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Kino

Idylle Ballmertshofen: Große Filmkunst im Schatten der Mondfinsternis

Das Ballmertshofer Filmfest ist nicht nur eine Institution in Sachen Aufklärung und Toleranz, sondern eine generationenübergreifende Familienparty mit Suchtcharakter und einer besonderen Life-Premiere im 41. Jahr: die Mondfinsternis, die den Beginn der Open Air-Vorführung etwas hinauszögerte.

Von Udo Legner

Foto: Filmplakat-Wand in Ballmertshofen © Udo Legner

Bei lauen Temperaturen konnten sämtliche Abendfilme unterm Sternenzelt der Ostalb gezeigt werden. Im Filmsaal sorgten prämierte Filmkunst und ein Kühlgebläse dafür, dass auch die Dauerkartenbesitzer unter den Filmfestbesuchern ihren Filmmarathon in bester Erinnerung behielten. Bis zu zehn Filme gönnte sich der harte Kern der Festivalschar, während sich der ein oder andere Besucher mehr dem Rahmenprogramm widmete oder auf dem idyllischen Filmfestgelände seine Seele baumeln ließ.

Dass beim traditionellen Sebastian-Kneipp-Gedächtnislauf am frühen Samstagmorgen mehr als 60 Läufer und Läuferinnen an den Start gingen, gehört – ebenso wie die zahlreichen frühmorgendlichen Yogarunden und die Kreationen der Küchenfee – zu den beeindruckenden Besonderheiten des Ballmertshofer Filmfests, das auch immer mehr Gäste aus der Region in die kleine Härtsfeld-Gemeinde, gerade noch links von der bayerischen Grenze lockt.

Zum Filmfest-Konzert am Samstagabend fanden sich deutlich mehr Besucher ein als der Ort Einwohner zählt, wovon – so hieß es in der Bilanz des Filmfestteams stolz – die Filmfeste in Cannes und Berlin nur träumen können. Einziger Wermutstropfen beim 41. Ballmertshofer Filmfest für die Filmfestmacher – beide Fußballderbys zwischen Filmfest-Team und Dorfmannschaft wurden vom Dorfteam gewonnen. Im Gegensatz zum DFB reagierte die Filmfestk(r)uh prompt und beurlaubte mit sofortiger Wirkung den gesamten Trainerstab.

 



Fledermauskästen im Bereich Herrenbach

Stadt will Nisthilfeangebot für Fledermäuse und Vögel im Stadtgebiet ausbauen

Weißrandfledermaus Foto: Friedrich Seidler

“Für die gefällten Bäume am Herrenbach werden in der kommenden Woche Fledermauskästen aufgehängt. Obwohl bei der Fällaktion keine Fledermäuse in den betroffenen Bäumen festgestellt wurden, sollen die Populationen gestützt und Schlafquartiere ergänzt werden. Aus diesem Grund werden im näheren Umfeld der gefällten Bäume am Herrenbach Fledermauskästen angebracht.” So ein Statement der Stadt in Form einer Presseerklärung.

Die Stadt Augsburg hat in den vergangenen Jahren in Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogelschutz e.V. bereits über 200 Nistkästen für geschützte Fledermausarten im Stadtwald und verschiedenen Friedhöfen aufgehängt. Die Nistkästen wurden größtenteils einzeln und in größeren Abständen angebracht. Das soll sich nun ändern. Da Fledermäuse gesellige Tiere sind, ist die Anbringung in Gruppen die bessere Lösung. Nun werden fünf bis sechs verschiedene Kästen auf kleinem Raum aufgehängt. Fledermäuse finden die neuen Quartiere nicht so schnell wie Vögel, weil sie aufgrund der auf geringe Distanz ausgerichteten Echoortung die neuen Quartiere nur aus der Nähe entdecken.

Bei Fledermäusen gilt daher: „Viel hilft viel“. Je größer die Kastengruppen und je länger die Kästen bereits hängen, desto mehr Tiere nutzen auch die künstlichen Höhlen. Die Stadt Augsburg wird neben der aktuellen Maßnahme „Herrenbach“ das Nisthilfeangebot für Fledermäuse und Vögel im Stadtgebiet weiterhin fördern. So ist als Nächstes die Anbringung von weiteren Nistkästen an Schulen und weiteren städtischen Gebäuden in Kooperation mit dem Landesbund für Vogelschutz und im Bereich der Mülldeponie geplant.



