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FCA

Irrer Abend für den Isländer: Finnbogasons Comeback mit Dreierpack

Wie beim letzten Heimspiel gegen die Breisgauer bescherte Alfred Finnbogason bei seinem Saisoneinstand zum Abschluss der englischen Woche dem FCA mit einem Dreierpack (34., 49. und 82. Min.) ein Erfolgserlebnis zur rechten Zeit. Caiuby hatte den FCA mit seinem zweiten Saisontreffer (19.) auf die Erfolgsspur  gebracht, die die Brechtstädter trotz des Slapstick-Eigentors von Jonathan Schmid (49. Min.) bis zum Schlusspfiff nicht mehr verlassen sollten. Der 4:1 Heimsieg gegen die Freiburger vor 26.488 Zuschauern war nicht nur dem glanzvollen Comeback des neuen FCA-Rekordschützen Alfred Finnbogason zu verdanken, sondern basierte auf einer überzeugenden Mannschaftsleistung.

Von Udo Legner

Trotz des Punktgewinns im Dienstagsspiel bei den Bayern änderte FCA-Coach Manuel Baum seine Startelf auf drei Positionen. Für Raphael Framberger, Jan Moravek und André Hahn spielten Jonathan Schmid, Alfred Finnbogason und Marco Richter. – Die ersten Akzente setzten die Fuggerstädter, die mit ihrem aggressiven Auftreten signalisierten, dass sie an ihren famosen Auftritt in München anknüpfen wollten, um ihren Fans endlich den ersten Heimsieg in dieser Saison zu bescheren.

FCA mit Turbo

In der 3. Minute kam Caiuby nach Zuspiel von Geburtstagskind Max von der Strafraumgrenze erstmals zum Abschluss, doch sein Flachschuss wurde von Freiburgs Torhüter Schwolow pariert. In der 15. Minute das gleiche Bild: Völlig freistehend zog Caiuby aus gut 30 Metern halbrechts mit links ab, doch auch diesen Hammer konnte Schwolow zur Ecke klären. Nur zwei Minuten später zwang Marco Richter nach toller Kurzpass-Kombination mit Caiuby und Gregoritsch den Freiburger Torhüter zu einer weiteren Glanzparade. Nach dem Motto „Aller guten Dinge sind drei“ gelang Caiuby in der 19. Minute der vielumjubelte Führungstreffer für den FCA. Nach einem Eckball schlug Marco Richter eine Flanke an den langen Pfosten und Caiuby köpfte aus fünf Metern unhaltbar in den linken Giebel.

Auch in der folgenden Viertelstunde war Augsburg klar überlegen. 55 Prozenz Ballbesitz, 61 Prozent gewonnene Zweikämpfe und 4:0 Torschüsse lautete die imposante Bilanz nach 30 Minuten Spielzeit. Die mit vielen Vorschusslorbeeren angereisten Freiburger fanden bislang in der Offensive kaum statt und standen auch in der Defensive angesichts der Angriffswirbel der Augsburger oft auf verlorenem Posten.

Finnbogasons  triumphales Comeback

In der 34. Minute begann der triumphale Auftritt des Isländers Alfred Finnbogason. Sein erster Streich war – zum Leidwesen des Freiburgers Trainers – eine wahre Augenweide: Der durch eine hartnäckige Sehnenverletzung lang außer Gefecht gesetzte Goalgetter schloss bei seinem Comeback eine Traumkombination über Jonathan Schmid, Michael Gregoritsch und Jeffrey Gouweleeuw elegant mit der rechten Hake in Madjer-Manier ab und lenkte den Ball am chancenlosen Freiburger Keeper vorbei ins lange Eck zur 2:0 Führung für den FCA.

Fazit zur Halbzeit

Die bislang beste Saisonleistung des FCA: effektiv vor dem Tor, spielstark und mit einer Aggressivität und Bissigkeit, die den Freiburger Spielaufbau bereits im Keim erstickt!

