Medici
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Kulturpolitik: Ovationen für Museumschef Trepesch

Warum der Augsburger Museumschef Christof Trepesch bei der Ausstellungseröffnung („Im Schatten der Medici“) am Freitagabend gefeiert wurde

Kommentar von Siegfried Zagler

Am vergangenen Freitagabend hat sich im Augsburger Rathaus etwas Großartiges ereignet. Nämlich ein unerwartetes politisches Statement der Augsburger Bürger, die sich im Goldenen Saal des Rathauses versammelt hatten, um der städtischen Einladung der Ausstellungseröffnung („Im Schatten der Medici“) zu folgen. Eine Ausstellungseröffnung zu einer Bilderschau mit Weltformat.

Unter den zirka 350 anwesenden Gästen waren hochkarätige Kunstexperten aus den USA, aus verschiedenen Ländern Europas und aus Deutschland anzutreffen, während alle drei Bürgermeister der Stadt Augsburg durch Abwesenheit auffielen. Oberbürgermeister Kurt Gribl soll sich nach Informationen der DAZ in München aufgehalten haben, um bei den Koalitionsverhandlungen zwischen der CSU und den Freien Wählern mitzumischen. Was die beiden anderen Bürgermeister, Eva Weber und Stefan Kiefer, an diesem Abend Besseres zu tun hatten, als die Stadt Augsburg bei diesem bedeutungsvollen Ereignis zu vertreten, will man gar nicht wissen.

Und so geschah etwas, womit niemand rechnen konnte, nämlich eine Solidaritätsdemonstration für den Leiter der Städtischen Kunstsammlungen, Dr. Christof Trepesch, der durch die verheerende Personal- und Informationspolitik der Stadt beschädigt wurde – und am Freitagabend einen Teil von seiner verlorenen Würde zurückerhielt: Auf großartige Weise zollten die Bürger der Stadt Augsburg Trepesch Respekt und baten somit auf angemessene Weise um Entschuldigung für den persönlichen Unbill, den ihm die Stadt Augsburg zugefügt hat.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Kulturreferent Thomas Weitzel las mehr oder weniger stotternd als Vertreter der Stadt eine Standard-Rede vom Blatt und fand dabei eher beiläufig als hervorhebend lobende Worte für Christof Trepesch. Weitzel konnte seine Rede nicht fortsetzen: Der Beifall für Trepesch war donnernd, schwoll an und schien nicht mehr zu enden. Trepesch errötete leicht, blieb sitzen und nickte dankbar in den minutenlangen Applaus hinein. Wäre er aufgestanden, hätte er wohl standing ovations provoziert. Es gab keine Bravo-Rufe, kein rhythmisches Klatschen oder andere Trivialisierungsmerkmale. Der Applaus blieb vom Anfang bis zum Schluss durchdringend politisch, und zwar auch deshalb, weil ihn Stadtvertreter und Kulturreferent Thomas Weitzel gestisch herunterdimmen wollte.

„Sammeln-Bewahren-Forschen-Vermitteln“: Auf diesen Vereinbarungsfeldern fußt die gesellschaftliche Akzeptanz und Notwendigkeit der staatlichen und städtischen Museen. Was sammeln wir heute? Wie erhalten wir für morgen? Was gilt es heute zu vermitteln? Und wie viel investieren wir für Forschung und Erkenntnisgewinn? Diese Fragen brennen. Und weil die Welt in Aufruhr ist, die christliche Kirche ihre moralische wie kulturelle Vermittlungskraft galoppierend verliert und die mit Lichtgeschwindigkeit zunehmende Digitalisierung den gesellschaftlichen Wandel in unbekannte Dimensionen vorantreibt, erhalten seit vielen Jahren „sichere Zufluchtsorte“ einen stabilen Bedeutungszuwachs. „Sicher“ kann in diesem Zusammenhang immer nur heißen „vorläufig sicher“, da staatliche und städtische Einrichtungen mit öffentlichen Geldern betrieben werden, also mit Mitteln, die eben nicht sicher sind oder allzu oft falsch verwendet werden.