Von nun an: Staatstheater Augsburg

Mit “Herz aus Gold” stirbt das Stadttheater Augsburg

Am gestrigen Samstag ging mit der letzten Vorstellung des Musicals “Herz aus Gold” die letzte Theater-Saison des Augsburger Stadttheaters zu Ende. Es handelte sich um eine künstlerisch überzeugende und um eine erfolgreiche Spielzeit der neuen Intendanz unter der Leitung von André Bücker, der mit dieser Saison die lange Ära des Augsburger Stadttheaters zu einem würdevollen Ende brachte. Das Stadttheater ist tot, es lebe das Staatstheater! Im September treffen wir uns im “Staatstheater Augsburg”. Der letzte Schrei des Stadttheaters: ein packendes Spektakel mit ergreifender Musik.

Von Dr. Helmut Gier

Packendes Spektakel: Herz aus Gold   Foto: © Jan-Pieter Fuhr

Während sich die Stadt selbst anläßlich ihres geschichtlichen Feiertags am 8. August mit dem multikulturellen Zusammenleben in der Gegenwart auseinandersetzt, schenkte nun das Theater Augsburg der einstigen Reichsstadt ein historisches Festspiel „Herz aus Gold“ zum 500. Jubiläum des Reichstags von 1518, des Verhörs von Luther durch Cajetan und der Wahl Kaiser Karls V.. Dass dieses historische Festspiel mit geradezu einer Apotheose des Reformators am Ende in Gestalt eines Fugger-Musicals daherkommt, bescherte der Verlebendigung des Goldenen Zeitalters der Reichsstadt 35.000 Zuschauer. In der letzten (ausverkauften) Vorstellung zeigte sich das Publikum begeistert: Leuchtstäbe schwenkend und zu stehenden Ovationen hingerissen, von dem, was auf der Freilichtbühne geboten wurde. Ein Projekt zu schaffen, das auf ganz eigene Weise in die Stadtgesellschaft hineinwirkt, ist Bücker auf überzeugende Weise gelungen.

Wie keine andere Persönlichkeit steht Jakob Fugger für die Glanzzeit der Augsburger Geschichte, als die Stadt die heimliche Haupttadt des Reichs war. Wenn mittlerweile sogar ein amerikanischer Journalist, der auch für das Wall Street Journal arbeitet, „the richiest man who ever lived“ entdeckt und glaubt, dass Fugger sogar Rockefeller und Bill Gates in den Schatten stellt, dann scheint eine solche Figur ja wie geschaffen, einmal Hauptfigur eines großen Augsburger Musicals zu werden.

Trotzdem bleibt es eine Herausforderung, die Persönlichkeit eines einflussreichen und kapitalkräftigen Geschäftsmanns, der vor über 500 Jahren gelebt hat, auf die Bühnen zu bringen, da uns die ökonomischen und politischen Voraussetzungen fremd geworden sind. Zuviele Schlacken der Geschichte stören die Identifikation. Das Musical „Herz aus Gold“ geht den Weg des klassischen „Biopics“, umfasst also mehrere Jahrzehnte im Leben Jakob Fugger von seiner Rückkehr aus Venedig 1487 bis zum Aufenthalt Luthers in Augsburg im Oktober 1518. Das bringt es mit sich, dass eine übergroße Fülle von Vorgängen und Ereignissen in dem Musical angetippt und in es hineingepresst wird: Bank- und Darlehensgeschäft, Engagement im Tiroler Bergbau, Finanzierung des kaiserlichen Hofs, Geschäfte mit der Neuen Welt, Ablasshandel und Reformation, zu denen Konflikte in der Stadtgesellschaft und in der Familie hinzukommen.

Doch setzt das Musical vor allem musikalisch ganz auf Herz und Schmerz, nämlich die unglückliche Beziehung zu den Sybilla senior und junior genannten Frauen, Mutter und Tochter. Jakob Fugger wird nicht nur als nüchterner Geschäftsmann vorgeführt, sondern auch als jemand, der seiner Jugendliebe die Treue gehalten hat, und als Heimkehrer aus der Fremde eine große Enttäuschung erlebt, als er seine Jugendliebe verheiratet mit einer Tochter wiederfindet. Die spätere Heirat mit dieser aus Vernuftgründen vermag ihn darüber nicht hinwegzutrösten. 

