Wendejahre
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Parteien:

CSM stellt sich neu auf

Nach dem eher durchschnittlichen Stadtratswahl-Ergebnis der CSM (Christlich-Soziale-Mitte), die sich wegen interner Streitereien der CSU im Jahre 2011 gegründet hatte und lediglich mit drei Stadträten 2014 in den Augsburger Stadtrat einzog, läuteten die Totenglöckchen für die Politgruppierung gleich mehrmals.

Von Siegfried Zagler

Zuerst, als Frontmann und CSM-Denker Hermann Weber von OB Kurt Gribl von der politischen Bühne ins Dickicht der Verwaltung befördert wurde, zum zweiten Mal, als die CSM-Stadträte Rolf Rieblinger und Dimitrios Tsantilas während der laufenden Stadtratsperiode in den Schoß der CSU zurückkehrten, und zum dritten Mal, als die letzte CSM-Stadträtin zu Pro Augsburg wechselte. Nach dem Absprung von Claudia Eberle war die CSM nicht mehr im Augsburger Stadtrat vertreten – und samt ihrem schwerfälligen Mutterschiff-Verein endgültig auf dem politischen Radar der Stadt Augsburg nicht mehr messbar vorhanden.

Das soll sich nun ändern, wenn es nach Max Becker geht. Die CSM wird jetzt von ihm geführt und soll nach ihrem „Selbstreinigungsprozess“, wie Becker sagt, wieder ein Faktor in der politischen Stadt werden. Becker ist kürzlich zum CSM-Vorsitzenden gewählt worden. Die Gruppierung umfasst derzeit 30 Mitglieder. Der bisherige Vorsitzende, Frank Hilbich kandidierte nicht mehr für das Amt. Pia Lingner-Böld und Friedrich Wilhelm Böld sind die beiden Stellvertreter. Prof. Dr. Georg Erdmann agiert als Schatzmeister (alle drei wie bisher), Elén Tentschew ist neugewählte Schriftführerin. Becker will der CSM neues Leben einhauchen.

Der Verein soll von engagierten Bürgern wahrgenommen und genutzt werden. „Wir wollen neue Mitglieder gewinnen und den Verein letztlich auf die kommenden Kommunalwahlen vorbereiten“, so Becker, der sich sicher ist, dass die CSM 2020 mit einem OB-Kandidaten ins Rennen gehen wird. 2014 hatte man auf einen eigenen OB-Kandidaten verzichtet, um OB Kurt Gribl zu unterstützen. Dies habe sich als schwerer Fehler herausgestellt, so Becker.

Ob er als OB-Kandidat in Frage komme, will die DAZ von ihm wissen. „Das kann ich derzeit nicht sagen, das wird sich zeigen“, so Becker, der die CSM wieder zu einer ernstzunehmenden politischen Kraft entwickeln will, bevor man an das Personelle denkt. Da die CSM bereits im Stadtrat vertreten war, müsste sie für 2020 keine 400 Unterstützerunterschriften sammeln. Die Frage, wie er zu der Idee von Ignaz Walter stehe, ein neues Parkhaus unter die Fuggerstraße zu bauen, beantwortete der gebürtige Münchner diplomatisch: „Das ist ein geschenkter Gaul, dem man ganz genau ins Maul schauen muss.“ „Aus der Zeit gefallen“ (OB Gribl) sieht er die Idee nicht. Man müsse wissen, wo die Einfahrt/Ausfahrt ist und vieles mehr, bevor man sich dazu konkret äußern könne. —

Foto: Elén Tentschew, Friedrich Wilhelm Böld, Max Becker, Pia Lingner-Böld und Prof. Dr. Georg Erdmann (v.l.) Bildnachweis: privat



Archäologische Führungen beim Theater

Am Sonntag, den 13. Mai, bietet die Stadtarchäologie erneut drei Führungen zu den Ausgrabungen am Stadttheater an. Sie finden zwischen 13 und 17 Uhr statt.


