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Bürger machen gegen Baumfällungen mobil

Augsburger Baum-Allianz setzt sich für Erhalt des städtischen Baumbestands ein

Baumfällungen am Herrenbach sorgen für die Gründung einer „Augsburger Baum-Allianz“ 

Baumschützer Alexander Schmidt, Bruno Marcon, Susanne Altmann, Christian Ohlenroth (v.l.) Foto: privat

Die Gründer der Baum-Allianz wollen eine effektive Struktur schaffen, um Entscheidungsprozesse der Stadtregierung in Bezug auf Baumfällungen zu hinterfragen, und sich ihnen gegebenenfalls widersetzen. Die Qualität des städtischen Lebensraums, Landschaftspflege sowie Natur- und Umweltschutz liege dem Verein ebenso am Herzen wie die Förderung bürgerschaftlichen Engagements. So erklärten sich die Aktivisten heute Vormittag in einer Pressekonferenz. Der Verein besteht aus 20 Gründungsmitgliedern, die sich bereits am Herrenbach gegen die Baumfällungen gewehrt haben, und nun Verstärkung von Bruno Marcon (Attac-Augsburg) sowie von Christian Ohlenroth (Bügerinitiative Thelottviertel) bekommen. In den Vorstand wurden Susanne Altmann, Yvonne Schlosser, Bruno Marcon, Christian Ohlenroth und Alexander Schmidt gewählt.

Das Konzept des Vereins besteht aus der Idee, einen Schulterschluss von Kompetenz- und Erfahrungsträgern sowie bürgerschaftlich aktiven Personen zu bilden. Auslöser für die Gründung der „Baumallianz Augsburg e.V.“ waren die Baumfällungen am Herrenbach Ende Mai. Erklärt wurde die städtische Hauruck-Aktion mit einer akuten Hochwassergefahr („Gefahr in Verzug“), bedingt durch eventuell umfallende Bäume am Kanal. Eine Erklärung, die damals vielen Bürgern nicht ganz geheuer vorkam.

Das alternativlose Abholzen wertvoller Baumbestände durch die Stadtregierung habe System, so Bruno Marcon und Christian Ohlenroth unisono. „In jüngster Zeit sind massiv Baumfällungen ohne vorhergehende Aussprache durchgeführt worden, wie in Göggingen, am Stadttheater, am Flößerpark, am jüdischen Friedhof, am Martinipark, an der Holbeinstraße, beim TCA und an vielen weiteren Orten.“ Wertvoller Baumbestand sei für immer vernichtet worden, wie die Baumschützer beklagen.

Hochwasserschutz mit Kettensäge © DAZ

„Verantwortlicher Referent für den Baumschutz ist Umweltreferent Reiner Erben (Grüne) in enger Abstimmung mit Oberbürgermeister Kurt Gribl. Mit ihren Stadtentwicklungsplänen vernichten sie das Stadtgrün mit seiner wertvollen Lebens- und Lungenfunktion, die für die Stadtteile und die Bürger von elementarer Bedeutung ist. Besonders Erben hat sich vor einigen Jahren schon einmal als Verkäufer des Siebentischwaldes hervorgetan, als dieses Naherholungsgebiet privatisiert werden sollte. Durch massive Bürgerproteste und ein Bürgerbegehren konnte dies gerade noch verhindert werden. Seit Jahren will Erben neue Anordnungen verfügen, Bußgelder verhängen, Ersatzpflanzungen vorschreiben, die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen, auf Aufklärung setzen und Schulungen durchführen. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Dadurch hat Erben spätestens seit der Baumfällung am Herrenbach jegliche Glaubwürdigkeit verloren.“ So wird das Agieren von Umweltreferent Erben und OB Gribl in Sachen Umweltschutz in einer Pressemitteilung der Allianz beschrieben. Die aktuelle Fällung hätten nun das Fass zum Überlaufen gebracht.

„Wer es so macht, hat von Bürgerbeteiligung nichts verstanden“, sagt Bruno Marcon, der betont, dass er großen Ärger verspüre, wenn er Revue passieren lässt, dass ironischerweise in Verantwortung eines Grünen Referenten die größten Kahlschlagaktionen in der Geschichte Augsburgs stattgefunden haben. Diese Stadtentwicklungspolitik sei unsäglich. „Wir gehen davon aus, dass am Herrenbach kein einziger Baum mehr gefällt wird“, so Marcon. In einer Bürgerversammlung am 16. Juli sollen Appelle an die Stadt gerichtet werden – mit der Hoffnung, dass die Stadt auf die Wünsche der Bürger eingeht. Auf der Bürgerversammlung sollen Alternativvorschläge in „Sachen Herrenbach“ gemacht und möglicherweise über einen differenzierteren Hochwasserschutz referiert werden.

