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DFB Pokal: FCA zieht ins Achtelfinale ein

Der FC Augsburg steht im Achtelfinale des DFB-Pokals! In der zweiten Runde rang der FCA den 1. FSV Mainz 05 in der Verlängerung 3:2 nieder

Im Pokal veränderte FCA-Trainer Manuel Baum im Vergleich zum 2:1-Sieg bei Hannover 96 seine Startelf auf vier Positionen: Raphael Framberger, Jan Moravek, Caiuby und Michael Gregoritsch begannen für Jonathan Schmid, Marco Richter, Alfred Finnbogason (alle Bank) und Daniel Baier (nicht im Kader).

Beide Mannschaften versuchten von Beginn an ihr Heil in der Offensive und Mainz war dabei gefährlicher und kam durch Robin Quaison zu ersten Abschlüssen (11./14.). Mit der ersten guten Aktion erzielten die Rheinhessen die Führung: Maxim setzte sich links durch und hämmerte den Ball Richtung Tor und der von Luthe unglücklich abgewehrte Ball wurde unfreiwillig von Philipp Max zu Phillipp Mwene bugsiert, der der das Spielgerät problemlos über die Linie drückte (19.).

Nach Augsburger Ausgleich geht Mainz erneut in Führung

Danach verschärfte der FCA seine Offensivbemühungen, allerdings zunächst ohne Erfolg: Hinteregger und Caiuby vergaben in aussichtsreichen Positionen. Mainz konterte blitzartig und hätte durchaus die Führung ausbauen können. Doch dann jubelte der FCA: Eine Flanke wurde von Caiuby nicht getroffen, die Kerze landete bei Max und dessen harte Hereingabe prallte vom Mainzer Stefan Bell ins Tor der 05er (40.).

Kurz vor der Pause ging Mainz erneut in Führung: Quaison bekam Zeit und Raum, um sich 18 Meter vor dem FCA-Tor den Ball zurechtzulegen und traf mitten ins Herz des FCA zum 2:1 für Mainz (45.).

Gregoritsch schockt Mainz und erzwingt spät die Verlängerung

Nach der Pause hatte der FCA mehr vom Spiel und hielt Mainz erfolgreich vom eigenen Strafraum weg. Nach vorne blieben die Augsburger aber harmlos, weil ungenau. In dieser Phase des Spiels passte sich das Niveau der Partie dem nasskalten Herbstwetter an. Es war deprimierend. Aber Mainz baute ab und brach kaum noch nach vorne durch, sondern war nur noch mit der Destruktion beschäftigt. Erst in der 78. Minute sollte der FCA eine Torchance bekommen, doch Gregoritsch köpfte ins Seitenaus. Der FCA stürmte nun mit mehr Druck und Struktur, was auch an der Einwechslung von Finnbogason lag, da Gregoritsch von der Sturmmitte auf die 10 gehen konnte. Schließlich war es Gregoritsch, der eine kluge Hereingabe von Max direkt und kontrolliert versenkte (86.). Mit dem 2:2 ging es in die Verlängerung, wo der beste FCA-Spieler das spielentscheidende Tor köpfte. Eine klasse Flanke von Finnbogason konnte Caiuby im Strafraum aus kurzer Distanz mit dem Kopf verwerten (105.).

In der Verlängerung war der FCA eindeutig das bessere Team, was am eingewechselten Marco Richter lag, der mit seiner feinen Technik und schnellen Ballführung für gefährliche Raumgewinne und Torschüsse sorgte und die Mainzer Abwehr somit in große Schwierigkeiten brachte. Am Ende siegte mit dem FCA das bessere Team, das auch einen größeren Willen zum Sieg zeigte.

Die nächste Runde im DFB-Pokal wird am 5. und 6. Februar 2019 gespielt, die Partien werden am kommenden Sonntag, den 4. November, ab 18.00 Uhr ausgelost. In der Liga empfängt der FCA am Samstag, den 3. November (15.30 Uhr), den 1. FC Nürnberg.

FCA: Andreas Luthe; – Jeffrey Gouweleeuw; Philipp Max; Raphael Framberger; Martin Hinteregger; – Rani Khedira; Jan Moravek; Ja-Cheol Koo; André Hahn; Francisco da Silva Caiuby; – Michael Gregoritsch.

Eingewechselt: Felix Götze (77.); Marco Richter (65.); Alfred Finnbogason (74.); Kevin Danso (120.).

Ausgewechselt: Jan Moravek (77.); Ja-Cheol Koo (65.); André Hahn (74.); Francisco da Silva Caiuby (120.).