„W
ir möchten damit allen Interessierten einen Einblick in die vorläufigen Ergebnisse der laufenden Grabungen geben“, so Stadtarchäologe Günther Fleps. Baudirektor Norbert Reinfuss wird die Führungen ebenfalls begleiten. Als Gesamtprojektleiter Generalsanierung und Neubau Theater Augsburg steht er für Fragen zur Theater-Baustelle zur Verfügung. Eine Teilnahme an den Führungen ist nur nach vorheriger telefonischer Anmeldung möglich:

Montag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr, Telefon Nr. 0821 324 4142
und von 13 bis 16 Uhr unter der Telefon-Nr. 0821 324 4131

Treffpunkt: Kasernstraße, vor dem Theatereingang der Brechtbühne. Ein dem Wetter angepasstes, festes Schuhwerk oder Gummistiefel werden empfohlen. Foto: (c) Ruth Plössel/Stadt Augsburg



Neues vom FCA

FCA: Michael Wimmer wird neuer Co-Trainer

Michael Wimmer ersetzt Assistenztrainer Florian Ernst

Nachdem Co-Trainer Florian Ernst aus persönlichen Gründen in der kommenden Saison nicht mehr als Assistent von Cheftrainer Manuel Baum zur Verfügung stehen wird, hat sich der FCA um Ersatz bemüht: Michael Wimmer, zuletzt U17-Trainer beim 1. FC Nürnberg, wird ab der kommenden Saison neuer Co-Trainer in Augsburg.

Damit komplettiert der 37-Jährige gebürtige Dingolfinger das Trainerteam, dem neben Manuel Baum auch die Co-Trainer Tobias Zellner und Jonas Scheuermann, Reha- und Athletiktrainer Andreas Bäumler sowie Torwarttrainer Zdenko Miletic angehören. – „Mit Michael Wimmer gewinnen wir einen absoluten Fachmann, der unser Trainerteam um Manuel Baum sehr gut ergänzen wird“, so Stefan Reuter, Geschäftsführer Sport des FCA.

Heller für drei Pflichtspiele gesperrt

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat die im Einzelrichterverfahren ausgesprochene Sperre gegen FCA-Profi Marcel Heller Augsburg im schriftlichen Einspruchsverfahren modifiziert. So muss der Spieler, der in der Partie bei Hertha BSC die Rote Karte gesehen hatte, wegen einer Tätlichkeit gegen den Gegner in einem leichteren Fall die nächsten drei Pflichtspiele der Lizenzmannschaft aussetzen, wozu neben Meisterschaftsspielen auch DFB-Pokalspiele zählen. Zunächst war der Augsburger mit einer Sperre von drei Meisterschaftsspielen der Lizenzligen belegt worden, wogegen er fristgerecht Einspruch eingelegt hatte.

Foto: Manuel Baum (c) Siegfried Kerpf



Mehr öffentliche Toiletten in Augsburg gefordert

Die Fraktion von Pro Augsburg nimmt die stetig ansteigende Zahl der Touristischenübernachtungen zum Anlass, mehr öffentliche Toiletten für die Innenstadt anzumahnen.

Öffentliche Toiletten seien in der Augsburger Innenstadt Mangelware, so die vierköpfige Stadtratsfraktion von Pro Augsburg, die gestern den Antrag einbrachte, prüfen zu lassen, ob nicht weitere Toilettenanlagen für Besucher der Stadt notwendig und zweckmäßig seien. „Bei Besichtigungstouren durch die Stadt und vor allem in der Altstadt, haben die Touristen kaum Möglichkeiten Toiletten zu finden und aufzusuchen“, so Pro Augsburg. „Unseres Wissens sind in der Innenstadt öffentliche Toiletten nur am Königsplatz, am Rathausplatz und am Bahnhof zu finden. Früher gab es weitere öffentliche Toiletten am Oberen Graben, beim Jakober Tor und am Stephingerberg.“ Die Fraktion vertritt die Auffassung, dass es eine Aufgabe der Stadt sei, dafür zu sorgen, dass Besucher und Touristen öffentliche Toiletten vorfinden sollten, „gerade unter dem Gesichtspunkt, dass viele der Touristen auch ältere und teilweise behinderte Menschen sind“. Betreiben sollen die Toilettenanlagen, so Pro Augsburg, nicht die Stadt selbst, sondern private Betreiber.