Die großen Museen sind längst dabei, den Staats- und Stadttheatern den Relevanz-Rang abzulaufen, was damit zu tun haben könnte, dass Theater schnelllebigen Trends folgen, zeitgemäß erzählen, aufregen und amüsieren wollen, während die Museen mit ihren erklärenden Spiegeln der Künste den Besuchern Kontemplation und Entschleunigung abringen. Still dramatisierte Gegenwelten statt diffuses Informationsgepixel – Wahrheitssuche statt Wirklichkeitsverschleiß: Museen sind die neuen Tempel der geistigen Wertschöpfung, sind die neuen Theater der Aufklärung. Museen sind Impulsgeber für Touristenströme und der Stolz einer aufgeklärten Bürgerschaft.

Der kulturelle Stellenwert einer Stadt wird von der Wertigkeit ihrer Museumslandschaft abgebildet und deutlicher umrissen als von den ortsansässigen Theatern oder anderen Kultureinrichtungen. Die Museen zeigen an, auf welchen kulturellen Höhen ihre Städte angesiedelt sind. Die Chefs der Museen sind Topstars des Kulturbetriebs, sind hochgehandelte Stadtentwickler und kulturelle Impulsgeber. Mit Dr. Bartolomäus Murr, Leiter des Staatlichen Textil- und Industriemuseums (TIM) und Dr. Christof Trepesch, Chef der städtischen Kunstsammlungen und Museen, ist die Stadt Augsburg im Wettstreit der bundesdeutschen Museen außergewöhlich gut aufgestellt.

Den Bildungsbürgern der Stadt Augsburg scheint dies bekannt zu sein.

 



AEV gelingt in Nürnberg der sechste Sieg in Folge

Die Augsburger Panther bleiben das Team der Stunde in der DEL. Bei den Thomas Sabo Ice Tigers siegten die Panther dank 36 Saves von Olivier Roy und einem Treffer von Christoph Ullmann mit 1:0 (52.). Es war der sechste Sieg des AEV in Folge.  

Die Panther, die im Vergleich zum Sieg gegen Krefeld unverändert ins Spiel gingen, erwischten einen guten Start und hatten durch Thomas Holzmann die erste gute Chance des Spiels (3.). Den Gästen war das Selbstvertrauen nach zuletzt fünf Siegen in Serie deutlich anzumerken. Doch die Ice Tigers schafften es, das Spiel nach etwa fünf Minuten ausgeglichener zu gestalten. – Mit zunehmender Spielzeit hatten die Hausherren auch die besseren Tormöglichkeiten, aber Roy erwischte einmal mehr einen sehr guten Tag. Bei einer Großchance von Nürnbergs Topscorer Jason Bast hatte der Augsburger Schlussmann aber auch Glück, dass dieser das verwaiste Tor verfehlte (10.).

Auch im zweiten Drittel dominierten die Abwehrreihen. Die Ice Tigers hatten zwar optisch mehr vom Spiel, aber auch nach 40 gespielten Minuten bekamen die Zuschauer keine Treffer zu sehen. Die besten Chancen vergaben Daniel Weiß auf Seiten der Hausherren (30.) und Simon Sezemsky für den AEV (40.).

Ullmann mit dem Tor des Tages

Im dritten Abschnitt wurde es dann gleich zu Beginn zweimal brenzlig. Erst vergab Patrick Reimer in Unterzahl aus kürzester Distanz an Roy (41.) und im direkten Gegenzug hätte Drew LeBlanc ebenfalls den ersten Treffer des Spiels auf dem Schläger (41.). Niklas Treutle war allerdings wie sein Gegenüber auf dem Posten.

Doch die Panther drückten nun mehr und mehr und nachdem David Stieler (50.) und White (52.) noch gute Chancen ausließen, konnten die Gäste wenig später jubeln. Nach einem überragenden Zuspiel von Matt Fraser musste Ullmann nur noch einschieben und entschied damit das Spiel (52.).

