Wendejahre
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Städtische Kunstsammlungen

Ausstellung: Mythos, Macht und Menschlichkeit

Druckgrafiken von Hendrik Goltzius aus der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau werden im Schaezlerpalais bis zum 23. September ausgestellt

Bildnachweis: Hendrick Goltzius, nach Cornelis Cornelisz. van Haarlem, Phaeton (Die Himmelsstürmer 3), Kupferstich, 1588, Anhaltische Gemäldegalerie Dessau, Inv. Nr. Jest G II 289

Der in dem niederrheinischen Ort Brüggen bei Venlo geborene Hendrick Goltzius (1558–1616/17) gilt als einer der prominentesten Kupferstecher des Manierismus. Er war schon zu seinen Lebzeiten so bekannt, dass er während seines Italienaufenthalts 1590 bis 1591 inkognito reiste – aus dem Bedenken heraus, die Aufmerksamkeit anderer könne seine künstlerischen Studien beeinflussen. Aus einer Malerfamilie stammend, lernte Goltzius sein Handwerk bei dem niederländischen Dichter, Gelehrten, Politiker und Künstler Dirck Volkertszoon Coornhert (1522–1590). Auch in seinem späteren Leben gehörten zahlreiche humanistische Gelehrte zu seinem Bekanntenkreis, darunter der Autor Cornelis Schonaeus, der viele der lateinischen Sinnsprüche auf Goltzius‘ Stichen verfasste.

Goltzius wusste seine künstlerischen Fähigkeiten und seine humanistische Bildung virtuos zu nutzen. In den von ihm geschaffenen Blättern vereint sich technische Brillanz mit eigenständigen, innovativen Bilderfindungen und humanistischer Rhetorik. Sein Ziel war es, das Publikum sinnlich und affektiv zu bewegen, um inhaltliche Botschaften wirkungsvoll und überzeugend zu vermitteln. Das Medium der Druckgrafik bot die Möglichkeit, bestimmte Bildideen einem größeren Publikum, aber ebenso Malern und Kupferstechern in der Ausbildung zugänglich zu machen. Auch finden sich in Goltzius‘ Œuvre einige Reproduktionen nach den Werken anderer Künstler. Und doch tragen sie immer seine persönliche Handschrift, die sich u.a. durch die Betonung der Plastizität der Darstellung auszeichnet. Eines seiner besonderen Talente lag zudem in seiner Fähigkeit, den Stil früherer Stecher wie Dürer oder Lucas van Leyden zu imitieren. Er schuf so zum Teil Werke, die keine direkten Kopien waren, aber der Handschrift dieser Künstler so sehr glichen, dass sie mitunter für unbekannte Werke aus deren Hand gehalten wurden.

Goltzius‘ Kompositionen dienten auch anderen Künstlern als Inspiration. So gilt beispielsweise der seifenblasende Putto aus dem Jahr 1594 gemeinhin als Anregung für einige Werke mit ähnlicher Thematik, z.B. die in der Barockgalerie im Schaezlerpalais befindliche Vergänglichkeitsallegorie „Il Tempo“ von Johann Heinrich von Schönfeld (1609–1684) oder für eines der „Kinder beim Spiel“ von Jürgen Ovens (1623–1678), mit dem dieser sich ebenfalls auf Goltzius‘ emblematisches Blatt „Quvis evadet?“ bezieht.

Im Rahmen der Ausstellung im Augsburger Schaezlerpalais werden zirka 100 Blätter aus dem Bestand der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau präsentiert, deren Sujets ein breites Themenspektrum abdecken, darunter Darstellungen von antiken Göttern und Planetengottheiten, Helden und Antihelden, mythologischen und biblischen Historien, Tugenden und Lastern sowie Macht und Militär, aber auch die sogenannten „Meisterstiche“ –  eine Auswahl von Farbholzschnitten.

Zur Ausstellung ist beim Michael Imhof Verlag ein von Norbert Michels herausgegebener Katalog erschienen (an der Museumskasse erhältlich).

