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Stadtverwaltung in der Kritik

Stadträtin Regina Stuber-Schneider (FW) wirft der Verwaltung der Stadt Augsburg Missmanagement und Fahrlässigkeit vor

“Die Verwaltungsstrukturen der Stadt Augsburg, einschließlich der Kontrollstrukturen auf Referentenebene, sind mehr als nur reformbedürftig, anders sind die Fehlleistungen der letzten Monate nicht zu erklären.” So beginnt eine Pressemitteilung der Freien Wähler Augsburg, in der der Stadt Augsburg “Fahrlässigkeit” vorgeworfen wird. Stuber-Schneider moniert “Unregelmäßigkeiten in der Theaterkasse über Jahre hinweg” – der Schaden sei beträchtlich.

Eine nicht termingerecht getätigte Mittelbeantragung zeige, dass nicht einmal die Bearbeitung von Beträgen in der Größenordnung von 28 Millionen auf Referentenebene überwacht werde, so Schneider, die dabei kritisiert, dass dabei offensichtlich niemand Schuld habe: “Der Referent ist nach wie vor in Amt und Würden, die Amtsleiterin arbeitet nun mit gleichen Bezügen im OB Referat.”

Auf einen weiteren wunden Punkt weist die streitbare Stadträtin ebenso unverblümt hin: “Die Zahl der in Auftrag gegebenen Gutachten ist nach Aussagen der Wirtschaftsreferentin unbekannt. Kein Referat kennt die genaue Anzahl  und die  damit verbundenen Kosten.” Um die genaue Zahl zu ermitteln, bräuchte man, so die Wirtschaftsreferentin in einem Schreiben an die Ausschussgemeinschaft, zwei neue Sachbearbeiter, die diese Zahl in mühevoller Kleinarbeit erst erfragen müssten. “Überblick über Finanzen sieht anders aus”, so Stuber-Schneider.

Als weiteres Indiz für sorglosen und fahrlässigen Umgang mit städtischem Eigentum nennt Stuber-Schneider das Höhmannhaus: “Als die Stadt das Höhmannhaus erbte, war es in einem guten Zustand, von der Eigentümerin gepflegt. Wie kann es sein, dass es jetzt in einem schlechten Zustand ist, so schlecht, dass die Miete nur auf Sozialhilfeniveau möglich ist?” —– Foto: Höhmannhaus © DAZ



Augsburger Rathaus wird saniert

Das historische Rathaus der Stadt Augsburg wird in zwei Bauabschnitten brandschutztechnisch saniert

Rathaus Augsburg Foto: DAZ Archiv

Der erste startet heute, am Montag, 20. August. Im Unteren Fletz werden neue Fluchtwege angelegt sowie rauchdichte Türen zu den beiden Treppenhäusern eingebaut. Bis zum Frühjahr 2019 müssen Rathaus-Besucher mit Einschränkungen rechnen. Bis Mitte/Ende März 2019 werden bei laufendem Rathaus-Betrieb die beiden Treppenhäuser mit rauchdichten Türen, so genannten Feuerschutzabschlüssen, versehen. Damit können im Notfall beide Treppenaufgänge gegen Rauchentwicklung im Unteren Fletz mit selbstschließenden Holz-Glas-Türelementen verschlossen werden. Die nach der Bayerischen Bauordnung erforderlichen Fluchtwege aus den Treppenhäusern müssen durch neue Mauerdurchbrüche geschaffen werden. Einer mündet in den Vorraum des Aufzuges, der andere in den Bereich des ehemaligen Rathausshops – und von dort jeweils ins Freie. Zum ersten Sanierungsabschnitt, für den 1,37 Millionen Euro veranschlagt sind, zählen auch die Türen der Sitzungssäle im Oberen Fletz. Sie werden ebenfalls brandschutztauglich erneuert. Diese Arbeiten werden in der sitzungsfreien Zeit Anfang August bis Mitte September 2019 in Angriff genommen.

Mit Einschränkungen ist zu rechnen

Wie das Hochbauamt der Stadt mitteilt, sind mit den Sanierungsarbeiten leider auch Lärm, Schmutz und Einschränkungen verbunden, die so weit wie möglich auf ein Minimum beschränkt werden. Besucher und Gäste des Rathauses müssen sich darauf einstellen, dass während der Umbauarbeiten an manchen Tagen im Unteren Fletz nur einer der beiden Treppenläufe zur Verfügung steht. Auch der Zugang zum Aufzug ist zeitweise nur über den Eingang vom Fischmarkt aus zugänglich.

Besucher werden informiert

Während an Wochenenden und vereinbarten Belegungstagen keine Umbauarbeiten stattfinden, können sich an Umbautagen nur maximal 100 Personen in den oberen Geschossen des Rathauses aufhalten. Das Hochbauamt informiert über den Umbau auf Aushängen vor Ort und soweit erforderlich auch tagesaktuell. Auch in der Bürger- und Tourist-Info am Rathausplatz werden Besucher des Goldenen Saals auf die aktuellen Bauarbeiten im Rathaus hingewiesen; Die Gästeführer der Regio Augsburg Tourismus GmbH sind ebenfalls informiert.

Ab 2021 ist das Rathaus für 14 Monate geschlossen

Die große Brandschutzsanierung des Rathauses beginnt mit dem zweiten Bauabschnitt ab Sommer 2021. Das Rathaus bleibt dann für 14 Monate geschlossen. Im Mittelpunkt steht die Asbestsanierung des Kleinen und Großen Sitzungssaals. Laut Angaben des Hochbauamtes befindet sich Asbest sowohl in den Saalstützen, als auch hinter den Deckenleuchten und in den Lüftungsanlagen. Auch die restlichen Türen des Rathaus-Gebäudes müssen brandschutztauglich erneuert werden. Zudem ist für das Fürstenzimmer III eine statische Ertüchtigung erforderlich, bevor es renoviert werden kann.