Wendejahre
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Öffentliche Museumsführung im Fugger und Welser Erlebnismuseum

Immer am zweiten und vierten Sonntag im Monat können Besucher des Fugger und Welser Erlebnismuseums an einer öffentlichen Museumsführung teilnehmen. Am kommenden Sonntag dreht sich alles um »Luther und der Kapitalismus – Von Monopolbildung und Zinswucher«.

Fugger und Welser Erlebnismuseum Foto © Rudolf Morbitzer

Wie relevant ist Luthers ökonomische Kritik heute noch? Martin Luthers 95 Thesen lösten bald eine europaweite Bewegung gegen die alte Kirche aus. Unbeabsichtigt spaltete die Reformation die lateinische Christenheit politisch wie ideell. Doch Luther übte nicht nur theologische Kritik am Ablasshandel, sondern fand auch gegen den entstehenden Frühkapitalismus deutliche Worte: Man müsse den Fuggern „und dergleichen einen Zaum ins Maul legen“.

Die Führung erzählt vom Monopolprozess gegen die europaweiten Handelsnetze der Fugger und Welser, von Heiligenkonten und der großen Debatte um Zinsen – konnte ein Kaufmann ohne Sünde sein?

Sonntag, 23. September 2018, 11 Uhr

. Treffpunkt ist das Fugger und Welser Erlebnismuseum – Äußeres Pfaffengässchen 23, 86152 Augsburg.

Weitere Termine: 28.10. / 25.11. / 23.12.2018

Kosten: 9 Euro (7 Euro ermäßigt). Dauer: 1 Stunde

Foto: Fugger und Welser Erlebnismuseum © Rudolf Morbitzer



Politische Bildung

Einsicht in die Unersetzbarkeit: Lange Nacht der Demokratie

Wenn demokratische Systeme sich im Wandel befinden und Populisten mächtiger werden, ist es wichtig, die Notwendigkeit des Pluralismus und die Unersetzbarkeit demokratischer Strukturen zu plausibilisieren. „Die Lange Nacht der Demokratie“ leistet dafür einen wichtigen Beitrag.

Von Johannes Meyer

Lange Nacht der Demokratie Eröffnung – Bildquelle: Bezirksjugendring Schwaben

Wenn junge Menschen an einem Samstagabend in die Bibliothek gehen, statt in einen Club oder auf eine „Radlnacht“, dann kommt das einerseits nicht allzu häufig vor. Andererseits zeigt es, dass es Veranstaltungsformate gibt, mit denen Heranwachsende auch zu Unzeiten für komplexe Themen erreicht werden können. Die Lange Nacht der Demokratie, die am vergangenen Samstag in der Augsburger Stadtbibliothek stattgefunden hat, hat den Nerv vieler Jugendlicher offenbar getroffen. Manfred Gahler, Vorsitzender des Bezirksjugendrings und Mitinitiator der Aktion, war erfreut, dass „trotz starker Konkurrenz von anderen Veranstaltungen über 800 junge Menschen den Weg in die Stadtbücherei gefunden haben.“

Die Initiatoren und beteiligten Gruppen – Jugendringe, politische und kirchliche Jugendorganisationen, Theatergruppen und Nichtregierungsorganisationen – boten ein Programm, das vor allem auf Kurzweiligkeit und Spaß ausgerichtet war. Abwechselnd gab es für die jungen Leute Angebote, sich über die Techniken der Interaktion, Kunst, Bildung und Diskussion mit der einzig möglichen Staatsform zu befassen. Es gab Stände, an denen mit Demokratiebegriffen gebastelt wurde, an einem anderen entstanden kleine Musikstücke zum Thema. Es wurden Videos ausgezeichnet, die im Rahmen des Wettbewerbs „1 Minute für die Demokratie“ bereits im Vorfeld eingereicht wurden. Die Besucher konnten aber auch mit aktiven Politikerinnen kurze Gespräche auf Augenhöhe führen. Einen besonderen Beitrag lieferte der Menschenrechtsaktivist Liu Dejun, der darüber berichtete, wie er als Blogger von den chinesischen Behörden verfolgt wurde und schließlich nach Europa floh.

Natürlich spielten bei der Langen Nacht der Demokratie eine große Rolle. Sowohl im Vorfeld als auch bei der Veranstaltung selbst waren viele Formate darauf ausgelegt, sodass sie sich gut über die bekannten Plattformen verteilen ließen. So wurden gezielt Videoclips und Bilder erstellt, Interviews mit Veranstaltern als Podcasts produziert oder Musikstücke von Rappern aufgenommen – alle mit Bezug zur Langen Nacht der Demokratie. Mit Hashtags versehen wurden diese dann von den Jugendlichen selbst unter ihren Freunden verbreitet: Sozialkunde 2.0, könnte man sagen.


Die Lange Nacht der Demokratie wird gefördert vom „Wertebündnis Bayern“ sowie durch das BMFSFJ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. – Sie fand an zahlreichen Standorten in Bayern statt, vom Fichtelgebirge bis Garmisch-Partenkirchen. – Das „Wertebündnis Bayern“ vereint über 160 Organisationen aus allen gesellschaftlichen Bereichen, darunter Kirchen, Religionsgemeinschaften, Lehrer- und Elternverbände sowie Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. 2015 wurde das Wertebündnis mit der Gründung der Stiftung durch den Freistaat Bayern entwicklungsfähig gemacht. Aufgabe der Stiftung ist es, das Wertebündnis zu unterstützen, um auch in Zukunft die für den Zusammenhalt in einer demokratischen Gesellschaft relevanten Werte ins Bewusstsein zu rufen.

 



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