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Rahmenprogramm zum Friedensfest

Augsburger Gespräche zu Literatur und Engagement

Ein neues Format zum Nachdenken und Diskutieren zur politischen Rolle der Autoren in einer zunehmend sich veränderten Öffentlichkeit soll drei Tage im Rahmen des Augsburger Friedensfestes die Zuhörer in den Bann ziehen.

In der Reihe “Augsburger Gespräche zu Literatur und Engagement” kommen einflussreiche Künstler zu Wort, um ihre Arbeit in einen politschen Kontext zu stellen. Wie kann literarische Erzählung relevant und politisch sein, wie kann man im rasenden Fluss der sozialen Medien noch die Wirkungsmacht der Literatur ausmachen?

Schon lange standen in Deutschland und der restlichen Welt die Zeichen nicht mehr derart auf Veränderung wie heute: vom Erstarken der Neuen Rechten über #metoo bis zum Klimawandel. Gesellschaftliche Einmischung scheint so wichtig und in Zeiten der sozialen Medien so einfach wie nie zuvor. Was aber ist mit jenen, die quasi von Berufs wegen mit ihrer Arbeit gesellschaftliche Entwicklungen spiegeln und mit der Öffentlichkeit darüber in einen Dialog treten, den Künstlerinnen und Künstlern? Im Rahmen des Friedensfests 2018 finden erstmalig die Augsburger Gespräche zu Literatur und Engagement statt, künftig sollen sie möglichst jedes Jahr fortgesetzt werden. In der neuen und in dieser Form einzigartigen Reihe treffen sich spartenübergreifend Autoren, Filmemacher, Musikerinnen und Musiker, um über die (Un)Möglichkeiten des Engagements heute zu sprechen, gerade mit Blick auf das Thema des diesjährigen Friedensfestes »Utopie«.

Die Veranstaltung findet vom 22. bis 24. Juli 2018 statt. Es handelt sich um ein Programm im Rahmen des Kulturprogramms zum Augsburger Hohen Friedensfest 2018. Die Augsburger Gespräche zu Literatur und Engagement werden veranstaltet von Prof. Dr. Stephanie Waldow (Universität Augsburg), Dr. Thomas v. Steinaecker und Dr. Sebastian Seidel (Sensemble Theater) in Kooperation mit dem Friedensbüro der Stadt Augsburg.



Vortrag: Wer war Christoph Langenmantel?

Am kommenden Mittwoch hält der ehemalige Bibliotheksdirektor Dr. Helmut Gier einen bemerkenswerten Vortrag im Archiv des Bistums in der Pfarrhausstraße 4

Die Augsburger Reformationsgeschichtsschreibung zu den Anfängen der reformatorischen Bewegung von der Veröffentlichung der 95 Ablassthesen bis zum Wormser Reichstag tritt seit einem Jahrhundert weitgehend auf der Stelle. Der beste Beweis dafür ist, dass eine der bedeutendsten Augsburger Gestalten dieser Umbruchszeit, Luthers früher Unterstützer und sagenumwobener Helfer bei seiner heimlichen Flucht aus der Reichsstadt, Christoph Langenmantel, bis heute der bekannteste Unbekannte der Augsburger Reformationsgeschichte geblieben ist. Im Vorfeld des 500. Jubiläums des Verhörs Luthers durch Cajetan ist es deshalb an der Zeit, auf der Grundlage neuer und lange unbeachtet gebliebener Quellen und Erkenntnisse ein umfassenderes, vollständigeres Bild dieser wichtigen Persönlichkeit und ihrer Vernetzung mit der geistigen und politischen Elite ihrer Epoche zu vermitteln.

Veranstalter: Verein für Augsburger Bistumsgeschichte. Ort: Pfarrhausstraße 4. Datum/Zeit: Mittwoch, 25. Juli 2018 – Beginn: 18.00 Uhr. Der Eintritt ist frei. Foto: Dr. Helmut Gier © DAZ