Wendejahre
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Fördergeld-Desaster: Stadt kritisiert SPD-Chefin Bahr

Stadt bürstet SPD-Chefin Ulrike Bahr ab

Oberbürgermeister Kurt Gribl und Sozialreferent Stefan Kiefer kritisieren Äußerungen der Augsburger SPD-Chefin Ulrike Bahr

Von Siegfried Zagler

Die Augsburger SPD-Chefin Ulrike Bahr hat am 28. April auf dem Parteitag der Augsburger SPD eine für ihre Verhältnisse bemerkenswerte politische Rede gehalten. Es handelt sich dabei um einen sogenannten Rechenschaftsbericht, der zwischen politischer Anklage und Wahlkampfmobilmachung changiert. Ein Aufbruchswunsch für Europa kommt darin vor, Fundamentalkritik an Angela Merkel und natürlich eine Kanonade gegen die CSU, die mit christlichen Werten so wenig am Hut habe wie Donald Trump mit geistiger Größe. „Selbst das Kreuz muss für den eigenen Machterhalt herhalten“, so Bahr über die CSU.

„Ein zentrales Thema im Kommunalwahlkampf wird die Unterstützung unseres Sozialbürgermeisters Stefan Kiefer sein“

Es wurde in bester sozialdemokratischer Verschwörungstonalität erwähnt, dass der Prozessbeginn gegen Linus Förster von der „Augsburger Gerichtsbarkeit“ zum für die SPD ungünstigsten Termin gestartet wurde, nämlich in der Woche vor der Bundestagswahl und die üblichen Register gezogen, wenn sich die SPD für den Wahlkampf rüstet: Die SPD-Politik richte sich gegen Kinderarmut und Altersarmut, setze sich ein für bezahlbaren Wohnraum und eine gerechtere Verteilung des bundesrepublikanischen Wohlstands. 

Ein zentrales Thema im nächsten Kommunalwahlkampf werde die Unterstützung „unseres Sozialbürgermeisters Dr. Stefan Kiefer sein“, so Bahr. Dabei gehe es um Durchsetzung der SPD-Positionen gegenüber dem Baureferat und dem Finanz- wie Liegenschaftsamt. Nähergetreten wurde diesem „zentralen Thema“ nicht.

„Es wäre eine einzige Bankrotterklärung der Verwaltung, wenn der Sozialreferent auch noch persönlich kontrollieren müsste“

Eine öffentlich-städtische Abreibung erhielt Ulrike Bahr ohnehin „nur“ wegen folgender Bemerkung: „Nachdem die AZ auf eine Stellungnahme gedrungen hat, haben Mäggie Heinrich und ich uns darauf verständigt, auf eine klare Aufklärung der Vorgänge zu dringen, bevor man anfängt, irgendwelche Schuldigen herauszupicken. Es sollte erst gar nicht der Verdacht aufkommen, dass hier irgendetwas vertuscht wird. Die AZ hat dann daraus gemacht, die SPD würde sich nicht hinter Stefan Kiefer stellen, was schlichtweg Unsinn ist. Es wäre ja eine einzige Bankrotterklärung der Verwaltung, wenn der Sozialreferent auch noch persönlich kontrollieren müsste, ob die Verwaltung Zuschussanträge rechtzeitig auf den Weg bringt. Nein in dem Fall haben schlichtweg Absicherungssysteme der Verwaltung versagt bzw. es hat sie gar nicht gegeben. Dies ist dann nicht nur die Frage eines Amtes, sondern auch die Finanzverwaltung muss sich fragen lassen, wieso es hier keine Absicherung gegeben hat.“

Zu dieser Auffassung hinsichtlich einer Mitverantwortung der Finanzverwaltung für die verspätete Abgabe des städtischen Kita-Zuschuss-Antrages in Höhe von 28,5 Millionen Euro (DAZ berichtete) hat am Freitag über eine städtische Pressemitteilung Bürgermeister und Sozialreferent Stefan Kiefer (SPD) Position bezogen:

 „Wie bereits mehrfach gegenüber dem Stadtrat und den Medien dargelegt, liegt die Zuständigkeit für die Einhaltung der Frist zur Beantragung der Zuschüsse allein im Amt für Kinder, Jugend und Familie, was durch die städtische Allgemeine Geschäftsanweisung klar geregelt ist. Die notwendigen arbeits- und disziplinarrechtlichen Maßnahmen wurden allesamt umgehend veranlasst. Im Rahmen der rechtlichen Prüfung mit Blick auf die Rückzahlung der Zuschüsse läuft derzeit das Anhörungsverfahren beim Freistaat Bayern. Bis zum Abschluss des Verfahrens wird sich die Stadt Augsburg, auch mit Rücksicht auf die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, nicht weiter äußern.“