Mythos Macht und Menschlichkeit.
Druckgrafik von Hendrik Goltzius aus der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau
Schaezlerpalais
Maximilianstr. 46
86150 Augsburg
Di–So 10–17 Uhr



Theater Augsburg kooperiert mit Ensemble aus Kapstadt

Das Theater Augsburg bereitet für die Spielzeit 2018/2019 und 2019/20 eine Kooperation mit dem südafrikanischen Figurentheater Ukwanda vor, die mit Mitteln des TURN-Fonds von der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird.

Im Rahmen des Programms, das der Zusammenarbeit von deutschen und afrikanischen Künstlern gewidmet ist, soll unter dem Arbeitstitel »World Heritage / Sharitage: Water« eine Inszenierung entstehen, die sowohl in Augsburg als auch in Kapstadt gezeigt wird. Der thematische Ansatz nimmt dabei zugleich die Augsburger Welterbe-Bewerbung mit dem einzigartigen System der Wasserwirtschaft und die akute Wasserkrise am Kap der guten Hoffnung in den Blick: Auf poetische und politische Weise wird der Umgang mit einer scheinbar alltäglichen, aber zunehmend kostbarer und knapper werdenden Ressource verhandelt. Damit leistet das Theater Augsburg einen aktiven Beitrag zum Unesco-Antrag der Stadt.

Neben dem Ukwanda Puppet & Designs Art Collective, das in enger Verbindung mit der weltberühmten Handspring Puppet Company arbeitet, konnten das Laboratory of Kinetic Objects an der University of Cape Town sowie das Baxter Theatre als Partner gewonnen werden. Für die Inszenierung mit Puppen und Menschen wird die Augsburger Regisseurin Dorothea Schroeder verantwortlich zeichnen. „Dass wir nach der Förderung im Fonds DOPPELPASS nun auch bei diesem Projekt von der Kulturstiftung des Bundes gefördert werden, bedeutet für das Theater Augsburg eine große Auszeichnung und bestätigt unsere Arbeit. Wir wollen weiterhin mit gesellschaftlich relevanten Themen Zeichen setzen und können mit dieser Kooperation auf internationalem Niveau agieren“, so Theaterintendant André Bücker.



Sensemble Theater geht mit Rekordzahlen ins Saison-Finale

Sensemble Theaterleiter Sebastian Seidel zeigt sich mit den Besucherzahlen zufrieden

Die Sensemble-Saison ist noch nicht  zu Ende und schon steht fest, dass die Besucherzahlen zum 20. Male in Folge gestiegen sind: Alle Vorstellungen von HERZ ÜBER KOPF 2.0 bis zum Saison-Ende sind restlos ausverkauft. Nur für das IMPROTHEATER-FESTIVAL im martini-Park am 10. und 11. August gibt es noch Karten. „So kommen wir in der Saison 2017/18 auf jeden Fall auf 15.000 Besucher“, freut sich Theaterleiter Sebastian Seidel.



Grüne: „Beschlüsse zu Lechsteg und Osttangente rein politisch motiviert“

Die Grüne Stadtratsfraktion lehnt die Aufnahme der beiden Einzelpunkte Lechsteg und Osttangente in das Stadtentwicklungskonzept ab und kritisiert den Zeitpunkt dieser Entscheidungen

„Für beide Themen gab und gibt es keine sachliche Notwendigkeit, diese jetzt zu entscheiden. Beim Lechsteg gibt es seit Jahren eine ablehnende Beschlusslage und die Osttangente liegt nicht in der Entscheidungssphäre der Stadt Augsburg. Erst wenn das staatliche Bauamt die Stadt zu einer Stellungnahme aufgefordert hätte, wäre es sachlich nötig gewesen sich zu äußern. Dass das STEK (Stadtentwicklungskonzept) ohne diese Entscheidungen nicht fertiggestellt hätte werden können, ist nicht nachvollziehbar. Zwei Spiegelstriche weniger oder mehr sind bei diesem umfangreichen Prozess nicht allen Ernstes entscheidend, denn das STEK wird auch in Zukunft weiterentwickelt werden müssen. Wir sind enttäuscht, dass CSU und SPD diese zwei sehr symbolischen Entscheidungen gegen den Naturschutz einfach so durchwinken.“ So Cemal Bozoglu, baupolitischer Sprecher der Grünen Stadtratsfraktion, in einer Stellungnahme.