CFS: Stadtrat bringt Einhausung der Bahn II auf den Weg

Die Außenbahn des Curt-Frenzel-Stadions (Bahn II) soll ein Dach erhalten. Dies beschloss der Stadtrat vergangene Woche einstimmig

Historisches Curt Frenzel Stadion vor der Sanierung © DAZ

Die städtische Wohnbaugruppe Augsburg (WBG) soll dazu einen städtebaulichen Wettbewerb ausrufen. Stadtrat Volker Schafitel (Freie Wähler) schlug in der vergangenen Stadtratssitzung vor, keinen Wettbewerb auszuschreiben, sondern drei in Frage kommende Architekten zu aktivieren – die Aufgabenstellung sei klar. Sportreferent Dirk Wurm (SPD) erklärte, dass die Einhausung auch in Einklang mit der dahinter liegenden Stadtmauer und mit dem Stadion zu bringen sei. Deshalb sei der Wettbewerb notwendig. Baureferent Gerd Merkle (CSU) sagte, dass man bei den veranschlagten sechs Millionen Euro ohnehin um ein Ausschreibungsverfahren nicht herumkomme. In dem sensiblen Bereich müsse man eine bestmögliche Architektur bringen, darum sei es empfehlenswert, hier mit alternativen Entwürfen zu arbeiten. Das werde der Zuschussgeber so vorschreiben, so Merkle. Der Stadtrat folgte der Beschlussvorlage einstimmig.



Allianz für Arbeit: Arbeitnehmer von Fujitsu sollen in der Region bleiben

Nach Bekanntgabe der Schließung des Fujitsu-Werks in Augsburg bis 2020 trat am gestrigen Montag die Allianz für Arbeit zusammen

Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg

Bei der Betriebsversammlung am vergangenen Freitag hatte die Unternehmensführung von Fujitsu bekanntgegeben, dass im Rahmen von europaweiten Umstrukturierungsmaßnahmen die komplette Schließung des Standortes Augsburg bis September 2020 ansteht.

Am gestrigen Montag traf sich nun die Allianz für Arbeit, ein Zusammenschluss von der Stadt Augsburg mit der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer und der Agentur für Arbeit sowie den Gewerkschaftsvertretern. Dem Beratungsgremium sei es ein Anliegen, so Bürgermeisterin und Wirtschaftsreferentin Eva Weber auf der anschließenden Pressekonferenz, neue Perspektiven für die Beschäftigten aufzuzeigen. Ziel sei es, die Arbeitnehmer und das Knowhow in der Region zu halten. – In diesem Zusammenhang appelliert das Gremium an das Unternehmen Fujitsu, Verantwortung zu übernehmen. Die Allianz für Arbeit macht sich dafür stark, für die betroffenen Beschäftigten in Form von Transfer- und Qualifizierungsgesellschaften möglichst gute Rahmenbedingungen zu schaffen.

Heute Treffen mit bayerischer Staatsregierung

Laut Eva Weber ist der regionale Arbeitsmarkt stabil und aufnahmefähig. Generell gehe es Augsburg als Wirtschaftsstandort gut. Die Region habe ihre Hausaufgaben bezüglich des industriellen Wandels von traditioneller Industrie hin zu produktionsnahen Dienstleistungen gemacht. Die Stadt steht zudem weiterhin in engem Kontakt mit dem Freistaat. Heute ist ein Treffen mit dem bayerischen Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer und Sozialministerin Kerstin Schreyer angesetzt.  (Quelle: Stadt Augsburg)

 

 



Tatort Augsburg: „Ein Paket mit Sprengkraft“

Schauspielpremiere Tatort 4 – Schauplatz Universität: Die vierte Folge des Augsburger Tatorts wird „akademisch“ und dreht die Zeit zurück ins Augsburg kurz nach der Gründung der Universität

Von Halrun Reinholz

Andrej Kaminsky, Anatol Käbisch, Linda Elsner, Roman Pertl (v.l.) in Tatort Augsburg Folge 4 © Jan-Pieter Fuhr

Es ist ein bisschen Routine eingekehrt beim „Tatort Augsburg“. Von Folge zu Folge wird die „Choreographie“ geschliffener und der Unterhaltungswert für die Zuschauer höher. Schauplatz der vierten Folge ist die Universität, die 1970 am alten Flugplatz gegründet wurde. Mehrere Bildungsinstitutionen gingen in ihr auf, auch deren Bibliotheken wurden in der neuen Universitätsbibliothek zusammengeführt.