Durch die Betonung auf dem Liebes- und Ehekonflikt bekommt das Musical, vor allem im zweiten Teil, etwas Kammerspielhaftes, häufig sind nur ein oder zwei Personen auf der Bühne, so dass die Weite der ungemein stimmungsvollen Freilichtbühne oft zu wenig ausgenutzt wird. Immerhin bietet sie Raum für die gute alte Showtreppe. So entsteht insgesamt eine Mischung aus einem modernen Musical mit großen gefühlsbeladenen Songs, einer Spieloper und einem Historiendrama, dessen Sprache teilweise etwas gestelzt wirkt. Manche Szenen umweht der Hauch einer Mixtur von Pathos und Schulfunk.

Nachdem die kommerziellen Musiktheater aufgrund des hohen Kostendrucks schwächeln, schlägt seit geraumer Zeit die Stunde der hoch subventionierten staatlichen und städtischen Bühnen in dieser Gattung, vor allem wenn es darum geht, große Zuschauerzahlen zu erreichen. Den Zwang zum schlanken Produzieren merkt man aber auch dieser Aufführung auf der Freilichtbühne an.

Welche Chance zu einem großen Aufzug, eventuell sogar mit Pferden, und zur Prachtentfaltung hätte etwa die Ankunft der Reichstagsteilnehmer auf der Bühne vor dem Roten Tor geboten?! Stattdessen spaziert Kaiser Maximilian mutterseelenallein in die Stadt. An Mut zu Lokalpatriotismus sowie Fahnen und Wappen, da wären auch etwas mehr ‘pomp and circumstances’ angebracht gewesen. 

Doch entfaltet sich immerhin ein packendes Spektakel, das von der eingängigen, zum Teil emotional ergreifenden Musik lebt. “Augsburg, Augsburg du herrliche Stadt”, singt der Chor zu Beginn. “Augsburg, Augsburg, du mächtiger Ort”. Das Stück hat Potential, es sollte weiterentwickelt werden. Es könnte zu dem Augsburg-Stück werden, auf das die Stadt nach verschiedenen (missglückten) Anläufen schon lange wartet. Auf jeden Fall ist es sehr zu begrüßen, dass das Musical nicht nach zwanzig Aufführungen wieder in der Versenkung verschwinden soll.



Bombenfund

Bombenalarm im Herrenbach

Die gefundene Blindgänger-Bombe beim Herrenbach sorgte gestern Abend für Angst, Schrecken und einen reibungslosen Großeinsatz der Sicherheitskräfte. Die Bombennächte im Winter 1945 verfolgen die Bürger der Stadt Augsburg bis auf den heutigen Tag – nicht “nur” in der Erinnerung.

Von Siegfried Zagler

OB Kurt Gribl (l.) zusammen mit Helfern und evakuierten Bürgern vor der BRK-Notunterkunft Foto: privat

Ein Stadtviertel im Ausnahmezustand. Im Gegensatz zum “Ausnahmezustand Weihnachtsbombe” im Augsburger Stadtzentrum, die im Dezember 2016 zur größten Evakuierungsaktion der Nachkriegsgeschichte führte (54.000 Personen), konnten sich zirka 1000 betroffene Herrenbacher gestern Abend nicht vorbereiten. Knapp 1000 Personen folgten gestern Nacht den überraschenden Evakuierungsaufrufen der Stadt. Zirka 200 Menschen fanden sich bei der eilig eingerichteten Notunterkunft des BRK an der Berliner Allee, bei der Interimspielstätte des Theaters im Martinipark und beim DLRG-Gebäude an der Friedberger Straße ein.

Die Mehrzahl der Menschen fand bei Verwandten oder Freunden Unterkunft. Die 225 Kilogramm-Bombe, ein amerikanisches Modell, wurde von Sprengmeister Michael Filips und seinem Team noch spät in der Nacht erfolgreich entschärft: Gegen 23.30 Uhr war der Spuk vorbei. Das Großaufgebot von zirka 450 Einsatz- und Rettungskräften, die für den schlimmsten Fall vor Ort zusammengerufen wurden, zeigte sich erleichtert und organisierte den Abzug. Die Einsatzzentrale beim Fabrikschloss in der Reichenberger Straße wurde flugs wieder aufgelöst.

Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl, der zusammen mit Bürgermeisterin Eva Weber und Ordnungsreferent Dirk Wurm vor Ort war, brachte gegenüber der DAZ Respekt und Dankbarkeit zum Ausdruck: “Es war ein von den Einsatzkräften lehrbuchmäßig durchgeführter Einsatz, dafür gebührt Dank und großer Respekt. Die Anwohner vor Ort haben sich verständnisvoll und kooperativ verhalten, auch das ist nicht selbstverständlich. Wir Augsburger haben mal wieder gezeigt, dass wir zusammenhalten, wenn es darauf ankommt. Das macht mich schon ein bisschen stolz”.

 



Eilmeldung: Bombe entschärft – Herrenbach wieder im Normalzustand

Vor Mitternacht war der Spuk vorüber und die Gefahr der Explosion einer Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg gebannt. Die Bewohner der Evakuierungszone können wieder in ihre Wohnungen zurück.

Wie aus der städtischen Homepage zu entnehmen ist, ist die Gefahr gebannt: “23:40 Uhr: Die Fliegerbombe wurde entschärft! In voraussichtlich wenigen Minuten werden die Straßensperren aufgehoben und die Anwohner können zurück in ihre Wohnungen. Auf der Facebookseite von Ordnungsreferent Dirk Wurm liest sich der Sachverhalt folgendermaßen: “Die Fliegerbombe im Herrenbach ist entschärft!! Alles gut gegangen 👍 Vielen Dank an alle Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Stadt und natürlich das Entschärfungsteam 🙏 War wieder einmal eine super Zusammenarbeit👌 Alle Bewohnerinnen und Bewohner können nun nach und nach wieder in ihre Wohnungen zurück 😊.”



Eilmeldung

Fliegerbombe in Herrenbachstraße gefunden

Samstag, 28. Juli, 21 Uhr: Bei Bauarbeiten wurde eine Fliegerbombe gefunden. Die Polizei hat im Umkreis von 300 Metern die Evakuierung angeordnet und weist darauf hin, dass keine konkrete Gefahr und kein Grund zur Panik bestehen.

Bombenfund beim Herrenbach: Evakuierung wegen Gefahr im Verzug © DAZ Archiv

Die Evakuierungszone im Herrenbach umfasst folgenden Bereich:  nördliche Grenze: Reichenberger Straße,  östliche Grenze: Berliner Allee –  südliche Grenze: Heinestraße bis zur Verlängerung der Berliner Allee, westliche Grenze: der Herrenbach. Wer nicht körperlich mobil ist und Hilfe beim Transport aus der Evakuierungszone braucht, soll unter der Rufnummer 0821 19222 einen Krankentransport anfordern.

Wegen der Evakuierung wird der Linienbetrieb der Linien 33 und 36 bis auf Weiteres eingestellt und es werden Notunterkünfte eingerichtet. Das Theater hat die Interims-Spielstäte im Martinipark (Provinostraße 52) als Unterkunft geöffnet. Zudem kommen evakuierte Personen auch beim BRK-Kreisverband (Berliner Allee 50 a) und bei der DLRG Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. (Friedberger Straße 18) unter. Die Arbeitsgemeinschaft Augsburger Hilfsorganisation kümmert sich vor Ort.

Die Einsatzleitung der Evakuierung hat die Polizei Nordschwaben. Sie informiert laufend auf ihrem Twitter- und Facebook-Kanal (Facebook/Twitter: @polizeiSWN). Die Stadt Augsburg informiert ebenfalls auf ihren Social-Media-Kanälen (Facebook: @stadtaugsburg, @augsburgcity).

Bei der Stadt Augsburg sind auch unter www.augsburg.de laufend Informationen zur Entwicklung vor Ort sowie zum Abschluss der Evakuierung und zur Bombenentschärfung abrufbar.



Kritik: Theater antwortet mit Bilanzbericht

Theater Augsburg: “Spielfeld performativer und politischer Auseinandersetzung”

André Bücker startete in seiner ersten Saison neue Projekte und Kooperationen; die selbstreferenzielle Bewertung des Augsburger Theaters fällt – wenig überraschend – positiv aus, während es zugleich – einigermaßen überraschend – Kritik von der Stadtspitze gibt.

