Wendejahre
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Herrenbach: Gutachten wird vorgestellt

Die Stadt Augsburg stellt am kommenden Montag bezüglich der geplanten Baumfällungen am Herrenbach das fertiggestellte „externe Gutachten“ vor.

Fällarbeiten am Herrenbach © DAZ

„Um die Grünanlage am Herrenbach im Sinne des Hochwasserschutzes möglichst sensibel weiterzuentwickeln, hat die Stadt ein externes Gutachten in Auftrag gegeben“, wie es auf der städtischen Homepage heißt.

Das Ergebnis wird am Montag, 22. Oktober, in einer öffentlichen Info-Veranstaltung vorgestellt. Im Don-Bosco-Pfarrsaal informiert die Stadt Augsburg über die Grünanlage am Herrenbach. Alle interessierten Bürger sind eingeladen. Ein Wasserbauingenieur und ein Baumsachverständiger erklären ihr Vorgehen und thematisieren auch eventuell notwendige Maßnahmen wie beispielsweise Fällungen oder Rückschnitte. „Die Ziele der Stadt lauten: Den Hochwasserschutz am Herrenbach optimieren. Eine artenreiche und natürliche Grünanlage langfristig entwickeln und dabei möglichst viele Bäume bewahren“, so Umweltreferent Reiner Erben. Am 29. Mai und 4. Juni wurden 27 Bäume gefällt, um den Hochwasserschutz zu sichern. Von diesen Bäumen ging aus Sicht der Stadt die größte Gefahr aus; sie standen auf oder an der Uferwand.

Wie es weitergehen soll, hängt vom Ergebnis des Gutachtens ab. Es umfasst – neben den Untersuchungen des Baumbestandes – auch Fragen des Wasserbaus. Deshalb waren ein Wasseringenieur und ein Baumsachverständiger mit der gemeinsamen Erarbeitung des Gutachtens beauftragt. Ziel des Gutachtens ist, die kritischen Bäume und die noch erforderlichen Maßnahmen zu benennen. Das Gutachten umfasst auch ein Konzept zur langfristigen Entwicklung der Grünanlage am Herrenbach. Beginn: 19 Uhr. Ort: Don-Bosco-Pfarrsaal, Don-Bosco-Platz 3.

(Quelle: Stadt Augsburg)



Bergheim: Bauausschuss vertagt Bauland-Umwidmung

Am morgigen Donnerstag, den 18. Oktober, wird im Augsburger Bauauschuss nicht über einen Antrag von Pro Augsburg abgestimmt. Der Antrag hätte die Beschlussvorlage des Juli-Bauausschusses wieder zur Abstimmung gestellt. Die Bauland-Umwidmung einer Futterwiese sowie einer Ackerfläche am Ortsrand von Bergheim wird vertagt.

Die Grünen haben am Montag im Koalitionsausschuss „Beratungsbedarf“ angemeldet. Die CSU hat gestern in der Fraktion beschlossen, den Grünen Antrag auf Beratungsbedarf zu akzeptieren. „Beratungsbedarf“ ist ein politisches Chiffre für „Verschieben“. Die zum Politikum gewordene Umwidmung von landwirtschaftlichen Bergheimer Nutzflächen in Bauland ist somit vom Tisch. Ob und wie es bei dem strittigen Projekt weitergeht, ist derzeit völlig offen.

Debattiert wird hauptsächlich um zirka 1,3 Hektar der Fläche A, die sich landschaftlich ansehnlich einen Hang hinaufzieht und laut einem städtischen Gutachten (Kosten: bisher zirka 40.000 Euro) „eine hohe ökologische Wertigkeit besitzt“ sowie einen hohen Stellenwert im Landschaftbild einnehme. Auch die Untere Naturschutzbehörde empfiehlt, in diesem Bereich von einer Bebauung abzusehen. Die Fläche B, die gegenüber der Fläche A liegt, hat ein Flächenmaß von zirka 1,5 Hektar. Zirka 30 Wohneinheiten sollen auf beiden Flächen entstehen. Sollte die Umwidmung erfolgen, wäre die Wertschöpfung (für die Besitzer) bei den Grundstücken bei einem Betrag von knapp unter 10 Millionen Euro zu taxieren.

Flächen A und B – beide liegen außerhalb des Ortsrandes Foto: DAZ

Zusammen mit Pro Augsburg schien die CSU im Bauausschuss am 19. Juli 2018 die Bergheimer Bauland-Umwidmung durchdrücken zu können. Es gab drei einstimmige Beschlüsse zu Formalia. Zum  entscheidenden Punkt 3 gab es eine 90-minütige Debatte, auf die eine Kampfabstimmung folgte, die mit 7:6 entschied, dass die Verwaltung beauftragt wird, „den Entwurf des Ortsentwicklungskonzeptes Bergheim dahingehend zu überarbeiten, dass die Flächen A,B,C und D als Bauflächenpotentiale für eine mögliche Siedlungserweiterung dargestellt werden.“ Damit wäre die Tür für Bauland auf der umstrittenen Fläche A weit aufgestoßen worden. Doch in der am Schluss durchgeführten Gesamtabstimmung fehlte ausgerechnet Leo Dietz (CSU), der, wie er der DAZ sagte, kurz vor der Gesamtabstimmung die Toilette aufsuchte, weshalb die Gesamtabstimmung 6:6 ausging und das Projekt „abgelehnt“ wurde, wie im Ratsinformationssytem der Stadt Augsburg nachzulesen ist.

Wie das Bergheimer Ortsentwicklungskonzept fortgeführt werden soll, wird im morgigen Bauausschuss von Baureferent Gerd Merkle erörtert.

 

 



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