Der Historiker und Schriftsteller Peter Dempf hat dieses Ereignis geschickt verknüpft mit der Terrorbedrohung durch die RAF, die sich vor Ort 1973 durch die Tötung des in Augsburg untergetauchten Terroristen Thomas Weisbecker bemerkbar gemacht hatte. Danach wurde im Polizeipräsidium eine Bombe gezündet. Kriminaldirektor Dachs (Andrej Kaminsky) ist von diesem Ereignis traumatisiert und würdigt es (offenbar nicht zum ersten Mal) mit bewegten Worten am Jahrestag. Die Szene wird in der Parkgarage der Universität als Film eingespielt, jäh unterbrochen vom Anruf einer jungen Frau, die angibt, an der Universität zu sein und die etwas von einer „Bombe“ erzählt. So genau versteht das keiner, doch der Apparat setzt sich in Bewegung, speziell in Gestalt des Kriminalhauptkommissars Eberle (Roman Pertl) und der altklugen Anwärterin Bärbel Rieger-König (Linda Elsner), die übrigens als „running Gag“ unermüdlich auf der vollständigen Nennung ihres sperrigen Doppelnamens besteht. Die angekündigte „Bombe“ entpuppt sich bald als „virtuell“, es geht um Bücher, wie die weiteren Akteure suggerieren: Der schneidig in einer „taubenblauen“ Ape heranbrausende Antiquitätenhändler Carsten Kummer (Anatol Käbisch) und die harmlos-verhuscht wirkende Bibliothekarin Lieselotte Anschütz (Karoline Stegemann).

Das ist der Stoff, aus dem Krimis sind. Dazu das bewährte komische Moment im Charakter der Figuren. Und natürlich der Zeitgeist der 70er, wo man sich auf die Suche nach einem „Münzfernsprecher“ begibt und sich über gemusterte Schlaghosen und Kotletten amüsiert. Außerdem über „Sit-Ins“ und „Kommunen“ informiert wird, die die bürgerliche Ordnung bedrohen. Und immer wieder Apropos zu ortsspezifischen Einzelheiten – vom FCA zur Schedelschen Weltchronik. Regisseur David Ortmann, wie immer auch für die Videos zuständig, achtet darauf, dass die Unterhaltung nicht platt wird und die Geschichte bei aller Einbindung der Zuschauer als „Verdächtige“ und „Zeugen“ einen Hauch von Realismus bewahrt. Ein durchwegs amüsantes Vergnügen rund um den Uni-See, das in der Bibliothek schließlich in einem dramatischen Finale seiner Lösung zugeführt wird.



DEL: Panther schlagen Haie

Die Augsburger Panther haben nach der Heimniederlage gegen München am Freitag sofort wieder in die Erfolgsspur gefunden. In einem intensiven Spiel setzten sich die Panther verdient mit 4:1 gegen die Kölner Haie durch. Die Treffer für den AEV erzielten Drew LeBlanc (4.), Matt White (30.), Matt Fraser (32.) und Scott Valentine (59.). Für Köln traf Lucas Dumont (16.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

Augsburgs Spitzenkraft Drew LeBlanc erzielte die Führung gegen die Kölner Haie – Foto © Siegfried Kerpf

AEV-Coach Mike Stewart musste gegen Köln weiter auf Kapitän Steffen Tölzer verzichten und auch David Stieler fehlte angeschlagen. Dafür gab T.J. Trevelyan sein Saisondebüt für die Panther. Der eingebürgerte Publikumsliebling zeigte ein unauffälliges Spiel, wurde aber von den 5527 Zuschauern im CFS frenetisch gefeiert. Im Tor bekam Olivier Roy eine Auszeit und Markus Keller rückte zwischen die Pfosten. Zu Beginn stand allerdings sein Gegenüber deutlich mehr im Fokus. Hannibal Weitzmann, der sein DEL-Debüt feierte, konnte sich früh bei einer Chance von White auszeichnen (3.), kassierte aber wenig später seinen ersten Gegentreffer. Der Kölner Goalie konnte einen Schuss von Jaroslav Hafenrichter nur nach vorne abwehren und Drew LeBlanc stand goldrichtig und staubte ab (4.). Die Haie waren um eine Antwort bemüht, aber Keller erwischte einen guten Tag und konnte sich beispielsweise gegen Morgan Ellis auszeichnen (6.). Die besseren Chancen hatten aber ohnehin die Hausherren: So traf Hafenrichter nach Querpass von Simon Sezemsky das leere Tor nicht (12.) und Lamb scheiterte an Weitzmann (13.).

Köln gleicht aus

Diese vergebenen Möglichkeiten sollten sich prompt rächen, denn Köln glich kurz danach aus. Nach einem schön vorgetragenen Angriff schob Dumont zum 1:1 ein (16.). Dabei blieb es bis zum Drittelende – auch weil LeBlanc einen Alleingang 37 Sekunden vor der ersten Pause nicht nutzen konnte.

Im zweiten Durchgang schalteten die Panther einen Gang hoch. Zwar klappte es lange Zeit weder bei fünf gegen vier noch in doppelter Überzahl, aber in der 30. Minute gelang dem AEV doch die erneute Führung. Nach schönem Querpass von Hans Detsch traf Topscorer White zum verdienten 2:1.