Herz aus Gold – Foto: Jan-Pieter Fuhr

Oberbürgermeister Kurt Gribl zeigte sich verschnupft über Bückers “Neuausrichtung der Sponsorenstrategie” sowie über die Kommunikation bezüglich der Zuschauerzahlen in Sachen Musical auf der Freilichtbühne. Ebenfalls wenig glücklich, nicht nur aus OB-Sicht, ist die Aussage Bückers, dass er der Stadt zu seinem Amtsantritt das Fugger-Musical geschenkt habe.

Mit der Verpflichtung von André Bücker hat die Stadt Augsburg für die Interimspielzeiten, die wohl bis 2023 andauern werden, etwas bestellt, das unter der Ägide von Juliane Votteler nicht richtig in Schwung kam: die Öffnung des Theaters. Und Bücker hat geliefert. Mit der Übernahme der Intendanz des Theater Augsburg durch André Bücker in der Spielzeit 2017/18 wurde der Bereich der Theaterpädagogik mit der Schaffung einer zusätzlichen Stelle stärker gewichtet und die interkulturelle, interdisziplinäre Plattform Plan A ins Leben gerufen. Im Sinne einer »Öffnung zur Stadtgesellschaft« entstanden zahlreiche Projekte und Kooperationen mit Künstlern und Institutionen.

“Die Theaterpädagoginnen Nicoletta Kindermann und Imme Heiligendorff legen den Fokus ihrer kulturellen Bildungsarbeit auf Vermittlungsformate für alle Sparten des Hauses, die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Theater, partizipative Projekte sowie auf die Öffnung des Theaters zur Stadtgesellschaft”, wie es in einem Statement der Theaterleitung heißt. Hierzu zählten auch außerschulisch-partizipative Formate und Kooperationen wie beispielsweise »Ballroomdance. The Show«, das »Migrationsprojekt für Schwaben« oder das breitgefächerten Workshop-Programm »Theater als Expedition«.

Thomas Weitzel, Kurt Gribl, Andre Bücker (v.l.) Foto: (c) DAZ

Mit der interdisziplinär und interkulturell ausgerichteten Plattform Plan A unter der Federführung von Hausregisseurin Nicole Schneiderbauer sieht das Theater Augsburg in der Spielzeit 2017/18 “ein Spielfeld performativer und politischer Auseinandersetzung eröffnet”. In vielfältigen Kooperationen und an unterschiedlichen Orten stelle sich Plan A den Fragen unserer Zeit und schaffe dabei Begegnungen zwischen Kunst, Wissenschaft und den Menschen der Metropolregion Augsburg. Mit erfolgreichen Produktionen und Kooperationen wie dem performativen Theateressay »Solvejg. Mon Amour«, dem türkischen Gastspiel »Gesichter Anatoliens« oder »Grandhotel meets Theater« habe die Plattform einen erheblichen Beitrag zur Öffnung des Theaters geleistet “und kooperierte dabei mit Akteuren der Stadtgesellschaft sowie der Freien Szene”, wie es im Theaterstatement weiter heißt.

Weitere Kooperationen, Formate und Gastspiele des Theater Augsburg wie das Stadtraumformat des »Tatort Augsburg«, der künstlerische Adventskalender oder die Theaterpredigten zeigten ebenfalls die große Bereitschaft der Intendanz Bücker an, das Theater für ein breiteres Spektrum der Stadtgesellschaft zu öffnen.

Auch in der folgenden Staatstheatersaison sind integrative Formate Bestandteil des Spielplans, wie Intendant André Bücker hervorhebt: “Die Öffnung des Theaters zur Stadtgesellschaft war und ist in Augsburg ein wichtiges Anliegen. Wir haben uns in dieser Spielzeit dieser Herausforderung umfassend und vielschichtig gestellt. Das beweist diese Bilanz. Ich bin sehr glücklich über die Vielfalt der Kooperationen. Wir haben in der Stadt großartige Partner gefunden, mit denen wir die Zusammenarbeit in den kommenden Jahren vertiefen werden.”