Ausdrücklich betont die neugebildete Allianz, dass Hochwasserschutz auch gegenüber dem Baumschutz Priorität habe. Doch müsse ein effizienter Hochwasserschutz am Herrenbach sowie an den anderen Kanälen nicht zwingend mit radikalen Baumfällungen einhergehen. „Mit entsprechenden Kanal-, Platten- und Hubschütz-Ertüchtigungen in Verbindung mit einem entsprechenden Frühwarnsystem sind großflächige Fällungen an den Kanälen vermeidbar.“

Begrüßt wurde auch das Schafitel-Engagement: „Wenn Volker Schafitel nicht eine Klage hätte prüfen lassen, hätten wir es gemacht“, so Marcon.

In ihrem Forderungskatalog zeigt sich die Allianz davon überzeugt, dass die Stadt einen wirkungsvollen Hochwasserschutz an den Kanälen offensichtlich jahrzehntelang ignoriert habe, und deshalb endlich die entsprechenden Kanal- und/oder Schleusen- Ertüchtigungen durchzuführen habe. Gefordert wird auch, dass „die für Herbst geplante Fällung der restlichen Bäume am Herrenbach sofort eingestellt wird“.



MOjazZART mit Klassik-Jazz Crossover im Sensemble

Die Musiker des „Trio MOjazZART“, Bernd Haselmann (Piano), Andreas Traub (Bass) und Markus Halder (Drums) wagen am Donnerstag, 28. Juni, 20.30 Uhr in der Sensemble-Bar den Schritt in den Bereich der sogenannten „Klassischen Musik“.

Aus Themen von z. B. Mozart, Smetana, Debussy entstehen Stücke, die Raum für Improvisationen, Swing und Grooves bieten. Den Zuhörer erwartet ein Programm voll Jazz abseits der bekannten Themen des Mainstreamrepertoires. Zur Setlist gehören neben Stücken wie „Rondo alla turca“ und „In diesen heil‘gen Hallen“ auch Jazzkompositionen wie das von klassischen Fugen inspirierte „Interplay“ des Pianisten Bill Evans, oder Oscar Petersons „Salute to Bach“ mit dem dieser schon vor Jahrzehnten der Klassischen Musik seine Referenz erwiesen hat. Der Eintritt frei. Spenden erbeten.



Landtag beschließt Augsburger Uni-Klinik

Mit der Schlussabstimmung im Bayerischen Landtag ist die 6. Universitätsklinik in Bayern ab 1.Januar 2019 Gesetz

Die Augsburger Uni-Klinik hat gestern die letzte Hürde genommen. Der Bayerische Landtag stimmte am Dienstag, 26. Juni 2018, dem Gesetzentwurf der Staatsregierung zur Errichtung des Universitätsklinikums Augsburg zu. Damit wird die Augsburger Uni-Klinik zum 1.Januar 2019 gegründet und kann ihren Betrieb aufnehmen.

Mit der Abstimmung im Landtag ist u.a. auch eine Änderung des Bayerischen Universitätsklinikagesetzes verbunden. Darin ist jetzt festgehalten, dass es mit Augsburg ab dem 1.Januar 2019 eine sechste Bayerische Universitätsklinik gibt. Weil die Uni-Kliniken im Gesetz alphabetisch geführt werden, macht Augsburg den Anfang, gefolgt von Erlangen, den beiden Münchner Uni-Kliniken Großhadern und der Ludwig-Maximilians-Universität sowie Regensburg und Würzburg.



FCA verpflichtet Fredrik Jensen

Der FC Augsburg hat sich die Dienste des finnischen Nationalspielers Fredrik Jensen gesichert. Der 20-jähirge Mittelfeldspieler wechselt vom niederländischen Klub Twente Enschede nach Augsburg und erhält einen Fünf-Jahres-Vertrag bis zum 30. Juni 2023. Über die Wechselmodalitäten haben beide Vereine Stillschweigen vereinbart.

„Wir freuen uns, dass es gelungen ist, Fredrik Jensen zu verpflichten. Er ist ein junger, sehr talentierter Spieler, von dem wir überzeugt sind, dass er sich in unserem familiären Umfeld optimal weiterentwickeln kann“, sagt Stefan Reuter, Geschäftsführer Sport.

„Als kleiner Junge träumt man immer davon, einmal in einer europäischen Top- Liga spielen zu dürfen. Diesen Traum kann ich mir mit dem Wechsel zum FC Augsburg in die Bundesliga nun erfüllen. Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung und möchte alles dafür tun, um der Mannschaft dabei zu helfen, ihre Ziele zu erreichen“, so Neuzugang Fredrik Jensen.

Für Twente Enschede absolvierte der Offensivspieler in der abgelaufenen Saison in der niederländischen Eredivisie 30 Spiele, in denen er fünf Tore erzielte. Auch für die finnische Nationalmannschaft war Jensen bereits am Ball. In sechs Begegnungen gelangen ihm zwei