AEV mit Doppelschlag

Und es kam noch besser, denn wenig später legten die Gastgeber nach. Sahir Gill eroberte die Scheibe an der eigenen blauen Linie und fuhr alleine aufs Kölner Tor zu. Weitzmann konnte zwar abwehren, aber den Abpraller verwertete Fraser zum dritten Treffer (31.). Köln hatte zwar im zweiten Durchgang durch Alexander Oblinger (32.) und vor allem durch Ryan Jones (36.) zwei gute Chancen, aber Keller zeigte seine Klasse und hielt die verdiente Zwei-Tore-Führung fest.

Valentine mit dem Endstand

Im Schlussdrittel verlagerten sich die Panther dann fast ausschließlich auf Konter. Köln hatte – auch aufgrund mehrerer Überzahlspiele – zwar eindeutig mehr vom Spiel, richtig gefährlich wurde es aber selten. Die Augsburger Defensive stand extrem sicher und wenn doch ein Schuss durchkam, war Keller zur Stelle. White verpasste auf der Gegenseite in der 57. Minute das leere Tor und knallte den Puck nur an den Pfosten, aber Valentine sorgte mit seinem Empty-Netter von der eigenen Torlinie für den Endstand (59.). Im Vergleich zur Spitzenpartie am Freitag gegen München zeigten die Panther eindeutig schlechteres Eishockey – und gewannen dennoch souverän wie verdient.

Für die Panther stehen vor der Länderspielpause noch zwei Aufgaben auf dem Spielplan. Bereits am Mittwoch empfängt der AEV die Fischtown Pinguins und nach einem spielfreien Freitag müssen die Panther am Sonntag bei den Adler Mannheim antreten.

AEV: Keller – Lamb, Valentine; McNeill, Rekis; Sezemsky, Haase, Rogl – Holzmann, LeBlanc, Trevelyan; Payerl, Gill, Fraser; Schmölz, Ullmann, Hafenrichter; Detsch, Sternheimer, White



Stadtrat: Neue Ältestenrat-Affäre?

Stadtrat Volker Schafitel (FW) wird offenbar von Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl, den beiden Bürgermeistern Eva Weber und Stefan Kiefer sowie von Stadträten der CSU, der SPD, Pro Augsburg und den Grünen verdächtigt, rechtswidrig Informationen an die Öffentlichkeit weiterzuleiten. 

Volker Schafitel © DAZ

Als Vertreter der Ausschussgemeinschaft nimmt Volker Schafitel regelmäßig an Sitzungen des Augsburger Ältestenrats teil. Gemäß Geschäftsordnung der städtischen Kollegien besteht der Ältestenrat aus dem Oberbürgermeister, den beiden Bürgermeistern und Vertretern der Stadtratsfraktionen. Die Fraktionsvertreter werden von den Fraktionen benannt, sind also meist die Fraktionsvorsitzenden. Der Ältestenrat unterstützt den Oberbürgermeister bei der Führung der Geschäfte. Besonders obliegt es ihm, eine Abstimmung zwischen den Fraktionen und Ausschussgemeinschaften über Art und Zeit der Behandlung wichtiger Angelegenheiten herbeizuführen. Außerdem ist er für Ehrungen sowie für wichtige Angelegenheiten der Repräsentation vorberatend zuständig.

Am Dienstag, den 16.10.2018 fand eine Ältestenratssitzung statt. Fünf Punkte standen auf der Tagesordnung. „Nach der Abhandlung aller Punkte wurde ich von Sitzungsleiter Dr. Kurt Gribl von der Sitzung ausgeschlossen und aufgefordert, das Sitzungszimmer wegen „Befangenheit“ zu verlassen“, so Stadtrat Volker Schafitel (FW), der deshalb eine Anfrage an das Bayerische Innenministerium stellt: „Bitte prüfen Sie als zuständige Rechtsaufsichtsbehörde, ob dieses Vorgehen konform mit der Bayerischen Gemeindeordnung ist und teilen Sie mir das Ergebnis der Prüfung mit.“

Schafitel führt in seinem Schreiben an, dass ihm weder der zu behandelnde Punkt noch die Begründung für seine Befangenheit mitgeteilt wurden. Außerdem, so Schafitel, sei kein Beschluss zum Ausschluss durch den Gemeinderat vorgelegen. Ausschussmitglieder können nicht von Sitzungen ausgeschlossen werden, wie es in der Bayerischen Gemeindeordnung angeführt werde, so Schafitel, der im Rahmen der zurückliegenden Stadtratssitzung erfuhr, dass es bei seinem Ausschluss um die Wahrung der Nichtöffentlichkeit ging.