Kurzer Rückschlag durch Eigentor

Alfred Finnbogason © Siegfried Kerpf

Dass der erste Heimsieg des FCA nicht ganz ohne Wermutstropfen verlief, dafür sorgten die Baum Schützlinge selbst. Die Freiburger hatten auf den klaren Halbzeitrückstand mit zwei Auswechslungen reagiert (Gondorf und Waldschmidt für Lienhart und Terrazzino) und traten nach Wiederanpfiff deutlich forscher auf. Aus dem Nichts machte Freiburg das 1:2 – und sie machten es auch nicht selbst. Einen Distanzschuss von Waldschmidt parierte Luthe, der abgewehrte Ball fiel Waldschmidt erneut vor die Füße, dessen zweiter Torschuss erneut vom Augsburg Keeper pariert wurde. Der Freiburger Sallai setzte nach, Hinteregger wollte im Fallen klären, doch sein Schuss traf Schmid so unglücklich, dass  er über die Torlinie rollte (49.).

Angespornt von diesem Anschlusstreffer spielte Freiburg in der Folge zielstrebiger nach vorne und war in dieser Phase des Spiels deutlich ballsicherer. Dieser Eindruck wird von der Statistik belegt: In der ersten Viertelstunde der zweiten Hälfte kamen die Breisgauer zu fünf Torschüssen und wiesen 60 Prozent Ballbesitz auf. In der 61. Minute hätte Gregoritsch die aufkeimenden Hoffnungen der Freiburger fast zunichte gemacht. Nach feinem Doppelpass mit Finnbogason zirkelte er das Leder aus 20 Metern hauchdünn über den linken Torwinkel. Im Gegenzug (65.) fast der Ausgleich für die Freiburger, wäre da nicht Khedira gewesen, der Sallais Volleyschuss gerade noch zur Ecke klären konnte. Das Spiel war nun völlig offen.

And the Finn-Show goes on

Nur eine Minute später entschied  der Unparteiische Kampka auf Elfmeter für den FCA. Heintz brachte Alfred Finnbogason zu Fall. Ein geschickt herausgeholter Elfer. Der Gefoulte trat selbst zum Strafstoß an und verwandelte diesen mit einem platzierten Flachschuss ins untere Eck zur 3:1 Führung für den FCA. Mit seinem 24. Bundesliga-Tor für den FCA zog Finnbogason an Tobias Werner vorbei und ist nun Rekord-Torschütze der Brechtstädter in der Bundesliga. In der 83. Minute machten die Augsburger endgültig den Deckel zu. Der eingewechselte Hahn hämmerte den Ball scharf von rechts in die Mitte und Finnbogason hat keine Mühe aus fünf Metern den 4:1 Endstand für Augsburg zu erzielen.

Mit seinem zweiten Saisonsieg kletterte der FCA nach dem 6. Spieltag auf den 8. Tabellenplatz. Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) treffen die Augsburger auswärts auf den neuen Tabellenführer Borussia Dortmund.

FCA: Luthe – Schmid, Gouweleeuw, Hinteregger, Max – Khedira, Baier – Richter, Gregoritsch, Caiuby – Finnbogason

Einwechslungen:

70. Min. Koo (für Gregoritsch)

74. Min. Hahn (für Richter)

85. Götze (für Baier)

Tore:

1: 0 Caiuby (19.)

2:0 Finnbogason (34.)

2:1 Schmid (49. Min./Eigentor)

3:1 Finnbogason (67./Foulelfmeter)

4:1 Finnbogason (83.)

 

 

 

 



DEL: Panther holen Dreier in Schwenningen

Die Augsburger Panther haben den ersten Dreier der Saison 2018-19 eingefahren. Bei den Schwenninger Wild Wings setzten sich die Panther nach Toren von Jaroslav Hafenrichter (11.), Arvids Rekis (14.) und Brady Lamb (23.) verdient und souverän mit 3:0 durch.

Mike Stewart musste weiter auf die beiden Langzeitverletzten Henry Haase und T.J. Trevelyan verzichten und setzte im Tor zum zweiten Mal in der laufenden Saison auf Markus Keller. Und dieser konnte sich in der Anfangsphase prompt empfehlen, denn Schwenningen war zunächst besser. Keller zeigte gegen Andree Hult (5.) und Tobias Wörle (6.) aber starke Paraden.

