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DEL

AEV ringt Berlin einen Punkt ab

Die Augsburger Panther ergattern in einem hochdramatischen Eishockeyspiel im heimischen Curt-Frenzel-Stadion gegen den Vizemeister Eisbären Berlin einen Punkt – und verloren somit in der Overtime, wo sie für einige Ungenauigkeit bestraft wurden. 

Poulin, immer wieder Poulin: Hier wird Adam Payerl (AEV) geblockt © Siegfried Kerpf

Nach der regulären Spielzeit stand es nach einem turbulenten Match mit zahlreichen Faustkampfeinlagen und Straftzeiten 1:1 (0:0, 0:1, 1:0, 0:1). Nach 3:30 Sekunden in der Overtime sorgte der Berliner Smith für die Entscheidung zugunsten der Eisbären, die im Drei gegen Drei flüssiger kombinierten.

Ein kurioses Tor sorgte für die glückliche Führung der Eisbären im zweiten Drittel. AEV-Goalie Olivier Roy ließ die Scheibe fallen, die schließlich in Briefmarkenstärke mit vollem Umfang die Torlinie überschritt. Dann wurde es turbulent und hart. Die Panther konnten weite Strecken des zweiten Drittels in Überzahl bestreiten und scheiterten dabei an ihren Ungenauigkeiten und an Berlins Goalie Poulin, der eine herausragende Performance zeigte.

In der 45. Minute war er dann doch machtlos, als Simon Sezemsky mit einer Direktabnahme nach Zuspiel von Stieler zum 1:1 einnetzte. Das Stadion brodelte: 4000 Zuschauer sorgten für eine großartige Atmosphäre. Die Panther kämpften wie die Löwen, doch immer wieder gab die Berliner Neuverpflichtung Poulin den Hexer.

Tore: 0:1 M. Dupont (26), 1:1 Sezemsky (45), 1:2 Smith (64).



Beschädigungsserie gegen Büro der Linken

Am Samstag Abend wurden die Polizei und der Vorstand der Augsburger Linken über einen lauten Knall im Bereich der Geschäftsstelle „Linksbüro“ informiert.

Unbekannte hatten offenbar explosive Mittel im Briefkasten gezündet. „Wie sich diese Tat genau zugetragen hat, können wir momentan nicht sagen, da die Polizei noch ermittelt. Wie es aussieht, wurden aber explosive Mittel eingesetzt. Das ist schon eine neue Stufe der Gewalt und besorgt uns“, so der Kreisvorsitzende der Linken Frederik Hintermayr. – Es handelt sich dabei nicht um die erste Tat dieser Art. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Susanne Ferschl, unterhält seit Anfang des Jahres ein Bürgerbüro im „Linksbüro“ und ergänzt: „Diese Taten sind ein Angriff auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Sie müssen jetzt schnell aufgeklärt werden.“



Panther-Ticker kurz vor dem Match gegen Berlin

Auch am vierten Spieltag der noch jungen DEL-Saison treffen die Augsburger Panther am heutigen Sonntag (19 Uhr) auf ein Spitzenteam. Nach den Kölner Haien, den Adlern aus Mannheim sowie dem EHC Red Bull München ist heute der Vizemeister aus Berlin zu Gast in Augsburg. 

Foto: © sport-in-augsburg.de

Am ersten DEL-Wochenende konnte man die Haie in Köln besiegen, musste sich jedoch im Curt-Frenzel-Stadion relativ deutlich den Adlern aus Mannheim geschlagen geben. Nachdem die Panther am Freitag beim amtierenden Deutschen Meister aus München eine sehr gute Leistung zeigten und sich nur knapp mit 2:1 geschlagen geben mussten, will man heute wieder in die Erfolgsspur zurückkehren.

Die Hauptrundenserie zwischen den Panthern und den Eisbären war letzte Saison sehr ausgeglichen. In Berlin verlor man einmal mit 2:1 n.P. und konnte einmal 3:2 gewinnen. In Augsburg kassierten die Panther in beiden Spielen vier Gegentore. Während man Ende Dezember mit 2:4 den Kürzeren zog, konnte man die Berliner in einer tollen Partie Ende Oktober mit 7:4 wieder nach Hause schicken.

Der Gegner:

Nachdem man in Berlin noch mit dem relativ unerfahrenen Goaliduo Franzreb/Cüpper in die Saison startete, sah man sich spätestens nach der Verletzung von Marvin Cüpper gezwungen zu reagieren und legte auf der Torhüterposition nach. Mit dem Kanadier Kevin Poulin scheinen die Hauptstädter einen richtig guten Fang gemacht zu haben. Die letzten beiden Jahre lief der Mann aus Montreal unter anderem für Zagreb, Kloten und Astana auf. In der Verteidigung weiß man in Augsburg um die Stärken eines Mark Cundari, der noch letztes Jahr für den AEV auflief. Doch auch Micki Dupont und Danny Richmond haben in der DEL klangvolle Namen und zählen trotz ihres Alters noch lange nicht zum alten Eisen. Im Sturm mussten die Eisbären zwar den Abgang des besten Vorlagengebers Nick Petersen verkraften, konnten aber diese Woche noch einen unverhofften Neuzugang bekannt geben: Marcel Noebels wird auch dieses Jahr wieder im Trikot der Eisbären auflaufen, nachdem es im Tryout bei den Boston Bruins nichts mit einem NHL-Vertrag wurde.