„Das Ganze ist eine Sauerei, weil man mich grundlos verdächtigt, Dinge an die Öffentlichkeit zu bringen, die dort nicht hingehören. Das entspricht nicht der Wahrheit. Vielmehr ist es so, dass die Presse vermutlich aus anderen Quellen von nichtöffentlichen Sitzungsinhalten erfährt.“ So Schafitel gegenüber der DAZ auf Nachfrage. Manchmal könne man sich kaum dem Eindruck erwehren, dass es die Stadt selbst sei, die Pressemitteilungen aus den Sitzungsprotokollen des Ältestenrates schmiede, so Schafitel.

Oberbürgermeister Kurt Gribl muss sich in Zusammenhang mit dem Ältestenrat nicht zum ersten Mal Vorwürfe gefallen lassen. Im September 2013 beriet sich Gribl mit dem damaligen Ältestenrat, wie er mit dem Vertrauensbruch umgehen soll, dass Stadträte den Prüfbericht des Kommunalen Prüfungsverbandes bezüglich der CFS-Affäre an die Medien weitergeleitet haben. Gribl sah einen eindeutigen Beschluss des Gremiums, den die meisten Mitglieder abstritten. Gribl blieb bei seiner Version. Er sah damals in den Äußerungen der Städträte eine „Festlegung“, die er umgesetzt habe.

Martina Wild (Grüne) geißelte damals Gribls vorgehen: „Der Oberbürgermeister hat die demokratischen Spielregeln missachtet. Erst wurde das CFS ohne zwingend notwendige Beschlüsse der städtischen Gremien umgeplant, und dann wurde versucht, über den Ältestenrat die Aufarbeitung des Skandals durch weitere Täuschung der Öffentlichkeit zu behindern.“ Die Grünen würden sich weiterhin dafür einsetzen, dass „die demokratische Kultur in Augsburg nicht der Arroganz der Macht zum Opfer fällt“, so zugespitzt politisch kommentierte die ehemalige Grüne Kulturreferentin Eva Leipprand und die Grüne Martina Wild das von OB Gribl gelenkte Geschehen. Das war im Jahre 2013.

Worum es denn bei dem Punkt kürzlich gegangen sei, bei dem er das Sitzungszimmer verlassen musste, wollte die DAZ von Schafitel wissen. „Ich weiß es nicht – und habe diesbezüglich auch eine Anfrage an OB Gribl gestellt, die er bis heute noch nicht beantwortet hat.“

 

 



FCA gewinnt in Hannover – Die Leistungen der Spieler in Noten

Es war der erste „dreckige Sieg“ des FCA. Ein Sieg, der die Augsburger Schmerzen lindert, die durch unglückliche Punktverluste bei großartigen Leistungen entstanden sind. Mögen die Schmerzen weniger werden, die Krankheit, die diese Schmerzen verursacht, ist durch die Hannover Leistung längst nicht geheilt, sondern stärker zutage getreten als je zu vor. Ein grober Abwehrfehler und ein Elfmetergeschenk führten zu den FCA-Toren. Damit ist alles zur Augsburger Offensive gesagt. Augsburg konnte nur mit ruhenden Bällen Torgefahr entwickeln. Aus dem Spiel heraus ist der FCA-Angriff nicht viel mehr als ein Kindergeburtstag. Wenn das hohe Pressing des FCA nachlässt, dann fällt das Offensivspiel der Augsburger komplett aus. „Stark angefangen, stark nachgelassen“, so könnte man den Gesamtauftritt des FCA in Hannover zusammenfassen.

Von Siegfried Zagler

Andreas Luthe: Der letzte Mann des FCA zeigte wie bereits gegen Bayern und Leipzig eine sehr gute Leistung und hätte doch als Verlierer dastehen können, weil er sich bei der letzten gefährlichen Flanke der 96er verschätzte und Füllkrug zum Kopfball kam. Hätte Füllkrug verwandelt, sähe Luthes Bewertung anders aus. Zeigte zwei starke Paraden auf der Linie und spielte bei einem Konter gut mit, indem er vor dem heranstürmenden Konterspieler klären konnte. Note 2.

Jonathan Schmid: Zeigte auf seiner Seite eine solide Abwehrleistung und machte nach vorne ordentlich Dampf. Note 2,5.

Jeffrey Gouweleeuw: Starke Partie des „Goldenen Löwen“. Rustikal und fein zugleich. Eine Bank für den FCA. Note 2,0.

