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Halle 116: Initiative fordert „umgehende Nutzungsaufnahme“

In einer Stellungnahme zeigt sich die Initiative „Denkort Halle 116“ in ihrem Vorhaben bestärkt, das ehemalige Außenlager des Dachauer Konzentrationslagers („Halle 116“) als Denkort zu nutzen

Halle 116 © DAZ

„Dies wäre ein überzeugender Beleg politischen Willens abseits öffentlichkeitswirksamer Bekenntnisse zur Friedensstadt“, so die Initiative, die in den zurückliegenden Monaten Gespräche mit allen im Regierungsbündnis vertretenen Fraktionen geführt hat und dabei versichert bekam, dass ein Verkauf der Halle an Dritte nicht mehr zur Diskussion stehe. – „Außerdem freut uns, dass das Ausstellungskonzept von Professor Gassert zur Umsetzung des Denkortes in der Halle 116 allseits als Grundlage für die weitere Planung angesehen wird“, so der Sprecher der Initiative, Dr. Harald Munding.

Die Vorträge von Karl Freller (MdL, CSU, Vorsitzender der Stiftung Bayerische Gedenkstätten) und Prof. Dr. Nerdinger (u.a. Gründungsdirektor des NS-Dokuzentrums München) hätten die Initiative darin bestärkt, ein vernünftiges und gegenüber der Geschichte verantwortungsvolles Anliegen zu formulieren.

Die Initiative sieht in Sachen Nutzung der Halle 116 ideale Voraussetzungen für folgende Maßnahmen: Zunächste müsse eine Überführung des Grundstückes in das Eigentum der Stadt und in das Vermögen einer zu gründenden Stiftung „Denkort Halle 116“ realisiert werden. Anschließend steht eine bauliche Sanierung durch die WBG aus den Mitteln der Entwicklungsmaßnahme „Sheridan-Kaserne“ auf der Agenda der Initiative – mit Einbeziehung kompatibler Interessenten in das Nutzungskonzept, wie etwa des Regionalverbands der Sinti und Roma oder der für Augsburg geplanten Zweigstelle der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. Und schließlich fordert die Initiative eine „umgehende Nutzungsaufnahme des Denkortes ohne Zuordnung sämtlicher Flächen, damit Freiräume für künftige Entwicklungen und Erweiterungen gewahrt bleiben“.



Deutschland gehen die Fachkräfte aus

Könnten die Betriebe in Deutschland alle entsprechenden Stellen mit Fachkräften besetzen, würde die Wirtschaftskraft noch stärker wachsen, so die Zusammenfassung einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln).

Eingestürzte Ackermannbrücke: Ein Fall von Fachkräftemangel? © DAZ

Das Instititut geht davon aus, dass der Fachkräftemangel das deutsche Wirtschaftswachstum um jährlich bis zu 0,9 Prozent verlangsame. Aktuell würden etwa 440.000 Fachkräfte fehlen. Wäre dem nicht so, könnte die Wirtschaftsleistung in Deutschland um bis zu 30 Milliarden Euro höher ausfallen, wie es in der Studie heißt. Die aufwändige und selten erfolgreiche Suche nach Fachkräften sei ein wichtiger Grund für niedrige Unternehmensinvestitionen und überlastete Kapazitäten.

Diese Entwicklung könnte sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Einer Berechnung des Basler Forschungsinstituts Prognos zufolge könnten 2030 zirka drei Millionen Facharbeitskräfte fehlen. Selbst bei einer gesteuerten Zuwanderung von 200.000 qualifizierten Arbeitskräften pro Jahr wäre kein Land in Sicht. Verantwortlich dafür sei die demografische Realität: Ab 2025 werden die Babyboomer in Rente gehen und sind wohl zahlenmäßig nicht hinreichend durch jüngere Fachkräfte zu ersetzen.

Digitale Kompetenzen werden immer wichtiger – auch in Augsburg

Die aktuelle DIHK-Umfrage bezüglich der Ausbildungssituation deckt sich mit Erfahrungen in der Region Augsburg. Rund ein Drittel der Unternehmen konnten laut aktueller DIHK-Ausbildungsumfrage 2017 ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen. Dies deckt sich mit den aktuellen Erfahrungen der IHK Schwaben, wonach jeder dritte Betrieb keine geeigneten Azubis findet. „Dies ist eine alarmierende Situation und es muss unsere gemeinsame Anstrengung sein, deutlich mehr junge Menschen für die Ausbildung zu begeistern“, so Oliver Heckemann, Geschäftsbereichsleiter Bildung der IHK Schwaben.

Inzwischen bieten laut der DIHK-Studie 80 Prozent der Betriebe lernschwächeren Jugendlichen eine Ausbildung an. Dies gilt auch für die Unternehmen in Bayerisch-Schwaben. Allerdings würden die Betriebe mangelnde Leistungsbereitschaft, Belastbarkeit sowie die schlechten Deutsch-und Mathematik-Kenntnisse einiger Jugendlicher beklagen. Aus der Studie geht weiter hervor, dass für knapp zwei Drittel der Unternehmen IT-Kompetenzen der jungen Mitarbeiter einen hohen Stellenwert haben. Zudem sehen es die Unternehmen als sehr wichtig an, dass die Vermittlung von Medienkompetenzen eine Schlüsselqualifikation sein müsse, die in den allgemeinbildenden Schulen vermittelt werden sollten.

67 Prozent der schwäbischen Betriebe sind mit dem dualen System zufrieden

Die Vermittlung dieser Kompetenzen während der Ausbildung ist aus Sicht der Betriebe zu spät. Große Zufriedenheit zeichnet sich dagegen bei den Unternehmen gegenüber den Berufsschulen in Bayerisch-Schwaben als Partner der dualen Ausbildung ab. „Danach waren 22 Prozent sehr zufrieden, 67 Prozent zufrieden mit dem Partner Berufsschule“, wie Oliver Heckemann abschließend betont.



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