„Offenbar fehlen Frau Bahr hier die Grundlagen der Verwaltungskenntnis“

Oberbürgermeister Kurt Gribl hat sich nach der Veröffentlichung der Bahr-Äußerung in der DAZ mit der SPD-Parteichefin in Verbindung gesetzt und ein „aufklärendes Telefonat geführt“, wie es in der Pressemitteilung der Stadt weiter heißt. Dabei habe der OB deutlich ausgeführt, dass er die öffentlichen Äußerungen einer Problemlösung nicht zuträglich halte.

„Offenbar fehlen Frau Bahr hier die Grundlagen der Verwaltungskenntnis, obwohl sie als ehemalige Stadträtin durchaus Kenntnisse der AGA (Allgemeine Geschäftsanweisung) haben müsste. Ich werde mich weiterhin darum bemühen, dass der Stadt die Rückzahlung dieser Riesensumme erspart bleibt und den Sozialreferenten in seiner Verantwortung der operativen Amtsführung unterstützen. Wenn seine eigene Partei dies offenbar nicht für nötig hält, dann verwundert mich das!“ So OB Kurt Gribl in seiner Kommentierung bezüglich der Äußerung der SPD-Chefin zur Verfristung eines städtischen Zuschussantrages in Höhe von 28,5 Millionen Euro.

 Fotos (von oben nach unten): Dr. Stefan Kiefer, OB Dr. Kurt Gribl, MdB Ulrike Bahr



Bundesliga: FCA verliert in Freiburg

FCA verliert widerstandslos in Freiburg

Der FC Augsburg verliert sein letztes Bundeliga-Spiel der Saison 2017/18 beim SC Freiburg 0:2. Die Tore der Freiburger erzielten Nicolas Höfler (49.) und Tim Kleindienst (65.). Der FC Augsburg fällt somit einen Tabellenplatz zurück und beendet die Saison auf Platz zwölf.

Von Siegfried Zagler

FCA-Cheftrainer Manuel Baum veränderte nach der 1:2-Heimniederlage gegen Schalke 04 sein Team auf drei Positionen: Marwin Hitz, der gelbgesperrte Philipp Max und der angeschlagene Michael Gregoritsch standen beim Saisonfinale nicht im Kader und wurden durch Andreas Luthe, Kevin Danso und Jan Moravek ersetzt.

Die Freiburger waren von Beginn an das bessere Team, der FCA hielt sich stabil in der Abwehr und baute auf Nadelstiche und Konter. Die erste Chance lag allerdings auf der Seite der Augsburger: In der 10. Minute schob sich Jonathan Schmid über rechts in den Freiburger Strafraum und zog aus 15 Metern ab – ohne Erfolg.

In der 20. Minute lenkte Nicolas Höfler eine Ecke von der linken Seite per Hacke über das Tor. Kurz vor der Halbzeitpause konnte sich Andreas Luthe auszeichnen, als er einen Kopfball von Manuel Gulde aus kurzer Distanz abwehren konnte (39.).

Freiburg nimmt FCA in der zweiten Halbzeit aus dem Spiel

Ein fulminanter Start sorgte für die 1:0-Führung der Freiburger: Janik Haberer flankte von der rechten Seite in den Strafraum, wo der eingelaufene Höfler vom Elfmeterpunkt beherzt einnetzte (49.). Freiburg war nach dem Führungstreffer total überlegen und war dem 2:0 stets näher als der FCA dem Ausgleich.

Nach einem dummen Ballverlust von Cordova wurde der FCA von Tim Kleindienst erledigt: Der Freiburger Offensivspieler marschierte allein auf Luthe zu, der falsch stand und auch noch getunnelt wurde (65.). Vom FCA kam kein Widerstand mehr, willenlos fügten sich die Augsburger im sommerlichen Freiburg in die Niederlage. „Die ersten 45 Minuten waren noch ausgeglichen, aber dann ist Freiburg in Führung gegangen und wir sind überhaupt nicht mehr ins Spiel gekommen. Wir haben keinen Zweikampf gewonnen, keine zweiten Bälle bekommen und auch keinen Torschuss mehr gehabt. Aus diesem Spiel gibt es einige Ansatzpunkte, die wir in der nächsten Saison deutlich besser machen müssen. Dieses Spiel hat wieder gezeigt, dass es brutal schwer wird in der Bundesliga, wenn wir nicht 100 Prozent auf den Platz bringen.“

„Und ohne Mittelstürmer spielen“, möchte man hinzufügen, denn von Alfred Finnbogason war wenig bis nichts zu sehen.