Martin Hinteregger: Manchmal fahrig bei der Spieleröffnung, musste in der Defensive hart arbeiten, was ihm gut gelang. Hätte mit einem Quäntchen mehr Timing eine Kopfballchance verwerten können. Note 3

Der beste Trainer, den der FCA je hatte! Aber auch ein Baum macht Fehler… © Siegfried Kerpf

Philipp Max: Superstarke Partie des Flankengottes. Max immer wieder Max: Schlug eine präzise Flanke nach der anderen und stand hinten stets nah beim Gegner, weshalb er im Zweikampf ebenfalls eine gute Figur abgab: Ohne Wenn und Aber: Derzeit der beste deutsche Linksverteidiger. Dass Jogi Löw immer eine Weile braucht, bis er die einfachsten Dinge schnallt, ist bekannt. Note 1,5.

Rani Khedira: Eine nahezu fehlerfreie Partie des defensiven FCA-Sechsers. Meist auf der Höhe des Geschehens mit Übersicht. Note 2.

Daniel Baier: Der FCA-Sieg in Hannover hatte viele Väter und eine Übermutter (Fortuna). Kapitän Baier war der Leader im Abnutzungskampf. Kämpferisch wie läuferisch eine Kanone. Fand auch in engen Situationen eine spielerische Lösung. Holte gestenreich den Elfmeter heraus (Wer weiß, ob die Oberschiedsrichter-Riege in Köln die Entscheidung des Platzschiedsrichters, den Hand-Elfer nicht zu geben, korrigiert hätte, hätte Baier nicht so dramatisch reklamiert.). Leider kommen im Spiel nach vorne von Baier immer noch zu wenig Pässe in die Schnittstellen. Note 2.

Andre Hahn: Ein Kämpferherz, ein Spieler der überall zu sein scheint. Mörderisch gute Zweikampfquote. Das Problem: Nach vorne bringt Hahn keine Durchschlagskraft zustande. Selbst schlichte Ideen fehlten. Note 3.

Marco Richter: Der einzige FCA-Offensivspieler des FCA, von dem ein wenig Gefahr ausging. Seine Auswechslung nach 45 Minuten war nicht wirklich nachvollziehbar. Note 3.

Ja-Cheol Koo: Gute Performance des Koreaners, der in der Ballkontrolle stark war, aber wenig Anspielstationen fand. Als Koo unverständlicherweise ausgewechselt wurde, begann der Sturmlauf der 96er. Der FCA kam kaum zu entlastenden Aktionen. Note 2,5.

Alfred Finnbogason: Völlig abgetaucht, ohne Torschuss und Aktion. Verwandelte den Elfmeter und wurde wenig später ausgewechselt. Ohne den Elfmeter hätte sich Finnbogason eine glatte Sechs verdient. Aber für Stürmer, die aus elf Metern das Tor treffen, gilt Welpenschutz. Note 4.

Michael Gregoritsch: Spielte direkt nach der Halbzeit auf der Richter-Position als „hängende Spitze“ – und enttäuschte auf der ganzen Linie. Keine einzige Normalaktion. Note 5.

Frederik Jensen: Ersetzte nach 68 Minuten Koo und passte sich dem schlechten Spiel des FCA im Schlussabschnitt an. Keine Bewertung wegen zur kurzer Spieldauer.

Kevin Danso: Der Innenverteidiger sollte nach 75 Minuten die FCA-Abwehr verstärken (Zentrumsstürmer Finnbogason ging für ihn vom Feld), doch Danso zeigte eine gnadenlos schlechte Leistung und rutschte ohne Bande zur Mannschaft und zum Spiel auf dem Platz herum. Auch für ihn gilt die Gnade der kurzen Spieldauer.

Manuel Baum: Der FCA-Trainer zeigte zunächst Coolness, strafte den undisziplinierten Caiuby ab (nicht im Kader) und ließ den formschwachen Schlüsselspieler Gregoritsch auf der Bank. Brachte die richtige Startelf. Machte dann aber Lesefehler: Gregoritisch für Richter zu bringen, statt für Finnbogason war falsch und später zeigte Baum mit den Einwechslungen von Jensen und Danso ebenfalls kein Händchen. Nach vorne löste sich mit den Einwechslungen die FCA-Struktur auf, und die 96er kamen zu einer gefährlichen Abschluss-Situation nach der anderen. Hätte Hannover das Spiel gedreht, hätte der Augsburger Trainer das Spiel beinahe im Alleingang verloren. Note 4,5.



FCA in Hannover: Sieg mit Glück und Luthe

Mit reichlich Glück und Luthe entführt der FCA am 9. Spieltag der Fußballbundesliga aus Hannover drei Punkte und bleibt somit mit dem oberen Drittel der Liga auf Tuchfühlung. Die Tore des FCA erzielten Khedira (8.) und Finnbogason( 62.) per Elfmeter. Für Hannover war Bebou erfolgreich (72.).