Deutlich effizienter präsentierten die Panther, die gleich mit ihrer erste Großchance in Führung gingen. Nach einem Bilderbuch-Konter und zwei starken Pässen von Matt White und Drew LeBlanc war Hafenrichter durchgebrochen und blieb freistehend vor Dustin Strahlmeier eiskalt und tunnelte diesen zum 0:1 (11.). Und es kam noch besser, denn der AEV legte nach, als Rekis aus der Distanz abzog und seinen ersten Saisontreffer markierte (14.).

Hafenrichter und Rekis treffen

Die Gäste hatten nun deutlich Oberwasser und waren drauf und dran noch weiter zu erhöhen, brachten sich aber durch einige Strafen selbst in Bedrängnis. Doch wie schon in den letzten Partien funktionierte das Penaltykilling hervorragend und die Panther überstanden sogar zweimal eine knapp einmütige doppelte Unterzahl.

Auch im zweiten Durchgang erwischten die Wild Wings den besseren Start und hatten durch Stefano Giliati die große Chance auf den Anschlusstreffer, aber wieder parierte Keller stark (21.).
Und offensiv war beim AEV endlich auch die Chancenverwertung ansehnlich, denn das erste Powerplay brachte das 0:3. Nach Zuspiel von LeBlanc traf Lamb per Schlagschuss (23.).

Auch das Powerplay funktioniert wieder

Es sollte der einzige Treffer im Mitteldrittel bleiben. Zwar hatten beide Teams noch Chancen, aber Schwenningens Dominik Bittner kratzte auf der einen Seite einen Versuch von LeBlanc noch von der Linie (26.) und auf der anderen Seite hielt der aufmerksame Keller alles, was seine Vorderleute nicht selbst schon blocken konnten.

Im Schlussdrittel verlagerte sich der AEV mit der komfortablen Führung im Rücken darauf, das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Mit Erfolg, denn die Defensive stand gut und Schwenningen kam kaum gefährlich vor das Tor von Keller.

Shutout für Keller

Das Stewart-Team konnte damit nach vier Niederlagen zuletzt einen am Ende ungefährdeten Auswärtssieg und einen Shutout für Keller bejubeln. Für die Panther geht es bereits am Dienstag um 19:30 Uhr bei den Fischtwon Pinguins in Bremerhaven weiter. Am kommenden Wochenende stehen zudem Aufgaben beim ERC Ingolstadt und den Iserlohn Roosters am dem Programm.



FCA vs. Freiburg 4:1

Der FC Augsburg lässt Freiburg vor 26.488 Zuschauern in der WWK keine Chance und siegt auch in der Höhe verdient mit 4:1. Die Tore der Augsburger erzielten Caiuby (19.), Alfred Finnbogason (34./68./83.). Der kurzzeitige Anschlusstreffer der Freiburger wird als kurioses Eigentor des Augsburgers Jonathan Schmid (49.) in die Geschichte der Bundesliga eingehen. 

FCA-Keeper Luthe und beinahe die komplette FCA-Abwehr (Gouweleeuw, Hintereeger und Schmid) erzielten nämlich den Freiburger Treffer in Teamarbeit. Ein lupenreines Ulk-Eigentor, das einer Chaplin-Slapstick-Nummer näher war, als einer realen Szene eines Fußballspiels. Der FCA kann sich derzeit offenbar nur selbst besiegen. Das war in Mainz der Fall und zu Hause gegen Bremen, als Giefers Patzer mindestens vier Punkte kostete. Auch im Unentschieden-Heimspiel gegen Gladbach hätte der FCA als Sieger vom Platz gehen müssen. Kurzum: Ein großartiger FCA besiegt in großartiger Manier den FC Freiburg, weil Alfred Finnbogason als Zentrumsstürmer bei seinem Comeback starke Akzente setzte. Ein Spielbericht von Udo Legner folgt.



Kino

„Reden wir über Brecht“ – Regisseur Joachim Lang zu Gast im Thalia

Am gestrigen Sonntag fand im viel zu kühlen Thalia-Kino eine fast ausverkaufte Vormittagsvorstellung von Joachim Langs Dreigroschenfilm statt. Anschließend plauderten der Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen, Gregor Peter Schmitz, Joachim Lang und Lutz Kessler (Staatstheater Augsburg) über die Kunst, einen Film zu machen.