Foto: Toiletten im ehemaligen „Übergangswohnheim Calmbergstraße“ (c) DAZ



Bürgerbeteiligung: Wie geht es mit der Jakober Vorstadt weiter?

Bürgerbeteiligung zur Gestaltung der Jakobervorstadt Nord startet Offene Planungswerkstatt von 4. Mai bis 6. Mai

Das Augsburger Stadtplanungsamt lädt interessierte Bürger zu einer offenen Planungswerkstatt auf dem Gelände der Augustabrauerei am Lauterlech 10 ein. Die Bürgerschaft kann sich über die aktuellen Ergebnisse der Stadtteilplanung informieren und in der Diskussion mit Fachleuten weiterentwickeln. Für die Jakobervorstadt Nord werden derzeit vorbereitende Untersuchungen durchgeführt und ein integriertes Handlungskonzept erstellt. Gemeinsam mit den Bewohnern, Gewerbetreibenden und Grundstückseigentümern sowie den örtlichen Institutionen hat ein von der Stadt Augsburg beauftragtes Planerteam in den zurückliegenden Monaten die städtebaulichen, wirtschaftlichen und sozialen Stärken und Schwächen des Stadtteils ermittelt.

Auf dieser Basis wurden erste Ziele formuliert und Maßnahmenvorschläge zur Verbesserung der Wohn-, Arbeits- und Lebenssituation erarbeitet. Diese werden jetzt öffentlich vorgestellt, diskutiert und weiterentwickelt. Auf Ausstellungstafeln in der offenen Planungswerkstatt sowie über Kurzvorträge wird über den derzeitigen Stand der Konzepte und Planungen informiert. Die Planer stehen für Gespräche zur Verfügung, während die Bewohner ihre Meinung, Erfahrungen und Anregungen einbringen können. Dazu wird auch ein vielfältiges Rahmenprogramm angeboten:

Freitag, 4. Mai, 14:00 bis 22:00 Uhr 15:30 Uhr: Kurzvortrag des Planungsteams und des Stadtplanungsamts – 20:00 Uhr: Kino für alle „Gran Torino“ (Eintritt frei).

Samstag, 5. Mai, 11:00 bis 20:00 Uhr 13:30 h: Kurzvortrag des Planungsteams und des Stadtplanungsamts – 15:30 Uhr: Kurzvortrag des Planungsteams und des Stadtplanungsamts.

 Sonntag, 6. Mai, 11:00 bis 14:00 Uhr 11:00 Uhr: Weisswurstfrühstück mit Musik. — Grafik (c) Stadt Augsburg



Augsburger Aktionsbündnis gegen Flächenfraß

In Augsburg hat sich ein Aktionsbündnis für Augsburg und die Region gegründet – zur Unterstützung des Volksbegehrens „Betonflut eindämmen – Damit Bayern Heimat bleibt“

Wie in vielen anderen bayerischen Städten und Gemeinden gibt es nun auch in Augsburg ein Bündnis gegen den Flächenfraß. Vertreter und Vertreterinnen von BUND Naturschutz Augsburg, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, des Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV), Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der Grünen aus Augsburg und Augsburg-Land gründeten vergangene Woche ein lokales Aktionsbündnis zur Reduzierung des Flächenverbrauchs in der Region und zur Unterstützung des Volksbegehrens „Betonflut eindämmen – Damit Bayern Heimat bleibt“. Der Kreisvorsitzende der Augsburger Grünen, Peter Rauscher, wurde zum Sprecher des Bündnisses gewählt. „Bayern verliert sein Gesicht. Jede Minute verschwinden 90 Quadratmeter Boden unter Asphalt und Beton. Jeden Tag die Fläche von 18 Fußballfeldern. Es wird ohne nachzudenken neue Fläche versiegelt, auch bei uns in der Region“, so Rauscher.

Das Volksbegehren wird bayernweit von zahlreichen Verbänden und Parteien wie Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz, Bündnis90/GRÜNE, ÖDP, Linke, Katholische Arbeitnehmerbewegung, Naturfreunde Bayern, Katholische Landvolkbewegung, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und vielen weiteren unterstützt.

Foto: Volksbegehren gegen zuviel versiegelte Flächen in Bayern (c)DAZ



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