FCA-Coach Manuel Baum stellte im Vergleich zum Heimspiel gegen RB Leipzig zweimal um: Koo ersetzte Gregoritsch (Bank) im zentralen offensiven Mittelfeld. Marco Richter spielte links für Caiuby, der aus disziplinarischen Gründen zu Hause bleiben musste.

Das Spiel beginnt gut für den FCA: Marco Richter zieht in der 6. Minute nach innen an Albornoz vorbei, alle erwarten eine Flanke, doch Richter zieht aus 20 Metern ab. 96-Keeper Esser faustet Koo vor den Körper, doch der Koreaner köpft am Tor vorbei. Eine Riesenchance, doch bereits zwei Minuten später darf der FCA jubeln: Eine von Max von der linken Seite getretene Ecke kommt am langen Posten an; Hannovers Waldemar Anton kann mit dem Ball nichts anfangen, schlägt über das Leder, Augsburgs Rani Khedira ist der Nutznießer und verwandelt gekonnt aus der Drehung aus spitzem Winkel hoch ins rechte Eck. Der FCA verteidigt in Hannover wieder sehr hoch und unterbindet auch im Halbfeld mit engem Pressing einen geordneten Hannover Spielaufbau.

Nur Standardsituationen sorgen für Gefahr, wie in der 20. Minute, als Bebou mit dem Kopf an einen Schwegler-Freistoß kommt.  Der verlängerte Ball hätte gepasst, aber Luthe verhindert mit einer Top-Parade den Ausgleich. Der erste Ball aufs Augsburger Tor. In der 28. Minute fliegt Hinteregger hoch in eine Freistoßflanke von Max, kommt aber mit dem Kopf nicht mehr hinter den Ball, der übers Hannover-Tor fliegt. Von Hannovers Angriff ist nichts zu sehen. Aber auch die Augsburger haben nach vorne wenig zu bieten. Zentrumsstürmer Alfred Finnbogason ist nicht im Spiel, leitet aber ungewollt in der 45. Minute den ersten geordneten Angriff der 96er ein: Von der Außenlinie spielt Finnbogason (unbedrängt mit viel Zeit) den Ball einem Hannover Abwehrspieler in den Lauf und ab geht die Post – ab durch die Mitte wird das FCA-Mittelfeld überspielt, doch Luthe ist hellwach, stürmt aus dem Kasten und ist 18 Meter vor dem Tor vor dem Hannover-Angreifer am Ball.

Fazit zur Halbzeit: Viel Kampf und Krampf. Der FCA besser, mit starkem Spiel gegen den Ball und ein bisschen mehr Ballglück. Und natürlich mit einer verdienten Führung.

In der zweiten Halbzeit bringt FCA-Trainer Baum Michael Gregoritsch für Marco Richter. Später (68.) sollte Jensen Koo ersetzen. Die zweite Halbzeit entschädigte die Fans für das überschaubare Niveau der ersten 45 Minuten. Nun Dampf und Strafraumspiel in der Begegnung. In der 61. Minute erhält der FCA einen Elfmeter, den man nicht geben muss: Hannovers Haraguchi wird aus einem halben Meter Entfernung an der Strafraumszene an der Hand angeschossen. Schiedsrichter Dr. Kampka lässt das Spiel weiterlaufen, wird aber vom Videoschiedsrichter zum Monitor geschickt: Elfmeter! Alfred Finnbogasons erster Torschuss ist drin!

Nun beginnt die kritische halbe Stunde des FCA, denn Hannover antwortet mit wüsten Angriffen und viel Willen und Kampfkraft. Der FC Augsburg kommt kaum noch zu Entlastungsaktionen. Logische Folge: Der Anschlusstreffer. Muslijas Flanke wird von Hinteregger nach vorne mit dem Kopf abgewehrt, wo Bebou den Ball in aller Ruhe annehmen kann und ihn mit einem satten Schuss unhaltbar für Luthe aus 20 Metern verwertet (72.).

Es folgt ein Sturmlauf der 96er, der auch Chancen generiert, aber keine Tore, da die Hannover-Spieler im Abschluss zu ungenau sind: Joker Weydandt findet in Luthe seinen Meister (84.) und köpft kurz vor Schluss drüber. Und auch Augsburg-Schreck Niklas Füllkrug kann zwei präzise Flanken nicht verwerten (90.+1, 90.+2). Schließlich nimmt der FCA drei glückliche Punkte mit an den Lech.

Der FC Augsburg empfängt am Dienstag  (20.45 Uhr) im DFB-Pokal den 1. FSV Mainz 05. Am Samstag (15.30 Uhr) empfängt der FCA im zweiten Heimspiel der Woche Aufsteiger Nürnberg.

 

 

 



Fujitsu-Augsburg macht dicht: 1800 Mitarbeiter müssen gehen

Fujitsu gibt sein Werk in Augsburg komplett auf. Diese Nachricht traf die Angestellten am gestrigen Freitagnachmittag auf einer Mitarbeiterversammlung völlig überraschend.

