nach vorne von Baier immer noch zu wenig Pässe in die Schnittstellen. Note 2.

Andre Hahn: Ein Kämpferherz, ein Spieler der überall zu sein scheint. Mörderisch gute Zweikampfquote. Das Problem: Nach vorne bringt Hahn keine Durchschlagskraft zustande. Selbst schlichte Ideen fehlten. Note 3.

Marco Richter: Der einzige FCA-Offensivspieler des FCA, von dem ein wenig Gefahr ausging. Seine Auswechslung nach 45 Minuten war nicht wirklich nachvollziehbar. Note 3.

Ja-Cheol Koo: Gute Performance des Koreaners, der in der Ballkontrolle stark war, aber wenig Anspielstationen fand. Als Koo unverständlicherweise ausgewechselt wurde, begann der Sturmlauf der 96er. Der FCA kam kaum zu entlastenden Aktionen. Note 2,5.

Alfred Finnbogason: Völlig abgetaucht, ohne Torschuss und Aktion. Verwandelte den Elfmeter und wurde wenig später ausgewechselt. Ohne den Elfmeter hätte sich Finnbogason eine glatte Sechs verdient. Aber für Stürmer, die aus elf Metern das Tor treffen, gilt Welpenschutz. Note 4.

Michael Gregoritsch: Spielte direkt nach der Halbzeit auf der Richter-Position als „hängende Spitze“ – und enttäuschte auf der ganzen Linie. Keine einzige Normalaktion. Note 5.

Frederik Jensen: Ersetzte nach 68 Minuten Koo und passte sich dem schlechten Spiel des FCA im Schlussabschnitt an. Keine Bewertung wegen zur kurzer Spieldauer.

Kevin Danso: Der Innenverteidiger sollte nach 75 Minuten die FCA-Abwehr verstärken (Zentrumsstürmer Finnbogason ging für ihn vom Feld), doch Danso zeigte eine gnadenlos schlechte Leistung und rutschte ohne Bande zur Mannschaft und zum Spiel auf dem Platz herum. Auch für ihn gilt die Gnade der kurzen Spieldauer.

Manuel Baum: Der FCA-Trainer zeigte zunächst Coolness, strafte den undisziplinierten Caiuby ab (nicht im Kader) und ließ den formschwachen Schlüsselspieler Gregoritsch auf der Bank. Brachte die richtige Startelf. Machte dann aber Lesefehler: Gregoritisch für Richter zu bringen, statt für Finnbogason war falsch und später zeigte Baum mit den Einwechslungen von Jensen und Danso ebenfalls kein Händchen. Nach vorne löste sich mit den Einwechslungen die FCA-Struktur auf, und die 96er kamen zu einer gefährlichen Abschluss-Situation nach der anderen. Hätte Hannover das Spiel gedreht, hätte der Augsburger Trainer das Spiel beinahe im Alleingang verloren. Note 4,5.



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