Grüne sprechen sich auch gegen Tiefgarage in Gögginger Straße aus

Die Grüne Stadtratsfraktion will auch für das Antonsviertel eine andere Verkehrs- und Mobilitätspolitik als die Stadtregierung, der sie angehört. Die Grünen lehnen dennoch den Bau einer neuen Garage unter der Gögginger Straße ab. Stephanie Schuhknecht, stellv. Fraktionsvorsitzende: „Die Verkehrsprobleme rund um den Kongress am Park und im Antonsviertel sind bekannt und bedürfen einer Lösung. Wir können aber überhaupt nicht nachvollziehen, warum für ein Verkehrsproblem im Jahr 2018 eine Lösung vorgeschlagen wird, die auch aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts stammen könnte. Mobilität kann und muss heute anders gedacht werden.“

Aus Sicht der Grünen Fraktion wird der Garagenbau die oberirdischen Probleme am Kongress nicht lösen. Außerdem wären die Einschränkungen während der Bauphase massiv und im Detail noch gar nicht absehbar. Grafik: DAZ-Archiv

 



Widerstand gegen Osttangente erreicht den Augsburger Stadtrat

Die Osttangente steht auf der heutigen Sitzung des Stadtrates Augsburg auf der Agenda. Ein Aktionsbündnis gegen Flächenfraß für Augsburg und die Region fordert alle Stadträte auf, sich gegen die große Ostumfahrung und den Neubau einer Osttangente von Friedberg in Richtung Königsbrunn/B 17 auszusprechen.

Die Reduzierung des Autoverkehrs und ein Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sei der richtige Weg in die Zukunft. Die Region könne sich Projekte wie die Osttangente nicht erlauben.  Alle Versprechen der CSU-Staatsregierung, Flächenfraß einzudämmen seien bisher als inhaltsleere Symbolpolitik verpufft. Die Umweltstadt Augsburg habe nun die Chance, ihrem Namen gerecht zu werden. „Wir lehnen die Osttangente ab und der Stadtrat muss sie ebenfalls ablehnen“, fordert Peter Rauscher, Sprecher des Bündnisses gegen Flächenfraß.

„Die öffentlichen Stellungnahmen des Amts für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen unter Herrn Erben, für die wir uns sehr bedanken, sprechen eine deutliche Sprache“, so Rauscher. In der Vorlage für den Stadtrat heißt es unter anderem: „Das ländliche Landschaftsbild, Teil der bayerisch-schwäbischen Heimat wird verschwinden. Naturschutz- und FFH-Gebiete werden beeinträchtigt werden. Einen Biotopverbund in diesem Landschaftsbereich zu schaffen wird nicht mehr möglich sein. Das Entwicklungspotential von Licca Liber wird eingeschränkt werden. Die Erholungsfunktion wird entlang der gesamten Trasse durch Zerschneidung der Landschaft (Landschaftsbild, Trennwirkung der Trasse) und Lärm beeinträchtigt werden.“ 

Das Bündnis für die Region Augsburg besteht aus folgenden Organisationen: VCD (Verkehrsclub Deutschland), LBV Kreisverband Augsburg (Landesbund für Vogelschutz), AbL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft), BUND Naturschutz Kreisgruppe Augsburg, ÖDP Augsburg, Bündnis90/Die Grünen Kreisverband Augsburg-Land, Bündis90/Die Grünen Stadtverband Augsburg. Foto: DAZ-Archiv



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