FCA: Andreas Luthe; – Jonathan Schmid; Jeffrey Gouweleeuw; Kevin Danso; Martin Hinteregger; – Marco Richter; Francisco da Silva Caiuby; Jan Moravek; Rani Khedira; Daniel Baier; – Alfred Finnbogason;

Eingewechselt: Simon Asta (80.); Sergio Córdova (55.);

Ausgewechselt: Jan Moravek (80.); Rani Khedira (55.); –

Auswechselbank: Fabian Giefer (TW); Christoph Janker; Efkan Bekiroglu; Gojko Kacar; Romario Roesch;

Tore: 0:1 Nicolas Höfler (49.) — 0:2 Tim Kleindienst (65.)



Bundesliga: In Hamburg gehen die Lichter aus

Bundesliga: HSV steigt direkt ab, Wolfsburg geht in die Relegation – FCA enttäuscht in Freiburg

Die letzten Entscheidungen der diesjährigen Bundesligasaison sind gefallen: Nachdem der FC Augsburg beim FC Freiburg sang- und klanglos mit 0:2 verlor, muss der VfL Wolfsburg, der sein Heimspiel gegen den 1. FC Köln deutlich gewann, in die Relegation. Der Hamburger SV steigt zusammen mit Köln in die Zweite Liga ab, obwohl er sein letztes Bundesligaspiel nach 55 Jahren Bundesliga gegen Gladbach siegreich gestalten konnte.

Mit einem Heimsieg gegen Dortmund sichert sich die TSG Hoffenheim die Champions League-Teilnahme, die auch den Dortmundern nicht verwehrt bleibt, da die Westfalen aufgrund des besseren Torverhältnisses vor Leverkusen den 4. Platz einnehmen. Zu den Peinlichkeiten des letzten Spieltages zählt neben einer Handvoll Chaoten im Hamburger Ultra-Block, die sich mit Brandböllern den Unmut aller Hamburger Zuschauer zuzogen, die Leistung der Münchner Bayern, die zu Hause gegen den VfB Stuttgart mit 1:4 verloren und somit dem VfB die Teilnahme an der Europa League ermöglichen – falls sie am kommenden Samstag Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal besiegen sollten. Peinlich auch der offensiv superschwache Auftritt des FCA in Freiburg: Der FC Augsburg hielt nicht, was er im Vorfeld versprach und zeigte in Freiburg in jeder Minute auf dem Platz, dass sie den Sieg weniger wollten als der FC Freiburg.

PlatzMannschaftSpieleS-U-NTorePkt.
1.FC Bayern München 34 27-03-04 92:28 (+64) 84
2.FC Schalke 04 34 18-09-07 53:37 (+16) 63
3.1899 Hoffenheim 34 15-10-09 66:48 (+18) 55
4.Borussia Dortmund 34 15-10-09 64:47 (+17) 55
5.Bayer 04 Leverkusen 34 15-10-09 58:44 (+14) 55
6.RB Leipzig 34 15-08-11 57:53 (+4) 53
7.VfB Stuttgart 34 15-06-13 36:36 (0) 51
8.Eintracht Frankfurt 34 14-07-13 45:45 (0) 49
9.Borussia Mönchengladbach 34 13-08-13 47:52 (-5) 47
10.Hertha BSC 34 10-13-11 43:46 (-3) 43
11.Werder Bremen 34 10-12-12 37:40 (-3) 42
12.FC Augsburg 34 10-11-13 43:46 (-3) 41
13.Hannover 96 34 10-09-15 44:54 (-10) 39
14.1. FSV Mainz 05 34 09-09-16 38:52 (-14) 36
15.SC Freiburg 34 08-12-14 32:56 (-24) 36
16.VfL Wolfsburg 34 06-15-13 36:48 (-12) 33
17.Hamburger SV 34 08-07-19 29:53 (-24) 31
18.1. FC Köln 34 05-07-22 35:70 (-35) 22

 



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