Bis September 2020 soll der Standort komplett nach Asien verlagert werden. Die japanische Unternehmensführung des Konzerns hat beschlossen, die Produktion in Japan zu konzentrieren. In Augsburg wurden Server, Speicher und Steuerungen hergestellt. Die Fertigung geht jetzt nach Japan. Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer bewertet diesen Entschluss als einen schweren Schlag für den Wirtschaftsstandort. Kürzlich hatte die Stadt die Schließung des Werks von Ledvance verkraften müssen.

Wie die Zukunft der 1800 Beschäftigten aussieht, ist derzeit völlig offen. Altersteilzeit ist immer eine Möglichkeit, doch auch ein Blick nach Paderborn könnte tröstlich sein. Als Fujitsu dort sein Werk 2016 ebenfalls komplett schloss, erhielten die Mitarbeiter eine Abfindung und Angebote, in eine Transfergesellschaft zu wechseln.



AEV verliert gegen München

Die Augsburger Panther mussten sich nach sechs Siegen in Folge wieder geschlagen geben. Vor 6139 Zuschauern im erstmals ausverkauften Curt-Frenzel-Stadion unterlag der AEV trotz einer großartigen Leistung durch zwei späte Treffer von Maximilian Daubner (56., 60.) mit 0:2 gegen den EHC Red Bull München.

Augsburgs Andrew LeBlanc mit Übersicht gegen zwei Münchner © Siegfried Kerpf

Mike Stewart schickte das gleiche Team wie schon in den letzten Partien aufs Eis. Im Tor stand somit nach zuletzt starken Leistungen erneut Olivier Roy. Doch der Augsburger Schlussmann wurde in den ersten zehn Minuten nur einmal geprüft, war beim Versuch von Daubner (4.) aber auf dem Posten.

Deutlich offensiver agierten die Panther, die nach einem Alleingang von Matt White den ersten Hochkaräter des Spiels hatten, aber Augsburgs Topscorer traf nur den Pfosten (2.). Auch danach war der AEV immer wieder gefährlich, aber Adam Payerl (4., 8.) und Drew LeBlanc (6., 7.) fanden keinen Weg vorbei an Danny Aus den Birken im Münchner Tor.

Gill kassiert Spieldauer

Im Anschluss an diese Druckphase des AEV gestalteten die Gäste die Partie offener und hatten ihrerseits die große Chance auf den ersten Treffer, als Sahir Gill nach einem Kniecheck gegen Justin Schütz mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe vorzeitig zum Duschen musste (14.). In der fälligen Überzahl hatten die Panther bei einem Lattentreffer von Jason Jaffray Glück (16.), ließen sonst aber keine weitere Chance zu und somit ging es torlos in die erste Pause.

Im Mitteldrittel passierte dann lange nichts. München hatte zwar optisch etwas mehr vom Spiel, aber beide Mannschaften standen sehr sicher in der Defensive und ließen kaum Torchancen zu. Im zweiten Augsburger Powerplay ging es aber rund. Erst vergab David Stieler (34.) und dann überschlugen sich die Ereignisse: Erst nagelte Frank Mauer den Puck bei einem Konter ans Lattenkreuz (35.) und im direkten Gegenzug verfehlte White das leere Tor (36.). Folgerichtig stand es auch nach 40 Minuten noch 0:0.

Im dritten Abschnitt ging es mit dem nächsten Lattentreffer weiter – dieses Mal setzte Münchens Keith Aulie den Puck zum dritten Mal an die Torumrandung des Augsburger Tores (42.). Überhaupt wurde der Meister immer stärker und drückte auf den ersten Treffer des Spiels. Roy verhinderte gegen Matt Stajan mit einem unfassbaren Reflex den Einschlag (52.) und wehrte auch gegen Maximilian Kastner stark ab (55.).

München geht in Führung

In der 56. Minute war aber auch Roy machtlos, als Daubner im Nachschuss aus kurzer Distanz zum 0:1 einnetzte. Es sollte die Entscheidung sein, denn obwohl die Panther in der Schlussphase in Powerplay noch gute Chancen auf den Ausgleich hatten, ließ Aus den Birken keinen Treffer mehr zu. Daub besorgte 16,3 Sekunden vor dem Ende mit seinem Treffer ins leere Tor den Endstand.

Für die Panther geht es am Sonntag gleich mit dem nächsten Heimspiel weiter, wenn die Kölner Haie ab 19:00 Uhr im Curt-Frenzel-Stadion gastieren. Am Mittwoch geben zudem die Fischtown Pinguins ihre Visitenkarte in der Fuggerstadt ab.



Malzeit
300 Millionen
Buergerbueros