Von Udo Legner

Brecht in Augsburg – Foto: Staats- und Stadtbibliothek Augsburg

Schon am Kinoeingang wurde das Publikum mit der Moritat von Mackie Messer auf die über zweistündige Tour de Brecht und die anschließende Diskussion mit dem Regisseur und ehemaligem Brechtfestival-Leiter Joachim Lang eingestimmt. Was die Temperatur im Thalia-Kinosaal anbelangte, hätte der Kontrast zur geradezu tropischen Premiere des Mackie Messer Dreigroschenfilms am 13. September nicht krasser sein können. Trotzdem gab es am Ende des Films warmen Applaus, als Moderator und Chefredakteur Gregor Peter Schmitz neben dem Regisseur auch Lutz Kessler, den Dramaturgen des Augsburger Staatstheaters begrüßte.

Joachim Lang schwärmte von der Traumbesetzung seines Mackie Messer-Films – angefangen von Lars Eidinger in der Rolle des Brecht, über Hannah Herzsprung als Polly und Tobias Moretti als Macheath. „Ein verschworener Haufen“ sei das Ensemble gewesen, das ihm half, all die Unbill in Zusammenhang mit den Filmrechten und der Finanzierung durchzustehen.

Wie bei Langs Augsburger Brechtfestivals propagierte er in seinem Dreigroschenoper-Film nicht den ideologischen und dogmatischen Bert Brecht, sondern ließ Lars Eidinger Brechts provokative und humorvolle Seite herausstellen. Wie erstaunlich modern Bert Brecht ist – auch darauf wurde im Gespräch zum Film hingewiesen.

Vieles, was in amerikanischen Serien als das Non Plus Ultra der modernen Filmsprache gepriesen wird – wie etwa der direkte Blick, den Kevin Spacey in der Netflix Serie House of Cards in die Kamera wirft, um das Publikum direkt anzusprechen und somit eine Nähe zum Protagonisten entstehen lässt, die ihn trotz seines boshaften Charakters menschlich macht, – sei bereits bei Bert Brecht zu finden, wie Joachim Lang dem Publikum erklärte.

Besonders erfreulich fand Dramaturg Kurt Kessler, dass das Theater durch Joachim Langs Mackie Messer-Film in die Kinos komme, nachdem es von den Fernsehschirmen mehr und mehr verschwunden ist. Mehr als 120.000 Zuschauer hätten den Film bereits seit dem Start am 13. September gesehen und würden dadurch vielleicht auch wieder den Weg ins Theater finden.

Dr. Joachim A. Lang – Foto: DAZ-Archiv

Am Ende der Diskussion konstatierte Joachim Lang, dass das sicher nicht der Film sei, den Bert Brecht drehen wollte, sondern der Film, wie er ihn machen wollte. Er garnierte diese Feststellung mit dem Brecht-Bonmot „Man muss heute heutiges und nicht abgehangenes Rindfleisch essen.“ So habe er versucht, aktuelle Themen und Entwicklungen aufzugreifen. So seien für ihn die Bettler in seinem Dreigroschenfilm die Flüchtlinge, die von Ungarn über Österreich nach Deutschland gekommen sind. Es gehe nämlich – wie es in der Mackie Messer-Moritat anklingt – nicht zuletzt darum, auf das hinzuweisen, was sonst im Dunkeln bleibt: auf die Brutalitäten unserer Welt, in der die Spaltung zwischen Arm und Reich zunimmt, auf das Wiedererstarken des Faschismus und das Eintreten für die Freiheit der Kunst.

Nach langanhaltendem Schlussapplaus setzte der ehemalige Stadtrat Karl Heinz Englet noch einen unerwarteten Schlusspunkt. Er erinnerte an die tolle Zeit, in der Joachim Lang das Festival geleitet hatte und konfrontierte ihn mit der Frage, ob er wieder die Leitung des Augsburger Brechtfestivals übernehmen wolle. In seiner knappen Replik verwies Joachim Lang darauf, dass dies Sache der hiesigen (Kultur-)Politiker sei und verwies noch kurz auf Dessau, wo es bessere Strukturen für eine nachhaltige Brechtpflege gebe.



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