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Bundesliga

Düsseldorf: FCA gewinnt erstmalig ein Spiel zum Bundesligaauftakt

Der FC Augsburg gewinnt nach dem DFB-Pokalauftakt gegen den TSV Steinbach sein zweites Pflichtspiel der Saison mit 2:1. In der Düsseldorfer Merkur Spielarena bezwangen die Augsburger Fortuna Düsseldorf nach einem kampfbetonten Spiel, das der FCA nur in den ersten 25 Minuten zu kontrollieren verstand. Die Führung des Aufsteigers erzielte Benito Raman nach einer katastrophalen Fehlerkette der FCA-Abwehr (39.). Der Ausgleich gelang Martin Hinteregger mit einem wuchtigen Kopfball nach einer Flanke von Jonathan Schmid (57.). Den Siegtreffer erzielte André Hahn nach einem ruhenden Ball ebenfalls mit dem Kopf (76.).

Der FCA begann eindrucksvoll und souverän mit intensivem Pressing und hielt bei Ballbesitz das Spielgerät sicher in den eigenen Reihen und wäre in der 19. Minute hochverdient in Führung gegangen, hätte Michael Gregoritsch einen flachen Rückpass von Caiuby nicht so kläglich vergeben.

Torschütze André Hahn Foto: DAZ-Archiv

Weitere gute Torgelegenheiten in seiner starken Phase hatte der FCA durch einen Flatterweitschuss von Hinteregger und durch einen Hahn-Kopfball nach einem Rensing-Fehler. Doch dann verlor der FCA seine Ordnung, wurde im Aufbauspiel von Minute zu Minute fahriger und ermöglichte den Düsseldorfern zwei Großchancen in der 31. und 34. Minute. Die Düsseldorfer Führung in der 39. Minute war zu diesem Zeitpunkt nicht verdient, entsprach aber der dramaturgischen Logik des Spiels: FCA-Keeper Fabian Giefer eröffnete auf Max, der den Ball nicht annahm, weshalb der anlaufende Zimmermann in Ballbesitz kam und nach innen flankte, wo Schmid hätte klären können, aber den Ball nicht traf: Raman hatte keine Mühe, das Leder aus kurzer Distanz über die Linie zu drücken.

Danach verflachte das Spiel. Nach der Pause konnte der FCA nicht mehr an die starke Anfangsphase anknüpfen und Düsseldorf verdiente sich die Führung im Fortgang immer mehr. Die zweite Halbzeit spiegelte im Spielverlauf die erste auf paradoxe Weise: In der schwächsten Phase des FCA erzielten die Augsburger den Ausgleich (Hinteregger verwandelte eine Schmid-Flanke mit dem Kopf/57.). Von nun an war das Spiel wieder völlig offen. Mit gleich verteilten Angriffsbemühungen, die hüben wie drüben an Präzisionsmangel litten, suchten beide Mannschaften die Vorentscheidung. Schließlich gelang dem FCA der glückliche Siegtreffer: Ein abgewehrter Schmid-Freistoß landete bei Marco Richter, der von links eine Flanke weit an den langen Pfosten zirkelte, die André Hahn mit dem Kopf zu verwerten verstand (76.).

Die Schlussphase überstand der FCA mit Glück und Giefer, der ein überzeugendes Spiel ablieferte und der beste Spieler beim FCA war. „Ich denke, dass wir richtig gut in die Partie gekommen sind. Ich habe dann aber irgendwann das Gefühl bekommen, dass wir zu passiv geworden sind und geraten schließlich auch in Rückstand. Wir sind sehr glücklich, dass wir das Spiel noch gewonnen haben und in der zweiten Halbzeit noch zwei Tore erzielen konnten. Schön, dass wir im achten Jahr endlich einmal das erste Spiel gewinnen konnten.“ So kommentierte FCA-Trainer Manuel Baum das Geschehen.

Zum ersten Mal in seiner Bundesligageschichte gewann der FCA ein Auftaktspiel und könnte am kommenden Samstag mit einem Heimspielsieg gegen Mönchengladbach (15.30 Uhr) seine neuen Ambitionen unterstreichen.

