Wendejahre
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Kulturpolitik

Staatstheater Augsburg vom Landtag beschlossen

Ein Staatstheater Augsburg ist nicht mehr zu verhindern

Eine steile These, aber schwer zu widerlegen: Aktivist Frank Arnegger vor dem Augsburger Noch-Stadttheater © DAZ

Nach einer dreitägigen Marathon-Sitzung hat der Bayerische Landtag den höchsten Haushalt seiner Geschichte verabschiedet. Zirka 61 Milliarden Euro wird der Freistaat im kommenden Haushaltsjahr investieren. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr eine Erhöhung von 1,1 Milliarden Euro. Fast 30 Gesetze wurden erlassen. Darunter der Beschluss, dass Augsburg ab September 2018 ein Staatstheater erhält. Das Augsburger Stadttheater wird im Eiltempo in ein Staatstheater transformiert.

Alle Fraktionen stimmten für die Errichtung einer Stiftung nach dem Nürnberger Modell, wonach sich Stadt und Freistaat die Kosten zu gleichen Anteilen teilen. Das Staatstheater Augsburg ist somit nicht mehr zu verhindern. Damit setze die Staatsregierung ein Zeichen für die Regionalisierung der Kulturpolitik, so Wissenschaftsministerin Marion Kiechle. Der Augsburger CSU-Landtagsabgeordnete Bernd Kränzle fand lobende Worte für die schnelle Umwandlung und der schwäbische Landtagsabgeordnete Johann Häusler (Freie Wähler) sagte, dass mit dem neuen Staatstheater eine „Gerechtigkeitslücke“ geschlossen werde, da Augsburg  neben München und Nürnberg die dritte Metropole Bayerns sei. Die erste Initiative, das Augsburger Stadttheater in ein Staatstheater umzuwandeln, ging von den Freien Wählern aus. Ihr Umwandlungs-Antrag wurde damals von der CSU abgelehnt.



Kommentar

Caiuby im Glück

Die Affäre „selbstbestimmte Urlaubsverlängerung“ hat für Caiuby keine Suspendierung zur Folge. Der FCA verhängte eine Geldstrafe: Eine pragmatische Entscheidung und zugleich eine Entscheidung, die den „Fall Caibuy“ auf die Spitze treiben könnte

Kommentar von Siegfried Zagler

Mit einer Geldstrafe kommt der beim FCA bis 2020 unter Vertrag stehende Brasilianer Caiuby davon, nachdem er bereits zum zweiten Mal seinen Urlaub eigenmächtig verlängert hat. So der Stand der Dinge, den FCA-Manager Stefan Reuter ausführlich auf der FCA-Facebookseite erläutert. Laut Reuter habe sich Caibuy für sein Fehlverhalten bei der Mannschaft entschuldigt. Die Gründe für sein neuntägiges Zuspätkommen wurden von Caiuby der FCA-Führung dargelegt und seien wohl nicht familärer Art gewesen, weshalb man auf eine hohe Geldstrafe nicht verzichten wollte. Der Fall Caiuby sei mit dem Fall Opare nicht zu vergleichen, so Reuter. Opare wurde beim FCA während der vergangenen Saison suspendiert, weil er sich mit der Schalker Führung getroffen hat und anschließend gelogen haben soll.

Formal ist das richtig: Bei Opare war der Vertrag am Auslaufen, weshalb der Augsburger Rechtsverteidiger den Verein ablösefrei hätte verlassen können. Anders die Situation bei Caiuby, dessen Vertrag bis Sommer 2020 läuft. Hätte der FCA Caiuby konsequenterweise ebenfalls suspendiert, hätte sich der Klub finanziell und sportlich selbst bestraft, da ein Caiuby in guter Form auf dem Platz kaum ersetzbar ist.

So gesehen hat der FCA klug gehandelt. Zieht man aber in Betracht, dass ein Verein von der Führungsspitze bis zum gesamten Kader über die Jugendabteilungen hinweg bis hin zu den Fanklubs für einen Wertekanon stehen sollte, der sich über Fairplay, Chancengleichheit und Teamfähigkeit definiert, dann hat der FCA kurzsichtig agiert. Ein Spieler, der ein komplettes Trainingslager verpasst, ohne dafür eine hinreichende Erklärung zu haben, ist nicht mehr vermittelbar. Der Mannschaft nicht, den Fans nicht und auch den Journalisten nicht, die zurecht beim FCA eine konsequente Linie in Sachen Disziplin und Spielerführung vermissen.

Was allerdings für Caiuby spricht, ist der Sachverhalt, dass er auf dem Spielfeld ein zuverlässiger Kämpfer ist, der mit seiner unglaublichen Athletik und Laufbereitschaft für eben jene Tugenden steht, die den FCA in den Orbit der Erstklassigkeit geschossen und dort gehalten haben. Caiuby steht seit heute unter Bewährung. Er muss ab sofort nicht nur sportlich überzeugen, sondern auch sein Privatleben in den Griff bekommen. Dass „uns Kai-Uwe“, der am Samstag 30 Jahre alt wird, beides gelingen wird, ist unwahrscheinlich – aber immerhin möglich.



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