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Mord verjährt nie: Anklageerhebung 25 Jahre nach Tat

25 Jahre nach dem Mord an der Prostituierten Angelika B. hat die Staatsanwaltschaft Augsburg bereits am 31. Mai Anklage gegen einen mutmaßlichen Täter erhoben.

Dem 50-jährige Stefan E. aus Augsburg  wird vorgeworfen, im September 1993 eine 36-Jährige Prostituierte ermordet zu haben. Angelika B., die damals bei der Ackermann-Brücke „anschaffen ging“, wurde am 25. September 1993 getötet. Ihre Leiche wurde am darauffolgenden Tag von einem Passanten entdeckt – in einem Straßengraben im Ortsbereich Gessertshausens. Neue Indizien begründen nun den dringenden Tatverdacht gegen den Mann, der durch seine Prahlereien ins Visier der Ermittler kam. Weiter wird ihm zur Last gelegt, im Jahr 2017 eine Frau aus seinem privaten Umfeld vergewaltigt zu haben. Bis zu seiner Verhaftung lebte der mutmaßliche Täter in einer kleinen Wohnung eines Mietshauses in der Jakobervorstadt. Das Strafgesetzbuch sieht im Falle einer Verurteilung der angeklagten Taten eine lebenslange Freiheitsstrafe vor. Der Termin zur Hauptverhandlung steht noch nicht fest. Foto: Justizgebäude/Gögginger Straße (c) DAZ



Grüne lehnen Baugebiete in Bergheim und Radegundis entschieden ab

Die Stadtratsfraktion der Augsburger Grünen lehnt die Ausweitung von Baugebieten in Bergheim und Radegundis („Zum Fuggerschloss“ und südlich von Radegundis) entschieden ab – und bieten Unterstützung für ein Bürgerbegehren an.

Foto: Cemal Bozoglu Foto (c) Cynthia Matuszewski

Die Grüne Stadtratsfraktion lehnt die erneut aus der Schublade gezogenen Pläne eines Baugebiets „Zum Fuggerschloss“ am Ortsrand von Bergheim entschieden ab. „Die Bergheimerinnen und Bergheimer haben gemeinsam mit der Verwaltung ein Ortsentwicklungskonzept erarbeitet. Darin wird diese Fläche zurecht als ungeeignet für Wohnbebauung qualifiziert. Denn sie ist die letzte Pufferfläche zwischen der heutigen Bebauung und dem Landschaftsschutzgebiet, liegt innerhalb des Naturparks Westliche Wälder und hat nach Ansicht aller Experten einen hohen ökologischen und landschaftlichen Wert. Die wenigen Einfamilienhäuser, die darauf entstehen könnten, können diesen Eingriff in Natur und Landschaft auf keinen Fall rechtfertigen.“ So das Statement der Fraktionsvorsitzenden Martina Wild, die sich kämpferisch gibt: „Wenn einige Stadträte nun versuchen, dieses Baugebiet gegen die ansässigen Bürgerinnen und Bürger, gegen die Natur- und Umweltschutzverbände, gegen den Naturschutzbeirat und gegen uns Grüne mit Gewalt durchzudrücken, dann müssen sie mit erheblichem Widerstand rechnen.“

Auch die Planung für ein „urbanes Dorf“ südlich des heutigen Radegundis verurteilt die Grüne Fraktion scharf. Cemal Bozoğlu, stellvertretender Fraktionsvorsitzender: „Hier wird mit blumigen Worten und schönen Piktogrammen Greenwashing betrieben und versucht den Eindruck von Nachhaltigkeit und Naturschutz zu vermitteln, um uns und die Bürgerinnen und Bürger milde zu stimmen. In Wahrheit wäre dieses Baugebiet ein unglaublicher Naturfrevel, denn hier soll sogar innerhalb des Landschaftsschutzgebietes gebaut werden.“

Dass die Grünen ein Teil der Regierung sind, die diese Pläne verfolgt, könnte man bei dieser Ankündigung von Bozoglu leicht vergessen: „Falls die Pläne für die beiden Bebauungen am Fuggerschloss und bei Radegundis nicht endlich endgültig verworfen werden, sind wir bereit entsprechende Bürgerbegehren zu unterstützen.“



Fördergeld-Desaster: Stadt kommt wohl mit einem blauen Auge davon

Laut eines Berichts der Augsburger Allgemeinen sei in das CSU-interne Reparationsverfahren bezüglich eines zu spät eingereichten Förderantrags des Augsburger Jugendamts Bewegung gekommen.

„Am Ende werden es wohl zwischen einer und drei Millionen Euro sein, die die Stadt zurückzahlen muss“, so orakelt die Augsburger Allgemeine. In der Angelegenheit stehen 28,5 Millionen Euro verfristete Fördergelder auf dem Spiel, die im Haushalt der Stadt Augsburg bei den roten Zahlen zu verbuchen wären, müsste man dem Freistaat die bereits bewilligte Summe zurückzahlen. „Dies wird nicht passieren, da sich Stadt und Freistaat nach langwierigen Verhandlungen auf eine Lösung einigen konnten, die die Kommune zumindest in großen Teilen entlastet“, so die Augsburger Allgemeine weiter. Thomas Kreuzer, der Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion, habe dem Blatt bestätigt, „dass die CSU-Landtagsfraktion eine Änderung im Nachtragshaushalt einbringen werde, die sich auf die Handhabe bei der Zuschussgestaltung von Förderungen beziehe“.

Auch wenn die vorgesehene Änderung im Genehmigungsverfahren nachträglich wirken soll, handle es sich laut Kreuzer nicht um eine „Lex Augustana“, da die Korrektur im Gesetzgebungsverfahren sämtliche Kommunen betreffen werde.



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