Am Freitag feierte er beim 5:2-Heimsieg gegen Bremerhaven gleich einen Einstand nach Maß, indem er zwei Tore zum Erfolg beisteuerte. Eigentlich wollte Uwe Krupp seinen Co-Trainer Clément Jodoin zu seinem neuen Team Sparta Prag mitnehmen. Daraus wurde jedoch nichts, da die Eisbären den ehemaligen Assistenten zum Cheftrainer machten und mit einem Einjahresvertrag ausstatteten. Jodoin gilt als großer Taktiker, der mit seinen 66 Jahren über einen großen Erfahrungsschatz verfügt. Während den Spielen gilt er hinter der Bande als impulsiv jedoch stets organisiert und strukturiert. 

Bei den Panthern fehlen die Langzeitverletzten T.J. Trevelyan (Mittelhandbruch) und Henry Haase (Kieferbruch). Eisbären-Goalie Marvin Cüpper fällt mit einer Syndesmosebandverletzung noch bis zu zehn Wochen aus. Der Einsatz von Ex-Panther Mark Cundari ist aufgrund einer Handverletzung fraglich.



Bundesliga: Augsburg hat ein Torhüterproblem

FCA: Tief, tiefer, Giefer

Der FCA und Werder Bremen trennen sich nach 93 Minuten mit 2:3. Die Tore der Bremer erzielten Max Kruse (34.), Maximilian Eggestein (36.) und Davy Klaassen (75.). Ja-Cheol Koo (45.) und Philipp Max (47.) trugen sich beim FCA als Torschützen ein.

Der FC Augsburg verlor sein Heimspiel gegen Bremen, weil FCA-Keeper Fabian Giefer erneut ein schwerer Fehler unterlief. Zum zweiten Mal in Folge sorgten somit grobe Torhüterfehler dafür, dass der FCA unnötig verlor. In einer unterhaltsamen und phasenweise hochklassigen Partie mit  Torchancen auf beiden Seiten hatte der FCA insgesamt mehr Spielanteile und die besseren Torchancen, doch am Ende ging Werder als glücklicher Sieger vom Platz, was auch damit zu tun hatte, dass „Tief-tiefer-Giefer“ auf Kreisklassen-Niveau patzte. Vor 28.434 Zuschauern neutralisierten sich beide Mannschaften in der ersten halben Stunde im Mittelfeld und als das Spiel Fahrt aufnahm, ging Bremen mit zwei Federstrichen in Führung. Der FCA zeigte sich nicht geschockt und Koo gelang Sekunden vor der Pause mit einem schön herausgespielten Tor der Anschlusstreffer. In der 47. Minute gelang Max mit einer Direktabnahme der Ausgleich und anschließend zeigte der FCA mehr Willen zum Sieg und erspielte sich deutlich mehr Chancen als die Norddeutschen. In der 62. Minute versemmelte der FCA eine klare Doppelchance zur Führung: Zunächst scheiterte Gregoritsch frei vor Pavlenka, Sekunden später spielte Framberger Koo am Elfmeterpunkt frei, doch Koo ballerte das Spielgerät über die Latte (62.). Koo musste wenige Minuten später mit einer Blessur am Knie ausgewechselt werden.

Als Giefer schließlich in der 75. Minute der fürchterliche Patzer unterlief, wurde er anschließend vom FCA-Anhang bei jeder Ballberührung ausgepfiffen, was sich aber wieder legen sollte. Der FCA versuchte noch viel, stemmte sich mit Macht gegen die drohende Niederlage, doch mehr als ein „Außenpfosten-Treffer“ von Gregoritsch (88.) sollte nicht gelingen.

„Ich finde, dass wir über 90 Minuten ein richtig gutes Heimspiel abgeliefert haben und die Bremer kaum ins Spiel haben kommen lassen. Zwei Fehler haben zu den Gegentoren geführt, aber wir haben nicht nachgelassen und uns weiterhin Chance um Chance erspielt und letztlich auch den Ausgleich gemacht. Es tut mir nach der Niederlage unheimlich leid für die Mannschaft, dass wir erneut wegen individueller Fehler ohne Punkte dastehen. Bremen weiß gar nicht, wie sie hier drei Punkte holen konnten. Ich habe inhaltlich bei meiner Mannschaft überhaupt nichts auszusetzen und daher hatte ich noch nie nach einem Spiel dieses Gefühl, derart ungerecht verloren zu haben.“ So kommentierte FCA-Trainer Manuel Baum die Leistung seiner Schützlinge. Werder-Trainer Florian Kohfeldt pflichtete Baum bei: „Es war ein sehr aufregendes Spiel, in dem wir durchaus Glück hatten, dass wir am Ende gewonnen haben. Es gab viele Torchancen und kuriose Szenen und wir hatten das glücklichere Ende für uns. Der FC Augsburg spielt einen unheimlich guten und aktiven Fußball, gerade zu Hause, und ich kann sehr gut nachempfinden, wie es sich anfühlt, wenn man nach so einem Spiel mit leeren Händen dasteht.“

Wer beim FC Augsburg am kommenden Dienstag (20.30 Uhr) gegen Bayern in der Allianz Arena im Tor stehen wird, ist derzeit völlig offen. Fabian Giefer wird es wohl nicht sein.

FCA: Fabian Giefer; – Jeffrey Gouweleeuw; Philipp Max; Raphael Framberger; Martin Hinteregger; – Rani Khedira; Daniel Baier; Ja-Cheol Koo; Marco Richter; André Hahn; – Michael Gregoritsch;

Eingewechselt: Jan Moravek (67.); Sergio Córdova (81.); Francisco da Silva Caiuby (42.); –

Ausgewechselt: Rani Khedira (81.); Ja-Cheol Koo (67.); Marco Richter (42.); –

Auswechselbank: Benjamin Leneis (TW); Felix Götze; Jonathan Schmid; Kevin Danso;

Tore:

0:1 Max Kruse (34.)
0:2 Maximilian Eggestein (36.)
1:2 Ja-Cheol Koo (45.)
2:2 Philipp Max (47.)
2:3 Davy Klaassen (75.)