FCA: Fabian Giefer; – Jonathan Schmid; Jeffrey Gouweleeuw; Martin Hinteregger; Philipp Max; – Rani Khedira; Daniel Baier; André Hahn; Michael Gregoritsch; Francisco da Silva Caiuby; – Marco Richter;

Eingewechselt: Kevin Danso (90.); Ja-Cheol Koo (69.); Dong-Won Ji (79.);

Ausgewechselt: Daniel Baier (90.); Francisco da Silva Caiuby (69.); Marco Richter (79.); –

Auswechselbank: Andreas Luthe (TW); Raphael Framberger; Felix Götze; Sergio Córdova;

Tore:

0:1 Benito Raman (39.),
1:1 Martin Hinteregger (57.),
2:1 André Hahn (76.).



Bundesliga: FCA startet in Düsseldorf als Favorit 

Dass man den FC Augsburg bei einem Auswärtsspiel der Fußballbundesliga unmissverständlich als Favorit bezeichnen darf, kommt selten vor. Bisher jedenfalls.

Von Siegfried Zagler

In der Vergangenheit war das gegen Braunschweig, Ingolstadt, Darmstadt, Paderborn und gegen einen desolaten Hamburger SV der Fall. In diesem Jahr stehen mit Nürnberg und Düsseldorf zwar zwei Aufsteiger im Feld, die zum Urgestein der Bundesliga gehören, aber “richtige” Aufsteiger sind und somit im Gegensatz zu den beiden Vorsaisonaufsteigern (Hannover, Stuttgart) echte Wettbewerbsnachteile mitbringen. Gegen beide Aufsteiger sollte der FCA demnach als Favorit gelten. So ist zum Beispiel der Zweitliga-Kader von Düsseldorf nicht nennenswert verstärkt – aber auch nicht durch Abgänge geschwächt worden. Trainer Friedhelm Funkel ist mit 64 Jahren zum sechsten Mal in die Bundesliga aufgestiegen, eine ganz spezielle Marke eines Trainers, der seit Jahrzehnten zwischen erster und zweiter Liga pendelt.

Mit der Fortuna steht dem Düsseldorfer Coach eine Zweitligamannschaft zur Verfügung und somit ein Jahr mit 34 Endspielen ins Haus. Doch gerade Aufsteiger, deren Personal unverändert aus der zweiten Liga kommt, bringt sie zum Saisonstart über Wille und mannschaftliche Geschlossenheit viel Potential auf den Platz, weshalb es sich um eine ganz schwierige Aufgabe handelt, die am heutigen Samstag (15.30 Uhr) auf den FCA zukommt. Auch wenn die Düsseldorfer Arena entgegen der Erwartungen nicht ausverkauft sein wird: Am Tag vor dem Spiel waren aber noch keine 40.000 Karten verkauft, so dass eine Menge Plätze in der 54.600 Zuschauer fassenden Merkur Spielarena unbesetzt bleiben werden.”Wir sind wieder in der Bundesliga dabei, spielen zur besten Anstoßzeit am Samstag um 15.30 Uhr, da kann es keine Entschuldigung dafür geben, nicht zur Fortuna zu gehen”, so Funkel leicht enttäuscht zur Zurückhaltung der Düsseldorfer in Sachen Stadionbesuch.

Dem FC Augsburg kann das egal sein. Trotz der Langzeitverletzten Alfred Finnbogason und Julian Schieber ist die Augsburger Bank mit Framberger, Danso, Koo, Caiuby, Moravek und Luthe (!)  ausgezeichnet besetzt. Und natürlich kann sich auch die erste Elf “sehen lassen”.

Die voraussichtliche Mannschaftsaufstellung des FCA: Giefer – Schmid, Gouweleeuw, Hinteregger, Max – Khedira, D. Baier – Hahn, Gregoritsch, M. Richter – Ji.