Kulturförderung

Mehr Geld für Augsburgs Live-Clubs

Kulturausschuss bewilligt 60.000 Euro Förderung für die Popkultur-Szene in Augsburg und stärkt mit dieser Maßnahme das Kultursozialticket 

Um den Standortfaktor Popkultur in Augsburg zu würdigen, hat der Kulturausschuss in seiner letzten Sitzung einstimmig eine Förderung für die Augsburger Club-Szene in Höhe von 60.000 Euro beschlossen. „Popkultur ist ein wichtiger Faktor für eine urbane Großstadt. Die freie Musik- und Clubszene mit ihren Spielstätten sowie unterschiedlichen musikalischen Schwerpunkten, Zielgruppen und Formaten trägt wesentlich zum lebendigen Kulturleben in der jungen Universitätsstadt Augsburg bei“, so Kulturreferent Thomas Weitzel.

Ab 2019 sollen nun jene Clubs gefördert werden, die seit mindestens zwei Jahren einen andauernden Konzertbetrieb mit fester Spielstätte haben. Voraussetzung ist außerdem die Einreichung eines jährlichen Kosten- und Finanzierungsplans bei der Kulturverwaltung. Zudem müssen sich die Clubs dem Kultursozialticket der Stadt Augsburg und der Augsburger Tafel e.V. anschließen, um Bürgern, die sich Tickets schwer leisten können, den Konzerteintritt zum symbolischen Eintrittspreis von einem Euro zu ermöglichen. Die Prüfung der Anträge und die damit verbundene Auszahlung von Zuschüssen obliegt nun dem Kulturamt (Popkulturbeauftragten) in Abstimmung mit dem Kulturreferat.

Auch die Popkulturbeauftragte der Stadt Augsburg Barbara Friedrichs freut sich über den Beschluss des Kulturausschusses:„Ein Live-Club ist eine absolute Gratwanderung und mit viel Herzblut und finanziellem Risiko verbunden. Es ist höchste Zeit, die Betreiber der Clubs in Augsburg in ihrer Arbeit zu unterstützen.“ Die Vergabe der Zuschüsse erfolgt nun in engem Austausch mit den Betreibern der Live-Spielstätten in Augsburg. Foto: Jazz Club Augsburg © DAZ



FCA: Marcel Heller geht zurück nach Darmstadt

Mittelfeldspieler Marcel Heller ist nicht mit den FCA-Profis ins Trainingslager nach Längenfeld in Tirol (Österreich) gereist.

Grund dafür ist, dass der 32-Jährige, der noch einen Vertrag bis Juni 2019 besaß, den FCA verlassen und zu seinem ehemaligen Verein SV Darmstadt 98 wechseln wird. Über die Ablösemodalitäten haben beide Vereine Stillschweigen vereinbart. – „Ich bedanke mich bei allen Verantwortlichen, Teamkollegen und Fans für die Unterstützung im letzten Jahr. Ich habe mich in Augsburg, im Verein und im Team sehr wohl gefühlt und in dieser Zeit sehr viel gelernt. Dennoch fühlt es sich für mich jetzt so an, als ob ich wieder „nach Hause“ komme“, begründet Marcel Heller diesen Schritt. „Ich wünsche dem FCA alles Gute und hoffe, dass das Team seine Ziele erreicht.“

„Wir sind sicher, dass wir eine für alle Seiten gute Lösung gefunden haben“, sagt Stefan Reuter, Geschäftsführer Sport des FCA. „Wir bedanken uns bei Marcel Heller für seinen Einsatz für den FCA und das Team und wünschen ihm bei seinem ehemaligen und neuen Verein alles Gute.”



Haftbefehl wegen Großbrand im Caritasgebäude aufgehoben

In der Causa “Brandstiftung Caritas” gibt es offenbar eine juristische Wendung: Der Haftbefehl wegen Großbrand im Caritasgebäude gegen den Beschuldigten wurde aufgehoben

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat das Amtsgericht Augsburg den Haftbefehl wegen schwerer Brandstiftung gegen den 28jährigen Beschuldigten aufgehoben. Er wurde aus der Untersuchungshaft entlassen. Die Gegenüberstellung mit einem Augenzeugen führte zusammen mit weiteren Erkenntnissen dazu, dass der dringende Tatverdacht derzeit nicht aufrechterhalten werden kann. Die Ermittlungen sind noch nicht beendet. “Neben der weiteren Spurenauswertung sind die sachverständigen Stellungnahmen zur Brandursache abzuwarten”, wie es in einer Pressemitteilung der Augsburger Staatsanwaltschaft heißt.