Zwei Heimspiele stehen an

Obwohl die Hausherren vor allem in der Schlussphase auf den Ausgleich drängten, brachte das Stewart-Team den sechsten Dreier in Serie über die Zeit. – Weiter geht es für die Panther am kommenden Wochenende mit zwei Heimspielen. Am Freitag steht das nächste Derby gegen den EHC Red Bull München auf dem Programm und zwei Tage später geben die Kölner Haie ihre Visitenkarte im Curt-Frenzel-Stadion ab.



Tauschvorschlag für Senioren: Führerschein bringt ein ÖPNV-Jahresabo

Älteren Bürgern wird bald der Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel erleichtert. Geben Senioren ihren Führerschein aus Altersgründen freiwillig ab, erhalten sie künftig einmalig ein Jahres-Abo für den ÖPNV. Diese Tauschidee soll demnächst im Augsburger Stadtrat realisiert werden.

Foto: swa / Thomas Hosemann

Die Beschlussvorlage beruht dabei auf einem Antrag von Pro Augsburg, der im Februar dieses Jahres eingereicht wurde. „Uns geht es darum, älteren Menschen, die sich beim Autofahren nicht mehr sicher und wohlfühlen, den Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr zu erleichtern“, erklärt PA-Stadtrat Thomas Lis.

Das Konzept sieht vor, dass Bürger mit Wohnsitz in Augsburg und einem Mindestalter von 65 Jahren, die freiwillig und endgültig ihren Führerschein bei der Fahrerlaubnisbehörde abgeben, für das erste Jahr kostenfrei ein Jahres-Abo „Mobil-Abo 9-Uhr“ für den Innenraum erhalten. Äußerst positiv sieht die zuständige Fahrerlaubnisbehörde dem Tausch-Projekt entgegen: Dort ist man davon überzeugt, dass die weit verbreitete „Hemmschwelle“ für eine Führerscheinabgabe durch diese Aktion tatsächlich gesenkt werden kann.

Laut Erfahrungen anderer Kommunen ist mit etwa 150 bis 200 Führerschein-Rückgaben pro Jahr zu rechnen. Die Kosten für die Realisierung dieses Projekts belaufen sich auf geschätzte 27.000 Euro bis 36.000 Euro und sollen zu gleichen Teilen von der Stadt Augsburg und der AVG getragen werden.

 



FCA beendet Leipzigs Siegesserie

Am 8. Spieltag der Bundesliga blieb der FC Augsburg erstmals ohne Gegentor. In der als Retrospiel deklarierten Partie gegen den Tabellenzweiten aus Leipzig konnte die Offensivabteilung der Augsburger allerdings nicht an die bisher gezeigten Leistungen anknüpfen und so waren die Brechtstädter mit dem torlosen Remis in der mit 28.703 Zuschauern fast ausverkauften WWK-Arena gut bedient.

Von Udo Legner

So aufwändig die Selbstinszenierung war, die Verein und Fans zum 111. Jahrestag des Vorgängervereins FC Alemannia auf die Beine stellten, so enttäuschend war der Auftritt der beiden Mannschaften.
„Bis zum Spiel war es wirklich super“, so das treffende Fazit von Michael Gregoritsch, das sich auf den imposanten Rahmen und die vielen liebevollen Ideen auf dem Rathausplatz und im Stadion bezog, mit denen der FCA diese Jubiläumspartie zelebrierte. Gregoritschs Kommentar gipfelte in der Feststellung, dass das Spiel gegen die Sachsen „von 22 Mann“ schlecht gewesen sei und ohne das Drumherum „gar nichts gewesen wäre.“

Die von FCA-Manuel Baum im Vergleich zur letzten Partie in Dortmund vorgenommen Änderung – Schmid rückte für Framberger in die Startelf – wies darauf hin, dass der FCA auch gegen das zuletzt dreimal erfolgreiche Team aus Leipzig offensiv agieren wollte – mit den Offensivspielern Hahn, Gregoritsch, Caiuby und Finnbogason.
Doch Fehlpässe, Fouls und fehlender Spielwitz in der gegnerischen Hälfte bestimmten das Spielgeschehen hüben wie drüben über die gesamten ersten 45 Minuten.