 



Stadtrat

Höhmannhaus: Verwaltung wechselt ins Liegenschaftsamt

Am vergangenen Donnerstag beschloss der Augsburger Stadtrat, dass die Bewirtschaftungsbefugnis des Höhmannhauses von den städtischen Kunstsammlungen ins Liegenschaftsamt verlegt wird

Höhmannhaus – Vorderansicht © DAZ

Wie in den Medien berichtet, steht der Augsburger Museumsdirektor Christof Trepesch in der Kritik, weil er zu geringe Mieten für die Wohnungen im Höhmannhaus in der Maximilianstraße verlangt haben soll. Das Haus steht noch unter der Verwaltung der Kunstsammlungen und soll ab 1. November dem Liegenschaftsamt unterstellt werden. Dies beschloss der Ferienausschuss des Augsburger Stadtrats. Die politische Note dabei ist, dass Trepesch zusammen mit seiner Frau eine der sieben Wohnungen des Höhmannhauses bewohnt und somit 2011, als die Verwaltung des Höhmannhauses den Kunstsammlungen unterstellt wurde, ein rechtswidriges “in sich Geschäft” abschloss, das vom damaligen Kulturreferenten Peter Grab goutiert wurde.

Dies beschäftigte die Stadträte des Ferienausschusses aber nur am Rande. Hauptsache war die Vorstellung eines Gutachtens, das Auskunft darüber gab, wie hoch die Mieten des Höhmannhauses laut Gutachter Thorsten Kampe aktuell “marktüblicherweise” sein sollten (nach Informationen der DAZ: 7.20 Euro) und wie hoch der finanzielle Schaden ist, der durch die tatsächlich aufgerufenen Mieten entstanden sein soll, da diese nach dem Kampe-Gutachten zu niedrig taxiert sein sollen.

Die Differenz zwischen der nicht stattgefundenen Annäherung an “ortsübliche Mieten” und den tatsächlichen Mieten ergebe von 2012 bis heute die Schadenssumme, die von der DAZ nicht in Erfahrung gebracht werden konnte. Der Vorstellung des Gutachtens vorauseilende Satz von Kulturreferent Thomas Weitzel  (“Nach erster Sichtung könnte die Stadt Augsburg von einem Schaden in nicht unerheblicher Höhe betroffen sein.”) wurde vom Gutachter jedenfalls nicht widerlegt. Das Kampe-Gutachten umfasst knapp 300 Seiten. Das vierseitige “Gutachten”, das vom Liegenschaftsamt erstellt wurde, wurde vom Amtsleiter Clemens Gutmann als “überholt” bezeichnet. In einer Stellungnahme des Liegenschaftsamtes wurde die Miete einer einzigen Höhmannhaus-Wohnung zu vier Euro pro Quadratmeter als angemessen bewertet.

Die Stadt will nun auf Christof Trepesch zugehen und eine einvernehmliche Lösung suchen. Man wolle weiterhin auf Trepesch als Museumsdirektor setzen und ihm eine Brücke bauen, wie es hieß. Weder von OB Kurt Gribl noch von Christof Trepesch waren genauere Angaben zu erhalten, wie man sich eine einvernehmliche Einigung vorstellen solle.

Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl äußerte sich auf Anfrage gegenüber der DAZ am gestrigen Freitag folgendermaßen: “Gerade weil die Stadt ihre Fürsorgepflicht ernst nimmt, können Dinge, die unter den Datenschutz und das Persönlichkeitsrecht fallen, nicht öffentlich diskutiert und ausgetragen werden. Daran halten wir uns weiterhin. Klar ist, dass die Causa Höhmannhaus im Sinne der Fürsorgepflicht der Stadt so rasch als möglich sachlich aufgearbeitet wird. Klar ist auch, dass die fachliche Qualifikation von Beteiligten außerhalb jeder Diskussion steht. Dass die Bewirtschaftungsbefugnis des Höhmannhauses ab 1. November von den Kunstsammlungen auf das Liegenschaftsamt übergeht, hat der Stadtrat jetzt beschlossen – und das kann auch nur der Stadtrat.”