Dramatik beim Videobeweis

Einziger Aufreger  in der ersten Halbzeit war das Foul von Gouweleeuw an Nationalspieler Timo Werner, das der Unparteiische Tobias Welz zum Entsetzen der Augsburger Fans mit einem Elfmeter ahndete. Es folgten die vier dramatischsten Minuten der Partie. Nach massivem Protest der Augsburger Spieler, die den Kontakt Gouweleeuw nie und nimmer als Foulspiel wahrhaben wollten, bemühte der Schiedsrichter den Videoassistenten und verharrte geschlagene vier Minuten vor dem Monitor am Spielfeldrand. Das Hoffen und Bangen der FCA Fans war schon der Gewissheit gewichen, dass der Schiedsrichter auf dem Strafstoß beharrte. Doch nach einer weiteren Überprüfung des Videoassistenten in Köln wurde die Entscheidung wegen einer vorangegangenen Abseitsstellung von Jean-Kevin Augustin doch wieder zurückgenommen.

Doch wer gehofft hatte, dass sich die Dramatik um diesen Videobeweis auf das Spielgeschehen auf dem Rasen übertragen würde, wurde leider enttäuscht. Zahlreiche Unterbrechungen und aggressives Pressing ließen keinen rechten Spielfluss aufkommen. Die Torschuss-Bilanz lautete nach einer halben Stunde Spielzeit lediglich 3:0 für Leipzig gegen den bislang so abschlussfreudigen FCA.

In der 44. Spielminute dann doch noch ein echter Hingucker: Mukiele flankte scharf und flach in den Strafraum und Augustin spitzelte den Ball mit der Hacke auf das Augsburger Tor und zwang Luthe zu einer tollen Reaktion. Fast im Gegenzug kam der FCA doch noch zu seinem ersten Torschuss: Gregoritsch profitierte von einem Ballgewinn von Kapitän Baier, doch schoss dann (45 + 1 Min.) etwas überhastet über das Leipziger Tor.

Fazit zur Halbzeit:

Ein sehr zähes Spiel ohne Höhepunkte. Leipzig fand besser in die Partie und erst in den letzten zehn Minuten deutete der FCA seine Offensivqualitäten an.

Auch im zweiten Durchgang blieb das Spiel ereignisarm, und es sollte kein richtiger Spielfluss aufkommen. Sollte es das erste torlose Heimspiel unter Manuel Baum geben? In der Defensive ließen Daniel Baier und Martin Hinteregger nichts anbrennen und im Mittelfeld war es immer wieder Caiuby, der sich in den Zweikämpfen durchsetzte, auch wenn seinem Abspiel oft die Präzision fehlte. Von Max ging auch in der zweiten Halbzeit kaum Gefahr aus und nicht zuletzt deshalb blieb es lediglich bei Gregoritschs Abseitstreffer (85. Min.). Auf der Gegenseite kam Leipzigs Kapitän Orban nach einem Freistoß von Sabitzer noch zu einer letzten Chance in der Nachspielzeit (90 +1 Min.), doch auch dieser Ball strich knapp am Augsburger Tor vorbei.

Letztendlich endete das hart umkämpfte Spiel mit einem leistungsgerechten 0:0 Unentschieden. Am nächsten Spieltag tritt der FCA bei Hannover 96 (Samstag, 15.30 Uhr) an und muss versuchen, sein Punktekonto aufzustocken.

FC Augsburg: Luthe – Gouweleeuw, Khedira, Hinteregger – Framberger, Koo, D. Baier, Max – Gregoritsch – Hahn, Finnbogason

Einwechslungen:

58. Min. Koo (für Finnbogason)

90. Min + 3 Danso (für Gregoritsch)



Malzeit
300 Millionen
Buergerbueros